Preis für Entwicklungsforschung 2017

Ausschreibung Nachwuchspreis des Österreichischen Preises für Entwicklungsforschung 2017
Preisgeld: 2.000 Euro
Einreichfrist: 15. September 2017

Der Österreichische Preis für Entwicklungsforschung 2017, bestehend aus einem Hauptpreis und einem Nachwuchspreis, wird von der Kommission für Entwicklungsforschung (KEF) bei der OeAD-GmbH aus den Mitteln des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) an wissenschaftlich tätige Personen bzw. Institutionen verliehen, die eine besondere Leistung in Bezug auf Forschung für Entwicklung erbracht haben. Der Hauptpreis wird über Nominierung durch eine Jury vergeben, während der Nachwuchspreis öffentlich ausgeschrieben wird. Die eingereichten Texte zum Nachwuchspreis werden ebenfalls durch eine Fachjury bewertet und der Preistext wird durch Abstimmung im Gremium ermittelt.

Mehr dazu: https://kef-research.at/de/kommunikation/entwicklungsforschungspreis/nachwuchspreis-2017/




Recherche-Hinweise: Nachhaltiger Tourismus und Entwicklung

Die UN haben im November 2015 das Jahr 2017 zum „International Year of Sustainable Tourism for Development“ erklärt. Ein gut konzipierter und gesteuerter Tourismus könne einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten, menschenwürdige Arbeitsplätze schaffen und Handelschancen erzeugen, so die Begründung der Entscheidung.
Seit Anfang des Jahres gibt es besonders umfassende, gut aufbereitete Publikationen und Informationen zum Thema, das nicht nur in der Sommer- und Urlaubszeit von Bedeutung ist. Im Folgenden haben wir Recherche-Links zusammengestellt.

27. September: Welttourismustag (UNWTO)
http://www.un.org/en/events/tourismday/
http://wtd.unwto.org/

Naturfreunde: Was ist Nachhaltiger Tourismus? http://www.nfi.at/index.php?option=com_content&task=view&id=366&Itemid=145&lang=de

TourCERT-Projekt: TourCert, die gemeinnützige Gesellschaft für Zertifizierung im Tourismus, vergibt das TourCert-Siegel für CSR in Tourismusunternehmen.  http://www.tourcert.org/experte-fuer-corporate-social-responsibility.html

Der Informationsdienst TourismWatch liefert vierteljährlich Berichte und Hintergründe über den Ferntourismus, sowie Tipps für verantwortungsvolles Reisen und weist auf Tagungen und neue Literatur zum Thema hin.
tourism-watch.de

ADA: Die Austrian Development Agency unterstützt nachhaltigen Tourismus. http://www.entwicklung.at/ada/aktuelles/detail/artikel/fair-reisen/

Weitere Infos zu Tourismus und den SDGs liefert das Online-Kompendium „Tourism in the Agenda 2030“ von neun internationalen NGOs sowie das Paper „Tourismus und die SDGs“ des Wirtschafts- und Wissenschaftsministeriums (BMWFW).
transforming-tourism.org
www.bmwfw.gv.at

Info zu Reisebüros und deren Umgang mit nachhaltigen Tourismus/Menschenrechte menschenrechte-im-tourismus.net

Die World Tourism Organization, UNWTO, Weltorganisation für Tourismus, ist eine 1975 gegründete Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Schwerpunkt ist der Tourismus in Entwicklungsländern, unter Berücksichtigung der 2015 verabschiedeten  „Sustainable Development Goals“ (SDGs), die ebenfalls auf einen „nachhaltigen Tourismus“ Bezug nehmen. (http://www.e-unwto.org/doi/pdf/10.18111/9789284417254)
Auf der Webseite finden sich unter anderem der  Global Code of Ethics for Tourism und zahlreiche  Statistiken zum weltweiten Tourismus.
http://www2.unwto.org

Südwind-Magazin: Titel-Story zum Hoffnungsträger Tourismus im Globalen Süden, Co2-Kompensationen und der Forderung nach einer Tourismuswende
http://www.suedwind-magazin.at/globaler-sueden-in-warteposition und folgende Seiten

Das SympathieMagazin, Nummer 1/2017, mit dem Titel »Menschenrechte verstehen« wurde begleitet vom Studienkreis für Tourismus und Entwicklung, der sich als interdisziplinäres Fachgremium zu Fragen der Bedeutung, der Anforderungen und der Wirkungen von Menschenrechten im Bereich des Tourismus versteht. Es geht u.a. um die Tatsache , dass touristischen Infrastrukturprojekten, zunehmend wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte zum Opfer fallen. Darüber hinaus gibt das Magazin Hilfestellungen, um etwa bei interkulturellen Begegnungen als Reisender oder in Fachdiskursen argumentations – und handlungsfähig zu sein. Bestellinfos und Inhaltsbeschreibung unter: https://www.sympathiemagazin.de/tl_files/sympathiemagazine/content/downloads/pressemeldungen/PM_01_SM_Menschenrechte.pdf

Naturfreunde: Agenda2030 . Die Naturfreunde Internationale fordert in einer gemeinsamen Deklaration mit Partnerorganisationen aus aller Welt eine grundlegende Richtungsänderung im Tourismus.
http://www.nfi.at//index.php?option=com_content&task=view&id=754&Itemid=34

Kommentar von Christina Hlalde von Weltweitwandern:
http://blog.hlade.com/2017/01/02/2017-ist-das-un-jahr-fuer-nachhaltigen-tourismus-fuer-entwicklung-meine-gedanken-dazu/

Tipps zu Nachhaltigem Tourismus in Wien: http://www.shades-tours.com/en/2017/03/09/alternative_vienna_mustdo/




Tipp 4

Tipp 4 für Journalismus zu globalen, entwicklungspolitischen Themen:

Die Bildsprache

Das Hinterfragen von Zuschreibungen von Eigenschaften, Klischees und Stereotypen durch das gewählte Bildmaterial ist essentiell: Welche Klischees werden durch die gewählten Bilder möglicherweise erzeugt oder verstärkt? Was gibt es da zu beachten?

  • Gleichwertige Abbildung von Personen aus Afrika, Asien und Lateinamerika: Wer handelt im Bild? Wer steht im Vordergrund? Stehen die Personen auf gleicher Höhe?
  • Positive Bilder im Kopf fördern und Bildmaterial nicht auf Negativereignisse beschränken.
  • Berücksichtigung ethischer Grundsätze und Rechtsgrundlagen bei der Abbildung von Personen. Um Menschen einzeln oder in Gruppen zu filmen, braucht es deren Zustimmung. Auch sollten sie informiert werden, in welchem Kontext ihre Bilder verwendet werden.

Tipp 1: Die Grundhaltung
Tipp 2: Der Inhalt
Tipp 3: Die Umsetzung
Tipp 4: Die Bildsprache




Tipp 3

Tipp 3 für Journalismus zu globalen, entwicklungspolitischen Themen:

Die Umsetzung

Die Recherche nach Hintergründen:

Aktuelle Probleme haben historische, soziale, wirtschaftliche, politische oder kulturelle Wurzeln und sind kein naturgegebener Zustand.

Der Aufbau von Netzwerken:

Journalist/innen sollten gute Kontakte zu (internationalen) Expert/innen (sowohl themen- als auch länderspezifisch) haben und die durch diese gewonnenen Informationen in die journalistische Arbeit mit einbeziehen.

Das Formulieren von Texten:

Textliche Darstellungen und Wortwahl hinterfragen:

  • Untersuchung von Prädikaten, die Handlung, Prozesse oder Zustände bezeichnen: Welche Konnotationen schwingen mit? Welche Eigenschaften und Identitäten werden der „eigenen“ bzw. der „anderen“ Gruppe zugeschrieben?
  • Nominalisierungen und Passiva vermeiden.
  • Alle Akteur/innen gleichwertig positionieren bzw. verstärkt die aktive Rolle der Menschen aus Afrika, Asien und Lateinamerika hervorheben. Personen, Organisationen, Gruppen aus den betroffenen Ländern namentlich erwähnen.

Tipp 1: Die Grundhaltung
Tipp 2: Der Inhalt
Tipp 3: Die Umsetzung
Tipp 4: Die Bildsprache




Tipp 2

Tipp 2 für Journalismus zu globalen, entwicklungspolitischen Themen:

Der Inhalt

Die Peripherie wird zum Mittelpunkt:

Journalismus zu entwicklungspolitischen und globalen Themen sollte den Blick auch (!!) auf Länder, Regionen und Inhalte richten, die in den Medien unterrepräsentiert sind.

Die globalen Zusammenhänge und Komplexität:

Journalismus zu entwicklungspolitischen Themen sollte bestehende wirtschaftliche, ökologische, politische und kulturelle Verflechtungen, Abhängigkeiten, Zusammenhänge und Wechselwirkungen aufzeigen und analysieren. Dabei sollten differenzierte Bilder geschaffen werden. Berichte aus „fernen Ländern“ allein haben noch keine entwicklungspolitische Qualität.

Der Bezug zur Lebensrealität:

Auf Grund der Komplexität entwicklungspolitischer Themen ist es besonders wichtig, die Inhalte durch Schaffung von Nähe und Bezug zur Lebenswelt der Zuseher/innen und Leser/innen erfahrbar zu machen.

Die „Good News from the South“:

Journalismus zu entwicklungspolitischen Themen sollte darum bemüht sein, ein positives Gegenbild zum Negativ-Klischee „Dritte Welt“ anzubieten, ohne dabei allerdings die Kehr- und Schattenseiten außer Acht zu lassen.

Die Handlungsorientierung:

Journalismus zu entwicklungspolitischen Themen sollte nicht ausschließlich problemorientiert sein, sondern Aktivitäten, Möglichkeiten, Handlungsansätze („wider die Ohmacht“) und Best Practice-Beispiele thematisieren.

Der Friedensjournalismus:

Friedensvorschläge, Friedensinitiativen, Friedensgespräche sind auch Themen – nicht nur Gewalt und Katastrophen. Zu dieser Friedensorientierung gehört ein Basisverständnis von Konfliktanalyse.

Die Themenvielfalt:

Journalismus zu entwicklungspolitischen Themen sollte sich nicht auf Berichterstattung zu Projekten der Entwicklungszusammenarbeit beschränken. Genauso gehören z.B. Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur und Alltagsleben zu den möglichen Themengebieten.

Tipp 1: Die Grundhaltung
Tipp 2: Der Inhalt
Tipp 3: Die Umsetzung
Tipp 4: Die Bildsprache




Tipp 1

Tipp 1 für Journalismus zu globalen, entwicklungspolitischen Themen:

Die Grundhaltung

Die ethische Dimension:

Qualitätsvoller Journalismus zu entwicklungspolitischen Themen braucht  eine eindeutige Haltung: Menschenrechte, Gerechtigkeit und Chancengleichheit werden unteilbar für alle Menschen angestrebt. Tendenzen der Geschlechterdiskriminierung, des Rassismus oder der Fremdenfeindlichkeit wird entgegengewirkt. Bei der Berichterstattung zu Konflikten wird es Journalist/innen kaum gelingen, unparteiisch zu sein, sie können aber für den Frieden Partei ergreifen.

Das Reflektieren der eigenen Perspektive:

Journalist/innen sollten sich ihrer eigenen globalgesellschaftlichen Rolle und ihrer kulturell geprägten Sichtweisen bewusst sein und diese reflektieren. Es gilt, Klischees und Stereotype zu hinterfragen und Universalismus zu vermeiden.

Ein umfassender Blick:

Journalismus zu entwicklungspolitischen Themen sollte nicht nur die Sicht von Eliten widerspiegeln, sondern auch den Blick „von unten“, von „normalen“ Menschen in ihrer ganzen Vielfalt einnehmen. Auch arme Menschen sind weder Statist/innen noch Opfer, sondern Handelnde mit Würde.

Tipp 1: Die Grundhaltung
Tipp 2: Der Inhalt
Tipp 3: Die Umsetzung
Tipp 4: Die Bildsprache