PA: Textil-Containerverbot in Wien. Südwind sieht Schritt in die richtige Richtung und fordert Begleitmaßnahmen

Fast Fashion-Auswirkungen brauchen umfassende Gegenmaßnahmen – Südwind sieht in Direktkooperationen mit Zielländern eine Möglichkeit für einen gerechten Umgang mit Altkleidung

Die Initiative der Stadt Wien, Altkleider stärker zu regulieren, ist aus Sicht von Südwind ein begrüßenswerter erster Schritt. Gleichzeitig braucht es für die Menschenrechtsorganisation zusätzliche politische Maßnahmen, um die Kleidungsflut zu bewältigen und eine nachhaltige, praktikable Wiederverwertung zu ermöglichen. „Die Müllhaufen rund um die Altkleider-Container in Wien sind nur ein kleines Symptom eines viel größeren globalen Problems. Das beginnt nicht erst bei der Entsorgung, sondern schon bei der Überproduktion und dem verschwenderischen Konsum von Kleidung“, sagt Lena Gruber, Südwind-Sprecherin für Textillieferketten. „Angesichts der enormen Probleme für Umwelt und Menschen, die das Fast Fashion-System erzeugt, braucht es einen umfassenden Maßnahmenplan sowie den Blick auf die gesamte Lieferkette unserer Kleidung.“

Weiter Weg für Altkleidung zum Müllberg

Rund 46 Prozent der Altkleider aus Europa werden nach Afrika exportiert, überwiegend zur Wiederverwendung. Dabei sind allerdings rund 40 Prozent der exportierten Kleidung nicht mehr verwendbar. 41 Prozent gehen nach Asien – oft minderwertige Ware, die zu Putzlappen downgecycelt oder weiter exportiert wird, 63 Prozent landen davon wiederum in Afrika. Das zeigen Daten der Europäischen Umweltagentur. Hinzu kommt, dass nur etwa 1 Prozent der Kleidung weltweit tatsächlich von Faser zu Faser recycelt werden kann. Recherchen in Recyclinganlagen, etwa in Pakistan, zeigen zudem alarmierende Arbeitsbedingungen, die jenen in der Textilproduktion ähneln.

Untersuchungen von Südwind und der Clean Clothes Kampagne zeigen, dass die Arbeitsbedingungen im Altkleider-Sektor in vielen Ländern des Globalen Südens prekär, unsicher und unwürdig sind. Gewerkschaften in Uganda berichten, dass große Teile der importierten Kleidung aus Müll bestehen, der wiederum auf riesigen Deponien vor Ort entsorgt wird. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen im Secondhand-Sektor Ugandas prekär und unsicher.

Kooperation zwischen Wien und Kampala als Begleitmaßnahme

Südwind fordert eine Kooperation auf Augenhöhe mit den Zielländern von Altkleider-Exporten. So könnte eine vertiefte Partnerschaft zwischen Wien und Kampala zum Knowhow-Austausch beitragen und Mitbestimmung im Globalen Süden stärken. Ein solches Projekt könnte Akteur:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette einbinden: Sammler:innen, Re-Use-Betriebe, Exporteur:innen, Gewerkschaften sowie Menschenrechts- und Umweltorganisationen in beiden Ländern. Durch Dialogformate, gemeinsame Richtlinien und Austauschprogramme könnte ein fairer Secondhand-Handel aufgebaut werden. Gleichzeitig sollte die Kooperation den Aufbau lokaler, nachhaltiger Textilproduktion sowie sicherer Infrastruktur und Ausbildung fördern.

„Das System der Altkleiderverwertung steht weltweit vor dem Kollaps. Es darf nicht akzeptiert werden, dass nicht mehr benötigte Kleidung aus Europa auf immer größeren Müllbergen in anderen Weltregionen landet oder unter unsicheren Bedingungen recycelt wird“, sagt Südwind-Expertin Lena Gruber. „Ziel muss es sein, sicherzustellen, dass nur jene Kleidung exportiert wird, die vor Ort tatsächlich gebraucht und gewollt ist. Schließlich will niemand, dass aus der gutgemeinten Spende eine Belastung für Mensch und Umwelt wird.“

Europäische Regulierung entscheidend

So wichtig Initiativen auf Gemeindeebene sind, so sehr braucht es für Südwind die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung zentraler EU-Regulierungen auf Bundesebene. Dazu zählen die Erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility), die EmpCo-Richtlinie gegen Greenwashing und geplante Obsoleszenz sowie Regelungen zur Eindämmung manipulativer Werbung großer Plattformen. Darüber hinaus sind strengere Kontrollen beim Export von Altkleidern, mehr Kapazitäten für hochwertige Sammlung und Wiederverwendung sowie stärkere Anreize für nachhaltige Mode notwendig.

Südwind hat dazu einen umfassenden Maßnahmenplan für faire Mode entwickelt: suedwind.at/justfashion

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Vincent Sufiyan
Kommunikationsleiter Südwind
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PA: Krieg im Iran und der Region: Regierungen müssen dauerhaften und nachhaltigen Waffenstillstand vereinbaren

Die brüchigen, zeitlich begrenzten Waffenstillstände zwischen den USA und dem Iran sowie zwischen Israel und dem Libanon müssen durch einen dauerhaften, nachhaltigen und umfassenden regionalen Waffenstillstand ersetzt werden, der alle von diesem Konflikt betroffenen Länder umfasst. Nur so kann weiteres katastrophales Leid der Zivilbevölkerung verhindert und der Weg für Gerechtigkeit, die Achtung des Völkerrechts und einen langfristigen Schutz der Menschenrechte für alle geebnet werden, erklärt Amnesty International am 29. April.

In einem neuen Bericht beschreibt Amnesty International die doppelte Gefährdung der iranischen Bevölkerung, die zwischen bewaffnetem Konflikt und tödlicher Unterdrückung durch die eigene Regierung gefangen ist. Es benötigt einen kombinierten, auf die Menschen ausgerichteten diplomatischen Ansatz, der die Bemühungen um einen dauerhaften Waffenstillstand mit konkreten Schritten zur Verhinderung von Gräueltaten durch die iranischen Behörden verbindet. 

Im Libanon hat der jüngste Waffenstillstand, wie schon seit 2024, zu einer Verringerung, aber nicht zu einem Ende der Kampfhandlungen geführt. Zudem ist das israelische Militär auf libanesischem Gebiet geblieben und hat den Bewohner*innen zahlreicher Dörfer in den Grenzgebieten verboten, zurückzukehren.  

Für die Zivilbevölkerung im Iran besteht gleichzeitig die Gefahr von Gräueltaten durch zwei Akteure – auf der einen Seite durch die Wiederaufnahme rechtswidriger US-amerikanischer und israelischer Angriffe, auf der anderen Seite durch weitere tödliche Repressionen der iranischen Behörden.  

Die US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran ab dem 28. Februar waren rechtswidrig, da sie gegen das Gewaltverbot der UN-Charta verstießen, und sie lösten rechtswidrige Vergeltungsmaßnahmen des iranischen Staats aus. Seitdem sind mehr als 5.000 Menschen getötet worden, und das Leben von Millionen von Zivilist*innen wurde durch die Eskalation der miteinander verknüpften Konflikte in der Region und die Angriffe auf die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur erschüttert. Alle Konfliktparteien, einschließlich USA, Israel, Iran und Hisbollah, haben rechtswidrige Angriffe verübt, die eine erschreckende Missachtung von Menschenleben darstellen. Währenddessen drohte der US-Präsident mit Kriegsverbrechen und sogar Völkermord und kündigte an, „eine ganze Zivilisation“ im Iran auszulöschen.  

Waffenstillstandsvereinbarungen im Gazastreifen und im Libanon unwirksam  

Die sogenannten Waffenstillstandsvereinbarungen, die 2025 im Gazastreifen und 2024 im Libanon getroffen wurden, haben nachweislich nicht dazu geführt, dass die israelischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung gestoppt wurden. Seitdem wurden 765 Palästinenser*innen getötet, und im Südlibanon werden fast täglich Luftangriffe verübt und zivile Infrastruktur zerstört.

Die Angriffe breiteten sich ab Februar rasch auf zwölf Länder aus und gefährdeten das Leben und die Gesundheit von Millionen von Zivilist*innen, wobei Häuser und wichtige zivile Infrastruktur zerstört, die Umwelt geschädigt und wirtschaftliche Schockwellen ausgelöst wurden, die in der gesamten Region und weltweit zu spüren sind.  

Im Iran hatten die Angriffe der USA und Israels bis zum 7. April nach offiziellen Angaben mindestens 3.375 Tote und 25.000 Verletzte, darunter Hunderte von Kindern, zur Folge. Die US-amerikanisch-israelischen Angriffe im Iran fanden statt, während die Bevölkerung noch am Trauern für die im Zuge der Niederschlagung der Proteste im Jänner 2026 Ermordeten war.

Im Libanon waren zum Zeitpunkt der Ankündigung der Waffenruhe 2.294 Menschen getötet worden, darunter 177 Kinder. Mehr als 7.500 Personen wurden verwundet. Seit dem Waffenstillstand haben Israel und die Hisbollah ihre Angriffe fortgesetzt, wobei es immer wieder Berichte über Opfer unter der Zivilbevölkerung gibt.  

Mindestens 21 Zivilist*innen wurden in Israel getötet, wo die Bevölkerung Angriffen sowohl Irans als auch der Hisbollah ausgesetzt ist. Im besetzten Westjordanland sind vier Menschen getötet worden. Zwischen dem 28. Februar und dem 15. April 2026 wurden in der Golfregion mindestens 29 Menschen getötet, darunter 13 in den Vereinigten Arabischen Emiraten, sieben in Kuwait, drei in Bahrain, drei im Oman und drei in Saudi-Arabien. In den Zahlen sind die getöteten Angehörigen des US-Militärs nicht enthalten. 

Iranische Bevölkerung ist doppelt gefährdet  

In dem veröffentlichten Bericht beschreibt Amnesty International die doppelte Gefährdung der iranischen Bevölkerung. Es benötigt daher einen kombinierten, auf die Menschen ausgerichteten diplomatischen Ansatz, der die Bemühungen um einen dauerhaften Waffenstillstand mit konkreten Schritten zur Verhinderung von Gräueltaten durch die iranischen Behörden verbindet.  

„Ein Waffenstillstand, der nicht von langfristigen Lösungen begleitet wird, die die Menschenrechte schützen und die Ursachen angehen, ist kaum mehr als ein Pflaster auf einer tiefen Wunde. Dies gilt insbesondere für den Iran, wo die Bevölkerung nach wie vor der Gefahr weiterer Gräueltaten durch die Behörden der Islamischen Republik ausgesetzt ist, und für den Libanon, wo die Zivilbevölkerung einen erneuten Konflikt, die Vertreibung auf unbestimmte Zeit und die Zerstörung ihrer Häuser fürchten muss“, so Agnès Callamard, internationale Generalsekretärin von Amnesty International. 

Wir beobachten gerade eine anhaltende gefährliche Erosion der globalen internationalen Rechtsordnung und des humanitären Völkerrechts. Die internationale Gemeinschaft muss die rechtswidrigen Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die gegen die UN-Charta verstoßen, und alle Verbrechen nach dem Völkerrecht umfassend untersuchen und dafür sorgen, dass Staaten und Einzelpersonen zur Rechenschaft gezogen werden. 

Iran verschärfte Vorgehen gegen Menschen im Land 

Doch auch ein dauerhafter Waffenstillstand allein kann den Schutz der Zivilbevölkerung und die Wahrung der Menschenrechte in Iran nicht garantieren. Demonstrierende, Dissident*innen und andere Personen, die sich für einen grundlegenden politischen Wandel einsetzen, sind nach wie vor in großer Gefahr, von den iranischen Behörden angegriffen zu werden. Seit den US-amerikanisch-israelischen Angriffen haben die Behörden ihr Vorgehen gegen jede tatsächliche oder vermeintliche Opposition verschärft, und das während der längsten staatlich verordneten Internetsperre, die es je im Iran gab.  

Hochrangige Behördenvertreter*innen haben in den vergangenen Wochen bedrohliche Erklärungen abgegeben, in denen sie jede Form von Dissens mit einer Parteinahme für den „Feind“ gleichsetzten. Sie haben offen mit weiteren Massentötungen von Personen gedroht, die Widerspruch äußern oder friedlich für den Sturz des Systems der Islamischen Republik eintreten. Außerdem haben sie öffentlich damit geprahlt, im Jänner 2026 Tausende von Demonstrant*innen getötet zu haben. Die Behörden haben außerdem mindestens 19 Personen willkürlich hingerichtet: Acht Protestierende, neun Dissident*innen und zwei Personen, die der Spionage für die USA und/oder Israel beschuldigt wurden. Die Behörden setzen auch weiterhin auf willkürliche Massenfestnahmen, Verschwindenlassen und Folter, um abweichende Meinungen zu bestrafen.  

Die fortgesetzten Gräueltaten im Iran haben ihre Wurzeln in einer Verfassungsstruktur, die Straflosigkeit und systematische Diskriminierung begünstigt und den Menschen den Zugang zur Justiz und zu wirksamen Rechtsmitteln verwehrt. 

Um sicherzustellen, dass die Menschen im Iran nicht der Gefahr weiterer Massaker ausgesetzt sind, muss ein Waffenstillstand mit dringenden diplomatischen Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft einhergehen. Nur so können Gräueltaten der iranischen Behörden verhindert und die von der iranischen Zivilgesellschaft erhobenen Forderungen nach grundlegenden Änderungen, darunter der Verfassung, unterstützt werden, damit die Achtung der Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf Leben, gewährleistet sind.  

„Die Menschenrechts- und Straffreiheitskrise im Iran wird durch die rechtswidrigen Angriffe der USA und Israels und das große Leid der Zivilbevölkerung noch verschärft. Die internationale Gemeinschaft muss erkennen, dass diese Krise eine kombinierte, auf die Menschen ausgerichtete diplomatische Antwort erfordert. Dies bedeutet, dass die Bemühungen um die Untersuchung der Verstöße gegen die UN-Charta, den Schutz der Zivilbevölkerung und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts mit Maßnahmen zur Verhinderung von Gräueltaten durch die iranischen Behörden einhergehen müssen. Zudem müssen die Forderungen der iranischen Zivilgesellschaft nach einer rechtebasierten Verfassung unterstützt werden. Es bedeutet auch, dass Wege für eine internationale Justiz geschaffen werden müssen, einschließlich der Befassung des Internationalen Strafgerichtshofs durch den UN-Sicherheitsrat mit der Situation im Iran“, so Agnès Callamard. 

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PA: Neuer Report: Globaler Hunger bleibt 2026 auf kritischem Niveau – Konflikte, Dürre und gekürzte Hilfen verschärfen Krise

Der weltweite Hunger wird auch im Jahr 2026 auf einem alarmierend hohen Niveau bleiben. Laut dem heute veröffentlichten Global Report on Food Crises 2026 verschärfen bewaffnete Konflikte, Dürren und massiv sinkende Hilfsfinanzierung die Ernährungsunsicherheit – insbesondere in fragilen Staaten. 

„Umso unverständlicher ist der gleichzeitige Rückgang der Finanzierung humanitärer Maßnahmen. Angesichts der Dimension des Hungers braucht es sofort mehr internationale Solidarität, verlässliche finanzielle Zusagen und entschlossenes politisches Handeln, um weitere Hungerkatastrophen zu verhindern und Millionen Menschen den Zugang zu Nahrung und lebenswichtiger Hilfe zu sichern”, ordnet Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger, die Ergebnisse des Reports ein.   

Dem Bericht zufolge waren im Jahr 2025 insgesamt 266 Millionen Menschen in 47 Ländern und Territorien von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. 1,4 Millionen Menschen lebten dabei unter katastrophalen Bedingungen, der schwersten Stufe akuten Hungers: in Teilen von Haiti, Mali, Gaza, Südsudan, Sudan und Jemen. Erstmals in der Geschichte des Berichts wurden im vergangenen Jahr zwei Hungersnöte offiziell festgestellt, in Gaza und im Sudan. 

„Zusätzliche Verschärfung erfährt die Lage durch aktuelle geopolitische Eskalationen, insbesondere im Nahen Osten. Anhaltende Störungen der Energie‑ und Düngemittelmärkte treiben die Lebensmittelpreise weltweit weiter in die Höhe – mit gravierenden Folgen für ohnehin fragile Länder”, ergänzt Friedrich-Rust.  

Der Bericht zeigt zudem eine dramatische Entwicklung über die vergangenen zehn Jahre: Die Zahl der Menschen mit akuter Ernährungsunsicherheit hat sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Besonders gravierend ist die Lage von Kindern: Im Jahr 2025 waren schätzungsweise 35,5 Millionen Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten in 23 Ländern und Territorien, die als Ernährungskrisen eingestuft sind, akut unterernährt. Darunter befanden sich 9,7 Millionen Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung, einer unmittelbar lebensbedrohlichen Form der Unterernährung. 

Akute Ernährungsunsicherheit: Zehn Länder im Fokus 

Die weltweite akute Ernährungsunsicherheit konzentriert sich zunehmend auf wenige Länder: Zehn Staaten vereinten 2025 rund zwei Drittel aller Betroffenen, wobei Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und der Sudan fast ein Drittel der weltweiten Gesamtzahl ausmachten. Der Bericht verzeichnet in einzelnen Ländern – darunter Bangladesch, Niger sowie in begrenzten Regionen Nigerias und des Sudan – punktuelle Verbesserungen, die die insgesamt weiterhin dramatische Lage jedoch nicht grundlegend verändert haben. Deutliche Verschlechterungen gab es in Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo und Myanmar.  

Akute Mangelernährung ist lebensbedrohlich 

Neben dem Hunger bleibt auch die akute Mangelernährung auf extrem hohem Niveau. 2025 wurden in 23 Ländern und Territorien offizielle Ernährungskrisen festgestellt, mit besonders schwerer Lage in Gaza, im Sudan, in Myanmar und im Südsudan. Dort führten Hungersnot oder kritische Bedingungen zu lebensbedrohlicher Unterernährung, vor allem bei Kindern.  

In den meisten betroffenen Ländern ist akute Mangelernährung das Ergebnis mehrerer gleichzeitiger Krisen – fehlender Zugang zu Nahrung, Krankheiten sowie mangelhafte Gesundheits‑, Wasser‑ und Versorgungsstrukturen. Der Bericht unterstreicht damit, wie eng Hunger, Gesundheit und grundlegende Dienstleistungen miteinander verknüpft sind. 

Massiver Rückgang internationaler Hilfsfinanzierung verschärft Hungerkrise 

Gleichzeitig warnt der Bericht eindringlich vor einem massiven Rückgang der internationalen Unterstützung. Die Finanzierung humanitärer Maßnahmen im Ernährungssektor ging 2025 um rund 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, während die entwicklungsbezogene Unterstützung um mindestens 15 Prozent schrumpfte und weiter zurückzugehen droht. 

Der Global Report on Food Crises 2026 kommt zu dem Schluss, dass ohne eine deutliche Kehrtwende bei Konfliktprävention, Klimaanpassung und internationaler Finanzierung weitere Hungersnöte nicht ausgeschlossen werden können. 

Der jährlich veröffentlichte Global Report on Food Crises wird von einem internationalen Netzwerk unter der Koordination des Food Security Information Network (FSIN) erarbeitet. Er gilt als eine der fundiertesten globalen Analysen zur akuten Ernährungsunsicherheit weltweit. 

Als internationale humanitäre Organisation arbeitet Aktion gegen den Hunger in zahlreichen besonders betroffenen Ländern, darunter Sudan, Jemen, Gaza, Südsudan, die Demokratische Republik Kongo, Nigeria und Afghanistan. Dort unterstützt die Organisation unter anderem unterernährte Kinder, schwangere Frauen und Binnenvertriebene mit lebenswichtiger Hilfe wie Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung. 

Hinweis an die Redaktionen

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Pressekontakt

Vassilios Saroglou / Markus Winkler
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PA: Rana Plaza Gedenktag. Südwind nimmt Bundesregierung in die Pflicht

Modebranche ist fast komplett vom EU-Lieferkettengesetz ausgenommen – Südwind kritisiert löchrige Gesetzeslage – Neue Petition fordert Maßnahmenplan für gerechte Mode

Im Vorfeld des 13. Gedenktages zum Einsturz der Rana Plaza-Textilfabrik in Bangladesch kritisiert die Menschenrechtsorganisation Südwind politische Versäumnisse und fordert einen Maßnahmenplan für eine gerechte Modeindustrie ein. „Auch 13 Jahre nach der Rana Plaza-Katastrophe setzen Modekonzerne weiterhin bewusst auf undurchschaubare Lieferketten, in denen Umweltstandards leicht umgangen und Arbeiter:innen mit Hungerlöhnen abgespeist werden – und das alles für Kleidung, die kaum getragen auf Deponien im Globalen Süden landet“, sagt Lena Gruber, Südwind-Sprecherin für nachhaltige Mode. „Die Lösungen liegen schon lange auf dem Tisch. Doch die Politik bleibt effektive Schritte schuldig.“ Aus diesem Grund startet Südwind eine neue Petition unter dem Titel „Just Fashion. Für eine gerechte Modeindustrie“ und fordert von der österreichischen Bundesregierung einen konkreten Maßnahmenplan.

Überschaubare Fortschritte, anhaltende Probleme

Die strukturellen Verbesserungen seit dem Rana Plaza-Einsturz, der über 1.100 Menschen das Leben gekostet hat, bleiben bis heute überschaubar und konzentrieren sich vor allem auf den Bereich Brandschutz und Gebäudesicherheit. Nach intensivem Lobbying von Wirtschafts- und Industrieverbänden wurde die EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) so sehr abgeschwächt, dass nun fast die gesamte Modebranche davon ausgenommen ist und diese weiterhin keine Verantwortung für Menschenrechtsvergehen entlang ihrer Lieferkette übernehmen muss. In Österreich gilt das EU-Lieferkettengesetz nur für zwei bis drei Unternehmen. Bemerkenswert ist dies vor allem deshalb, weil der Einsturz der Rana Plaza-Textilfabrik einen der wichtigsten Auslöser für das weltweite Bemühen um eine verbindliche Konzernhaftung darstellte.

„Die Modeindustrie ist einer der größten Verursacher von Umweltzerstörung, Klimaschäden und sozialer Ungerechtigkeit. Fast Fashion wird in der Regel unter menschenunwürdigen und unsicheren Bedingungen produziert und nicht selten unter Zwang”, sagt Südwind-Expertin Lena Gruber. „Gerade in Zeiten, in denen Teuerung und Wirtschaftskrise den Handlungsspielraum von Konsument:innen einschränken und mit Chemikalien belastete Ultra-Fast-Fashion unseren Markt überschwemmt, braucht es Rahmenbedingungen für gerechten, nachhaltigen Konsum – ganz besonders im Hochrisikosektor Mode und Textilien.“

Fragmentierte Gesetzeslage, mangelhafte Umsetzung

Für Südwind besteht ein Kernproblem in der fragmentierten Gesetzeslage, die Schlupflöcher, Intransparenz und fehlende Haftung zur Folge hat. Südwind fordert daher von der Bundesregierung eine Just Fashion Task Force. Diese sollte Ministerien, Behörden, zivilgesellschaftliche Organisationen vernetzen, um die Wirksamkeit bestehender Gesetze sicherzustellen, Kontrollen zu stärken, bestehende Lücken zu schließen und Transparenz und öffentlichen Informationszugang sicherzustellen.

EU-Richtlinien, die für die Regulierung von Fast-Fashion Anbietern relevant sind – wie etwa Empowering Consumers for the Green Transition oder der Digital Service Act – werden in Österreich nicht konsequent umgesetzt. Auch in Bezug auf die EU-Zwangsarbeitsverordnung muss Österreich eine wirksame Umsetzung sicherstellen und Ressourcen bereitstellen. Zusätzlich führen mangelhafte Kontrollen beim Export von Altkleidung dazu, dass tonnenweise Textilmüll in Länder des Globalen Südens verschifft wird, wo dieser auf riesigen, gesundheitsgefährdenden Deponien landet.

„Die negativen Auswirkungen von Fast Fashion betreffen uns alle. Es braucht endlich den politischen Willen, konkrete Maßnahmen gegen Fast-Fashion-Modelle zu setzen und den Wandel hin zu einer gerechten Modeindustrie zu fördern“, so Lena Gruber.

Die Südwind-Petition für eine gerechte Modeindustrie findet sich online unter: suedwind.at/justfashion
 

Südwind-Forderungen für eine gerechte Modeindustrie

  1. Just Fashion-Fonds: Ein Anreizsystem für faire Mode
    Der Fonds sollte Modefirmen finanziell belohnen, die nachhaltig und fair produzieren und dafür eine Abgabe von jenen Konzernen einnehmen, die auf Ausbeutung und Intransparenz setzen. Die Mittel könnten in Maßnahmen für eine faire Kreislaufwirtschaft fließen.
     
  2. Verbraucher:innen schützen und Manipulation stoppen
    Österreich muss EU-Richtlinien wie die „Empowering Consumers for the Green Transition“ und den Digital Services Act vollumfänglich umsetzen – mit Kontrollen und Sanktionen.
     
  3. Konzern- und Plattformverantwortung klar regeln
    Alle Modemarken und Plattformen müssen sich an EU-Gesetze halten und für Verstöße haften. Österreich muss Schlupflöcher schließen, stärkere Kontrollen einführen und mutige, innovative Lösungen entwickeln, um Ultra Fast Fashion Plattformen zu regulieren.
     
  4. Zwangsarbeit beenden
    Die EU-Zwangsarbeitsverordnung muss mit Entschädigungsmechanismen und sicheren Ausstiegswegen für Betroffene gestärkt werden. Österreich kann sich auf verschiedenen Ebenen dafür einsetzen.
     
  5. Müllverschiffung stoppen
    Kein Export von Textilmüll oder kurzlebiger Mode, die Communities im Globalen Süden schadet. Österreich muss sicherstellen, dass importierte Gebrauchtkleidung unter Mitbestimmung von Arbeiter:innen und lokalen Organisationen selektiert wird.
     
  6. Just Fashion Taskforce einrichten
    Eine nationale Taskforce soll Ministerien, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen vernetzen, um Kontrollen zu stärken und Transparenz durchzusetzen.

Rückfragen
Vincent Sufiyan
Kommunikationsleiter Südwind
Telefon: +43 650 96 77577
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Amnesty International Jahresbericht 2025/26: Welt am Rande einer gefährlichen neuen Ära

Amnesty International Jahresbericht 2025/26:
Welt am Rande einer gefährlichen neuen Ära

  • Das Jahr 2025 war geprägt von aggressiven Angriffen auf den Multilateralismus, das Völkerrecht und die Zivilgesellschaft
  • Es droht eine rassistische, patriarchale, ungleiche und rechtsfeindliche Weltordnung
  • Demonstrierende, Aktivist*innen und internationale Organisationen leisten Widerstand und versuchen, diese Entwicklung zu durchbrechen

 Die Welt steht am Rande einer gefährlichen neuen Ära. Mächtige Staaten, Konzerne und menschenrechtsfeindliche Bewegungen greifen Multilateralismus, Völkerrecht und die universellen Menschenrechte systematisch an. In ihrem heute veröffentlichten Jahresbericht warnt Amnesty International: Wenn die Staatengemeinschaft diese Angriffe weiter duldet, droht ein gefährliches Zeitalter, geprägt von Ungleichheit, Straflosigkeit und der systematischen Missachtung grundlegender Rechte.

„Wir erleben einen historischen Kipppunkt. Transnationale menschenrechtsfeindliche Bewegungen und rücksichtslose Regierungen attackieren gezielt die Grundlagen der Menschenrechte, um Macht, Kontrolle und Profite zu sichern”, sagt Agnès Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International.

„Was sich heute abzeichnet, ist kein schleichender Abbau an den Rändern des Systems mehr, sondern ein offener Angriff auf dessen Fundament. Mächtige Akteur*innen untergraben internationale Institutionen, missachten das Völkerrecht und befördern die Straflosigkeit – mit verheerenden Folgen für Millionen von Menschen weltweit.”

Bedrohliche Aushöhlung des Völkerrechts 

Amnesty dokumentiert eine dramatische Zunahme schwerster Völkerrechtsverbrechen und zunehmende Angriffe auf das internationale Rechtssystem.  Israel hat seinen Völkermord an den Palästinenser*innen im Gazastreifen trotz des Waffenstillstandsabkommens vom Oktober 2025 fortgesetzt, sein Apartheid-System aufrechterhalten und die Ausweitung illegaler Siedlungen im besetzten Westjordanland beschleunigt. Israelische Behörden haben es Siedlern zunehmend gestattet oder sie sogar dazu ermutigt, Palästinenser*innen ungestraft anzugreifen.

Die USA verübten durch die Bombardierung von Schiffen in der Karibik und im Pazifik über 150 außergerichtliche Hinrichtungen und starteten im Jänner 2026 einen Angriff auf Venezuela. Russland verstärkte seine Luftangriffe auf wichtige zivile Infrastruktur in der Ukraine.

Die Vereinigten Arabischen Emirate heizten den Konflikt im Sudan an, indem sie den Rapid Support Forces moderne Waffen lieferten. Diese hatten nach einer 18-monatigen Belagerung die Kontrolle über El Fasher übernommen und massive Morde an Zivilist*innen sowie sexuelle Gewalt begangen.

Der rechtswidrige Einsatz von Gewalt durch die USA und Israel gegen den Iran und die folgenden Vergeltungsschläge, gefährdeten das Leben von Millionen Zivilist*innen – von der Tötung von über 100 Kindern bei einem US-Angriff auf eine Schule bis hin zu verheerenden Angriffen auf die Energieinfrastruktur.

In Afghanistan verschärften die Taliban ihre repressive Politik gegenüber Frauen durch weitere Verbote bei Bildung, Arbeit und Bewegungsfreiheit.  Im Iran wurden Proteste Anfang 2026 mit tödlicher Gewalt niedergeschlagen.

Die USA, Israel und Russland haben internationale Mechanismen der Rechenschaftspflicht, insbesondere den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), weiter untergraben. Die Trump-Regierung verhängte Sanktionen gegen IStGH-Mitarbeiter*innen. Mehrere Staaten traten aus dem Römischen Statut aus oder kündigten dies an. Die Europäische Union und die meisten europäischen Staaten haben die Angriffe auf das Völkerrecht hingenommen und es versäumt, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um Israels Völkermord zu stoppen oder Waffenlieferungen zu beenden.

Zunehmende Angriffe auf die Zivilgesellschaft

Angriffe auf die Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen verschärften sich 2025 weltweit. Regierungen in Afghanistan, China, Ägypten, Indien, den USA und Venezuela gingen gewaltsam gegen Proteste vor, kriminalisierten Dissens durch Anti-Terror- und Sicherheitsgesetze oder griffen auf missbräuchliche Polizeitaktiken, Verschleppungen und außergerichtliche Hinrichtungen zurück. Die Behörden in Nepal und Tansania setzten unrechtmäßig tödliche Gewalt ein, um Demonstrationen zu unterdrücken. In der Türkei wurden Hunderte friedlicher Demonstrant*innen festgenommen, nachdem der Istanbuler Bürgermeister und Präsidentschaftskandidat Ekrem İmamoğlu in einem politisch motivierten Verfahren verhaftet worden war.

Viele Regierungen setzten Spionagesoftware und digitale Zensur ein, um die Meinungsfreiheit einzuschränken. US-Behörden nutzten KI-gestützte Überwachungsinstrumente, um ausländische Studierende, die ihre Solidarität mit Palästinenser*innen bekundeten, zu verhaften und auszuweisen. Serbien setzte digitale Forensik-Tools gegen Demonstrant*innen und Journalist*innen ein, Kenia setzte systematisch auf Online-Einschüchterung und unrechtmäßige Überwachung.

Die US-Behörden gingen unrechtmäßig gegen Migrant*innen, Geflüchtete und Asylsuchende vor und begingen dabei unnötige und übermäßige Gewaltanwendung, willkürliche Inhaftierungen sowie Praktiken, die Folter und dem Verschwindenlassen gleichkamen.

Unter anderem kündigten die USA, Kanada, Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich drastische Kürzungen der Budgets für internationale Hilfe an oder setzten diese um – obwohl sie wussten, dass dies wahrscheinlich zu Millionen vermeidbarer Todesfälle führen würde. Gleichzeitig verpflichteten sie sich in mehreren Fällen zu massiven Erhöhungen der Militärausgaben.

Auch im Kampf gegen die Klimakrise versagten die Regierungen, während die Vereinten Nationen warnten, dass die Welt auf eine Erwärmung von 3 °C bis 2100 zusteuert.

Die Zivilgesellschaft und internationale Organisationen leisten Widerstand 

Unbeeindruckt von Widrigkeiten leisten Millionen Menschen weltweit Widerstand. Proteste der Generation Z erfassten 2025 mehr als ein Dutzend Länder, darunter Indonesien, Kenia, Madagaskar, Marokko, Nepal und Peru. Rund 300.000 Menschen widersetzten sich dem ungarischen Verbot der Budapest Pride, um die Rechte von LGBTQIA+-Personen zu verteidigen. Anfang 2026 organisierten sich Demonstrierende von Los Angeles bis Minneapolis gegen gewalttätige Razzien der US-Einwanderungsbehörden.

Massendemonstrationen gegen Israels Völkermord breiteten sich weltweit aus. Aktivismus und rechtlicher Druck führten dazu, dass mehrere Staaten Waffenexporte nach Israel einschränkten. Eine wachsende Zahl an Staaten erkannte an, dass Israel Völkermord begeht, und schloss sich der Haager Gruppe an, die sich für internationale Rechenschaftspflicht einsetzt.

„Von den Straßen der Städte bis hin zu multilateralen Foren bot das Jahr 2025 eindrucksvolle Beispiele für Widerstand und Solidarität seitens Demonstrant*innen, Diplomat*innen und politischer Führungen. Wir müssen mutige Bündnisse schmieden, um die Weltordnung neu auf Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und universelle Werte auszurichten“, sagt Agnès Callamard.

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Antonio Prokscha
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PA: Attac verurteilt Förderstopp für ZARA

Fatales Signal in einer Zeit, in der rassistische Diskriminierung und Hass zunehmen.

Attac Österreich verurteilt den Entzug sämtlicher Fördergelder für die Antirassismusstelle ZARA durch das Bundeskanzleramt aufs Schärfste. Diese Entscheidung ist ein fatales Signal in einer Zeit, in der rassistische Diskriminierung und Hass zunehmen.

“ZARA leistet seit Jahren unverzichtbare Arbeit: Die Organisation dokumentiert rassistische Vorfälle, unterstützt Betroffene und trägt zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit bei. Wer diese Arbeit schwächt, nimmt bewusst in Kauf, dass Betroffene von Rassismus weniger Unterstützung erhalten und Rassismus unsichtbar gemacht wird”, erklärt Attac-Vorstandsmitglied Anna Lena Buchleitner.

Statt wichtige zivilgesellschaftliche Strukturen zu stärken, setzt die Regierung diese auch noch unter Druck. Attac Österreich fordert die sofortige Rücknahme des Förderstopps von ZARA und eine langfristige Absicherung von Organisationen und Beratungsstellen, die sich für eine demokratische und soziale Gesellschaft einsetzen.

Rückfragen:
David Walch
presse@attac.at
0650 544 00 10




PA: SOS Mitmensch: Scharfer Protest gegen Förderstopp für ZARA!

ZARA ist tragende Säule der Anti-Rassismus-Arbeit in Österreich – Forderung nach Rücknahme der Entscheidung!

SOS Mitmensch ist entsetzt über die vom „Standard“ kolportierte Entscheidung von Ministerin Claudia Bauer, die Förderungen für die Anti-Rassismus-Beratungsstelle ZARA einzustellen. Eine tragende Säule der Anti-Rassismus-Arbeit in Österreich und eine wichtige Anlaufstelle für Opfer von Rassismus drohe damit wegzufallen, so die Menschenrechtsorganisation, die scharf protestiert und eine Rücknahme der Entscheidung fordert.

„Der angekündigte Förderstopp für ZARA ist nicht weniger als ein Anschlag auf die Anti-Rassismus-Arbeit in Österreich. Ministerin Bauer ist offenbar nicht bewusst, wie wichtig es für Rassismusbetroffene ist, eine unabhängige Stelle zu haben, an die sie sich wenden können, die sie berät und ihre Anliegen vertritt. Der Förderstopp für ZARA ist durch nichts zu rechtfertigen“, zeigt sich SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak entsetzt.

Funktionierende Anti-Rassismus-Arbeit sei ein Fundament eines jeden demokratischen Staates, so Pollak, daher fordere er Ministerin Claudia Bauer eindringlich auf, innezuhalten und die unverständliche Förderstopp-Entscheidung zu überdenken, bevor eine katastrophale Lücke im Bereich Antirassismus aufgerissen werde.

SOS Mitmensch ruft alle demokratisch gesinnten Kräfte zur Solidarität mit ZARA und zum breiten Protest gegen die Förderstopp- Entscheidung auf.

Rückfragehinweis:
SOS Mitmensch
Alexander Pollak
Telefon: 06645120925
E-Mail: apo@sosmitmensch.at




PA: Bock Preis 2026: Ein Quartett des ausgezeichneten Engagements

Erstmals mit vier Gewinner*innen: Der Bock Preis 2026 strotzt nur so von beeindruckendem Engagement, weshalb heuer gleich vier Menschen für ihr außergewöhnliches und langjähriges Ehrenamt ausgezeichnet wurden. Gäste der stimmungsvollen Preisverleihung am 16. April in der Wiener Brunnenpassage waren u.a. Clemens Maria Schreiner, Marco Pogo, Kid Pex, Asma Aiad, Robert Gulla, u.v.m.

Viel Applaus gab es bei der Verleihung des diesjährigen Bock Preises in der Wiener Brunnenpassage für vier Geflüchtete und ihr außergewöhnliches Engagement. Gewonnen haben Aziz Mohammadi und Ibrahim Rasool aus Afghanistan, Hamdi Abdullahi Hassan aus Somalia und der bereits 82-jährige Oleg Cherednychenko aus der Ukraine. Sie alle engagieren sich bereits seit ihren Ankunftsjahren und sind loyale Stützen der österreichischen Zivilgesellschaft.

Seit Hamdi Abdullahi Hassan 2015 nach Österreich kam, ist sie ehrenamtlich engagiert. Sie half und hilft als Dolmetscherin diversen Organisationen und unterstützt als ausgebildete Journalistin Medienprojekte wie Radio Orange und das Südwind-Magazin. In dieser Funktion bringt sie gesellschaftlich relevante Themen in die Öffentlichkeit, wobei die Rechte von Frauen und Mädchen ihr ein besonderes Anliegen sind.

Aziz Mohammadi ist seit seiner Ankunft 2016 in Österreich ein elementarer Teil des Vereins you-are-welcome und hier sogar stellvertretender Obmann. Er vernetzt, unterstützt, koordiniert die lokale Vereinsarbeit sowie Hilfsprojekte in Afghanistan. „Sein vorbehaltloser Respekt allen Menschen gegenüber und sein Bemühen, den Frauen des Vereins Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen, sind besonders beeindruckend“, so Yasmin Randall von you-are-welcome über das Engagement ihres Kollegen.

Ibrahim Rasool kam 2022 nach Österreich und wurde gleich von mehreren Vereinen für seinen Einsatz nominiert. Beim SK Austria Klagenfurt trainiert der Afghane ehrenamtlich die Frauen-Teams und kann hier mit seiner Expertise als FIFA-Schiedsrichter punkten. Für SOS Balkanroute sowie den Verein Kärnten Andas ist er vielfältig aktiv, hilft bei Sammelaktionen und der Aufklärungsarbeit, bei der er auch über seine eigenen Erfahrungen aus Flüchtlingslagern wie Moria und Bihac berichtet.

Sein technisches Geschick bringt Oleg Cherednychenko beim Verein PCs für alle ein. 2022 ist er aus der Ukraine geflüchtet und hilft seit dem trotz seines hohen Alters jede Woche 40 Stunden: „Er nimmt gespendete Geräte entgegen und gibt sie an Bedürftige aus, übersetzt für ukrainische Geflüchtete, begleitet sie zu Arztbesuchen und Behördenterminen und gibt Deutschunterricht. Sein Einsatz entspricht einer Vollzeitstelle – freiwillig, ehrenamtlich und aus tiefer menschlicher Überzeugung“, erklärt Peter Bernscherer vom Verein PCs für alle.

Initiator und Stifter des Bock Preises, Dr. Alfred Fogarassy, erklärt die Hintergründe zum Preis: „Am aktuellen Fall der Geschwister aus Tirol sieht man, wie wichtig die Sichtbarkeit des individuellen Einsatzes ist. Der Bock Preis setzt genau hier an: Das Sichtbarmachen der täglichen positiven Leistungen der Menschen, die oft übersehen werden. Die diesjährigen Gewinner sind das beste Beispiel für das gelebte Miteinander, das gefordert, doch selten gefördert wird.“

Die Auswahl der Gewinner*innen fiel unter den vielen beeindruckenden Einreichungen heuer besonders schwer. Mit dabei in der Jury: Menschenrechtsexpertin Stephanie Krisper, Moderatorin Barbara Stöckl, Ex-Skirennläuferin & Menschenrechtsaktivistin Nicola Werdenigg, Aktivistin & Künstlerin Asma Aiad sowie Springboard-Gründer Robert Gulla.

Für Rückfragen, Fotos oder Anfragen
Mag. Maren Riebe
Geschäftsführerin & Sprecherin

Tel.:  01/929 24 24 – 40
Mobil:  0670/406 38 00
Mail:  Maren.Riebe@fraubock.at




PA: Drei Jahre Krieg im Sudan: Die internationale Gemeinschaft muss handeln

Im Sudan wütet die schlimmste humanitäre Krise der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – 33,7 Millionen Menschen – benötigt humanitäre Hilfe, um zu überleben. Seit Beginn des Krieges vor drei Jahren hat Aktion gegen den Hunger rund 2 Millionen Menschen unterstützt. Vor der von der deutschen Bundesregierung am 15. April ausgerichteten Sudan-Konferenz fordert die Organisation verbindliche finanzielle und politische Zusagen der internationalen Gemeinschaft.

„Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung die Sudan-Konferenz ausrichtet. Das allein aber reicht nicht. Die Konferenz muss konkrete Ergebnisse liefern, um das Leid der Menschen zu beenden. Eine Abschlusserklärung mit messbaren Zusagen zum Schutz der Zivilbevölkerung, einem sicheren humanitären Zugang und einer ausreichenden Finanzierung muss im Rahmen der Konferenz vereinbart werden“, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust. Der Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger wird an der Sudan-Konferenz teilnehmen. 

Zwei von weltweit drei Hungersnöten im Sudan 

Eine offizielle Hungersnot wird nur in den extremen Nahrungsmittelkrisen erklärt, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind: Mindestens 20 Prozent der Haushalte leiden unter extremer Nahrungsmittelknappheit, über 30 Prozent der Kinder sind akut mangelernährt und täglich sterben mindestens 2 von 10.000 Menschen. Zwei von weltweit drei Hungersnöten ereignen sich im Sudan: in Al Faschir und Kadugli. Andere Regionen sind bereits an der Grenze zur Hungersnot.  

„Mehr als 21 Millionen Menschen leiden im Land unter akutem Hunger. Das ist eine direkte Folge des Konflikts, der Märkte zerstört, Ernten beeinträchtigt sowie Handelswege und die humanitäre Hilfe blockiert“, sagt Samy Guessabi, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger, der für die Sudan-Konferenz in Berlin ist. Guessabi vertritt zudem als Co-Vorsitzender das Sudan-INGO-Forum, das die Aktivitäten der internationalen Hilfsorganisationen im Sudan koordiniert.   

Lokale sudanesische Akteure zentral  

„Dem Sudan mangelt es nicht an Resilienz. Was uns Sudanesinnen und Sudanesen fehlt, ist nachhaltiges internationales Handeln. Wir stehen gemeinsam mit den internationalen Helferinnen und Helfern an der Seite der Bevölkerung. Aber lokaler Einsatz allein kann in diesem Konflikt eine globale Verantwortung nicht ersetzen“, sagt Mohialdeen Ismail von der sudanesischen Hilfsorganisation AWAFY, mit der Aktion gegen den Hunger eng zusammenarbeitet.  

Lokale sudanesische Organisationen spielen bei der Versorgung der Menschen mit humanitärer Hilfe eine zentrale Rolle: Sie sind tief verwurzelt in den Gemeinden und erreichen Regionen, in denen internationale Organisationen oftmals keinen Zugang haben. „Was die Menschen im Sudan brauchen, ist einfach: Sicherheit. Essen. Wasser. Gesundheitsversorgung. Würde. Und das Gefühl, dass die Welt sie nicht vergessen hat“, so Mohialdeen Ismail.  

Neuer Bericht über die dramatische Ernährungssituation 

Der Bericht „What it takes to eat“, der heute von Aktion gegen den Hunger gemeinsam mit anderen NGOs veröffentlicht wurde, macht deutlich, wie der Krieg den Zugang zu Lebensmitteln abschneidet und ganze Gemeinden in eine Hungersnot treibt. Familien überleben nur, weil Menschen trotz großer Gefahr weiterhin Lebensmittel anbauen, transportieren und verteilen. 

Der Bericht zeigt, wie Menschen auf dramatische Weise Lebensmittel rationieren oder ganz auslassen müssen. „Wir fragen nicht mehr, was wir essen werden. Wir fragen, wer essen wird“, erzählt eine Frau, die für den Bericht befragt wurde. Trotz dieser extremen Bedingungen erhalten sudanesische Gemeinschaften durch außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit und großen persönlichen Einsatz weiterhin ein fragiles Ernährungssystem aufrecht. 

Der Sudan erlebt die weltweit größte Vertreibungskrise  

Fast 14 Millionen Menschen sind geflohen – mehr als 9 Millionen innerhalb des Landes und 4 Millionen in Nachbarländer wie den Tschad und den Südsudan. Diese Zahlen sind doppelt so hoch wie bei anderen großen aktuellen Vertreibungskrisen, wie beispielsweise in Syrien (7 Millionen Vertriebene), der Demokratischen Republik Kongo (6 Millionen) und im Jemen (5 Millionen). „Es geht dabei aber nicht nur um die Zahlen. Familien sind gezwungen, immer wieder zu fliehen. Das unterbricht die medizinische Versorgung und den Zugang zu Nahrungsmitteln, schränkt die Gesundheitsversorgung ein und erhöht das Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt“, erklärt Guessabi. 

Aktion gegen den Hunger im Sudan  

Seit Beginn des Konflikts am 15. April 2023 haben die Teams von Aktion gegen den Hunger fast zwei Millionen Menschen in Darfur, Kordofan, am Blauen Nil, am Weißen Nil und am Roten Meer unterstützt. Wir führen weiterhin unsere Programme in den Bereichen Gesundheit, Behandlung von Unterernährung, Bargeldhilfe, Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitäre Versorgung und Sensibilisierung für sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt durch.  

Hinweis an die Redaktionen 

  • Folgende Sprecher*innen sind für Interviews und Hintergrundgespräche verfügbar:

    • Samy Guessabi, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger im Sudan und Co-Vorsitzender des Sudan-INGO-Forums (ENG, SPA, FRA) 
    • Mohialdeen Ismail, Geschäftsführer der sudanesischen Hilfsorganisation AWAFY (ENG) 
    • Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger (DE, ENG) 

  • Jan Sebastian Friedrich-Rust und Samy Guessabi werden am 15. April an der Sudan-Konferenz teilnehmen und stehen gerne für Statements nach den Ergebnissen zur Verfügung 
  • Den Bericht „What it takes to eat“ sowie Fotos und weitere Pressematerialien finden Sie hier als Download
  • Eine Aufzeichnung der heutigen Pressekonferenz ist auf Anfrage bei presse@aktiongegendenhunger.de verfügbar.  

Hinweis an die Redaktionen

Sprecher*innen verfügbar: Gerne vermitteln wir Interviews, Gastbeiträge oder Hintergrundgespräche.

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Pressekontakt
Vassilios Saroglou / Markus Winkler
Tel. 030 – 279 099 776
E-Mail presse@aktiongegendenhunger.de
Website www.aktiongegendenhunger.de




PA: Hunger als Kriegswaffe: Bericht zeigt, wie Millionen Menschen im Sudan systematisch ausgehungert werden 

In Teilen des Landes wurde eine Hungersnot bestätigt / Ernährungsversorgung wird systematisch zerstört: Bäuerinnen und Bauern werden getötet, Felder zerstört, Märkte durch Angriffe lahmgelegt / CARE fordert ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen und den Schutz der Zivilbevölkerung.

CARE-Krisenreporterin Sarah Easter war kürzlich im Südsudan, um sich ein Bild von der Lage sudanesischer Geflüchteter zu machen. Bei Interesse an einem Gespräch bitte melden, Kontakt siehe unten. 

Seit drei Jahren verwüstet ein Krieg den Sudan und hat eine beispiellose humanitäre Krise ausgelöst. Knapp ein Drittel der Bevölkerung ist vertrieben, mehr als 28 Millionen Menschen sind von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen – über zehn Millionen davon leiden unter schwerem Hunger. In Teilen des Landes wurde bereits eine Hungersnot bestätigt, weitere Gebiete sind gefährdet. Der Bericht What it Takes to Eat. Conflict and Sudan’s Fragile Food System” der Hilfsorganisationen CARE, Action Against Hunger, International Rescue Committee, Mercy Corps und Norwegian Refugee Council dokumentiert, wie die Ernährungsversorgung im Sudan systematisch zerstört wird. 

Wenn die Suche nach Essen zur Lebensgefahr wird 

In besonders stark vom Konflikt betroffenen Regionen wie Nord-Darfur und Südkordofan überleben Millionen Menschen von einer Mahlzeit pro Tag oder weniger. Anhaltende Angriffe, Vertreibung und zusammengebrochene Märkte zwingen Familien dazu, Mahlzeiten ganz auszulassen, Portionen zu verkleinern oder Blätter und Tierfutter zu essen. Immer mehr Gemeinschaftsküchen, bislang eine lebensrettende Versorgungsstruktur, müssen schließen, weil Finanzierung und Lebensmittelvorräte fehlen. 

Die Lage wird durch schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht verschärft, darunter der gezielte Einsatz von Hunger als Kriegswaffe sowie Angriffe auf Zivilpersonen und zivile Infrastruktur. Unerbittliche Gewalt, Vertreibung und Belagerungstaktiken haben das Ernährungssystem des Sudan systematisch zerschlagen: Bäuerinnen und Bauern wurden getötet, Felder zerstört, Märkte durch Angriffe, Schließungen und Ausbeutung lahmgelegt. 

Frauen und Mädchen besonders betroffen 

Weiblich geführte Familien sind dreimal häufiger von Hunger betroffen als männlich geführte – weniger als zwei Prozent von ihnen haben ausreichend zu essen. Zusätzlich sind Frauen und Mädchen einem erhöhten Risiko sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt, was ihren Zugang zu Nahrung und Grundversorgung weiter einschränkt. 

Humanitäre Hilfe dramatisch unterfinanziert 

Trotz des enormen Bedarfs bleibt die humanitäre Hilfe massiv unterfinanziert: 2025 erhielt die Ernährungshilfe der Vereinten Nationen für den Sudan weniger als die Hälfte der erforderlichen Mittel. Für die gesamte humanitäre Hilfe waren Ende 2025 nur 40 Prozent des Bedarfs gedeckt. 

CARE und die am Bericht beteiligten Organisationen fordern alle Konfliktparteien auf, unverzüglich die Kampfhandlungen einzustellen, das humanitäre Völkerrecht zu wahren, die Zivilbevölkerung zu schützen und humanitären Zugang zu garantieren. Ebenso dringend notwendig sind der Schutz des sudanesischen Ernährungssystems, die sichere Bewegung von Menschen und Gütern sowie die Unterstützung lokaler Märkte und der Nahrungsmittelproduktion. Ohne sofortige und nachhaltige internationale Intervention wird sich die Ernährungskrise im Sudan weiter verschärfen und Menschenleben kosten. 

Hintergrund: Der Bericht basiert auf der Analyse humanitärer Daten sowie Einzelinterviews und Fokusgruppendiskussionen mit vertriebenen Bäuerinnen und Bauern, Händlerinnen und Händlern, Gemeindemitgliedern und humanitären Akteuren in Nord-Darfur, Südkordofan, White Nile und Gedaref. 

Mag. Katharina Katzer
Communications Coordinator
CARE Österreich
A-1080 Wien, Lange Gasse 30/4
Tel.: +43 (1) 715 0 715-44
Fax: +43 (1) 715 0 715-12
E-mail: katharina.katzer@care.at
Internet: www.care.at