Amnesty International Jahresbericht 2025/26: Welt am Rande einer gefährlichen neuen Ära

Amnesty International Jahresbericht 2025/26:
Welt am Rande einer gefährlichen neuen Ära

  • Das Jahr 2025 war geprägt von aggressiven Angriffen auf den Multilateralismus, das Völkerrecht und die Zivilgesellschaft
  • Es droht eine rassistische, patriarchale, ungleiche und rechtsfeindliche Weltordnung
  • Demonstrierende, Aktivist*innen und internationale Organisationen leisten Widerstand und versuchen, diese Entwicklung zu durchbrechen

 Die Welt steht am Rande einer gefährlichen neuen Ära. Mächtige Staaten, Konzerne und menschenrechtsfeindliche Bewegungen greifen Multilateralismus, Völkerrecht und die universellen Menschenrechte systematisch an. In ihrem heute veröffentlichten Jahresbericht warnt Amnesty International: Wenn die Staatengemeinschaft diese Angriffe weiter duldet, droht ein gefährliches Zeitalter, geprägt von Ungleichheit, Straflosigkeit und der systematischen Missachtung grundlegender Rechte.

„Wir erleben einen historischen Kipppunkt. Transnationale menschenrechtsfeindliche Bewegungen und rücksichtslose Regierungen attackieren gezielt die Grundlagen der Menschenrechte, um Macht, Kontrolle und Profite zu sichern”, sagt Agnès Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International.

„Was sich heute abzeichnet, ist kein schleichender Abbau an den Rändern des Systems mehr, sondern ein offener Angriff auf dessen Fundament. Mächtige Akteur*innen untergraben internationale Institutionen, missachten das Völkerrecht und befördern die Straflosigkeit – mit verheerenden Folgen für Millionen von Menschen weltweit.”

Bedrohliche Aushöhlung des Völkerrechts 

Amnesty dokumentiert eine dramatische Zunahme schwerster Völkerrechtsverbrechen und zunehmende Angriffe auf das internationale Rechtssystem.  Israel hat seinen Völkermord an den Palästinenser*innen im Gazastreifen trotz des Waffenstillstandsabkommens vom Oktober 2025 fortgesetzt, sein Apartheid-System aufrechterhalten und die Ausweitung illegaler Siedlungen im besetzten Westjordanland beschleunigt. Israelische Behörden haben es Siedlern zunehmend gestattet oder sie sogar dazu ermutigt, Palästinenser*innen ungestraft anzugreifen.

Die USA verübten durch die Bombardierung von Schiffen in der Karibik und im Pazifik über 150 außergerichtliche Hinrichtungen und starteten im Jänner 2026 einen Angriff auf Venezuela. Russland verstärkte seine Luftangriffe auf wichtige zivile Infrastruktur in der Ukraine.

Die Vereinigten Arabischen Emirate heizten den Konflikt im Sudan an, indem sie den Rapid Support Forces moderne Waffen lieferten. Diese hatten nach einer 18-monatigen Belagerung die Kontrolle über El Fasher übernommen und massive Morde an Zivilist*innen sowie sexuelle Gewalt begangen.

Der rechtswidrige Einsatz von Gewalt durch die USA und Israel gegen den Iran und die folgenden Vergeltungsschläge, gefährdeten das Leben von Millionen Zivilist*innen – von der Tötung von über 100 Kindern bei einem US-Angriff auf eine Schule bis hin zu verheerenden Angriffen auf die Energieinfrastruktur.

In Afghanistan verschärften die Taliban ihre repressive Politik gegenüber Frauen durch weitere Verbote bei Bildung, Arbeit und Bewegungsfreiheit.  Im Iran wurden Proteste Anfang 2026 mit tödlicher Gewalt niedergeschlagen.

Die USA, Israel und Russland haben internationale Mechanismen der Rechenschaftspflicht, insbesondere den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), weiter untergraben. Die Trump-Regierung verhängte Sanktionen gegen IStGH-Mitarbeiter*innen. Mehrere Staaten traten aus dem Römischen Statut aus oder kündigten dies an. Die Europäische Union und die meisten europäischen Staaten haben die Angriffe auf das Völkerrecht hingenommen und es versäumt, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um Israels Völkermord zu stoppen oder Waffenlieferungen zu beenden.

Zunehmende Angriffe auf die Zivilgesellschaft

Angriffe auf die Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen verschärften sich 2025 weltweit. Regierungen in Afghanistan, China, Ägypten, Indien, den USA und Venezuela gingen gewaltsam gegen Proteste vor, kriminalisierten Dissens durch Anti-Terror- und Sicherheitsgesetze oder griffen auf missbräuchliche Polizeitaktiken, Verschleppungen und außergerichtliche Hinrichtungen zurück. Die Behörden in Nepal und Tansania setzten unrechtmäßig tödliche Gewalt ein, um Demonstrationen zu unterdrücken. In der Türkei wurden Hunderte friedlicher Demonstrant*innen festgenommen, nachdem der Istanbuler Bürgermeister und Präsidentschaftskandidat Ekrem İmamoğlu in einem politisch motivierten Verfahren verhaftet worden war.

Viele Regierungen setzten Spionagesoftware und digitale Zensur ein, um die Meinungsfreiheit einzuschränken. US-Behörden nutzten KI-gestützte Überwachungsinstrumente, um ausländische Studierende, die ihre Solidarität mit Palästinenser*innen bekundeten, zu verhaften und auszuweisen. Serbien setzte digitale Forensik-Tools gegen Demonstrant*innen und Journalist*innen ein, Kenia setzte systematisch auf Online-Einschüchterung und unrechtmäßige Überwachung.

Die US-Behörden gingen unrechtmäßig gegen Migrant*innen, Geflüchtete und Asylsuchende vor und begingen dabei unnötige und übermäßige Gewaltanwendung, willkürliche Inhaftierungen sowie Praktiken, die Folter und dem Verschwindenlassen gleichkamen.

Unter anderem kündigten die USA, Kanada, Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich drastische Kürzungen der Budgets für internationale Hilfe an oder setzten diese um – obwohl sie wussten, dass dies wahrscheinlich zu Millionen vermeidbarer Todesfälle führen würde. Gleichzeitig verpflichteten sie sich in mehreren Fällen zu massiven Erhöhungen der Militärausgaben.

Auch im Kampf gegen die Klimakrise versagten die Regierungen, während die Vereinten Nationen warnten, dass die Welt auf eine Erwärmung von 3 °C bis 2100 zusteuert.

Die Zivilgesellschaft und internationale Organisationen leisten Widerstand 

Unbeeindruckt von Widrigkeiten leisten Millionen Menschen weltweit Widerstand. Proteste der Generation Z erfassten 2025 mehr als ein Dutzend Länder, darunter Indonesien, Kenia, Madagaskar, Marokko, Nepal und Peru. Rund 300.000 Menschen widersetzten sich dem ungarischen Verbot der Budapest Pride, um die Rechte von LGBTQIA+-Personen zu verteidigen. Anfang 2026 organisierten sich Demonstrierende von Los Angeles bis Minneapolis gegen gewalttätige Razzien der US-Einwanderungsbehörden.

Massendemonstrationen gegen Israels Völkermord breiteten sich weltweit aus. Aktivismus und rechtlicher Druck führten dazu, dass mehrere Staaten Waffenexporte nach Israel einschränkten. Eine wachsende Zahl an Staaten erkannte an, dass Israel Völkermord begeht, und schloss sich der Haager Gruppe an, die sich für internationale Rechenschaftspflicht einsetzt.

„Von den Straßen der Städte bis hin zu multilateralen Foren bot das Jahr 2025 eindrucksvolle Beispiele für Widerstand und Solidarität seitens Demonstrant*innen, Diplomat*innen und politischer Führungen. Wir müssen mutige Bündnisse schmieden, um die Weltordnung neu auf Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und universelle Werte auszurichten“, sagt Agnès Callamard.

Rückfragen
Presseteam Amnesty International Österreich
Antonio Prokscha
+43-664-621 10 31
presse@amnesty.at




PA: Attac verurteilt Förderstopp für ZARA

Fatales Signal in einer Zeit, in der rassistische Diskriminierung und Hass zunehmen.

Attac Österreich verurteilt den Entzug sämtlicher Fördergelder für die Antirassismusstelle ZARA durch das Bundeskanzleramt aufs Schärfste. Diese Entscheidung ist ein fatales Signal in einer Zeit, in der rassistische Diskriminierung und Hass zunehmen.

“ZARA leistet seit Jahren unverzichtbare Arbeit: Die Organisation dokumentiert rassistische Vorfälle, unterstützt Betroffene und trägt zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit bei. Wer diese Arbeit schwächt, nimmt bewusst in Kauf, dass Betroffene von Rassismus weniger Unterstützung erhalten und Rassismus unsichtbar gemacht wird”, erklärt Attac-Vorstandsmitglied Anna Lena Buchleitner.

Statt wichtige zivilgesellschaftliche Strukturen zu stärken, setzt die Regierung diese auch noch unter Druck. Attac Österreich fordert die sofortige Rücknahme des Förderstopps von ZARA und eine langfristige Absicherung von Organisationen und Beratungsstellen, die sich für eine demokratische und soziale Gesellschaft einsetzen.

Rückfragen:
David Walch
presse@attac.at
0650 544 00 10




PA: SOS Mitmensch: Scharfer Protest gegen Förderstopp für ZARA!

ZARA ist tragende Säule der Anti-Rassismus-Arbeit in Österreich – Forderung nach Rücknahme der Entscheidung!

SOS Mitmensch ist entsetzt über die vom „Standard“ kolportierte Entscheidung von Ministerin Claudia Bauer, die Förderungen für die Anti-Rassismus-Beratungsstelle ZARA einzustellen. Eine tragende Säule der Anti-Rassismus-Arbeit in Österreich und eine wichtige Anlaufstelle für Opfer von Rassismus drohe damit wegzufallen, so die Menschenrechtsorganisation, die scharf protestiert und eine Rücknahme der Entscheidung fordert.

„Der angekündigte Förderstopp für ZARA ist nicht weniger als ein Anschlag auf die Anti-Rassismus-Arbeit in Österreich. Ministerin Bauer ist offenbar nicht bewusst, wie wichtig es für Rassismusbetroffene ist, eine unabhängige Stelle zu haben, an die sie sich wenden können, die sie berät und ihre Anliegen vertritt. Der Förderstopp für ZARA ist durch nichts zu rechtfertigen“, zeigt sich SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak entsetzt.

Funktionierende Anti-Rassismus-Arbeit sei ein Fundament eines jeden demokratischen Staates, so Pollak, daher fordere er Ministerin Claudia Bauer eindringlich auf, innezuhalten und die unverständliche Förderstopp-Entscheidung zu überdenken, bevor eine katastrophale Lücke im Bereich Antirassismus aufgerissen werde.

SOS Mitmensch ruft alle demokratisch gesinnten Kräfte zur Solidarität mit ZARA und zum breiten Protest gegen die Förderstopp- Entscheidung auf.

Rückfragehinweis:
SOS Mitmensch
Alexander Pollak
Telefon: 06645120925
E-Mail: apo@sosmitmensch.at




PA: Bock Preis 2026: Ein Quartett des ausgezeichneten Engagements

Erstmals mit vier Gewinner*innen: Der Bock Preis 2026 strotzt nur so von beeindruckendem Engagement, weshalb heuer gleich vier Menschen für ihr außergewöhnliches und langjähriges Ehrenamt ausgezeichnet wurden. Gäste der stimmungsvollen Preisverleihung am 16. April in der Wiener Brunnenpassage waren u.a. Clemens Maria Schreiner, Marco Pogo, Kid Pex, Asma Aiad, Robert Gulla, u.v.m.

Viel Applaus gab es bei der Verleihung des diesjährigen Bock Preises in der Wiener Brunnenpassage für vier Geflüchtete und ihr außergewöhnliches Engagement. Gewonnen haben Aziz Mohammadi und Ibrahim Rasool aus Afghanistan, Hamdi Abdullahi Hassan aus Somalia und der bereits 82-jährige Oleg Cherednychenko aus der Ukraine. Sie alle engagieren sich bereits seit ihren Ankunftsjahren und sind loyale Stützen der österreichischen Zivilgesellschaft.

Seit Hamdi Abdullahi Hassan 2015 nach Österreich kam, ist sie ehrenamtlich engagiert. Sie half und hilft als Dolmetscherin diversen Organisationen und unterstützt als ausgebildete Journalistin Medienprojekte wie Radio Orange und das Südwind-Magazin. In dieser Funktion bringt sie gesellschaftlich relevante Themen in die Öffentlichkeit, wobei die Rechte von Frauen und Mädchen ihr ein besonderes Anliegen sind.

Aziz Mohammadi ist seit seiner Ankunft 2016 in Österreich ein elementarer Teil des Vereins you-are-welcome und hier sogar stellvertretender Obmann. Er vernetzt, unterstützt, koordiniert die lokale Vereinsarbeit sowie Hilfsprojekte in Afghanistan. „Sein vorbehaltloser Respekt allen Menschen gegenüber und sein Bemühen, den Frauen des Vereins Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen, sind besonders beeindruckend“, so Yasmin Randall von you-are-welcome über das Engagement ihres Kollegen.

Ibrahim Rasool kam 2022 nach Österreich und wurde gleich von mehreren Vereinen für seinen Einsatz nominiert. Beim SK Austria Klagenfurt trainiert der Afghane ehrenamtlich die Frauen-Teams und kann hier mit seiner Expertise als FIFA-Schiedsrichter punkten. Für SOS Balkanroute sowie den Verein Kärnten Andas ist er vielfältig aktiv, hilft bei Sammelaktionen und der Aufklärungsarbeit, bei der er auch über seine eigenen Erfahrungen aus Flüchtlingslagern wie Moria und Bihac berichtet.

Sein technisches Geschick bringt Oleg Cherednychenko beim Verein PCs für alle ein. 2022 ist er aus der Ukraine geflüchtet und hilft seit dem trotz seines hohen Alters jede Woche 40 Stunden: „Er nimmt gespendete Geräte entgegen und gibt sie an Bedürftige aus, übersetzt für ukrainische Geflüchtete, begleitet sie zu Arztbesuchen und Behördenterminen und gibt Deutschunterricht. Sein Einsatz entspricht einer Vollzeitstelle – freiwillig, ehrenamtlich und aus tiefer menschlicher Überzeugung“, erklärt Peter Bernscherer vom Verein PCs für alle.

Initiator und Stifter des Bock Preises, Dr. Alfred Fogarassy, erklärt die Hintergründe zum Preis: „Am aktuellen Fall der Geschwister aus Tirol sieht man, wie wichtig die Sichtbarkeit des individuellen Einsatzes ist. Der Bock Preis setzt genau hier an: Das Sichtbarmachen der täglichen positiven Leistungen der Menschen, die oft übersehen werden. Die diesjährigen Gewinner sind das beste Beispiel für das gelebte Miteinander, das gefordert, doch selten gefördert wird.“

Die Auswahl der Gewinner*innen fiel unter den vielen beeindruckenden Einreichungen heuer besonders schwer. Mit dabei in der Jury: Menschenrechtsexpertin Stephanie Krisper, Moderatorin Barbara Stöckl, Ex-Skirennläuferin & Menschenrechtsaktivistin Nicola Werdenigg, Aktivistin & Künstlerin Asma Aiad sowie Springboard-Gründer Robert Gulla.

Für Rückfragen, Fotos oder Anfragen
Mag. Maren Riebe
Geschäftsführerin & Sprecherin

Tel.:  01/929 24 24 – 40
Mobil:  0670/406 38 00
Mail:  Maren.Riebe@fraubock.at




PA: Drei Jahre Krieg im Sudan: Die internationale Gemeinschaft muss handeln

Im Sudan wütet die schlimmste humanitäre Krise der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – 33,7 Millionen Menschen – benötigt humanitäre Hilfe, um zu überleben. Seit Beginn des Krieges vor drei Jahren hat Aktion gegen den Hunger rund 2 Millionen Menschen unterstützt. Vor der von der deutschen Bundesregierung am 15. April ausgerichteten Sudan-Konferenz fordert die Organisation verbindliche finanzielle und politische Zusagen der internationalen Gemeinschaft.

„Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung die Sudan-Konferenz ausrichtet. Das allein aber reicht nicht. Die Konferenz muss konkrete Ergebnisse liefern, um das Leid der Menschen zu beenden. Eine Abschlusserklärung mit messbaren Zusagen zum Schutz der Zivilbevölkerung, einem sicheren humanitären Zugang und einer ausreichenden Finanzierung muss im Rahmen der Konferenz vereinbart werden“, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust. Der Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger wird an der Sudan-Konferenz teilnehmen. 

Zwei von weltweit drei Hungersnöten im Sudan 

Eine offizielle Hungersnot wird nur in den extremen Nahrungsmittelkrisen erklärt, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind: Mindestens 20 Prozent der Haushalte leiden unter extremer Nahrungsmittelknappheit, über 30 Prozent der Kinder sind akut mangelernährt und täglich sterben mindestens 2 von 10.000 Menschen. Zwei von weltweit drei Hungersnöten ereignen sich im Sudan: in Al Faschir und Kadugli. Andere Regionen sind bereits an der Grenze zur Hungersnot.  

„Mehr als 21 Millionen Menschen leiden im Land unter akutem Hunger. Das ist eine direkte Folge des Konflikts, der Märkte zerstört, Ernten beeinträchtigt sowie Handelswege und die humanitäre Hilfe blockiert“, sagt Samy Guessabi, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger, der für die Sudan-Konferenz in Berlin ist. Guessabi vertritt zudem als Co-Vorsitzender das Sudan-INGO-Forum, das die Aktivitäten der internationalen Hilfsorganisationen im Sudan koordiniert.   

Lokale sudanesische Akteure zentral  

„Dem Sudan mangelt es nicht an Resilienz. Was uns Sudanesinnen und Sudanesen fehlt, ist nachhaltiges internationales Handeln. Wir stehen gemeinsam mit den internationalen Helferinnen und Helfern an der Seite der Bevölkerung. Aber lokaler Einsatz allein kann in diesem Konflikt eine globale Verantwortung nicht ersetzen“, sagt Mohialdeen Ismail von der sudanesischen Hilfsorganisation AWAFY, mit der Aktion gegen den Hunger eng zusammenarbeitet.  

Lokale sudanesische Organisationen spielen bei der Versorgung der Menschen mit humanitärer Hilfe eine zentrale Rolle: Sie sind tief verwurzelt in den Gemeinden und erreichen Regionen, in denen internationale Organisationen oftmals keinen Zugang haben. „Was die Menschen im Sudan brauchen, ist einfach: Sicherheit. Essen. Wasser. Gesundheitsversorgung. Würde. Und das Gefühl, dass die Welt sie nicht vergessen hat“, so Mohialdeen Ismail.  

Neuer Bericht über die dramatische Ernährungssituation 

Der Bericht „What it takes to eat“, der heute von Aktion gegen den Hunger gemeinsam mit anderen NGOs veröffentlicht wurde, macht deutlich, wie der Krieg den Zugang zu Lebensmitteln abschneidet und ganze Gemeinden in eine Hungersnot treibt. Familien überleben nur, weil Menschen trotz großer Gefahr weiterhin Lebensmittel anbauen, transportieren und verteilen. 

Der Bericht zeigt, wie Menschen auf dramatische Weise Lebensmittel rationieren oder ganz auslassen müssen. „Wir fragen nicht mehr, was wir essen werden. Wir fragen, wer essen wird“, erzählt eine Frau, die für den Bericht befragt wurde. Trotz dieser extremen Bedingungen erhalten sudanesische Gemeinschaften durch außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit und großen persönlichen Einsatz weiterhin ein fragiles Ernährungssystem aufrecht. 

Der Sudan erlebt die weltweit größte Vertreibungskrise  

Fast 14 Millionen Menschen sind geflohen – mehr als 9 Millionen innerhalb des Landes und 4 Millionen in Nachbarländer wie den Tschad und den Südsudan. Diese Zahlen sind doppelt so hoch wie bei anderen großen aktuellen Vertreibungskrisen, wie beispielsweise in Syrien (7 Millionen Vertriebene), der Demokratischen Republik Kongo (6 Millionen) und im Jemen (5 Millionen). „Es geht dabei aber nicht nur um die Zahlen. Familien sind gezwungen, immer wieder zu fliehen. Das unterbricht die medizinische Versorgung und den Zugang zu Nahrungsmitteln, schränkt die Gesundheitsversorgung ein und erhöht das Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt“, erklärt Guessabi. 

Aktion gegen den Hunger im Sudan  

Seit Beginn des Konflikts am 15. April 2023 haben die Teams von Aktion gegen den Hunger fast zwei Millionen Menschen in Darfur, Kordofan, am Blauen Nil, am Weißen Nil und am Roten Meer unterstützt. Wir führen weiterhin unsere Programme in den Bereichen Gesundheit, Behandlung von Unterernährung, Bargeldhilfe, Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitäre Versorgung und Sensibilisierung für sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt durch.  

Hinweis an die Redaktionen 

  • Folgende Sprecher*innen sind für Interviews und Hintergrundgespräche verfügbar:

    • Samy Guessabi, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger im Sudan und Co-Vorsitzender des Sudan-INGO-Forums (ENG, SPA, FRA) 
    • Mohialdeen Ismail, Geschäftsführer der sudanesischen Hilfsorganisation AWAFY (ENG) 
    • Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger (DE, ENG) 

  • Jan Sebastian Friedrich-Rust und Samy Guessabi werden am 15. April an der Sudan-Konferenz teilnehmen und stehen gerne für Statements nach den Ergebnissen zur Verfügung 
  • Den Bericht „What it takes to eat“ sowie Fotos und weitere Pressematerialien finden Sie hier als Download
  • Eine Aufzeichnung der heutigen Pressekonferenz ist auf Anfrage bei presse@aktiongegendenhunger.de verfügbar.  

Hinweis an die Redaktionen

Sprecher*innen verfügbar: Gerne vermitteln wir Interviews, Gastbeiträge oder Hintergrundgespräche.

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Pressekontakt
Vassilios Saroglou / Markus Winkler
Tel. 030 – 279 099 776
E-Mail presse@aktiongegendenhunger.de
Website www.aktiongegendenhunger.de




PA: OECD-Bericht über Entwicklungshilfeleistungen 2025: Österreichs Rückzug aus internationalem Engagement stoppen

Österreichische Quote auf 0,33% des Bruttonationaleinkommens gesunken. NGO-Dachverband warnt: „Bei Entwicklungshilfeleistungen zu sparen, wird zurückschlagen wie ein Bumerang“

„Derzeit erleben wir eine regelrechte Krisenspirale, wegen der rund 250 Millionen Menschen Humanitäre Hilfe benötigen und bis zu 720 Millionen an Hunger leiden. Dennoch ziehen sich immer mehr wohlhabende Länder aus der internationalen Entwicklung, Humanitären Hilfe, entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und Friedensförderung zurück. Der OECD-Ausschuss für Entwicklungshilfe (DAC) warnt heute, dass 26 seiner 34 Mitgliedsstaaten ihre öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen (Official Development Assistance, ODA) im Jahr 2025 kürzten und die ODA das stärkste Minus ihrer Geschichte verzeichnet. Die sogenannte ODA-Quote aller DAC-Mitglieder sank voraussichtlich auf durchschnittlich 0,26% des Bruttonationaleinkommens (BNE), die der europäischen Mitglieder auf 0,40%. Dieser Rückschritt auf das ODA-Niveau von 2015 raubt Menschen, deren Alltag von Ungleichheiten und Not geprägt ist, die Zukunftschancen„, bedauert Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung.

Auch öst. Regierung ist Rückzug aus internationalem Engagement angetreten

Die endgültigen Entwicklungshilfeleistungen seiner Mitgliedsstaaten präsentiert der DAC im Dezember. Die DAC-Mitglieder bekennen sich zum international vereinbarten Ziel, jährlich 0,7% des BNE bereitzustellen. Dennoch hat Österreich dieses Ziel noch nie erreicht. Wank fährt fort: „Mit dem Doppelbudget für 2025 und 2026 ist auch die österreichische Bundesregierung den Rückzug aus dem internationalen Engagement angetreten. Im Jahr 2025 schwand Österreichs ODA-Quote zum dritten Mal infolge auf klägliche 0,33% des BNE.“

Regierung schwächt außenpolitische Instrumente – Warnung vor Bumerang-Effekt

Ausgerechnet in den Budgets der Austrian Development Agency und des Auslandskatastrophenfonds (AKF) habe die Regierung überproportional gespart, kritisiert Wank. „Diese bilateralen Instrumente sind die Grundlage für eine wirkkräftige Außenpolitik, die Vertrauen und Partnerschaften aufbaut. Das gelingt besonders in Kooperation mit erfahrenen und gut vernetzten österreichischen NGOs und ihren lokalen Partner*innen. Sind diese Instrumente schwach, verliert Österreich an internationaler Handlungsfähigkeit und signalisiert, keine Verantwortung übernehmen zu wollen“. In Anbetracht der angestrebten UN-Sicherheitsrat-Kandidatur, insbesondere aber der zugespitzten Weltlage, nennt Wank die Kürzungen einen strategischen Fehler. „Bei den Entwicklungshilfeleistungen zu sparen, wird auf Österreich zurückschlagen wie ein Bumerang. Die Teuerung und steigende Gesundheitsrisiken könnten hierzulande bald nicht mehr die drängendsten Auswirkungen weltweiter Konflikte, Ungleichheiten und der Erderhitzung sein.“

Appell: Budget zumindest auf 2024er-Niveau heben

Abschließend appelliert Wank: „Österreich braucht jetzt starke außenpolitische Instrumente, um eine friedlichere, gerechtere und stabilere Welt mitgestalten zu können. Daher appellieren wir an die Regierung, den Bumerang zu stoppen, stattdessen eine echte Trendwende einzuläuten und im kommenden Doppelbudget die Gelder für die Austrian Development Agency, für den AKF wie auch für internationale Klimaprojekte zumindest auf das Niveau von 2024 zu heben.“

Links


Die AG Globale Verantwortung ist der Dachverband von 39 österreichischen NGOs für internationale Entwicklung, Humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Inlandsarbeit. Unsere Mitgliedsorganisationen führen jährlich 1.000 Projekte in über 120 Ländern der Welt durch und tragen zu einem menschenwürdigen Leben für alle auf einem gesunden Planeten bei.

Rückfragen & Kontakt

AG Globale Verantwortung
Hannah Hauptmann, MA
Telefon: +43 1/522 44 22–15
E-Mail: presse@globaleverantwortung.at
Website: https://www.globaleverantwortung.at




Aviso: Pressetermin 14.04.2026: Hilfe kürzen? Kommt zurück wie ein Bumerang

Pressetermin mit Foto-Option am 14. April am Wr. Heldenplatz: NGOs appellieren an Regierung, das nächste Budget für Entwicklung und Humanitäre Hilfe zumindest auf dem Niveau von 2024 abzusichern

Inmitten einer weltweiten Krisenspirale verliert Österreich an Handlungsfähigkeit, denn ausgerechnet beim internationalen Engagement hatte die Bundesregierung im Doppelbudget für 2025 und 2026 den Sparstift angesetzt. Bis Ende 2026 wird das Budget für internationale Entwicklung, Humanitäre Hilfe, entwicklungspolitische Inlandsarbeit und Friedensförderung um rund ein Drittel gesunken sein.

Bei einem Pressetermin mit Foto-Option am Wiener Heldenplatz werden der entwicklungspolitische und humanitäre Dachverband AG Globale Verantwortung und Mitgliedsorganisationen – darunter CARE Österreich, Caritas Österreich, Diakonie Österreich, Österreichisches Rotes Kreuz – davor warnen, dass ein kaputtgespartes internationales Engagement

  • viele Regionen weiter destabilisiert,
  • die Krisenspirale zusätzlich befeuert und
  • Millionen Menschen die Zukunftschancen raubt.

Kurzsichtige Sparmaßnahmen werden auf Österreich zurückschlagen wie ein Bumerang.

Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung, wird vor Pressevertreter*innen sprechen und an die Bundesregierung appellieren, den Bumerang zu stoppen. Im Zuge des Budgets für 2027 und 2028 kann die Regierung noch eine echte Trendwende einläuten, um eine friedlichere, gerechtere und stabilere Welt mitzugestalten. Dafür ist es notwendig, die Kürzungen zurückzunehmen und das Budget für Entwicklung und Humanitäre Hilfe zumindest auf dem Niveau von 2024 abzusichern.

Details Pressetermin

  • 14. April 2026, 09:30 Uhr
  • Treffpunkt vor dem Erzherzog-Karl-Denkmal am Heldenplatz, 1010 Wien

Lukas Wank und Geschäftsführer*innen von Mitgliedsorganisationen stehen anschließend für Interviews zur Verfügung.

Rückfragen:
Hannah Hauptmann (sie/ihr)
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

hannah.hauptmann@globaleverantwortung.at
presse@globaleverantwortung.at
Tel.: +43 1/522 44 22 – 15




Kommentar: Warum Schokolade trotz sinkender Kakaopreise teuer bleibt

Die Kakaopreise sind im freien Fall, doch Schokolade bleibt weiterhin teuer. Warum kommt der Preisverfall bei Konsument*innen nicht an? Und verlieren die Bäuer*innen erneut?

Von Bernhard Tröster (ÖFSE), März 2026

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PA: WM 2026: Amnesty International fordert Fußballturnier ohne Angst und Repression

Amnesty International warnt, dass Millionen Fußballfans bei der FIFA-Weltmeisterschaft der Männer 2026 in Kanada, Mexiko und den USA erheblichen Menschenrechtsrisiken ausgesetzt sein werden. Besonders in den USA, wo drei Viertel der Spiele stattfinden, gefährden eine gewaltvolle und diskriminierende Einwanderungspolitik sowie Einschränkungen der Meinungsfreiheit und des Rechts auf friedlichen Protest das von der FIFA versprochene „sichere, einladende und integrative“ Turnier. 

Der neue Amnesty-Bericht „Humanity Must Win: Defending rights, tackling repression at the 2026 FIFA World Cup“ zeigt umfassend, welche Risiken für Fans, Spieler, Journalist*innen und marginalisierte Gruppen bestehen. 

 „Die WM 2026 droht, mehr Repression als Fußball zu liefern. Wer protestiert oder Kritik äußert, muss bei der Weltmeisterschaft mit Unterdrückung rechnen. Setzen sich die Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE, die massenhaften Festnahmen und die Einreiseverbote fort, wird dieses Turnier zum Symbol staatlicher Einschüchterung. FIFA und Gastgeberstaaten müssen jetzt verbindliche Schutzmechanismen vorlegen, die allen Beteiligten eine WM ohne Angst und Ausgrenzung ermöglichen“, sagte Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich

„Die FIFA wird mit der WM der Männer 2026 Rekorderlöse erzielen. Die Fans, marginalisierten Gruppen, Spieler*, Journalist*innen und Arbeitskräfte dürfen dafür nicht den Preis zahlen. Es sind diese Menschen – nicht Regierungen, Sponsoren oder die FIFA –, denen der Fußball gehört, und ihre Rechte müssen im Mittelpunkt der WM stehen“, so Steve Cockburn, Leiter des Bereichs für wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit von Amnesty International.  

Gut 10 Wochen vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft der Männer muss die FIFA dringend Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass das schöne Spiel nicht in Gefahr gerät, einen unschönen Ausgang zu nehmen. Denn sie hat sich zu einem Turnier verpflichtet, bei dem sich jede*r sicher und einbezogen fühlt und die eigenen Rechte frei ausüben kann.  

Menschenrechtlicher Notstand in den USA
Unter der Trump-Regierung verschärft sich ein menschenrechtlicher Notstand: massenhafte, willkürliche Festnahmen, ein Klima der Angst durch den Einsatz maskierter, bewaffneter ICE- sowie Zoll- und Grenzschutzbeamt*innen. Allein 2025 wurden über 500.000 Menschen abgeschoben – vielfach ohne ordnungsgemäßes Verfahren und unter Verletzung menschenrechtlicher Grundsätze. 

Für migrantische Communities in den USA, Fans aus aller Welt sowie die Spieler* stellt die diskriminierende Einwanderungspolitik der USA eine akute Bedrohung dar. Auch WM-Gastgeberstädte sind von den Einschränkungen der Rechte durch die US-Regierung betroffen.  

Präsident Trump hat im Juni 2025 als Reaktion auf Proteste gegen Razzien von Migrant*innen etwa 4.000 Soldat*innen der kalifornischen Nationalgarde unter Bundesbefehl gestellt und nach Los Angeles entsandt. Die Austragungsorte Dallas, Houston und Miami haben problematische Vereinbarungen unterzeichnet, wonach lokale Strafverfolgungsbehörden mit der US-Einwanderungsbehörde ICE zusammenarbeiten sollen, was Racial Profiling und die gezielte Verfolgung von Einwander*innen verstärkt. 

Risiken in Mexiko und Kanada 
Im Gastgeberland Mexiko wurden als Reaktion auf die hohe Gewalt 100.000 Sicherheitskräfte, darunter auch das Militär, mobilisiert, was die Risiken für Demonstrierende erhöht. Dazu gehören auch Aktivist*innen, die zum Eröffnungsspiel im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt eine friedliche Demonstration planen, um Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für das Verschwinden ihrer Angehörigen zu fordern.  

In Kanada gibt es Befürchtungen, dass Obdachlose vertrieben und weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Am 15. März schlossen die Behörden in Toronto eine Winter-Wärmestation, die Obdachlosen Schutz bot, da die Räumlichkeiten von der FIFA vorab gebucht worden waren. 

Migration, Visarestriktionen und Überwachung erschweren Teilnahme am Turnier
Fans und migrantische Communities sind vielfältigen Gefahren ausgesetzt:

  • US-Behörden gehen gezielt gegen Menschen aus lateinamerikanischen, schwarzen, asiatischen und anderen nicht-weißen Bevölkerungsgruppen vor. 
  • Neue Einreiseverbote treffen Fans aus Côte d’Ivoire, Haiti, Iran und Senegal. 
  • Besucher*innen könnten zu Überprüfungen ihrer Social-Media-Konten gezwungen werden.

Bisher haben nur vier von 16 WM-Städten Menschenrechtspläne veröffentlicht. Keiner davon enthält Schutzmaßnahmen gegen Menschenrechtsverletzungen durch Einwanderungsbehörden. 

Einschränkungen von Protest und Meinungsfreiheit 
Weltmeisterschaften stehen oft im Mittelpunkt von Protesten und es besteht die Gefahr, dass Demonstrationen unterdrückt werden. In allen drei Gastgeberländern wurden Demonstrationen zuletzt eingeschränkt: 

  • In den USA wurden insbesondere ausländische Studierende wegen Protesten gegen den Gaza-Krieg ins Visier genommen; es kam zu Tötungen durch Bundesbeamt*innen während Protesten gegen Einwanderungsmaßnahmen. 
  • In Kanada wurden friedliche Gaza-Proteste und Protestcamps polizeilich aufgelöst. 
  • In Mexiko protestierten Einwohner*innen gegen Infrastrukturprojekte, steigende Lebenshaltungskosten, Wasserknappheit und Gentrifizierung im Kontext der WM. Die militarisierte Sicherheitslage birgt weitere Risiken.

Mitglieder von LGBTQIA+ Organisationen äußern zudem erhebliche Sicherheitsbedenken, bei der WM sichtbar teilzunehmen. 

Hintergrund
Amnesty ist Teil der Sport & Rights Alliance, einem Netzwerk aus Fans, Sportler*innen, Communities und Menschenrechtsorganisationen, welches die FIFA auffordert, wirksame Schutzmaßnahmen gemeinsam mit allen Gastgeberländern umzusetzen.

Rückfragen
Presseteam Amnesty International Österreich
Antonio Prokscha
+43-664-621 10 31
presse@amnesty.at




PA: NGO-Dachverband begrüßt frühzeitige Bereitstellung von Geldern aus dem Auslandskatastrophenfonds

Die Ausschüttung von 7 Millionen Euro aus dem AKF im ersten Quartal ermöglicht mehr Vorausschau und Planbarkeit in der Humanitären Hilfe. Ein weiterer Aspekt steht allerdings noch aus: die substanzielle Erhöhung der Gelder.

Der Ministerrat hat gestern beschlossen, 7 Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds (AKF) für Humanitäre Hilfe im Libanon, in Syrien, Jordanien, Afghanistan und Nachbarländern, Äthiopien, Mosambik und Uganda bereitzustellen. Denn der seit knapp einem Monat wütende Krieg im Iran und im Libanon reiht sich in eine beispiellose Anzahl gleichzeitiger Konflikte und Krisen ein, die immer länger andauern. Das seit Jahren unterfinanzierte internationale Hilfssystem kann immer weniger Schritt halten: Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass nur etwas über die Hälfte der 250 Millionen Menschen, die derzeit auf Humanitäre Hilfe angewiesen sind, diese auch erhalten werden.

Wir begrüßen, dass die österreichische Bundesregierung dem Appell humanitärer Hilfsorganisationen, die Gelder aus dem AKF bereits im ersten Quartal auszuschütten, in diesem Jahr nachkommt. So ermöglicht sie mehr Vorausschau und Planbarkeit in der Humanitären Hilfe; Aspekte, die für das Überleben und das Wohlergehen von Menschen vor und während Konflikten, Dürren oder Überschwemmungen einen wesentlichen Unterschied machen können. Ein weiterer Aspekt steht allerdings noch aus: die substanzielle Erhöhung der Gelder in diesem und in den folgenden Jahren. Der auf 35 Millionen Euro gekürzte AKF reicht bei weitem nicht aus, um den tatsächlichen Bedarfen notleidender Menschen gerecht zu werden.

Appell: Wirkkraft ausbauen und die österreichische Humanitäre Hilfe substanziell erhöhen
In dieser zugespitzten Weltlage beschneiden die Kürzungen in der Humanitären Hilfe und in der internationalen Entwicklung auch zunehmend die Handlungsfähigkeit der Regierung. Österreichs Stärke liegt in partnerschaftlicher Zusammenarbeit, Vertrauen und Dialogbereitschaft, für die es sowohl in Partnerländern und Krisengebieten als auch in Österreich ein erfahrenes Gegenüber braucht, das verlässlich an der Seite der Menschen steht: die Zivilgesellschaft. In enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen und aufbauend auf ihrer langjährigen Expertise in langanhaltenden und multiplen Krisen wissen österreichische Hilfsorganisationen, wie sie insbesondere Frauen, Kindern, Menschen mit Behinderungen sowie älteren und erkrankten Menschen Zukunftschancen ermöglichen können. Daher appellieren wir an die Regierung, ihre internationale Wirkkraft infolge des Ministerratsbeschlusses auszubauen und die österreichische Humanitäre Hilfe substanziell zu erhöhen.

Lukas Wank
Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung

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