Archiv der Kategorie: Entwicklungszusammenarbeit

PA: Welternährungsbericht 2026: 645 Millionen Menschen sind von Hunger betroffen

645 Millionen Menschen weltweit leiden an Hunger – das zeigt der Welternährungsbericht, der morgen veröffentlicht wird. Gegenüber dem Vorjahr ist dies zwar ein leichter Rückgang. Von einem Trendwechsel kann jedoch keine Rede sein: Während einige Regionen Fortschritte verzeichnen, verschärft sich die Hungerkrise insbesondere in Afrika. Konflikte, Klimaschocks und drastische Mittelkürzungen drohen die globale Entwicklung erneut umzukehren. 

„645 Millionen Menschen leiden Hunger, obwohl die Welt genug Nahrung für alle produziert. Diese Ungerechtigkeit ist die Folge von Konflikten, Ungleichheit und politischen Fehlentscheidungen. Wir müssen dringend in nachhaltige Ernährungssysteme investieren“, fordert Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger.   

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung in Afrika: Mit 309 Millionen Betroffenen lebt dort erstmals die größte Zahl hungernder Menschen weltweit. Jede fünfte Person auf dem Kontinent ist von Hunger betroffen. 

Das sind die Schlüsselzahlen des Welternährungsberichts 2026 

  • Im Jahr 2025 sind schätzungsweise 645 Millionen Menschen beziehungsweise 7,8 Prozent der Weltbevölkerung von Hunger betroffen. 
  • 309 Millionen Menschen in Afrika leiden unter Hunger. Damit ist jede fünfte Person auf dem Kontinent betroffen. 
  • Weltweit leben 2,1 Milliarden Menschen beziehungsweise 25,8 Prozent der Weltbevölkerung in moderater oder schwerer Ernährungsunsicherheit. Das bedeutet, dass sie keinen regelmäßigen Zugang zu ausreichender Nahrung haben oder zeitweise sogar einen ganzen Tag ohne Essen auskommen müssen. 
  • Frauen bleiben überproportional von Ernährungsunsicherheit betroffen. Zudem leidet inzwischen mehr als jede dritte Frau im Alter von 15 bis 49 Jahren (30,7 Prozent) an Anämie. 
  • Nur 30,8 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis 23 Monaten und 62,7 Prozent der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren erreichen weltweit das Mindestmaß an Ernährungsvielfalt. 
  • In Afrika erreichen lediglich 43 Prozent der Frauen und 20,5 Prozent der Kinder die Mindestanforderungen an eine vielfältige Ernährung. 

Gesunde Ernährung bleibt für Milliarden Menschen unerschwinglich 

Der Schwerpunkt des diesjährigen Berichts liegt auf den Kosten gesunder Ernährung. Zwar ist der Anteil der Menschen, die sich eine gesunde Ernährung nicht leisten können, von 37,4 Prozent im Jahr 2021 auf 32,7 Prozent gesunken. Dennoch bleibt gesunde Ernährung für rund ein Drittel der Weltbevölkerung unerreichbar. Besonders dramatisch ist die Situation in Afrika: Dort können sich 66,6 Prozent der Menschen keine gesunde Ernährung leisten.  

Die Kosten einer gesunden Ernährung sind ein wichtiger Indikator. Sie dürfen jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Um Hunger zu bekämpfen, müssen die Ungleichheiten und Machtverhältnisse entlang der gesamten Lebensmittelkette sowie die strukturellen Ursachen von Ernährungsunsicherheit angegangen werden. 

Um den Zugang zu vielfältiger Ernährung zu verbessern, fordert Aktion gegen den Hunger einen Umbau der Ernährungssysteme auf Grundlage agrarökologischer Ansätze. Dazu gehört insbesondere die gezielte Umlenkung öffentlicher Subventionen und Forschungsgelder in diese Form der Landwirtschaft. 

Mittelkürzungen senden das falsche Signal 

Während die humanitären Bedarfe weltweit steigen, werden die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe in Deutschland weiter gekürzt. Nach Einschnitten von rund einer Milliarde Euro im Entwicklungsetat und mehr als 50 Prozent bei der humanitären Hilfe im Jahr 2025 stehen 2026 für humanitäre Hilfe nur noch rund eine Milliarde Euro zur Verfügung – gerade einmal 0,2 Prozent des Bundeshaushalts. Auch der Etat des Entwicklungsministeriums sinkt auf zehn Milliarden Euro und erreicht damit den niedrigsten Anteil am Bundeshaushalt seit 15 Jahren.  

Diese Kürzungen stehen in keinem Verhältnis zu den globalen Herausforderungen und den steigenden humanitären Bedarfen. Laut einer aktuellen forsa-Umfrage sind fast drei Viertel der Deutschen (73 Prozent) der Meinung, die internationale Gemeinschaft müsse mehr Mittel gegen globalen Hunger und Armut bereitstellen.   

„Kürzungen bei Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit sind keine abstrakten Haushaltsentscheidungen. Sie führen dazu, dass Gesundheitszentren schließen, Hilfslieferungen ausfallen und immer mehr Kinder hungern. Wer hier spart, trifft Entscheidungen mit direkten Folgen für Menschenleben“, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust. 

Hinweis an die Redaktionen

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Pressekontakt

Vassilios Saroglou / Markus Winkler
Tel. 030 – 279 099 776
E-Mail presse@aktiongegendenhunger.de
Website www.aktiongegendenhunger.de

PA: Straße von Hormus: Mehr als 23 Millionen zusätzliche Kinder von Armut bedroht

Neue Analyse zeigt: Jahre des Fortschritts könnten zunichtegemacht werden, Millionen von Kindern tiefer in die Armut geraten und die Ungleichheit weiter zunehmen.

Bis zum Ende des Jahres könnten bis zu 23,4 Millionen weitere Kinder in monetäre Armut abrutschen, da die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die damit verbundenen Störungen der Schifffahrt weiterhin schwerwiegende und möglicherweise unumkehrbare Auswirkungen auf Kinder haben. Dies geht aus einer heute veröffentlichten neuen Analyse von UNICEF hervor.

Der Bericht The Impact of the Middle East War on Children in Monetarily Poor Households („Die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten auf Kinder in einkommensarmen Haushalten“) stützt sich auf Daten aus mehr als 167 Ländern und zeigt auf, wie steigende Lebensmittel- und Energiepreise sowie umfassendere wirtschaftliche Schocks infolge der eskalierenden Feindseligkeiten – einschließlich Unterbrechungen im Zusammenhang mit der Schließung der Straße von Hormus – die Kaufkraft von Haushalten verringern. Kinder in den ärmsten Haushalten sind davon überproportional betroffen.

„Kinder zahlen den Preis für die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten, auch Kinder weit über die Region hinaus“, sagte Catherine Russell, Exekutivdirektorin von UNICEF. „Je länger dies andauert, desto schwerwiegender werden die Folgen. Die schnell steigenden Lebenshaltungskosten machen Nahrung und Bildung für viele Familien unerschwinglich. Für Kinder, die bereits in Armut leben, verschärfen diese Schocks die Entbehrungen und können Schäden verursachen, die ein Leben lang anhalten.“

Der Bericht untersucht zwei mögliche Szenarien: ein ungünstiges Szenario (adverse poverty) und ein schwerwiegendes Szenario (severe poverty). Das ungünstige Szenario geht von einem moderaten wirtschaftlichen Schock aus, der zusätzlich 18,3 Millionen Kinder in monetäre Armut treiben könnte. Das schwerwiegende Szenario nimmt stärkere und länger anhaltende Störungen von Preisen und wirtschaftlicher Aktivität an und prognostiziert, dass 23,4 Millionen weitere Kinder in monetäre Armut gedrängt werden könnten, falls der Krieg andauert.

Die Analyse zeigt, dass die monetäre Kinderarmut äußerst empfindlich auf makroökonomische Schocks reagiert. Steigende Lebensmittel- und Energiekosten verringern in Verbindung mit begrenztem finanzpolitischem Spielraum in vielen Ländern unmittelbar die Fähigkeit von Familien, ihre Grundbedürfnisse zu decken.

Die größten Anteile des weltweiten Anstiegs der monetären Armut entfallen auf Asien und Afrika, die zusammen rund 80 % des gesamten Anstiegs ausmachen. Beide Kontinente weisen bereits hohe Armutsraten auf und sind besonders anfällig für externe Schocks.

So hatte die Krise im Nahen Osten beispielsweise in Somalia unmittelbare Folgen. Die Treibstoffpreise in Mogadischu haben sich innerhalb weniger Tage nach der Eskalation mehr als verdoppelt. Dadurch stiegen die Kosten für Lebensmittel, Wasser, Transport und humanitäre Hilfe in einem Land, das zugleich mit einer sich verschärfenden Mangelernährungskrise zu kämpfen hat.

In Äthiopien haben Störungen im Zusammenhang mit der Straße von Hormus zu höheren Treibstoffkosten geführt, die sich auf die Preise lebensnotwendiger Güter auswirken. Die Dieselpreise sind um 31 % gestiegen, während die Kosten für Treibstoff im humanitären Einsatz um 50 bis 70 % zunahmen. Dies erschwert die Versorgung schwer erreichbarer Gemeinschaften mit Hilfsgütern.

In Nigeria haben die wirtschaftlichen Schocks die Armut weiter verschärft. Haushalte mit niedrigem Einkommen geben zwischen 60 und 70 % ihres Einkommens für Lebensmittel und Transport aus. Bereits geringfügige Preissteigerungen verringern daher ihre Kaufkraft erheblich.

In Bangladesch setzt der steigende Preis von Grundnahrungsmitteln wie Reis, Linsen, Speiseöl, Gemüse, Fisch und Geflügel Familien zunehmend unter Druck. Schätzungsweise 1,2 Millionen weitere Menschen könnten dort in Armut geraten.

Der Bericht warnt, dass die Folgen des Krieges Jahre weltweiter Fortschritte zunichtemachen könnten. Ohne rechtzeitige und gezielte politische Maßnahmen werde die Krise Millionen Kinder weiter zurückwerfen, die Armut vertiefen und es Familien erschweren, sich von den Auswirkungen zu erholen. Darüber hinaus schränkt sie den Zugang von Familien zu Nahrung, Gesundheitsversorgung, Bildung und Schutzdiensten ein, die für die körperliche und kognitive Entwicklung von Kindern unerlässlich sind.

UNICEF ruft nationale Regierungen, Geberländer und internationale Finanzinstitutionen dazu auf, Kinder vor den schwerwiegendsten Auswirkungen der Krise zu schützen. Zu den vorrangigen Maßnahmen gehören:

  • Sicherstellung nationaler und internationaler Finanzmittel für Dienstleistungen und Güter, auf die Kinder angewiesen sind, darunter Gesundheitsversorgung, Ernährung, Bildung und Kinderschutz.
  • Ausbau und langfristige Stärkung sozialer Sicherungssysteme, einschließlich kindgerechter Geldtransferprogramme, sowie die Gewährleistung kontinuierlicher Unterstützung, bevor Subventionen abgeschafft werden.
  • Sicherstellung eines ununterbrochenen Zugangs von Kindern und Familien zu bezahlbaren grundlegenden Dienstleistungen und Gütern, unter anderem durch Mindestausgaben, die an die Inflation angepasst werden.
  • Erweiterung des finanzpolitischen Handlungsspielraums zum Schutz nationaler Investitionen in essenzielle Dienstleistungen, beispielsweise durch die Aussetzung von Schuldendiensten oder Umschuldungsmaßnahmen in Ländern, in denen der Schuldendienst die Ausgaben für Gesundheit, Bildung oder soziale Sicherung übersteigt.
  • Aufbau und Umsetzung kindorientierter Vorsorgesysteme, die eine schnelle und umfassende Unterstützung von Kindern in Krisensituationen ermöglichen, einschließlich internationaler Zusammenarbeit zur Minderung der Auswirkungen aktueller und künftiger Schocks.

„Diese Krise gefährdet das Leben und die Zukunft von Kindern“, sagte Russell. „Wenn die Welt nicht rasch handelt, werden die kombinierten Auswirkungen von Konflikten, wirtschaftlicher Instabilität und steigenden Kosten Millionen Kinder in noch tiefere Armut treiben. Wir könnten erleben, wie hart erkämpfte Entwicklungsfortschritte wieder verloren gehen.“

Hinweise für Redaktionen

Aufgrund des anhaltenden Konflikts und bestehender Datenlücken weist der Bericht darauf hin, dass nur ein Teil der Länder des Nahen Ostens in den globalen Gesamtschätzungen enthalten ist. Zudem werden keine gesonderten Schätzungen für die Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) ausgewiesen. Stattdessen werden jene Länder des Nahen Ostens, für die Daten vorliegen, den jeweiligen kontinentalen Gesamtwerten zugerechnet.

Methodischer Hinweis

Der Bericht betrachtet zwei Szenarien – ein ungünstiges („adverse“) und ein schwerwiegendes („severe“) Szenario.

  • Das ungünstige Szenario verfolgt einen konservativen Ansatz und schreibt nur jene Inflationsabweichungen der Krisensituation zu, die über dem Niveau eines hypothetischen Szenarios ohne Krieg liegen.
  • Das schwerwiegende Szenario geht von einer deutlich stärkeren Verschlechterung der makroökonomischen Rahmenbedingungen infolge einer langanhaltenden oder sich verschärfenden Krise aus.

In Übereinstimmung mit der Methodik der Weltbank beziehungsweise der Poverty and Inequality Platform (PIP) wird Armut anhand internationaler Armutsgrenzen bewertet, die den Standards von Ländern mit niedrigem beziehungsweise unterem mittlerem Einkommen entsprechen: 3,00 US-Dollar beziehungsweise 4,20 US-Dollar pro Person und Tag. Soweit Daten verfügbar sind, werden zusätzlich nationale Armutsgrenzen verwendet. Diese kommen jedoch ausschließlich in Ländern zum Einsatz, in denen offizielle nationale Armutsgrenzen oder veröffentlichte nationale Armutsschätzungen vorliegen, aus denen die jeweilige Armutsgrenze abgeleitet werden kann, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen.

Zum Bericht auf der Website von UNICEF International.

Foto- und Videomaterial zur redaktionellen Nutzung.

UNICEF Österreich
Michael Blauensteiner
Telefon: +43 660 38 48 821
E-Mail: blauensteiner@unicef.at
Website: https://unicef.at

PA: Austrian Development Agency veröffentlicht Geschäftsbericht 2025

Millionen Menschen profitierten im vergangenen Jahr von 446 Projekten, die Österreichs Agentur für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe in den Bereichen Wasser, Ernährungssicherheit sowie Geschlechtergleichstellung in Ländern des Globalen Südens förderte. Allein in der Ukraine erreichte sie 120.000 Menschen. Auch Umwelt- und Klimaschutz trieb die Austrian Development Agency gemeinsam mit ihren Partnern voran.

Die Austrian Development Agency (ADA) hat ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Der Bericht bietet einen umfassenden Rückblick auf ein Jahr, in dem internationale Zusammenarbeit angesichts wachsender globaler Herausforderungen weiter an Bedeutung gewonnen hat – und gleichzeitig in Österreich und darüber hinaus mit einer überaus angespannten budgetären Situation konfrontiert war. Der Bericht erscheint erstmals als interaktives Online-Format als integraler Bestandteil der neu gelaunchten ADA-Website.  
 
Aufzeigen, welche Wirkung Österreichs Beitrag schafft 
„Mit unserem digitalen Geschäftsbericht und der überarbeiteten Website schaffen wir einen zeitgemäßen Zugang zu unserer Arbeit und zeigen noch transparenter, wofür wir öffentliche Mittel einsetzen. Gerade in Zeiten wachsender globaler und auch budgetärer Herausforderungen ist für uns wichtiger denn je, nachvollziehbar zu machen, welche Wirkung unser Beitrag für bessere Lebensbedingungen weltweit erzielt – für unsere Partnerländer, aber auch für Österreich“, sagt ADA-Geschäftsführer Bernd Brünner. 
 
So erreichte Österreichs Agentur für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen im vergangenen Jahr etwa 120.000 Menschen in der Ukraine und ihren Nachbarländern mit dringend benötigter humanitärer Hilfe, während über 2,8 Millionen Menschen Zugang zu Trinkwasser erhielten, mehr als 3 Millionen Frauen und Männer von Maßnahmen für Geschlechtergleichstellung profitierten, über 850.000 Menschen mit Nahrungsmittelhilfe versorgt wurden und 13 Naturschutzgebiete unterstützt werden konnten. 
 
Starke Resultate trotz angespannter Budgetlage
Trotz einer angespannten Budgetlage, die auch die ADA vor enorme Herausforderungen stellte und zu Einsparungen zwang, setzte sie gemeinsam mit ihren Partnern im vergangenen Jahr insgesamt 446 Projekte um. Dafür sorgte das vom Außenministerium bereitgestellte Kernbudget von 121,325 Millionen Euro sowie zusätzliche Mittel aus dem Auslandskatastrophenfonds und Drittmittel internationaler Partner.  
 
Erstmals rein digitale Veröffentlichung
Der ADA-Geschäftsbericht ist erstmals als rein digitale Anwendung konzipiert. Nutzerinnen und Nutzer können sich neben Texten und Kennzahlen auch durch Videos oder Audioformate klicken. Der Online-Bericht ist Teil der neu gestalteten ADA-Website, die als digitaler Kommunikations- und Servicehub ebenfalls einen Relaunch durchlief. Eine klarere Struktur sowie neue Funktionen – darunter eine erweiterte Projektsuche und ein Förderportal als zentrale Anlaufstelle für Förderpartner – machen Informationen leichter auffindbar und damit die Darstellung eingesetzter Mittel noch transparenter. 
 
Der ADA-Geschäftsbericht 2025 ist ab sofort online abrufbar unter: www.entwicklung.at/geschaeftsbericht2025.

Austrian Development Agency
Die Austrian Development Agency (ADA) ist Österreichs Agentur für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe. Die ADA arbeitet mit internationalen Organisationen, öffentlichen Stellen, der Zivilgesellschaft, Bildungseinrichtungen und Unternehmen in Afrika, Asien, Südost- und Osteuropa zusammen. Gemeinsam mit den Menschen in Österreichs Partnerländern schafft die ADA bessere Lebensbedingungen in deren Heimat – etwa durch Aus- und Weiterbildung, die Förderung von Kleinunternehmen oder innovative Lösungen für Wasserversorgung und Landwirtschaft. Armut mindern, Frieden fördern und Umwelt schützen stehen im Zentrum ihrer Arbeit. Für ein gutes Leben und eine sichere Zukunft für alle.
 
Rückfragehinweis:
Austrian Development Agency (ADA),
Österreichs Agentur für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Mag.a Katharina Schreiber
Tel.: +43 1 903 99-2410
Mobil: +43 676 839 03 410
katharina.schreiber@ada.gv.at
www.entwicklung.at

Kommentar: EZA-Budget: Das Glas ist halb leer

Die gute Nachricht: Die massiven Kürzungen bei Österreichs Entwicklungszusammenarbeit sind vorerst gestoppt. Die schlechte Nachricht: Österreich bleibt immer weiter hinter seinen internationalen Zusagen zurück.

Von Lukas Schlögl (ÖFSE), Juni 2026
Am 10. Juni präsentierte Finanzminister Markus Marterbauer das aktuelle Doppelbudget der Bundesregierung für die Jahre 2027/28. Viele Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) haben dieses mit Spannung erwartet. Immerhin hatte das letzte Doppelbudget (2025/26) die öffentlichen Ausgaben für bilaterale EZA dramatisch gekürzt. Der bisherige Finanzplan des Bundes sah zudem vor, die Ausgaben des Außenministeriums in den kommenden Jahren weiter zu senken.

Das neue Budget bringt Entwarnung: Der Worst Case ist nicht eingetreten. Die Ausgaben für das Außenministerium für EZA bleiben 2027 auf dem bereits gekürzten Niveau von 2026, d.h. auf 149 Millionen Euro. Für die bilaterale EZA bedeutet das: Zumindest vorläufig gibt es keine weiteren Einschnitte. 2028 ist dann ein leichter Anstieg vorgesehen. Die Beiträge des Finanzministeriums an internationale Organisationen bleiben ebenfalls konstant, auf dem Niveau von 2025, wobei die Mittel 2026 gekürzt wurden. Zudem plant die Bundesregierung hier laut Finanzrahmen ab 2028 weitere Kürzungen.
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PA: Jugend Eine Welt vergisst nicht auf die notleidenden Menschen in Tigray

Lage in Krisenregion im Norden Äthiopiens durch mögliches Aufflammen des Bürgerkriegs zusätzlich verschärft | Heiserer: „Keiner in Österreich kann sich Leid in Tigray vorstellen.“

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni macht die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt auf die weiterhin dramatische Lage in der nordäthiopischen Region Tigray aufmerksam. Dreieinhalb Jahre nach dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs leben noch immer Hunderttausende Binnenvertriebene in Flüchtlingslagern und Notunterkünften. Die angespannte Sicherheitslage verschärft die Situation zusätzlich. Aus Sorge vor einem Wiederaufflammen der Kämpfe hat die äthiopische Zentralregierung zuletzt die Schulen für vier Monate geschlossen. „Wir erleben in Tigray eine Krise, die international kaum noch Aufmerksamkeit erhält, obwohl die Not vieler Menschen immer größer wird. Deshalb verbinden wir seit Jahren akute Nothilfe mit langfristigen Maßnahmen, die den Menschen wieder Hoffnung und Zukunftsperspektiven geben sollen“ , erklärt Wolfgang Wedan, Globaler Nothilfekoordinator von Jugend Eine Welt.

    Erschütternde Eindrücke Gemeinsam mit Philippa Belcredi, Leiterin der Programmabteilung von Jugend Eine Welt , besuchte Wedan vor wenigen Wochen Projektstandorte und Flüchtlingslager in Tigray. Die Eindrücke seien erschütternd gewesen. „Rund 90 Prozent der öffentlichen Schulen, die wir besucht haben, sind nach wie vor von Binnenvertriebenen belegt. Man weiß schlicht nicht, wo die Menschen sonst untergebracht werden sollen. Gleichzeitig fehlen dadurch Lernorte für Kinder und Jugendliche, die ohnehin schon Jahre ihrer Schulbildung verloren haben“ , berichtet Wedan.

    Katastrophale Verhältnisse in Flüchtlingscamps Besonders prekär sind die Bedingungen in den Flüchtlingscamps. In der Stadt Adwa leben 40.000 Menschen auf dem Gelände einer ehemaligen Fabrik, die während des Krieges geplündert wurde. „Jede Familie verfügt dort nur über wenige Quadratmeter, die durch aufgehängte Decken oder Planen voneinander getrennt sind. Der Anblick ist bedrückend“ , schildert Belcredi. Hinzu kommen massive Versorgungsprobleme. „Es gibt viel zu wenig Nahrung. Erste Todesfälle aufgrund von Unterernährung wurden in den letzten Wochen gemeldet. Dazu kommt die extreme Wasserknappheit. Wasser muss mit einem Tankwagen zum Camp gebracht werden. Aufgrund des Treibstoffmangels in der Region – wenn überhaupt vorhanden, dann kostet ein Liter auf dem lokalen Markt mittlerweile EUR 4,50 – steht die Wasserversorgung praktisch still. Das betrifft nicht nur Trinkwasser, sondern auch das Wasser zum Kochen und Duschen. Demensprechend katastrophal sind die hygienischen Zustände. Die vorhandenen acht (!) Toiletten für 40.000 Geflüchtete funktionieren meist nicht. Für die Duschen gibt es kein Wasser. Mangels Alternativen versuchen sich die verzweifelten Menschen im Camp mit Asche zu reinigen“ , berichtet Belcredi. Fehlende Abfallentsorgung und mangelnde Beleuchtung führen zudem dazu, dass nachts immer wieder Hyänen in die Lager eindringen. In der Vergangenheit wurden dabei sogar Kinder angegriffen.

    Belasteter Bildungsalltag Neben den Folgen von Krieg und Vertreibung belastet vor allem der Mangel an Lernmaterialien den Bildungsalltag der Mädchen und Buben. Schulbücher, Hefte und Stifte sind vielerorts kaum vorhanden, da Familien ihr knappes Geld für Wasser und Lebensmittel benötigen. „Für viele Kinder sind ein Bleistift oder ein Schulheft keine Selbstverständlichkeit. Oft wird Wissen mündlich vermittelt, weil Bücher fehlen. Die Kinder können sich nichts aufschreiben und müssen darauf hoffen, sich alles zu merken“ , so Wedan.

    Bitte helfen Sie! Gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos, langjährige Projektpartner in der Region, unterstützt Jugend Eine Welt deshalb neben der Nothilfe auch Bildungs- und Ausbildungsprogramme. In sogenannten „Child Friendly Spaces“ finden Kinder Schutz, psychosoziale Betreuung und die Möglichkeit zu lernen und zu spielen. Wenn ausreichend Lebensmittel vorhanden sind, erhalten sie dort auch Mahlzeiten, wie zum Beispiel frisch gebackenes Brot, um den Hunger zu stillen. „Die Situation bleibt äußerst herausfordernd und wird durch das mögliche Aufflammen des Bürgerkriegs noch verschärft. Die Menschen in Tigray brauchen nicht nur Hilfe zum Überleben, sondern auch Chancen für die Zukunft. Beides gehört untrennbar zusammen“ , appelliert Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt . „Bitte vergessen Sie nicht auf die notleidenden Menschen und helfen Sie mir Ihrer Spende. Keiner von uns hier in Österreich kann sich nur im Geringsten vorstellen, was für ein Leid in Tigray seit Jahren passiert.“

Rückfragehinweis:
Jugend Eine Welt | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Thomas Zach, MA
Telefon: +4366488632574
E-Mail: thomas.zach@jugendeinewelt.at
Website: https://www.jugendeinewelt.at

Veranstaltungshinweis: FairStyria-Tag des Landes Steiermark am 24. Juni 2026

„Glokale“ Zusammenarbeit – die Steiermark als starker Partner zur SDG-Umsetzung

Was auf internationaler Ebene im Großen mit „Global Gateway“ – einem EU-Instrument für globale Infrastrukturpartnerschaften – geschaffen wurde, besteht auf „glokaler“ Ebene bereits seit langem.

Die Steiermark setzt seit Beginn des Engagements für Entwicklungszusammenarbeit im Jahr 1981 auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Akteurinnen und Akteuren in Ländern des globalen Südens und solchen in der Steiermark, die durch ihre Kompetenz und Expertise auf Ebene der lokalen Zusammenarbeit über Kontinente hinweg wesentliche Beiträge zur Umsetzung der SDGs leisten.

Am diesjährigen FairStyria-Tag am 24. Juni 2026 werden rund 30 steirische Organisationen und Vereine im Grazer Joanneumsviertel über ihre Erfahrungen und Erfolge der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zur Verringerung der Armut und zur Schaffung positiver Lebensperspektiven für Menschen in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas informieren. Die präsentierten Projekte tragen unmittelbar zur Umsetzung von SDG 2 (Hunger beseitigen), SDG 3 (Gesundheit), SDG 4 (Bildung) und SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit) bei.

Für Schulklassen werden interaktive Führungen sowie SDG-Escape Rooms und ein Theaterstück der VS Eisteich angeboten.  Anmeldung erforderlich!

=> Das Programm zum FairStyria-Tag  hier zum Download.

=> Das Programmheft zum FairStyria-Tag  hier zum Download

Kontakt und Information
Land Steiermark, A9 Kultur, Europa, Sport
Referat Europa und Internationales/FairStyria – Entwicklungszusammenarbeit
Maria Elßer | Rebecca Loder-Neuhold 
Tel. 0316/877-5518 oder 3877
E-Mail: fairstyria@stmk.gv.at

PA: 20 Jahre nach dem Massaker von Muttur: Tötung von 17 humanitären Helfern bleibt ungesühnt – Aktion gegen den Hunger fordert neue Untersuchung

Rund 20 Jahre nach der Ermordung von 17 Mitarbeitenden von Aktion gegen den Hunger im sri-lankischen Muttur fordert die internationale Hilfsorganisation eine neue Untersuchung.

Am 4. August 2006 wurden die humanitären Helferinnen und Helfer in ihrem Büro getötet. Sie waren durch T-Shirts und Westen deutlich als humanitäre Helfer gekennzeichnet. Obwohl zahlreiche Hinweise auf eine mutmaßliche Verantwortung der sri-lankischen Sicherheitskräfte hindeuten, bleibt eine juristische Aufarbeitung aus. Bis heute ist das Verbrechen ungesühnt. 

„Auch 20 Jahre nach dem Tod unserer 17 Kolleginnen und Kollegen kämpfen wir weiter für Gerechtigkeit. Sie wurden getötet, während sie Menschen in Not unterstützten – viele von ihnen standen noch am Anfang ihres beruflichen Lebens. Für ihre Familien ist dieser Verlust bis heute nicht überwunden. Auch für uns als Mitarbeitende von Aktion gegen den Hunger bleibt die Erinnerung lebendig und der Schmerz spürbar. Dass die Verantwortlichen bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, ist inakzeptabel. Humanitäre Helferinnen und Helfer dürfen niemals Ziel von Gewalt werden“, fordert Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger.

In einem offiziellen Brief fordert Aktion gegen den Hunger die Regierung von Sri Lanka auf, die jahrzehntelange Straflosigkeit zu beenden und eine neue Untersuchung einzuleiten. Diese müsse internationalen Standards entsprechen, insbesondere in Bezug auf Transparenz und den Schutz von Zeuginnen und Zeugen. Zugleich appelliert die Organisation an die internationale Gemeinschaft, dieses Anliegen zu unterstützen und alles daranzusetzen, die Wahrheit über dieses Verbrechen aufzuklären. Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul haben wir aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Verantwortlichen für die Angriffe zur Rechenschaft gezogen werden.

Familien warten seit 20 Jahren auf Gerechtigkeit

Das Massaker von Muttur gehört zu den tödlichsten Angriffen auf humanitäre Helfer weltweit. Aktion gegen den Hunger sowie mehrere internationale Institutionen – darunter das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, die Sri Lanka Monitoring Mission und weitere Nichtregierungsorganisationen – kommen seit Jahren übereinstimmend zu dem Schluss, dass der Angriff höchstwahrscheinlich von sri-lankischen Sicherheitskräften verübt wurde und dass es zahlreiche Versuche gab, die Tat zu vertuschen.

Seit zwei Jahrzehnten leben die Angehörigen der Opfer mit dem Verlust, dem Schmerz und der fehlenden Gerechtigkeit. „Selbst nach 20 Jahren ist der Schmerz über das Geschehene noch immer in meinem Herzen. Ich vermisse meinen Bruder. Die Verantwortlichen sollten endlich bestraft werden“, berichtet ein Familienmitglied. „Dieser Verlust wird mich mein Leben lang begleiten.“

Zunehmende Angriffe auf humanitäre Helfer

Das humanitäre Völkerrecht schützt Helferinnen und Helfer ausdrücklich vor Angriffen, dennoch nimmt die Gewalt gegen sie weltweit zu. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden mehr als 1.000 humanitäre Helferinnen und Helfer getötet. In Krisenzeiten stehen sie an vorderster Front, leisten lebenswichtige Hilfe und retten Menschenleben. Ihr Schutz ist unverzichtbar, um die Versorgung notleidender Menschen sicherzustellen.

„Die ausbleibende Aufarbeitung dieses Verbrechens in Muttur sendet seit Jahren ein fatales Signal: dass Angriffe auf humanitäre Helferinnen und Helfer ungestraft bleiben. Gleichzeitig erleben wir einen alarmierenden Anstieg solcher Gewalt. Es ist dringend notwendig, dass die sri-lankischen Behörden Verantwortung übernehmen, die Wahrheit ans Licht zu bringen und endlich Gerechtigkeit herzustellen“, so Friedrich-Rust.

Weitere Informationen zum Massaker von Muttur: www.aktiongegendenhunger.de/hunger/ursachen/konflikte/massaker-muttur

Hinweis an die Redaktionen

Sprecher*innen verfügbar: Gerne vermitteln wir Interviews, Gastbeiträge oder Hintergrundgespräche.

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

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Vassilios Saroglou / Markus Winkler
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PA: Somalia: 500 Gesundheitszentren mussten wegen Mittelkürzungen schließen – CARE warnt vor Hungersnot

Mittelkürzungen, Dürre und steigende Kosten treiben Somalia in eine humanitäre Katastrophe. 500 Gesundheitszentren mussten schließen, knapp 500.000 Kinder leiden unter lebensbedrohlichem Hunger. CARE fordert sofortiges Handeln.

Fast zwei Millionen Kinder sind in Somalia akut mangelernährt, knapp 500.000 davon in lebensbedrohlichem Zustand. Seit Jänner mussten landesweit 500 Gesundheitseinrichtungen wegen gravierender Finanzierungslücken schließen – darunter 50 von CARE unterstützte Gesundheits- und Ernährungszentren in Puntland, Somaliland, Galmudug und Lower Juba. Dort wurden monatlich tausende schwangere Frauen und Kinder behandelt. Die Schließungen unterbrechen die lebensrettende Versorgung von Millionen Menschen. Eine anhaltende Dürre verschärft die Lage zusätzlich. Die Hilfsorganisation CARE warnt vor einer drohenden Hungersnot.

„Das ist ein Zusammenbruch“

„In Galmudug ist die Lage katastrophal. Mittelkürzungen haben zur Schließung von elf Gesundheitszentren geführt, Bargeldhilfen und Projekte zur Verbesserung der Wasserversorgung wurden eingestellt. Familien haben keinen Zugang mehr zu Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser oder Nahrung. Mütter sehen zu, wie ihre Kinder immer schwächer werden, schwangere Frauen haben keine Anlaufstelle. Krankheiten wie Cholera, Masern und Diphtherie breiten sich aus. Das ist keine langsam wachsende Krise. Das ist ein Zusammenbruch“, warnt Abdikadir Ore, CARE-Nothilfekoordinator in Somalia.

In Kismayo berichten Pflegekräfte von CARE und Partnerorganisationen von einem starken Zustrom erschöpfter und dehydrierter Schwangerer in den verbliebenen Gesundheitseinrichtungen. Viele von ihnen sind tagelang ohne Nahrung und Wasser zu Fuß unterwegs, auf der Suche nach Versorgung, die längst nicht mehr gewährleistet ist. 

Steigende Kosten durch Konflikt im Nahen Osten

Die Krise wird durch Konflikte, Klimaschocks, Vertreibung, wirtschaftliche Instabilität und massive Mittelkürzungen angetrieben. Rund sechs Millionen Menschen in Somalia sind von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Ein erwartetes El-Niño-Ereignis zwischen Juni und Juli sowie damit verbundene Ernteausfälle durch Wetterextreme könnten die Lage weiter verschärfen.

Gleichzeitig treiben globale Lieferkettenstörungen infolge der Schließung der Straße von Hormuz die Kosten für Lebensmittel, Treibstoff und Hilfsgüter weiter in die Höhe. Die Wasserpreise sind in manchen Regionen um bis zu 300 Prozent gestiegen. Auch lebensrettende Hilfsmittel werden teurer: Ein Karton therapeutischer Milch zur Behandlung schwerer Mangelernährung bei Kindern kostete 2024 noch 139 US-Dollar – 2026 sind es bereits 200 US-Dollar, ein Anstieg von rund 44 Prozent in nur zwei Jahren.

CARE fordert mehr Mittel für humanitäre Hilfe

„Die Hungerkrise in Somalia zwingt Familien zu unmöglichen Entscheidungen: Mütter müssen wählen, welches Kind heute etwas zu essen bekommt. Wer jetzt nicht handelt, riskiert Menschenleben“, warnt Ummy Dubow, CARE‑Länderdirektorin in Somalia. „Bis eine Hungersnot offiziell ausgerufen wird, ist es für die Kinder, die jetzt sterben, bereits zu spät.“

CARE stellt gemeinsam mit lokalen Partnern Bargeld zur Deckung der dringendsten Bedürfnisse, Gesundheitsversorgung, Ernährungshilfe und Schutzleistungen für Familien in Somalia bereit. Doch ohne rasche Zusatzfinanzierung drohen auch diese Programme gekürzt zu werden. CARE fordert daher eine sofortige Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe – flexibel, gerecht und mit besonderem Fokus auf der Unterstützung lokaler und von Frauen geführter Organisationen, die in Krisengebieten an vorderster Front arbeiten. Alle Konfliktparteien müssen humanitäre Hilfe ungehindert zulassen und das humanitäre Völkerrecht einhalten, um die Zivilbevölkerung zu schützen.

Rückfragen:
Stephanie Weber
Media Officer
CARE Österreich
A-1080 Wien, Lange Gasse 30/4
Tel.: +43 (1) 715 0 715-42
E-mail: stephanie.weber@care.at
Internet: www.care.at

PA: Hilfskürzungen könnten globale Risiken verschärfen: Studie verknüpft Entwicklungshilfe mit Rohstoffinteressen der EU und USA

  • Brisanter Zusammenhang: Studie  von Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) und des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) verknüpft Entwicklungshilfe mit Rohstoffinteressen der EU und der USA
  • Weltweite Folgewirkungen: Kürzungen der EU- und US-Hilfe könnten humanitäre Bedingungen, die Umwelt und Lieferketten beeinträchtigen.
  • Hilfe scheint Rohstoffinteressen zu folgen: Finanzströme scheinen mit Ländern verbunden zu sein, die strategische Rohstoffe liefern.
  • Anhaltende Zweifel an Unabhängigkeit: Zusammenhänge zwischen Entwicklungshilfe und Rohstoffimporten werfen Fragen zu Vergabekriterien auf.
  • Geopolitische Machtverschiebungen: Veränderungen wie die Auflösung von USAID könnten die globale Entwicklungszusammenarbeit neu gestalten.
  • Einzigartige Studie: Basierend auf OECD- und Handelsdaten vergleicht die Studie über 1,7 Millionen Hilfsprojekte mit Handelsströmen über 200 Länder hinweg und ist damit in ihrem Umfang beispiellos. 

Die globale Entwicklungshilfe erlebt nach den jüngsten milliardenschweren Kürzungen durch die größten Geberländer, insbesondere die Vereinigten Staaten und Mitglieder der Europäischen Union, einen bedeutenden Wandel. Ein kürzlich von der OECD veröffentlichter Bericht zeigt, dass 26 OECD-Länder ihre Entwicklungshilfe im Jahr 2025 gekürzt haben. Die weltweit größte Entwicklungsagentur, USAID, wurde im Juli 2025 aufgelöst. Eine aktuelle Studie des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) und des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) untersucht potenzielle Auswirkungen dieser Entwicklungen und hebt mögliche humanitäre, ökologische und geopolitische Folgen hervor, einschließlich neuer Risiken für globale Lieferketten. Die Analyse zeigt systematische Zusammenhänge zwischen offizieller Entwicklungshilfe (Official Development Assistance – ODA) und Handelsbeziehungen. 

Die Studie zeigt, dass ODA – einschließlich Hilfe, die ungebunden, humanitär oder anderweitig nicht mit Handel verbunden ist – offenbar mit geopolitischen Überlegungen und umfassenderen wirtschaftlichen Zielen von Geberländern wie den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union verknüpft ist. Die Studie basiert auf den neuesten verfügbaren OECD- und Handelsdaten und vergleicht Hilfsströme aus mehr als 1,7 Millionen Entwicklungsprojekten mit Handelsströmen zwischen 200 Ländern, was sie in ihrem Umfang beispiellos macht. 

„Zwischen 2011 und 2022 flossen Milliarden an Hilfsgeldern in Länder, die strategische Rohstoffe für die USA und die EU liefern, was auf Bemühungen hinweist, Lieferketten und geopolitischen Einfluss zu sichern. Selbst vermeintlich unabhängige humanitäre Hilfe zeigt starke Verbindungen zu den Handelsinteressen der Geberländer, was darauf hindeutet, dass sie weit stärker geopolitisch und wirtschaftlich motiviert ist als bislang angenommen“, erklärt Studienautor und ASCII-Direktor Peter Klimek. 

EU und USA setzen unterschiedliche Prioritäten bei der Mittelvergabe 

Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede in den Finanzierungsprioritäten der beiden größten Geberregionen – der EU und den USA – zwischen 2020 und 2022. Auf die Vereinigten Staaten entfielen über 80 % der globalen Hilfszusagen in den Bereichen Bevölkerungspolitik und reproduktive Gesundheit. Sie trugen außerdem ungefähr 50 % der weltweiten Finanzierung zur Stärkung von Regierungen und Zivilgesellschaft bei. Darüber hinaus waren mehrere Länder wie Ägypten, Indien und Bangladesch stark von US-Hilfe für den Ausbau ihrer Verkehrsinfrastruktur abhängig. Die Europäische Union konzentrierte sich dagegen stärker auf Bildung und soziale Infrastruktur. Über 60 % der weltweiten Finanzierung in diesen Bereichen wurden von EU-Ländern bereitgestellt, ebenso wie mehr als 50 % der Gesamtfinanzierung für Wasser- und Sanitärversorgung. 

Vermeintlich unabhängige oder humanitäre Entwicklungshilfe scheint Handelsinteressen zu folgen 

Während offizielle Entwicklungshilfe darauf abzielt, unabhängig und ohne ausdrückliche Bedingungen geleistet zu werden, zeigt die Analyse für den Zeitraum 2011–2022 anhaltende statistische Zusammenhänge zwischen humanitärer und umweltbezogener Entwicklungshilfe sowie den Rohstoffhandelsmustern der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union. Diese Muster gehen über Programme hinaus, die ausdrücklich als „Aid for Trade“ klassifiziert werden. Besonders starke Zusammenhänge zeigen sich zwischen biodiversitätsbezogener Hilfe und Importen bestimmter Rohstoffe und Agrarprodukte: darunter Kakao und Kakaoprodukte in die Vereinigten Staaten sowie Erze und Asche in die Europäische Union. Diese Produkte werden in der Fachliteratur häufig mit Umweltbelastungen wie Biodiversitätsverlust, Entwaldung und der Degradierung von Ökosystemen in Verbindung gebracht.

Die beobachteten Korrelationen sind vergleichsweise hoch  die Werte lagen im Untersuchungszeitraum durchschnittlich bei 0,89 für Kakaoimporte in die USA sowie bei 0,86 für Erze und Asche in die EU (auf einer Skala von -1 bis 1). Ähnlich starke Zusammenhänge zeigen sich auch zwischen humanitärer Hilfe in Bereichen wie Gesundheit, Infrastruktur oder konfliktbezogener Unterstützung und dem Handel mit Edelsteinen, Metallen und anderen mineralischen Rohstoffen. Diese Ressourcen stammen häufig aus politisch fragilen oder konfliktbetroffenen Regionen, in denen Rohstoffförderung mit erheblichen ökologischen und sozialen Risiken verbunden sein kann.

Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass höhere Rohstoffimporte der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union systematisch mit höheren Niveaus an Entwicklungshilfe in bestimmten Sektoren der exportierenden Länder verbunden sind. Eine allgemeine positive Beziehung zwischen Handel und Entwicklungshilfe zeigt sich jedoch nicht durchgehend. Die beobachteten Muster stehen mit unterschiedlichen möglichen Interpretationen im Einklang, darunter überlappende geografische Prioritäten, koordinierte politische Strategien oder breitere geopolitische und wirtschaftliche Verflechtungen.

„Humanitäre Hilfe, die formal unparteiisch und unabhängig sein soll, könnte in der Praxis mit Bemühungen verbunden sein, Umwelt-, Gesundheits- und Governance-Herausforderungen zu bewältigen, die mit Rohstoffgewinnung zusammenhängen. Gleichzeitig kann sie mit Bedingungen zusammenfallen, die einen stabilen und vorhersehbaren Zugang zu Rohstoffen für die Vereinigten Staaten und die Europäische Union unterstützen“, erklärt Asjad Naqvi, ASCII-Forscher und Senior Economist am WIFO. 

Zusammenhänge spiegeln bekannte SDG-Konflikte wider 

Die Ergebnisse legen nahe, dass Entwicklungshilfe häufig in Kontexten vergeben wird, in denen unterschiedliche Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele miteinander verflochten sind. Dabei können Zielkonflikte zwischen wirtschaftlicher Entwicklung (z. B. SDG 8) oder Ernährungssicherheit (SDG 2) einerseits sowie ökologischer Nachhaltigkeit, Gesundheit und institutioneller Stabilität (z. B. SDGs 15, 3 und 16) andererseits sichtbar werden. Vor diesem Hintergrund könnten Hilfsströme teilweise mit Bemühungen zusammenfallen, ökologische, soziale oder institutionelle Folgen von Rohstoffgewinnung und wirtschaftlicher Aktivität abzufedern, auch wenn die Analyse selbst keine kausalen Zusammenhänge untersucht. 

„Offizielle Entwicklungshilfe (ODA) gilt als wesentliche Finanzierungsquelle zur Förderung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, daher überrascht es nicht, dass die in dieser Studie identifizierten Zusammenhänge etablierte Zielkonflikte widerspiegeln“, sagt Studienautorin und ASCII-Forscherin Rosie Hayward.

Angesichts des Umfangs der beobachteten Zusammenhänge zwischen Handel und ODA könnten Veränderungen der Hilfsniveaus das Risiko bergen, diese Zielkonflikte zu verschärfen.

US-Rückzug aus Entwicklungshilfe und Fokus auf handelsgetriebene Kooperation verändern geopolitische Dynamiken 

Jüngste Veränderungen im Umfang und in der Ausrichtung der Entwicklungshilfe der Vereinigten Staaten sowie Kürzungen durch andere große Geberländer wie Frankreich und Deutschland deuten auf einen grundlegenden Wandel internationaler Kooperationsmodelle hin. Mit der angekündigten US-Initiative „trade over aid“ zeichnet sich zudem eine stärkere Verlagerung hin zu privatwirtschaftlichen Investitionen und handelsorientierten Partnerschaften als Alternative zur klassischen Entwicklungszusammenarbeit ab.

Solche investitions- und handelsgetriebenen Ansätze könnten jedoch mit ähnlichen Zielkonflikten zwischen den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) verbunden sein, wie sie auch in den beobachteten Zusammenhängen zwischen Handel und Entwicklungshilfe sichtbar werden – insbesondere im Hinblick auf Umweltbelastungen, Gesundheitsrisiken und soziale Auswirkungen rohstoffintensiver Wirtschaftsaktivitäten. Ohne geeignete politische und institutionelle Rahmenbedingungen könnten damit weiterhin Risiken für globale Stabilität, Nachhaltigkeit und soziale Entwicklung verbunden bleiben.

Die Autor:innen der Studie betonen daher die Bedeutung eines internationalen, kooperativen und für alle Beteiligten möglichst vorteilhaften Ansatzes zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Rohstoffsicherheit und nachhaltiger Entwicklung.

Über die Studie
Die Studie kombiniert zwei globale Datensätze: das Creditor Reporting System (CRS) der OECD, das offizielle, standardisierte und vergleichbare Daten zu Hilfsströmen aus dem Entwicklungshilfeausschuss und teilnehmenden Ländern an den Rest der Welt für mehr als 1,7 Millionen Projekte bereitstellt, einschließlich detaillierter Informationen zu Zweck, politischen Zielsetzungen und Zielsektoren, sowie den CEPII-BACI-Datensatz, der jährliche bilaterale Handelsströme für 200 Länder auf Produktebene enthält. Download.

Über das Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII)Das Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) ist ein unabhängiges, weltweit führendes Lieferketteninstitut für interdisziplinäre, datengetriebene Analysen globaler Produktions- und Logistiknetzwerke – mit dem Ziel, resiliente, nachhaltige und zukunftsfähige Lieferketten zu gestalten. Das Institut wurde als Forschungs-Joint Venture vom Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) gemeinsam mit dem Complexity Science Hub (CSH), dem Logistikum der Fachhochschule Oberösterreich und dem Verein Netzwerk Logistik (VNL) gegründet. www.ascii.ac.at
 
Kontakt:
Wissenschaft: Asjad Naqvi, asjad.naqvi@wifo.ac.at, +43 680 22 45 790
Pressesprecherin: Ines Matzelle, press@ascii.ac.at, +43 664 25 41 320

PA: Straße von Hormus: Folgen der Schließung treffen mangelernährte Kinder in Somalia und Malawi am härtesten

CARE warnt vor den dramatischen Folgen der Schließung der Straße von Hormus, da die Kosten für lebensrettende Hilfe explodieren / „Wenn lebensrettende Behandlung ausbleibt, wird Hunger zum Todesurteil“

 Die Schließung der Straße von Hormus infolge des Konflikts im Nahen Osten hat dramatische Auswirkungen auf die humanitäre Versorgung im östlichen und südlichen Afrika. Besonders betroffen sind Kinder in Somalia und Malawi, warnt die Hilfsorganisation CARE. Innerhalb von nur zwei Monaten haben sich die Transportkosten für lebensrettende therapeutische Spezialnahrung mehr als verdreifacht – von 55 auf 200 US-Dollar pro Karton. Ein Behandlungsprogramm, das ursprünglich 300 schwer mangelernährte Kinder unter fünf Jahren versorgen sollte, erreicht damit nur noch 83 Kinder.

Eine Analyse von IPC (Integrated Food Security Phase Classification) hat ergeben, dass derzeit jede dritte Person in Somalia unter akuter Ernährungsunsicherheit leidet. Fast zwei Millionen Menschen befinden sich bereits in einer schweren Notlage – rund eine halbe Million mehr als ursprünglich prognostiziert. Für 2026 wird erwartet, dass rund 1,9 Millionen Kinder wegen akuter Mangelernährung behandelt werden müssen.

„Jede Verzögerung, jedes leere Lager bedeutet, dass wir ein Kind nicht rechtzeitig erreichen. Wenn lebensrettende Behandlung ausbleibt, wird Hunger zum Todesurteil. Das darf niemals die Realität für ein Kind sein“, sagt Ummy Dubow, CARE-Länderdirektorin in Somalia.

Malawi: Versorgungsengpässe verschärfen Ernährungskrise

In Malawi leiden derzeit mehr als vier Millionen Menschen – fast ein Viertel der Bevölkerung – unter akuter Ernährungsunsicherheit. Mehr als ein Drittel der Harnstoffimporte und knapp ein Viertel aller Düngemittelimporte des Landes sind von Transportwegen durch die Straße von Hormus abhängig. Die Treibstoffpreise sind bereits um rund 35 Prozent gestiegen.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt: Ein Rückgang der Düngemittelverfügbarkeit in Subsahara-Afrika um zehn Prozent könnte die regionalen Lebensmittelpreise um bis zu acht Prozent erhöhen – mit direkten Folgen für die Ernährungssicherheit von Kindern und Familien. Für Mädchen steigt zudem das Risiko von Schulabbrüchen und Frühverheiratung.

Weltweit bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich von Hunger bedroht

Das Welternährungsprogramm (WFP) prognostiziert, dass bis Juni weitere 45 Millionen Menschen weltweit von akuter Hungersnot betroffen sein könnten, wenn der Konflikt im Nahen Osten andauert und der Ölpreis dauerhaft über 100 US-Dollar pro Barrel bleibt.

„Die explodierenden Kosten für Lebensmittel, Treibstoff und Transport werden erhebliche Folgen für internationale Hilfseinsätze haben. Und das nach dem Jahr mit den größten Kürzungen humanitärer Hilfsgelder in der Geschichte. Am härtesten trifft es jene, die bereits jetzt unter Hunger, der Klimakrise und Konflikten leiden – darunter vor allem Frauen und Mädchen. Wenn Nahrung knapp wird, verzichten sie oft als Erste auf Mahlzeiten“, warnt Robyn Savage, CARE-Direktorin für weltweite Nothilfeeinsätze.

CARE fordert sofortiges Handeln

Die Wiederöffnung der Straße von Hormus ist entscheidend, damit humanitäre Hilfe Kinder, Frauen und Familien in Krisengebieten erreichen kann. Selbst bei einer sofortigen Wiedereröffnung werden die Lieferketten noch monatelang gestört bleiben.

CARE fordert die internationale Gemeinschaft auf, humanitären Zugang sicherzustellen und die Finanzierung humanitärer Hilfe deutlich auszuweiten. Dazu gehört insbesondere die Unterstützung lokaler und von Frauen geführter Organisationen, die in Krisengebieten an vorderster Front arbeiten. Robyn Savage ergänzt: „Ein anhaltender, inklusiver und umfassender Waffenstillstand ist der einzige Weg, um die Zivilbevölkerung zu schützen und eine globale Hungerkrise zu verhindern. Humanitäre Hilfe muss sicher, vollständig und ungehindert alle Menschen in akuter Not erreichen können.“

Stephanie Weber
Media Officer
CARE Österreich
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