Interviewmöglichkeit: Stimmen des Widerstands aus Bolivien – indigene Frauen kämpfen für Umwelt und Gerechtigkeit
Derzeit sind engagierte Vertreterinnen mehrerer Partnerorganisationen aus Bolivien zu Besuch in Österreich. Sie berichten aus erster Hand über die Auswirkungen von Bergbau, Klimakrise und sozialer Ausgrenzung, sowie über konkrete Lösungsansätze und ihren täglichen Einsatz für Veränderung.
Indigene Gemeinschaften in Bolivien sind massiv von Umweltzerstörung, Klimakrise und sozialer Ungleichheit betroffen. Besonders Frauen übernehmen eine zentrale Rolle im Einsatz für ihre Rechte, den Schutz ihrer Lebensgrundlagen und mehr Gerechtigkeit.
Interviewmöglichkeiten
Montag, 11. Mai 2026, 10-12 Uhr
Bundesbüro Katholische Jungschar/Dreikönigsaktion, Wilhelminenstraße 91IIf, 1160 Wien
Terminvereinbarung:
Elisabeth Holzner, 0676 88011 1000, elisabeth.holzner@dka.at
Die Gespräche finden auf Spanisch statt, eine Übersetzung ist bei Bedarf gerne möglich.
Interviews sind auf Wunsch auch online oder telefonisch/per Whatsapp möglich.
Hintergrund
Am Río Pilcomayo und in anderen Regionen Boliviens bedrohen Bergbau, großflächige Landwirtschaft und die Klimakrise die Lebensgrundlagen indigener Gemeinschaften. Das Wasser wird verschmutzt, Böden verlieren ihre Fruchtbarkeit, Gesundheitsschäden nehmen zu und traditionelle Lebensweisen geraten unter Druck. Die Ursachen reichen weit über Bolivien hinaus – sie sind eng mit globalen Produktions- und Konsummustern verbunden.
Indigene Aktivist*innen machen auch auf globale Zusammenhänge aufmerksam. Der Abbau von Rohstoffen für Elektronikgeräte oder andere Konsumgüter im Globalen Norden führt häufig zu Umweltzerstörung und sozialen Konflikten im Globalen Süden.
Mitten in diesen Herausforderungen organisieren sich indigene Frauen. Sie gründen Kollektive, entwickeln nachhaltige Einkommensmöglichkeiten und setzen sich für den Zugang zu sauberem Wasser. Sie kämpfen für ihre Rechte, für kulturelle Anerkennung und für eine lebenswerte Zukunft ihrer Gemeinschaften.
Im April und Mai 2026 sind vier bolivianische Aktivistinnen aus unseren Partnerorganisationen CERDET, ISALP, CEPA und CIPCA in Österreich und berichten im Rahmen der „Begegnung mit Gästen“ von Welthaus Österreich von ihrer Arbeit.
In Vorträgen, Workshops und persönlichen Begegnungen geben sie Einblick in ihr Engagement und zeigen, wie Empowerment, Bildung und gemeinschaftliches Handeln zu wirksamen Antworten auf ökologische und soziale Krisen werden.
Über die Gesprächspartnerinnen
Alicia Cuiza Churqui (CEPA, Centro de Ecología y Pueblos Andinos, Zentrum für Ökologie und andine Völker) ist Anthropologin und Psychologin mit langjähriger Erfahrung in Bildung, Forschung und Gemeinwesenarbeit. Sie arbeitet seit vielen Jahren mit Frauen und indigenen Gemeinschaften zu Themen wie Umweltmanagement, gesunde Ernährung, traditionelle Medizin, Handwerk und Führungskompetenzen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung von Frauen, die von Umweltbelastungen betroffen sind, sowie auf der Begleitung nachhaltiger wirtschaftlicher Alternativen.
Erika Rojas (CIPCA, Centro de Investigación y Promoción del Campesinado, Zentrum für Forschung und Förderung von Kleinbauern- und -bäuerinnen) ist Agraringenieurin bei CIPCA Regional Altiplano. Sie arbeitet in den Gemeinden San Andrés de Machaca und Charazani im Departement La Paz an Projekten zur ländlichen Entwicklung mit Schwerpunkt auf Agrarökologie, Umweltpolitik und der Stärkung indigener Gemeinschaften – insbesondere von Frauen und Jugendlichen.
Águeda Colque Ordóñez (ISALP, Investigación Social y Asesoramiento Legal Potosí, Sozialforschung und Rechtsberatung Potosí) ist Koordinatorin des Projekts K’acha Kausakunapaq bei ISALP. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit indigenen Gemeinschaften, insbesondere zu Gendergerechtigkeit, Dialogprozessen, nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährungssouveränität und ist national wie international in Beratungs- und Austauschprogrammen tätig.
Lenny Espinoza (CERDET, Centro de Estudios Regionales para el Desarrollo de Tarija, Zentrum für regionale Studien für die Entwicklung in Tarija) ist Anthropologin mit Schwerpunkt angewandte Anthropologie und Kulturmanagerin und verfügt über langjährige Erfahrung in der Gemeindearbeit mit indigenen Völkern. Derzeit arbeitet sie mit Frauen, Jugendlichen und jungen Erwachsenen des Weenhayek-Volkes zu Menschenrechten, Zugang zur Justiz und Klimawandel. Ein besonderer Fokus liegt auf der Stärkung von Frauen, der Sicherung von Lebensgrundlagen wie Fischerei und Kunsthandwerk sowie der Förderung weiblicher Führung aus einer interkulturellen Perspektive.