Veranstaltungshinweis: Nach dem Sturz des Diktators: Kann Syrien sich neu erfinden?
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion des VIDC wird mit Aktivist*innen und Expert*innen die politischen Entwicklungen in Syrien seit dem Fall des Assad-Regims reflektiert.
Im Dezember 2024 wurde das jahrzehntelange Herrschaftssystem der Assad-Familie gestürzt. Mit der Öffnung der Foltergefängnisse wurden die Verbrechen des alten Regimes weltweit sichtbar, während die neuen Machthaber einen politischen Neuanfang, wirtschaftlichen Aufschwung sowie Würde und Gerechtigkeit für alle versprachen. Doch das erste Jahr nach Assad war von anhaltender Gewalt, schweren Menschenrechtsverletzungen und ungelösten politischen Konflikten geprägt.
Auseinandersetzungen zwischen dem neuen Regime und verschiedenen Bevölkerungsgruppen, militärische Eskalationen in zahlreichen Regionen, sowie das Eingreifen externer Akteure wie Israel und der Türkei belasten die fragile Situation. Besonders Minderheiten, Frauen und marginalisierte Gruppen leiden weiterhin unter Unsicherheit, Repression und fehlender politischer Teilhabe.
Wie lassen sich die politischen Entwicklungen seit dem Sturz Assads einordnen? Wer hat heute Macht und Repräsentation in Syrien – und auf welcher Grundlage? Sind die aktuellen Konflikte konfessioneller bzw. ethnischer Natur oder Ausdruck tieferliegender Macht- und Verteilungsfragen? Welche Perspektiven gibt es für Ausgleich, Selbstbestimmung und ein gemeinsames Syrien für alle seine Bewohner*innen? Und welche Verantwortung tragen regionale Akteure sowie die internationale Gemeinschaft?
Zeit und Ort: 25. März 2026, 19:00-21:00 Uhr in der Diplomatische Akademie Wien, Favoritenstraße 25a, 1040 Wien
Am Podium
Zozan Alloush
Senior Policy Advisor bei DeFacto Platform for Dialogue and Development
Ahmad Helmi
Menschenrechtsaktivist und Gründer der TA’AFI Initiative
André Bank
Senior Research Fellow am GIGA Institut für Nahost-Studien