PA: Textil-Containerverbot in Wien. Südwind sieht Schritt in die richtige Richtung und fordert Begleitmaßnahmen

Fast Fashion-Auswirkungen brauchen umfassende Gegenmaßnahmen – Südwind sieht in Direktkooperationen mit Zielländern eine Möglichkeit für einen gerechten Umgang mit Altkleidung

Die Initiative der Stadt Wien, Altkleider stärker zu regulieren, ist aus Sicht von Südwind ein begrüßenswerter erster Schritt. Gleichzeitig braucht es für die Menschenrechtsorganisation zusätzliche politische Maßnahmen, um die Kleidungsflut zu bewältigen und eine nachhaltige, praktikable Wiederverwertung zu ermöglichen. „Die Müllhaufen rund um die Altkleider-Container in Wien sind nur ein kleines Symptom eines viel größeren globalen Problems. Das beginnt nicht erst bei der Entsorgung, sondern schon bei der Überproduktion und dem verschwenderischen Konsum von Kleidung“, sagt Lena Gruber, Südwind-Sprecherin für Textillieferketten. „Angesichts der enormen Probleme für Umwelt und Menschen, die das Fast Fashion-System erzeugt, braucht es einen umfassenden Maßnahmenplan sowie den Blick auf die gesamte Lieferkette unserer Kleidung.“

Weiter Weg für Altkleidung zum Müllberg

Rund 46 Prozent der Altkleider aus Europa werden nach Afrika exportiert, überwiegend zur Wiederverwendung. Dabei sind allerdings rund 40 Prozent der exportierten Kleidung nicht mehr verwendbar. 41 Prozent gehen nach Asien – oft minderwertige Ware, die zu Putzlappen downgecycelt oder weiter exportiert wird, 63 Prozent landen davon wiederum in Afrika. Das zeigen Daten der Europäischen Umweltagentur. Hinzu kommt, dass nur etwa 1 Prozent der Kleidung weltweit tatsächlich von Faser zu Faser recycelt werden kann. Recherchen in Recyclinganlagen, etwa in Pakistan, zeigen zudem alarmierende Arbeitsbedingungen, die jenen in der Textilproduktion ähneln.

Untersuchungen von Südwind und der Clean Clothes Kampagne zeigen, dass die Arbeitsbedingungen im Altkleider-Sektor in vielen Ländern des Globalen Südens prekär, unsicher und unwürdig sind. Gewerkschaften in Uganda berichten, dass große Teile der importierten Kleidung aus Müll bestehen, der wiederum auf riesigen Deponien vor Ort entsorgt wird. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen im Secondhand-Sektor Ugandas prekär und unsicher.

Kooperation zwischen Wien und Kampala als Begleitmaßnahme

Südwind fordert eine Kooperation auf Augenhöhe mit den Zielländern von Altkleider-Exporten. So könnte eine vertiefte Partnerschaft zwischen Wien und Kampala zum Knowhow-Austausch beitragen und Mitbestimmung im Globalen Süden stärken. Ein solches Projekt könnte Akteur:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette einbinden: Sammler:innen, Re-Use-Betriebe, Exporteur:innen, Gewerkschaften sowie Menschenrechts- und Umweltorganisationen in beiden Ländern. Durch Dialogformate, gemeinsame Richtlinien und Austauschprogramme könnte ein fairer Secondhand-Handel aufgebaut werden. Gleichzeitig sollte die Kooperation den Aufbau lokaler, nachhaltiger Textilproduktion sowie sicherer Infrastruktur und Ausbildung fördern.

„Das System der Altkleiderverwertung steht weltweit vor dem Kollaps. Es darf nicht akzeptiert werden, dass nicht mehr benötigte Kleidung aus Europa auf immer größeren Müllbergen in anderen Weltregionen landet oder unter unsicheren Bedingungen recycelt wird“, sagt Südwind-Expertin Lena Gruber. „Ziel muss es sein, sicherzustellen, dass nur jene Kleidung exportiert wird, die vor Ort tatsächlich gebraucht und gewollt ist. Schließlich will niemand, dass aus der gutgemeinten Spende eine Belastung für Mensch und Umwelt wird.“

Europäische Regulierung entscheidend

So wichtig Initiativen auf Gemeindeebene sind, so sehr braucht es für Südwind die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung zentraler EU-Regulierungen auf Bundesebene. Dazu zählen die Erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility), die EmpCo-Richtlinie gegen Greenwashing und geplante Obsoleszenz sowie Regelungen zur Eindämmung manipulativer Werbung großer Plattformen. Darüber hinaus sind strengere Kontrollen beim Export von Altkleidern, mehr Kapazitäten für hochwertige Sammlung und Wiederverwendung sowie stärkere Anreize für nachhaltige Mode notwendig.

Südwind hat dazu einen umfassenden Maßnahmenplan für faire Mode entwickelt: suedwind.at/justfashion

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Vincent Sufiyan
Kommunikationsleiter Südwind
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PA: Neuer Report: Globaler Hunger bleibt 2026 auf kritischem Niveau – Konflikte, Dürre und gekürzte Hilfen verschärfen Krise

Der weltweite Hunger wird auch im Jahr 2026 auf einem alarmierend hohen Niveau bleiben. Laut dem heute veröffentlichten Global Report on Food Crises 2026 verschärfen bewaffnete Konflikte, Dürren und massiv sinkende Hilfsfinanzierung die Ernährungsunsicherheit – insbesondere in fragilen Staaten. 

„Umso unverständlicher ist der gleichzeitige Rückgang der Finanzierung humanitärer Maßnahmen. Angesichts der Dimension des Hungers braucht es sofort mehr internationale Solidarität, verlässliche finanzielle Zusagen und entschlossenes politisches Handeln, um weitere Hungerkatastrophen zu verhindern und Millionen Menschen den Zugang zu Nahrung und lebenswichtiger Hilfe zu sichern”, ordnet Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger, die Ergebnisse des Reports ein.   

Dem Bericht zufolge waren im Jahr 2025 insgesamt 266 Millionen Menschen in 47 Ländern und Territorien von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. 1,4 Millionen Menschen lebten dabei unter katastrophalen Bedingungen, der schwersten Stufe akuten Hungers: in Teilen von Haiti, Mali, Gaza, Südsudan, Sudan und Jemen. Erstmals in der Geschichte des Berichts wurden im vergangenen Jahr zwei Hungersnöte offiziell festgestellt, in Gaza und im Sudan. 

„Zusätzliche Verschärfung erfährt die Lage durch aktuelle geopolitische Eskalationen, insbesondere im Nahen Osten. Anhaltende Störungen der Energie‑ und Düngemittelmärkte treiben die Lebensmittelpreise weltweit weiter in die Höhe – mit gravierenden Folgen für ohnehin fragile Länder”, ergänzt Friedrich-Rust.  

Der Bericht zeigt zudem eine dramatische Entwicklung über die vergangenen zehn Jahre: Die Zahl der Menschen mit akuter Ernährungsunsicherheit hat sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Besonders gravierend ist die Lage von Kindern: Im Jahr 2025 waren schätzungsweise 35,5 Millionen Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten in 23 Ländern und Territorien, die als Ernährungskrisen eingestuft sind, akut unterernährt. Darunter befanden sich 9,7 Millionen Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung, einer unmittelbar lebensbedrohlichen Form der Unterernährung. 

Akute Ernährungsunsicherheit: Zehn Länder im Fokus 

Die weltweite akute Ernährungsunsicherheit konzentriert sich zunehmend auf wenige Länder: Zehn Staaten vereinten 2025 rund zwei Drittel aller Betroffenen, wobei Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und der Sudan fast ein Drittel der weltweiten Gesamtzahl ausmachten. Der Bericht verzeichnet in einzelnen Ländern – darunter Bangladesch, Niger sowie in begrenzten Regionen Nigerias und des Sudan – punktuelle Verbesserungen, die die insgesamt weiterhin dramatische Lage jedoch nicht grundlegend verändert haben. Deutliche Verschlechterungen gab es in Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo und Myanmar.  

Akute Mangelernährung ist lebensbedrohlich 

Neben dem Hunger bleibt auch die akute Mangelernährung auf extrem hohem Niveau. 2025 wurden in 23 Ländern und Territorien offizielle Ernährungskrisen festgestellt, mit besonders schwerer Lage in Gaza, im Sudan, in Myanmar und im Südsudan. Dort führten Hungersnot oder kritische Bedingungen zu lebensbedrohlicher Unterernährung, vor allem bei Kindern.  

In den meisten betroffenen Ländern ist akute Mangelernährung das Ergebnis mehrerer gleichzeitiger Krisen – fehlender Zugang zu Nahrung, Krankheiten sowie mangelhafte Gesundheits‑, Wasser‑ und Versorgungsstrukturen. Der Bericht unterstreicht damit, wie eng Hunger, Gesundheit und grundlegende Dienstleistungen miteinander verknüpft sind. 

Massiver Rückgang internationaler Hilfsfinanzierung verschärft Hungerkrise 

Gleichzeitig warnt der Bericht eindringlich vor einem massiven Rückgang der internationalen Unterstützung. Die Finanzierung humanitärer Maßnahmen im Ernährungssektor ging 2025 um rund 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, während die entwicklungsbezogene Unterstützung um mindestens 15 Prozent schrumpfte und weiter zurückzugehen droht. 

Der Global Report on Food Crises 2026 kommt zu dem Schluss, dass ohne eine deutliche Kehrtwende bei Konfliktprävention, Klimaanpassung und internationaler Finanzierung weitere Hungersnöte nicht ausgeschlossen werden können. 

Der jährlich veröffentlichte Global Report on Food Crises wird von einem internationalen Netzwerk unter der Koordination des Food Security Information Network (FSIN) erarbeitet. Er gilt als eine der fundiertesten globalen Analysen zur akuten Ernährungsunsicherheit weltweit. 

Als internationale humanitäre Organisation arbeitet Aktion gegen den Hunger in zahlreichen besonders betroffenen Ländern, darunter Sudan, Jemen, Gaza, Südsudan, die Demokratische Republik Kongo, Nigeria und Afghanistan. Dort unterstützt die Organisation unter anderem unterernährte Kinder, schwangere Frauen und Binnenvertriebene mit lebenswichtiger Hilfe wie Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung. 

Hinweis an die Redaktionen

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Pressekontakt

Vassilios Saroglou / Markus Winkler
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PA: Rana Plaza Gedenktag. Südwind nimmt Bundesregierung in die Pflicht

Modebranche ist fast komplett vom EU-Lieferkettengesetz ausgenommen – Südwind kritisiert löchrige Gesetzeslage – Neue Petition fordert Maßnahmenplan für gerechte Mode

Im Vorfeld des 13. Gedenktages zum Einsturz der Rana Plaza-Textilfabrik in Bangladesch kritisiert die Menschenrechtsorganisation Südwind politische Versäumnisse und fordert einen Maßnahmenplan für eine gerechte Modeindustrie ein. „Auch 13 Jahre nach der Rana Plaza-Katastrophe setzen Modekonzerne weiterhin bewusst auf undurchschaubare Lieferketten, in denen Umweltstandards leicht umgangen und Arbeiter:innen mit Hungerlöhnen abgespeist werden – und das alles für Kleidung, die kaum getragen auf Deponien im Globalen Süden landet“, sagt Lena Gruber, Südwind-Sprecherin für nachhaltige Mode. „Die Lösungen liegen schon lange auf dem Tisch. Doch die Politik bleibt effektive Schritte schuldig.“ Aus diesem Grund startet Südwind eine neue Petition unter dem Titel „Just Fashion. Für eine gerechte Modeindustrie“ und fordert von der österreichischen Bundesregierung einen konkreten Maßnahmenplan.

Überschaubare Fortschritte, anhaltende Probleme

Die strukturellen Verbesserungen seit dem Rana Plaza-Einsturz, der über 1.100 Menschen das Leben gekostet hat, bleiben bis heute überschaubar und konzentrieren sich vor allem auf den Bereich Brandschutz und Gebäudesicherheit. Nach intensivem Lobbying von Wirtschafts- und Industrieverbänden wurde die EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) so sehr abgeschwächt, dass nun fast die gesamte Modebranche davon ausgenommen ist und diese weiterhin keine Verantwortung für Menschenrechtsvergehen entlang ihrer Lieferkette übernehmen muss. In Österreich gilt das EU-Lieferkettengesetz nur für zwei bis drei Unternehmen. Bemerkenswert ist dies vor allem deshalb, weil der Einsturz der Rana Plaza-Textilfabrik einen der wichtigsten Auslöser für das weltweite Bemühen um eine verbindliche Konzernhaftung darstellte.

„Die Modeindustrie ist einer der größten Verursacher von Umweltzerstörung, Klimaschäden und sozialer Ungerechtigkeit. Fast Fashion wird in der Regel unter menschenunwürdigen und unsicheren Bedingungen produziert und nicht selten unter Zwang”, sagt Südwind-Expertin Lena Gruber. „Gerade in Zeiten, in denen Teuerung und Wirtschaftskrise den Handlungsspielraum von Konsument:innen einschränken und mit Chemikalien belastete Ultra-Fast-Fashion unseren Markt überschwemmt, braucht es Rahmenbedingungen für gerechten, nachhaltigen Konsum – ganz besonders im Hochrisikosektor Mode und Textilien.“

Fragmentierte Gesetzeslage, mangelhafte Umsetzung

Für Südwind besteht ein Kernproblem in der fragmentierten Gesetzeslage, die Schlupflöcher, Intransparenz und fehlende Haftung zur Folge hat. Südwind fordert daher von der Bundesregierung eine Just Fashion Task Force. Diese sollte Ministerien, Behörden, zivilgesellschaftliche Organisationen vernetzen, um die Wirksamkeit bestehender Gesetze sicherzustellen, Kontrollen zu stärken, bestehende Lücken zu schließen und Transparenz und öffentlichen Informationszugang sicherzustellen.

EU-Richtlinien, die für die Regulierung von Fast-Fashion Anbietern relevant sind – wie etwa Empowering Consumers for the Green Transition oder der Digital Service Act – werden in Österreich nicht konsequent umgesetzt. Auch in Bezug auf die EU-Zwangsarbeitsverordnung muss Österreich eine wirksame Umsetzung sicherstellen und Ressourcen bereitstellen. Zusätzlich führen mangelhafte Kontrollen beim Export von Altkleidung dazu, dass tonnenweise Textilmüll in Länder des Globalen Südens verschifft wird, wo dieser auf riesigen, gesundheitsgefährdenden Deponien landet.

„Die negativen Auswirkungen von Fast Fashion betreffen uns alle. Es braucht endlich den politischen Willen, konkrete Maßnahmen gegen Fast-Fashion-Modelle zu setzen und den Wandel hin zu einer gerechten Modeindustrie zu fördern“, so Lena Gruber.

Die Südwind-Petition für eine gerechte Modeindustrie findet sich online unter: suedwind.at/justfashion
 

Südwind-Forderungen für eine gerechte Modeindustrie

  1. Just Fashion-Fonds: Ein Anreizsystem für faire Mode
    Der Fonds sollte Modefirmen finanziell belohnen, die nachhaltig und fair produzieren und dafür eine Abgabe von jenen Konzernen einnehmen, die auf Ausbeutung und Intransparenz setzen. Die Mittel könnten in Maßnahmen für eine faire Kreislaufwirtschaft fließen.
     
  2. Verbraucher:innen schützen und Manipulation stoppen
    Österreich muss EU-Richtlinien wie die „Empowering Consumers for the Green Transition“ und den Digital Services Act vollumfänglich umsetzen – mit Kontrollen und Sanktionen.
     
  3. Konzern- und Plattformverantwortung klar regeln
    Alle Modemarken und Plattformen müssen sich an EU-Gesetze halten und für Verstöße haften. Österreich muss Schlupflöcher schließen, stärkere Kontrollen einführen und mutige, innovative Lösungen entwickeln, um Ultra Fast Fashion Plattformen zu regulieren.
     
  4. Zwangsarbeit beenden
    Die EU-Zwangsarbeitsverordnung muss mit Entschädigungsmechanismen und sicheren Ausstiegswegen für Betroffene gestärkt werden. Österreich kann sich auf verschiedenen Ebenen dafür einsetzen.
     
  5. Müllverschiffung stoppen
    Kein Export von Textilmüll oder kurzlebiger Mode, die Communities im Globalen Süden schadet. Österreich muss sicherstellen, dass importierte Gebrauchtkleidung unter Mitbestimmung von Arbeiter:innen und lokalen Organisationen selektiert wird.
     
  6. Just Fashion Taskforce einrichten
    Eine nationale Taskforce soll Ministerien, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen vernetzen, um Kontrollen zu stärken und Transparenz durchzusetzen.

Rückfragen
Vincent Sufiyan
Kommunikationsleiter Südwind
Telefon: +43 650 96 77577
E-Mail: vincent.sufiyan@suedwind.at
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Pressekonferenz der ARGE Weltläden: Österreichs Weltläden trotzen Einzelhandelskrise

Umsatzplus der Weltläden ist doppelt so stark wie der gesamte Biomarkt.

Der österreichische Einzelhandel befindet sich in einer tiefen Krise. Die Umsätze des Gesamt-handels sinken kontinuierlich, die Zahl der Insolvenzen im Handel erreichte ein Rekordniveau. In den Kleinstädten steigen die Leerstandsquoten immer weiter an. In vielen Gemeinden zählen Weltläden heute zu den letzten verbliebenen Frequenzbringern in den Innenstädten – Orte der Begegnung, der qualifizierten Beratung und bewusster Kaufentscheidungen und sie zeigen: Ein anderes Wirtschaften ist möglich – und zwar erfolgreich.

Dieses stabile Wachstum ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines klaren Gegenmodells zum konventionellen Handel: bewusster Konsum und ein Handelsmodell das soziale Gerechtigkeit, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Stabilität miteinander verbindet.

Die ARGE Weltläden präsentiert bei dieser Pressekonferenz detaillierte Ergebnisse der Branche.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Start der neuen weiblichen Doppelspitze der österreichischen Weltläden. Sie steht für Aufbruch, Professionalisierung und die konsequente Weiterentwicklung eines Handels, der den Menschen – entlang der gesamten Lieferkette – in den Mittelpunkt stellt.

Die Botschaft ist klar:
Fairer Handel ist kein Nischenmodell, sondern ein zukunftsfähiges Gegenmodell zum kriselnden Handel.

Termin:
Donnerstag, 16.4.2026, 10:00 Uhr
Ort: C3 – Centrum für Internationale Entwicklung, Alois Wagner-Saal, Sensengasse 3, 1090 Wien
Anbei der Teams-Link zur PK: Pressekonferenz Arbeitsgemeinschaft Weltläden: Österreichs Weltläden trotzen der Einzelhandelskrise | Besprechung beitreten | Microsoft Teams

Als Gesprächspartnerinnen stehen Ihnen zur Verfügung:

•     Gerti Jaksch-Fliegenschnee, Obfrau der ARGE Weltläden

•     Johanna Aigner, Geschäftsführerin der ARGE Weltläden

Die ARGE Weltläden ist der österreichische Dachverband zur Förderung, Vernetzung und Professionalisierung der Weltläden. Sie vertritt 88 Standorte in ganz Österreich, hat 1993 Fairtrade Österreich mitbegründet und arbeitet seit fast 50 Jahren für eine Welt, in der fairer Handel die Regel ist – nicht die Ausnahme.

Für Rückfragen und Akkreditierung:
Johanna Aigner
Mobil: +43 (0)699 18144695   johanna.aigner@weltlaeden.at




PA: OECD-Bericht über Entwicklungshilfeleistungen 2025: Österreichs Rückzug aus internationalem Engagement stoppen

Österreichische Quote auf 0,33% des Bruttonationaleinkommens gesunken. NGO-Dachverband warnt: „Bei Entwicklungshilfeleistungen zu sparen, wird zurückschlagen wie ein Bumerang“

„Derzeit erleben wir eine regelrechte Krisenspirale, wegen der rund 250 Millionen Menschen Humanitäre Hilfe benötigen und bis zu 720 Millionen an Hunger leiden. Dennoch ziehen sich immer mehr wohlhabende Länder aus der internationalen Entwicklung, Humanitären Hilfe, entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und Friedensförderung zurück. Der OECD-Ausschuss für Entwicklungshilfe (DAC) warnt heute, dass 26 seiner 34 Mitgliedsstaaten ihre öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen (Official Development Assistance, ODA) im Jahr 2025 kürzten und die ODA das stärkste Minus ihrer Geschichte verzeichnet. Die sogenannte ODA-Quote aller DAC-Mitglieder sank voraussichtlich auf durchschnittlich 0,26% des Bruttonationaleinkommens (BNE), die der europäischen Mitglieder auf 0,40%. Dieser Rückschritt auf das ODA-Niveau von 2015 raubt Menschen, deren Alltag von Ungleichheiten und Not geprägt ist, die Zukunftschancen„, bedauert Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung.

Auch öst. Regierung ist Rückzug aus internationalem Engagement angetreten

Die endgültigen Entwicklungshilfeleistungen seiner Mitgliedsstaaten präsentiert der DAC im Dezember. Die DAC-Mitglieder bekennen sich zum international vereinbarten Ziel, jährlich 0,7% des BNE bereitzustellen. Dennoch hat Österreich dieses Ziel noch nie erreicht. Wank fährt fort: „Mit dem Doppelbudget für 2025 und 2026 ist auch die österreichische Bundesregierung den Rückzug aus dem internationalen Engagement angetreten. Im Jahr 2025 schwand Österreichs ODA-Quote zum dritten Mal infolge auf klägliche 0,33% des BNE.“

Regierung schwächt außenpolitische Instrumente – Warnung vor Bumerang-Effekt

Ausgerechnet in den Budgets der Austrian Development Agency und des Auslandskatastrophenfonds (AKF) habe die Regierung überproportional gespart, kritisiert Wank. „Diese bilateralen Instrumente sind die Grundlage für eine wirkkräftige Außenpolitik, die Vertrauen und Partnerschaften aufbaut. Das gelingt besonders in Kooperation mit erfahrenen und gut vernetzten österreichischen NGOs und ihren lokalen Partner*innen. Sind diese Instrumente schwach, verliert Österreich an internationaler Handlungsfähigkeit und signalisiert, keine Verantwortung übernehmen zu wollen“. In Anbetracht der angestrebten UN-Sicherheitsrat-Kandidatur, insbesondere aber der zugespitzten Weltlage, nennt Wank die Kürzungen einen strategischen Fehler. „Bei den Entwicklungshilfeleistungen zu sparen, wird auf Österreich zurückschlagen wie ein Bumerang. Die Teuerung und steigende Gesundheitsrisiken könnten hierzulande bald nicht mehr die drängendsten Auswirkungen weltweiter Konflikte, Ungleichheiten und der Erderhitzung sein.“

Appell: Budget zumindest auf 2024er-Niveau heben

Abschließend appelliert Wank: „Österreich braucht jetzt starke außenpolitische Instrumente, um eine friedlichere, gerechtere und stabilere Welt mitgestalten zu können. Daher appellieren wir an die Regierung, den Bumerang zu stoppen, stattdessen eine echte Trendwende einzuläuten und im kommenden Doppelbudget die Gelder für die Austrian Development Agency, für den AKF wie auch für internationale Klimaprojekte zumindest auf das Niveau von 2024 zu heben.“

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Die AG Globale Verantwortung ist der Dachverband von 39 österreichischen NGOs für internationale Entwicklung, Humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Inlandsarbeit. Unsere Mitgliedsorganisationen führen jährlich 1.000 Projekte in über 120 Ländern der Welt durch und tragen zu einem menschenwürdigen Leben für alle auf einem gesunden Planeten bei.

Rückfragen & Kontakt

AG Globale Verantwortung
Hannah Hauptmann, MA
Telefon: +43 1/522 44 22–15
E-Mail: presse@globaleverantwortung.at
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Kommentar: Warum Schokolade trotz sinkender Kakaopreise teuer bleibt

Die Kakaopreise sind im freien Fall, doch Schokolade bleibt weiterhin teuer. Warum kommt der Preisverfall bei Konsument*innen nicht an? Und verlieren die Bäuer*innen erneut?

Von Bernhard Tröster (ÖFSE), März 2026

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Schoko-Osterhasen-Check: Das sind die Nachhaltigkeits-Sieger

Neuer Rekord: 87 Prozent der getesteten Schokohasen tragen mindestens ein unabhängiges Gütesiegel. Grund ist unter anderem eine erfreuliche Entwicklung bei Branchenriese Lindt.

Ein Osternest ohne Schokohase ist wie der Frühling ohne Sonne – einfach nicht das Wahre. Am besten schmeckt die Schokolade, wenn sie fair und nachhaltig ist. Rechtzeitig zum Fest veröffentlichen die Menschenrechtsorganisation Südwind und die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 mit dem Osterhasen-Check wieder ihren öko-sozialen Wegweiser durch den Gütesiegel-Dschungel. Insgesamt haben die Organisationen heuer 30 Schoko-Hasen unter die Lupe genommen. Neu dabei in der Bewertung ist die Chocolate-Scorecard. Gerade für Schokohasen, bei denen mit konzerneigenen Siegeln gearbeitet wird, dient sie als zusätzliche Orientierungshilfe. 

Stabile Testsieger

Fünf Testsieger, die sich bereits in den letzten Jahren als Vorreiter für soziale und ökologische Standards etabliert haben, gewinnen in diesem Jahr erneut das Rennen. Der “EZA-Schokohase” aus den Weltläden, der “Billa Bio Schokohase”, der vegane “Billa Vegavita Bio Schoko Osterhase”, der “Spar Natur Pur Bio-Osterhase” und der “BIO Osterhase Fairtrade” von Hofer. Sie alle tragen sowohl das FAIRTRADE als auch das EU-Biosiegel. Im Ampelsystem des Osterhasen-Checks bekommen sie deshalb eine doppelt grüne Bewertung.

“Der Osterhasen-Check zeigt, dass faire und soziale Schokolade im Supermarkt schon lange kein Einzelfall mehr ist. Gleichzeitig gibt es immer noch Ausreißer, die keine unabhängigen Zertifizierungen aufweisen. Mit unserem Check bieten wir Orientierung, damit die Schokolade im Osternest nachhaltig ist”, so Gudrun Glocker, Lieferketten-Expertin bei Südwind und Anna Leitner, Ressourcen-Sprecherin bei GLOBAL 2000.

Branchenriese Lindt setzt auf Zertifizierung

Auch in diesem Jahr trägt die Mehrheit der Schokohasen mindestens ein unabhängiges Gütesiegel, mit 87 Prozent sind es deutlich mehr als im Vorjahr, als der Anteil zirka bei 75 Prozent lag. Nur vier Hasen erhalten eine doppelt rote Bewertung: Sie haben weder für ökologische noch für soziale Standards ein unabhängiges Siegel. 

„Eigene Nachhaltigkeits-Programme, auf die vor allem große Unternehmen setzen, sind kein Ersatz für unabhängige Zertifizierungen. Konsument:innen können sich nicht darauf verlassen, dass selbst definierte Kriterien bei der Herstellung der Schokolade eingehalten werden. Konzern-Initiativen sind oft intransparent und es wird nicht unabhängig kontrolliert“, sagt Gudrun Glocker von Südwind. “Umso erfreulicher ist es, wenn Branchenriesen wie Lindt umdenken.“ Diese lassen seit Anfang des Jahres 100% ihres Kakaos zusätzlich zum eigenen Nachhaltigkeits-Programm von Rainforest Alliance zertifizieren.

“Konsument:innen dürfen im Siegel-Dschungel nicht auf sich allein gestellt bleiben. Die Regierung muss Unternehmen zu Maßnahmen gegen Kinderarbeit und Umweltzerstörung verpflichten. Das EU-Lieferkettengesetz gibt dafür einen ersten Rahmen. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug, ein nationales Gesetz zu schaffen, das Menschen und Umwelt effektiv schützt – damit in Zukunft jeder Schokohase unbeschwert genossen werden kann”, fordert Leitner von GLOBAL 2000. 

Waldzerstörung und Kinderarbeit im Kakao-Anbau

Die weltweiten Kakaopreise sind zuletzt wieder stark gesunken. Preisschwankungen setzen Kakaobäuer:innen, die ohnehin schon mit klimabedingten Ernteausfällen zu kämpfen haben, unter zusätzlichen Druck. Besonders jetzt ist es wichtig, den fairen und sozialen Anbau zu unterstützen, der ein menschenwürdiges und sicheres Auskommen ermöglicht.

“Kinder- und Zwangsarbeit und sehr niedrige Bezahlung sind nach wie vor große Probleme. Waldzerstörung für Kakao-Anbauflächen schaden wiederum indigenen und anderen lokalen Gemeinschaften”, so Gudrun Glocker von Südwind. “Dagegen können auch wir in Europa etwas tun: Die EU-Entwaldungsverordnung soll verhindern, dass Produkte in Zusammenhang mit Waldzerstörung auf den europäischen Markt kommen. Sie steht aber gerade massiv unter Beschuss vieler Mitgliedsländer. Österreich muss sich hier endlich seiner Verantwortung bewusst werden.”

Zum Osterhasen-Check

Dieser Check bezieht sich auf Schokoladen-Hohlfiguren, die bis 17.03.2026 in österreichischen Supermärkten erhältlich waren und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Jeder Hase wurde nur einmal aufgenommen – auch wenn er im Handel in unterschiedlichen Varianten erhältlich ist. 

Rückfragehinweis:

Vincent Sufiyan
Leitung Kommunikation bei Südwind 
vincent.sufiyan@suedwind.at
+43650 9677 577

Antonia Petri
Pressesprecherin GLOBAL 2000
antonia.petri@global2000.at
+43 699 142000 82




PA: Tag des Waldes: Südwind fordert Hände weg vom Waldschutz!

Wälder sind unverzichtbar für den Menschen – Menschenrechtsorganisation Südwind warnt vor fatalem Fehler durch EU-Deregulierungs-Offensive.

Jede Minute werden rund 100 Bäume gefällt, um den Konsum der Europäischen Union – und somit auch von Österreich – zu decken. Wälder verschwinden in alarmierendem Tempo und mit ihnen die Lebensgrundlage von Millionen Menschen weltweit, angetrieben durch den Anbau und Handel von Rohstoffen für den europäischen Markt. Indigene Gruppen und andere lokale Communities werden vertrieben, bedroht und ermordet und setzen sich dennoch weiterhin für die Wälder ein. Anlässlich des Internationalen Tags des Waldes, am 21. März, warnt die Menschenrechtsorganisation Südwind vor einer Abschwächung des europäischen Waldschutzes und fordert eine rasche und konsequente Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung in Österreich.

„Während Handelsabkommen wie Mercosur vor der Tür stehen und andere Schutzinstrumente wie das Amazonas-Soja-Moratorium zu scheitern drohen, wäre eine weitere Schwächung der EU-Entwaldungsverordnung fatal für die Wälder der Welt“, sagt Maria Hammer, Südwind-Sprecherin für Waldschutz. „Sollte das Gesetz weiter verwässert werden, verlieren wir ein zentrales Werkzeug im Kampf gegen Entwaldung, Klimakrise und Menschenrechtsverletzungen.“

Schätzungen zufolge könnten durch die EU-Entwaldungsverordnung in nur einem Jahr bereits rund 50 Millionen Bäume vor der Abholzung bewahrt werden. Nachhaltiger Konsum wäre viel einfacher, indem Produkte aus Entwaldung vom EU-Markt ausgeschlossen werden und Unternehmen nachweisen müssen, dass ihre Produkte nicht auf entwaldeten Flächen angebaut wurden. 

Trotz zahlreicher nachträglicher Zugeständnisse und obwohl schon längst die Umsetzung der Verordnung in Österreich vorbereitet werden sollte, sind Forst- und Agrarverbände weiterhin darum bemüht, die EU-Entwaldungsverordnung aufzuweichen und die Umsetzung hinauszuzögern. 

Südwind fordert daher ein klares politisches Bekenntnis von der österreichischen Bundesregierung und Österreichs EU-Abgeordneten: Keine weiteren Schlupflöcher und faulen Kompromisse beim Waldschutz, sondern endlich eine konsequente Umsetzung des Gesetzes.

„Mit der Entwaldungsverordnung hat Europa erstmals die Chance, wirksam gegenzusteuern, anstatt Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen für unseren Konsum weiterhin in Kauf zu nehmen”, so Maria Hammer. 

Südwind beteiligt sich mit einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen an einer Petition gegen den Abbau europäischer Schutzgesetze. Die Petition “Hände weg vom Waldschutz” kann hier unterzeichnet werden: suedwind.at/handsoffnature

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Vincent Sufiyan
Kommunikationsleiter Südwind
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PA: ‌30 Jahre FAIRTRADE-Kakao: Wie fairer Handel Einkommen stärkt und Märkte stabilisiert

62.000 Tonnen FAIRTRADE-Kakao wurden in Österreich seit dem Start vor 30 Jahren konsumiert, der Marktanteil liegt mittlerweile bei über 14 Prozent. Gerade in Zeiten stark schwankender Kakaopreise zeigt sich wie wichtig Stabilität für Kakaobäuer:innen ist.

1,2 Milliarden Tafeln FAIRTRADE-Schokolade wurden in Österreich in den vergangenen 30 Jahren konsumiert. Insgesamt entspricht das rund 62.000 Tonnen FAIRTRADE-Kakao. Heute werden knapp 12.000 Tonnen FAIRTRADE-Kakao pro Jahr verarbeitet. Damit isst jede:r Österreicher:in durchschnittlich bereits rund 25 Tafeln FAIRTRADE-Schokolade jährlich.

Auch im Handel gewinnt FAIRTRADE-Schokolade weiter an Bedeutung: Der Marktanteil von FAIRTRADE-zertifizierten Tafelschokoladen liegt mittlerweile bei über 14 Prozent (Quelle: Nielsen IQ). Vor wenigen Jahren lag er noch bei rund zehn Prozent. Damit hat sich FAIRTRADE-Kakao von einer Nischeninitiative zu einem festen Bestandteil des österreichischen Schokolademarkts entwickelt.

Wirkung im Ursprung: Einkommen steigen messbar
Dass faire Handelsbedingungen in der Kakaoindustrie konkrete Verbesserungen im Ursprung bewirken können, zeigt eine aktuelle Einkommensstudie aus Côte d’Ivoire. Demnach erzielen 74 Prozent der FAIRTRADE-Kakaobäuer:innen mittlerweile ein Einkommen nahe der existenzsichernden Schwelle. Gleichzeitig ist der Anteil der Haushalte in extremer Armut deutlich gesunken – von 36 Prozent im Jahr 2020 auf 17 Prozent. FAIRTRADE trägt dazu mit stabilen Mindestpreisen, einer zusätzlichen FAIRTRADE-Prämie für Gemeinschaftsprojekte sowie Schulungen und Programmen zur Einkommenssteigerung bei.

Preisschwankungen am Kakaomarkt
Der Kakaomarkt ist derzeit von starken Preisschwankungen geprägt. Nach historischen Höchstständen sind die Weltmarktpreise zuletzt wieder deutlich gefallen. Für viele Kakao-Kooperativen und ihre Mitgliederfamilien bedeutet das mittelfristig wieder sinkende Einnahmen, während gleichzeitig Klimawandel, Schädlinge und steigende Produktionskosten die Landwirtschaft erschweren.

„Es ist heute wichtiger als je zuvor, beim Einkauf bewusst zu FAIRTRADE-Schokolade zu greifen. Gerade in Zeiten sinkender Rohstoffpreise brauchen Kakao-Bauernfamilien verlässliche Einkommen, um ihre Farmen zu sichern, zu investieren und sich gegen immer häufiger werdende Wetterextreme zu wappnen – und damit langfristig auch unsere Versorgung mit Kakao zu sichern.“ sagt Hartwig Kirner, Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich.

Genau hier setzt FAIRTRADE an: Der vertraglich fixierte Mindestpreis und die zusätzliche FAIRTRADE-Prämie schaffen ein Sicherheitsnetz nach unten, das Produzentenorganisationen auch in Zeiten fallender Weltmarktpreise Stabilität bietet. 

Rückfragehinweis: presse@fairtrade.at

Hintergrund:

FAIRTRADE ist weltweit das führende Zertifizierungssystem, bei dem die Produzentinnen und Produzenten von einem Mindestpreis und einer Prämie, deren Höhe genau festgelegt ist, profitieren.

Der FAIRTRADE-Mindestpreis ist als Sicherheitsnetz zu verstehen und soll die durchschnittlichen Produktionskosten für eine nachhaltige Produktion decken. Liegt der jeweilige (Welt)Marktpreis darüber, muss der höhere Marktpreis bezahlt werden. Die Produzentenorganisationen vereinbaren auch jederzeit einen höheren Preis mit den Abnehmern.

Zusätzlich zum Verkaufspreis erhalten Produzentenorganisationen die FAIRTRADE-Prämie. Die Bauernfamilien bzw. Beschäftigten auf Plantagen entscheiden in einem demokratischen Prozess, in welche sozialen, ökologischen oder ökonomischen Projekte investiert wird.




Kommentar: Der neue Pakt für das Mittelmeer: Verpasste Chance zur Stabilisierung

Dreißig Jahre nach dem Start des Barcelona-Prozesses hat die EU im November 2025 einen neuen Pakt für den Mittelmeerraum vorgelegt. Im Vordergrund stehen Migrationsabwehr, Grenzkontrolle und Energieprojekte. Ein Beitrag zur Stabilisierung der Region wäre dringend notwendig, ist davon aber nicht zu erwarten.

Von Werner Raza

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