PA: Super El Niño 2026: Frühzeitiges Handeln rettet Leben

Aktuelle Analysen deuten darauf hin, dass El Niño im Jahr 2026 eine außergewöhnlich hohe Intensität erreichen wird. Für Aktion gegen den Hunger ist dies ein deutliches Warnsignal: In besonders vulnerablen Regionen drohen Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfälle mit schwerwiegenden Folgen für Millionen Menschen. Da die Risiken bereits heute absehbar sind, müssen Vorsorge und Vorbereitung jetzt verstärkt werden. 

„Wir wissen, dass El Niño kommt. Auch wo die Risiken am größten sind und welche Auswirkungen zu erwarten sind, ist klar. In Ländern, die bereits von humanitären Krisen betroffen sind, verstärken solche Klimaschocks bestehende Verwundbarkeiten. Zu warten, bis die Krise eintritt, setzt Menschenleben aufs Spiel und verursacht zusätzlich erhebliche wirtschaftliche Schäden“, betont Rowan Cody, stellvertretende Direktorin für Notfallvorsorge und Nothilfe bei Aktion gegen den Hunger. 

„Angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Intensität klimabedingter Extremereignisse geht es nicht mehr darum, ob gehandelt werden muss, sondern dass früh gehandelt wird. Nur so verhindert man, dass El Niño zu einer humanitären Katastrophe wird”, ergänzt Cody.  

Absehbare Folgen in besonders gefährdeten Ländern 

Frühere El-Niño-Ereignisse haben Niederschlagsmuster verändert, extreme Wetterereignisse verstärkt und die Lebensgrundlagen vulnerabler Bevölkerungsgruppen geschwächt. In mehreren Einsatzländern von Aktion gegen den Hunger sind die Risiken besonders hoch:  

  • Madagaskar: Im Süden verschärft ein Niederschlagsdefizit von mehr als 300 mm innerhalb von 90 Tagen die Risiken von Dürre, Ernteausfällen und Ernährungsunsicherheit. Gleichzeitig steigt an der Ostküste das Risiko von Zyklonen und Starkregenereignissen. 
  • Kamerun: In den Regionen Adamaoua und Hoher Norden werden schwere Dürren erwartet. Dies könnte Ernten, Einkommen, den Zugang zu Wasser und die Ernährungslage beeinträchtigen. Auch der Kakaoanbau könnte betroffen sein. 
  • Jemen: Extreme Hitze und ein erhöhtes Risiko plötzlicher Überschwemmungen könnten Infrastruktur, Wasserversorgung und Gesundheitssysteme zusätzlich belasten. 
  • Irak: Die bereits bestehende Wasserkrise könnte sich verschärfen. Hinzu kommen weitere Schäden an landwirtschaftlichen Flächen und eine Zunahme von Sandstürmen. 

Frühzeitige Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen 

Aktion gegen den Hunger verstärkt vorausschauende Maßnahmen in der Notfallvorsorge. Dazu gehören Notfallpläne, Frühwarnsysteme, die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden sowie die Stärkung lokaler Reaktionskapazitäten. 

In Regionen, die von Zyklonen oder Überschwemmungen bedroht sind, stockt Aktion gegen den Hunger Wasser-, Hygiene- und Sanitärkits sowie Hilfsgüterpakete mit wichtigen Alltagsgegenständen auf. So können der Zugang zu sauberem Wasser gesichert, Gesundheitsrisiken reduziert und die Bedürfnisse von Menschen gedeckt werden. 

In von Dürre und extremer Hitze bedrohten Regionen gehören die vorsorgliche Bereitstellung therapeutischer Nahrung zur Behandlung schwerer akuter Mangelernährung, eine verstärkte Ernährungsüberwachung sowie die Unterstützung von Gemeinden beim Erhalt ihrer Lebensgrundlagen zu den zentralen Vorsorgemaßnahmen. 

Solche frühzeitigen Maßnahmen können die humanitären Folgen vorhersehbarer Klimaschocks deutlich begrenzen. Doch obwohl bekannt ist, wo und wie sich die Auswirkungen eines Super El Niño voraussichtlich bemerkbar machen werden, fehlt es häufig an ausreichenden Mitteln für rechtzeitige Vorsorgemaßnahmen. Derzeit fließt humanitäre Finanzierung weiterhin überwiegend in die Reaktion nach Katastrophen statt in deren Prävention und Vorbereitung. 

„Es ist notwendig, flexible und verlässliche Finanzierungen für die Antizipation und Vorbereitung auf Klimakrisen zu stärken und gleichzeitig die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel aufrechtzuerhalten“, betont Rowan Cody. 

Hinweis an die Redaktionen

Sprecher*innen verfügbar: Gerne vermitteln wir Interviews, Gastbeiträge oder Hintergrundgespräche. Interviewpartner*innen und Expert*innen stehen u.a. zu folgenden Themen zur Verfügung: Notfallvorsorge und vorausschauende Maßnahmen, Auswirkungen in den Einsatzgebieten sowie Fragen zur Finanzierung. 

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

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