PA: World Vision: Nächste Phase der Katastrophenhilfe in Venezuela beginnt
Schutz, Bildung und psychosoziale Hilfe rücken in den Mittelpunkt
Drei Wochen nach dem Erdbeben in Venezuela beginnt dort die nächste Phase der Wiederaufbauarbeiten, erklärt die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision. Viele ausländische Rettungskräfte hätten das Land verlassen, da nicht mehr mit Überlebenden unter den Trümmern zu rechnen sei. Jetzt sei es besonders wichtig, Unterkünfte bereitzustellen, Kinder zu betreuen und die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen.
Die aktuell starken Regenfälle haben die Lebensbedingungen der in Zelten und provisorischen Siedlungen lebenden Familien erheblich verschlechtert und setzen sie zusätzlichen Gesundheits- und Sicherheitsrisiken aus. Umso wichtiger ist die Versorgung mit Hilfsgütern.
Seit Beginn der Nothilfe hat World Vision bereits rund 50.000 Menschen in den besonders betroffenen Regionen La Guaira, Caracas und Miranda mit Unterstützung erreicht. Dazu gehören Lebensmittelpakete, Hygienesets sowie in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm 1.000 Lebensmittelpakete und weitere 6.000 Mahlzeiten.
Kinderschutzzentren schaffen Sicherheit und Stabilität World Vision hat zudem drei Kinderschutzzentren aufgebaut. In diesen Zentren können jeweils bis zu 100 Kinder und Jugendliche spielen und lernen. Zudem werden sie von Fachkräften psychosozial betreut.
Janine Lietmeyer, Vorständin bei World Vision: „Kinder brauchen nach einer Katastrophe weit mehr als Nahrung und ein Dach über dem Kopf. Sie brauchen Sicherheit, stabile Bezugspersonen und Orte, an denen sie wieder Kind sein dürfen. Genau dafür schaffen wir geschützte Räume. Je schneller Kinder wieder verlässliche Strukturen erleben, desto besser können sie belastende Erfahrungen verarbeiten.”
World Vision ist zudem Teil der landesweiten Bildungsinitiative in Venezuela. Landesdirektor Peter Gape betont, dass gerade für Kinder, die Angehörige, Freunde und Schulkameraden verloren haben, der Besuch von Schulen wichtig ist. Peter Gape: „World Vision wird sich auch dafür einsetzen, dass die Kinder, die noch nicht wieder bereit sind, eine Schule zu besuchen, besonders gefördert werden. Denn Bildung ist einer der Schlüssel zur seelischen Gesundung.“
Hilfe wird weiter ausgebaut
World Vision plant, die Zahl der Kinderschutzzentren in Venezuela von drei auf insgesamt sechs zu erhöhen. Auch die Hilfen für die etwa 16.000 Menschen in Notunterkünften werden noch ausgebaut, unter anderem durch die Verteilung von Werkzeugen und Trinkwasserreinigern.
World Vision ist seit 2019 mit kontinuierlichen Hilfsmaßnahmen in Venezuela aktiv. Die Organisation konzentriert sich auf Ernährungssicherung, Kinderschutz und Gesundheit. Dank der langjährigen Präsenz im Land kann World Vision bei akuten Krisen – wie jetzt nach den schweren Erdbeben – unmittelbar auf bestehende Teams und Strukturen im Land zurückgreifen. So hat das von World Vision geführte Netzwerk „Esperanza Sin Fronteras“, bestehend aus mehr als 2.000 Freiwilligen aus Glaubensgemeinschaften, maßgeblich dazu beigetragen, die Hilfsmaßnahmen rasch auszuweiten und die am stärksten gefährdeten Gemeinden zu erreichen.
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