Archiv der Kategorie: Termin

Aktion: WM-Start: Rote Karte gegen Kinderarbeit

Weltweit müssen noch immer 138 Millionen Kinder arbeiten, obwohl sich die internationale Staatengemeinschaft vorgenommen hatte, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden. Zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni setzt die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar als Teil der Initiative „Kinderarbeit stoppen“ mit der Aktion „Rote Karte gegen Kinderarbeit“ ein wichtiges Zeichen für die Rechte von Kindern und fordert die Bundesregierung auf, der internationalen Allianz 8.7 gegen Kinderarbeit beizutreten.

138 Millionen Kinder schuften unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen – etwa auf Plantagen, in Fabriken, Minen oder privaten Haushalten. Statt die Schule zu besuchen, werden sie ihrer Chancen auf Bildung und ein selbstbestimmtes Leben beraubt. Dabei hatte sich die internationale Staatengemeinschaft mit dem Nachhaltigkeitsziel SDG 8.7 vorgenommen, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden. Dieses Ziel wurde klar verfehlt. Kinderarbeit zählt weiterhin zu den größten Verletzungen von Kinderrechten weltweit.

Die Initiative „Kinderarbeit stoppen“ fordert daher von der österreichischen Bundesregierung, als konkreten Schritt der Allianz 8.7 beizutreten. In diesem internationalen Zusammenschluss arbeiten Staaten gemeinsam an konkreten Maßnahmen gegen Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Menschenhandel. Deutschland, die Niederlande und Frankreich übernehmen bereits als sogenannte „Pathfinder Countries“ eine Vorreiterrolle.

Kinder zeigen der Kinderarbeit die Rote Karte

Kinder, Jugendliche und Erwachsene setzen selbst ein starkes Zeichen. Sie zeigen die Rote Karte gegen Kinderarbeit, machen ein Foto und teilen es in den sozialen Medien. „Kinderarbeit ist ein Foul an den Rechten von Kindern. Deshalb zeigen wir ihr die Rote Karte. Jedes Kind hat das Recht auf Bildung, Freizeit und Schutz vor Ausbeutung. Österreich soll Verantwortung übernehmen und der Allianz 8.7 beitreten“, sagt Sigrid Kickingereder, Geschäftsführerin der Katholischen Jungschar und ihrer Dreikönigsaktion.

Kinderstimmen gegen Kinderarbeit

Besonders eindrucksvoll kommen Kinder selbst zu Wort. Für die Videoserie „Kinderstimmen gegen Kinderarbeit“ wurden rund 50 Kinder und Jugendliche aus Österreich, Kenia, Kolumbien, Nicaragua, Indien, den Philippinen und Südafrika gefragt, was sie von Kinderarbeit halten. Die Antworten sind so unterschiedlich wie die Kinder selbst – und zugleich erstaunlich einig. Sie wollen lernen, spielen, Freund*innen treffen und ihre Zukunft gestalten, statt arbeiten zu müssen.

„Wenn ich eine Superkraft hätte, dann wäre es die Kraft der Verbindung, denn gemeinsam können wir sagen: Kinderarbeit stoppen“, sagt die 16-jährige Leyda Lisseth (Nicaragua). Lalita (Indien) fordert: „Sagt ‚Nein‘ zu Kinderarbeit. Jedes Kind hat das Recht, frei zu sein, zur Schule zu gehen und eine glückliche Kindheit zu genießen.“ Und Joseph (Kenia) bringt die Botschaft vieler Kinder auf den Punkt: „Lasst die Kinder Kinder sein!“

Gemeinsam gegen Kinderarbeit aktiv werden

Zudem können Bürger*innen mit einer österreichweiten E-Mailaktion Bundeskanzler Christian Stocker, Sozialministerin Korinna Schumann und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger direkt zum Handeln auffordern und den Beitritt Österreichs zur Allianz 8.7 unterstützen.

Fotos zur Aktion /Rote Karte gegen Kinderarbeit“: https://www.flickr.com/photos/kjsoe/albums/72177720334002360/

Infos zu „Rote Karte gegen Kinderarbeit“: www.kinderarbeitstoppen.at/rote-karte-gegen-kinderarbeit

Link zur Mailaktion: https://www.kinderarbeitstoppen.at/gerechtigkeit-fordern

Videoserie: Kinderstimmen gegen Kinderarbeit: www.kinderarbeitstoppen.at/kinderstimmen-gegen-kinderarbeit

Die Initiative „Kinderarbeit stoppen“ ist ein Bündnis aus der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Jugend Eine Welt, FAIRTRADE Österreich, Kindernothilfe Österreich und solidar Austria. Gemeinsam mit Partnerorganisationen im Globalen Süden setzt sich das Bündnis dafür ein, Kinder aus ausbeuterischer Arbeit zu befreien, den Schulbesuch zu ermöglichen und die Rechte von Kindern zu stärken.

Kontakt:
Dreikönigsaktion
Telefon: +43 676 88011 1073
E-Mail: georg.bauer@dka.at

Veranstaltungsankündigung: Öl, Extraktivismus und die Klimakrise: Aktivismus in Zeiten von shrinking spaces

Gemeinsam mit Menschenrechtsaktivist;innen wird bei der Veranstaltung vom VIDC am 8. Juni in Wien diskutiert, welche Folgen unternehmerische Interessen europäischer Konzerne auf Mensch, Umwelt und Klima in Uganda haben, welche Strategien sie in Zeiten von wachsender Autokratie und shrinking civil spaces entwickelt haben, die Notwendigkeit von transnationaler Solidarität und welche Rolle Österreich spielen kann.

Zurzeit baut die ugandische Regierung mit internationalen Ölkonzernen wie Total Energies mit Hochdruck an über 400 Ölbrunnen und der längsten beheizten Ölpipeline der Welt, der East African Crude Oil Pipeline (EACOP). Als Motor für wirtschaftliche Entwicklung beworben, sorgte das fossile Großprojekt jedoch bereits für zahlreiche unzulässige Landenteignungen und die Zerstörung der Lebensgrundlagen vieler Anwohnerinnen, Repressionen gegen Kritikerinnen, Zerstörung sensibler Ökosysteme und massive soziale, ökonomische und psychische Langzeitfolgen für lokale Gemeinschaften. Gleichzeitig regt sich seit Jahren ziviler Widerstand gegen die East African Crude Oil Pipeline, von den betroffenen Gemeinden vor Ort bis zu internationalen aktivistischen Netzwerken.

Am Podium
– Janepher Baitwamasa ist Programmkoordinatorin der Organisation Navigators of Development Association (NAVODA).
– Christopher Opio leitet die Oil Refinery Residents Association (ORRA) und gründete die Jugendorganisation NatureTalk Africa (NaTa).
– Nicholas Omonuk gründete End Fossil Occupy Uganda und  Mitglied bei Agape Earth Coalition, Fridays for Future, United for Climate Justice. 
– Fatim Selina Diaby engagiert sich an der Schnittstelle von Gesundheit, Klima und Gerechtigkeit.

Mehr Info und Anmeldung

Pressekonferenz der ARGE Weltläden: Österreichs Weltläden trotzen Einzelhandelskrise

Umsatzplus der Weltläden ist doppelt so stark wie der gesamte Biomarkt.

Der österreichische Einzelhandel befindet sich in einer tiefen Krise. Die Umsätze des Gesamt-handels sinken kontinuierlich, die Zahl der Insolvenzen im Handel erreichte ein Rekordniveau. In den Kleinstädten steigen die Leerstandsquoten immer weiter an. In vielen Gemeinden zählen Weltläden heute zu den letzten verbliebenen Frequenzbringern in den Innenstädten – Orte der Begegnung, der qualifizierten Beratung und bewusster Kaufentscheidungen und sie zeigen: Ein anderes Wirtschaften ist möglich – und zwar erfolgreich.

Dieses stabile Wachstum ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines klaren Gegenmodells zum konventionellen Handel: bewusster Konsum und ein Handelsmodell das soziale Gerechtigkeit, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Stabilität miteinander verbindet.

Die ARGE Weltläden präsentiert bei dieser Pressekonferenz detaillierte Ergebnisse der Branche.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Start der neuen weiblichen Doppelspitze der österreichischen Weltläden. Sie steht für Aufbruch, Professionalisierung und die konsequente Weiterentwicklung eines Handels, der den Menschen – entlang der gesamten Lieferkette – in den Mittelpunkt stellt.

Die Botschaft ist klar:
Fairer Handel ist kein Nischenmodell, sondern ein zukunftsfähiges Gegenmodell zum kriselnden Handel.

Termin:
Donnerstag, 16.4.2026, 10:00 Uhr
Ort: C3 – Centrum für Internationale Entwicklung, Alois Wagner-Saal, Sensengasse 3, 1090 Wien
Anbei der Teams-Link zur PK: Pressekonferenz Arbeitsgemeinschaft Weltläden: Österreichs Weltläden trotzen der Einzelhandelskrise | Besprechung beitreten | Microsoft Teams

Als Gesprächspartnerinnen stehen Ihnen zur Verfügung:

•     Gerti Jaksch-Fliegenschnee, Obfrau der ARGE Weltläden

•     Johanna Aigner, Geschäftsführerin der ARGE Weltläden

Die ARGE Weltläden ist der österreichische Dachverband zur Förderung, Vernetzung und Professionalisierung der Weltläden. Sie vertritt 88 Standorte in ganz Österreich, hat 1993 Fairtrade Österreich mitbegründet und arbeitet seit fast 50 Jahren für eine Welt, in der fairer Handel die Regel ist – nicht die Ausnahme.

Für Rückfragen und Akkreditierung:
Johanna Aigner
Mobil: +43 (0)699 18144695   johanna.aigner@weltlaeden.at

Aviso: Pressetermin 14.04.2026: Hilfe kürzen? Kommt zurück wie ein Bumerang

Pressetermin mit Foto-Option am 14. April am Wr. Heldenplatz: NGOs appellieren an Regierung, das nächste Budget für Entwicklung und Humanitäre Hilfe zumindest auf dem Niveau von 2024 abzusichern

Inmitten einer weltweiten Krisenspirale verliert Österreich an Handlungsfähigkeit, denn ausgerechnet beim internationalen Engagement hatte die Bundesregierung im Doppelbudget für 2025 und 2026 den Sparstift angesetzt. Bis Ende 2026 wird das Budget für internationale Entwicklung, Humanitäre Hilfe, entwicklungspolitische Inlandsarbeit und Friedensförderung um rund ein Drittel gesunken sein.

Bei einem Pressetermin mit Foto-Option am Wiener Heldenplatz werden der entwicklungspolitische und humanitäre Dachverband AG Globale Verantwortung und Mitgliedsorganisationen – darunter CARE Österreich, Caritas Österreich, Diakonie Österreich, Österreichisches Rotes Kreuz – davor warnen, dass ein kaputtgespartes internationales Engagement

  • viele Regionen weiter destabilisiert,
  • die Krisenspirale zusätzlich befeuert und
  • Millionen Menschen die Zukunftschancen raubt.

Kurzsichtige Sparmaßnahmen werden auf Österreich zurückschlagen wie ein Bumerang.

Lukas Wank, Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung, wird vor Pressevertreter*innen sprechen und an die Bundesregierung appellieren, den Bumerang zu stoppen. Im Zuge des Budgets für 2027 und 2028 kann die Regierung noch eine echte Trendwende einläuten, um eine friedlichere, gerechtere und stabilere Welt mitzugestalten. Dafür ist es notwendig, die Kürzungen zurückzunehmen und das Budget für Entwicklung und Humanitäre Hilfe zumindest auf dem Niveau von 2024 abzusichern.

Details Pressetermin

  • 14. April 2026, 09:30 Uhr
  • Treffpunkt vor dem Erzherzog-Karl-Denkmal am Heldenplatz, 1010 Wien

Lukas Wank und Geschäftsführer*innen von Mitgliedsorganisationen stehen anschließend für Interviews zur Verfügung.

Rückfragen:
Hannah Hauptmann (sie/ihr)
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

hannah.hauptmann@globaleverantwortung.at
presse@globaleverantwortung.at
Tel.: +43 1/522 44 22 – 15

Internationale Gedenk- und Aktionstage

22. April: Tag der Erde
Er findet in über 175 Ländern statt. Die Idee hinter dem auch als Earth Day bezeichneten Aktionstag ist, für einen ökologischen bzw. umweltbewussten Lebensstil zu werben.

3. Mai: Internationaler Tag der Pressefreiheit.
Mit diesem Tag wird seit 1994 jährlich auf Verletzungen der Pressefreiheit sowie auf die grundlegende Bedeutung freier Berichterstattung für die Existenz von Demokratien aufmerksam gemacht.

8. Mai: Internationaler Weltrotkreuz- und Rothalbmondtag
Inoffizieller internationaler Gedenk- und Feiertag, anlässlich des Geburtstags von Henry Dunant, dem Begründer der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung.

15. Mai: Internationaler Tag der Familie
Ein offizieller Gedenktag der Vereinten Nationen.

16. Mai: Internationaler Tag des Lichts
Die UNESCO hebt an diesem Tag die Bedeutung des Lichts hervor, unter anderem in Wissenschaft, Kultur, Kunst, Bildung, Medizin, Kommunikation und Energienutzung.

17. Mai: Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT)
Die Initiative zu diesem Tag ging von Louis-George Tin aus, der heute der französischen Sektion der International Lesbian and Gay Association vorsteht. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, damals strich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel.

21. Mai: Internationaler Welttag der kulturellen Entwicklung
Auch „Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung“, ausgerufen von der UNESCO.

25. Mai: Afrikatag
Der Afrikatag ist ein jährlicher Erinnerungstag an die Gründung der Organisation für Afrikanische Einheit am 25. Mai 1963. Sie gilt als Vorgängerorganisation der 2001 gegründeten Afrikanischen Union. An diesem Tag wurde in Addis Abeba (Äthiopien) die Charta von 30 afrikanischen Staaten unterzeichnet. In vielen Ländern Afrikas ist der 25. Mai seitdem ein gesetzlicher Feiertag.

1. Juni: Internationaler Kindertag
Der auch Weltkindertag oder Internationaler Tag des Kindes genannte Tag wird in über 145 Staaten der Welt begangen, um auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder und speziell auf die Kinderrechte aufmerksam zu machen. Es gibt aber kein einheitliches Datum. In über 40 Staaten, wie in China, in vielen mittel- und osteuropäischen Ländern sowie Nachfolgestaaten der Sowjetunion wird am 1. Juni der Internationale Kindertag begangen. In Deutschland und Österreich wird am 20. September der Weltkindertag ausgerichtet, aber auch der 1. Juni als Internationaler Kindertag gefeiert. Die Vereinten Nationen begehen den Weltkindertag am 20. November als Internationalen Tag der Kinderrechte, dem Jahrestag, an dem die UN-Vollversammlung die Kinderrechtskonvention von 1989 verabschiedete; auch diesem Datum haben sich viele Staaten angeschlossen.

1. Juni: Weltbauerntag, Welterntetag und Weltmilchtag
Ausgerufen von UNESCO, UNO und FAO.

5. Juni: Internationaler Weltumwelttag
Ausgerufen 1972 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen.

8. Juni: Internationaler Welttag der Ozeane 
Dieser Aktionstag hat seinen Ursprung im Erdgipfel am 8. Juni 1992 in Rio de Janeiro. Seit 2009 er als Welttag der Ozeane von den Vereinten Nationen begangen. Ziel des Tages ist es, weltweit Aufmerksamkeit für aktuelle Herausforderungen im Zusammenhang mit den Ozeanen zu erlangen.

Geplante Wahlen in Ländern des Globalen Südens

Dschibuti: 10. April: Präsidentschaftswahl
Benin: 12. April: Präsidentschaftswahl
Peru: 12. April: Präsidentschaftswahl und Parlamentswahl
Kap Verde: 17. Mai: Parlamentswahl
Guinea: 14. Mai: Parlamentswahl
Kolumbien: 31. Mai: Präsidentschaftswahl
Äthiopien: 1. Juni: Parlamentswahl
Algerien: geplant für 2. Juli: Parlamentswahl
São Tomé und Príncipe: 19. Juli: Präsidentschaftswahl
Haiti: 30. August: 1. Wahlgang der Präsidentschafts- und Parlamentswahl
Marokko: 23. September: Parlamentswahl
Brasilien: 4. Oktober: Parlamentswahl

PA: Österreichische Liga für Menschenrechte feiert 100-jähriges Bestehen

16. 03.2026. In einem Festakt an der Universität Wien wird heute der Gründung der Österreichischen Liga für Menschenrechte gedacht. Seit einem Jahrhundert setzen sich ihre Mitglieder für die Durchsetzung und Einhaltung von universellen Menschenrechten ein. Diese sind wichtig, weil sie jeden Menschen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion, Behinderung oder Meinung, schützen. Sie sichern grundlegende Freiheiten und ein Leben in Würde, etwa Schutz vor Gewalt, Willkür und Diskriminierung. Außerdem bilden Menschenrechte eine gemeinsame Grundlage dafür, wie Staaten mit Menschen fair und gerecht umgehen sollen.

„Sie [die Liga] will das öffentliche Gewissen gegen alle Verletzungen der Menschen- und Bürgerrechte schärfen, für die Weiterbildung der Gesetzgebung, besonders des Ehe- und Strafrechtes in diesem Sinne eintreten, die demokratische Kontrolle von Justiz, Verwaltung und Unterricht sichern, sowie für die Völkerverständigung und Friedenserziehung wirken.“

1926, Gründungsidee der Österreichischen Liga für Menschenrechte

Wien, 16. März 2026 – Vor genau 100 Jahren, am 16. März 1926, wurde in Wien die Österreichische Liga für Menschenrechte gegründet – nach dem Vorbild der bereits seit 1898 in Frankreich bestehenden Ligue des droits de l’homme. Damals wie heute steht die Liga für die Einhaltung universeller Menschenrechte und den Schutz der Würde jedes Einzelnen. Bei ihrer Gründung ging es um Forderungen wie die Abschaffung der Todesstrafe, den Einsatz für die Rechte von Frauen, den Kampf gegen Diskriminierung jeder Art sowie den Schutz von geflüchteten Personen. René Cassin, Mitglied der französischen Liga, war einer der zentralen Mitwirkenden an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die 1948 von der internationalen Staatengemeinschaft beschlossen wurde. Heute stehen die Menschenrechte in Österreich im Verfassungsrang, Gesetze müssen in ihrem Sinne beschlossen und umgesetzt werden. 

Barbara Helige, Präsidentin der Liga für Menschenrechte: „Wir sind stolz auf 100 Jahre unermüdlichen Einsatz für die Menschenrechte in Österreich. Wie wichtig das ist, zeigt sich an den tiefgreifenden positiven Entwicklungen seither, beispielsweise bei den Rechten von Frauen, Kindern und Menschen mit Behinderung. Wir setzen uns dafür ein, dies nicht nur zu bewahren, sondern auch weiterzuentwickeln. Als unverbesserliche Optimistin bin ich überzeugt, dass das möglich ist und die Achtung und Wahrung der Menschenrechte trotz mancher Rückschläge unumkehrbar ist. Gerade wegen der derzeit weltweit autoritären Tendenzen ist unser Engagement aktueller denn je.“

Juristische Expertise seit 100 Jahren

Die Arbeit der Liga legt den Fokus auf die Achtung der Menschenrechte in Staat und Gesellschaft. Das erreicht sie durch Vermittlung von juristischer Expertise, oft in Zusammenarbeit mit Ministerien oder Behörden. In Veranstaltungen, Vorträgen, im Liga-Magazin sowie im jährlich erscheinenden Menschenrechtsbefund wird auf Missstände hingewiesen und die Einhaltung der Grundrechte eingefordert. Helige: „Wir kritisieren, was notwendig ist. Zu unseren Prinzipien gehören absolute Unabhängigkeit von politischen Parteien, Regierung und jeder konfessionellen Vereinigung. Wir richten uns ausschließlich nach dem Anspruch, die Würde jedes Einzelnen zu wahren.“

Für gleichgeschlechtliche Liebe und das Recht auf Abtreibung

Nur wenige Jahre, bevor die Liga gegründet wurde, erlangten Frauen in Österreich endlich das Wahlrecht (1919). Die Gleichstellung von Frau und Mann umfasste jedoch noch lange nicht alle Lebensbereiche. Schon bald machte sich der Verein für eine Reform der Gesetze „über die Abtreibung der Leibesfrucht“ und für eine Eherechtsreform stark. Auch in einem anderen gesellschaftlich tabuisierten Bereich setzte sich die Liga für progressive Forderungen ein: „In der sogenannten Ekstein Petition forderten zahlreiche Mitglieder – ebenso prominente Persönlichkeiten wie Sigmund Freud oder Arthur Schnitzler – explizit die Abschaffung eines Strafbestandes, der einvernehmliche gleichgeschlechtliche Handlungen als Unzucht wider die Natur unter Strafe stellte. Tatsächlich sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis diese Forderungen erfüllt wurden“, berichtet Christopher Treiblmayr, der seit Jahren die Geschichte der österreichischen und europäischen Ligen erforscht. 

Kampf gegen Diskriminierung und UPR-Projekt

Der Einsatz gegen Diskriminierung jeder Art prägte die Liga von Anfang an, dazu zählt auch der Kampf gegen den bereits vor dem „Anschluss“ virulenten Antisemitismus. Um einer Auflösung durch die Nationalsozialisten zuvorzukommen, löste sich die Liga 1938 selbst auf. Viele Mitglieder, vor allem jüdische, mussten fliehen, wurden verfolgt oder ermordet. Die Wiedergründung im Jahr 1946 wurde von den Alliierten dezidiert als demokratische und antifaschistische Initiative begrüßt. In der Zweiten Republik setzte sich die Liga in besonderem Maß für die Rechte der slowenischen und kroatischen Volksgruppen ein, deren im Staatsvertrag von 1955 zugesicherte Rechte vielfach nicht vollständig umgesetzt wurden. Schon vor 1938 hatte sich die Liga intensiv für Staatenlose eingesetzt, nach dem Zweiten Weltkrieg rückten Flucht- und Migrationsbewegungen erneut in den Mittelpunkt. Der Schutz der Rechte von geflüchteten Menschen ist bis heute ein zentrales Anliegen der Liga. Ein weiterer Schwerpunkt war und ist das UPR-Projekt (1), für das die Liga die Menschenrechtssituation entlang der vom UN-Menschenrechtsrat entwickelten Empfehlungen und deren Umsetzung durch die Bundesregierung beobachtet. Sie koordiniert dabei über 350 österreichische NGOs.

(1) Die Österreichische Liga für Menschenrechte koordiniert im Rahmen des Universal Periodic Review (UPR)-Prozesses  einen großen Teil der österreichischen Zivilgesellschaft. Mehr dazu: https://liga.or.at/universal-periodic-review-upr/ 

Österreichische Liga für Menschenrechte: 

Die Österreichische Liga für Menschenrechte setzt sich seit 1926 für die Umsetzung und Einhaltung der Menschenrechte ein. Sie greift aktuelle Themen auf und arbeitet in Veranstaltungen, Projekten und durch Öffentlichkeitsarbeit mit den unterschiedlichsten Zielgruppen zu menschenrechtlich relevanten Themen. Die Liga ist das österreichische Mitglied der Fédération internationale pour les droits humains (FIDH) und international sowie national mit anderen NGOs sehr gut vernetzt. 

Österreichische Liga für Menschenrechte: 

Die Österreichische Liga für Menschenrechte setzt sich seit 1926 für die Umsetzung und Einhaltung der Menschenrechte ein. Sie greift aktuelle Themen auf und arbeitet in Veranstaltungen, Projekten und durch Öffentlichkeitsarbeit mit den unterschiedlichsten Zielgruppen zu menschenrechtlich relevanten Themen. Die Liga ist das österreichische Mitglied der Fédération internationale pour les droits humains (FIDH) und international sowie national mit anderen NGOs sehr gut vernetzt. 

Weitere Infos:
www.liga.or.at 
https://liga.or.at/geschichte-der-oesterreichischen-liga-fuer-menschenrechte/ 
https://liga.or.at/forschungen-zu-den-menschenrechtsligen/ 

Rückfragen:

Barbara Helige
Österreichische Liga für Menschenrechte 
E-Mail: b.helige@gmx.at

Vera Krischke
Österreichische Liga für Menschenrechte 
Tel.: 0676 360 94 63 
E-Mail: admin@liga.or.at 

Online-Pressekonferenz: CARE-Krisenreport 2025 am 27. Januar 2026

Die humanitäre Lage spitzt sich weltweit und vielfältig zu: Konflikte werden langwieriger, die Klimakrise verschärft Notlagen, Kürzungen treffen die Ärmsten. Zahlreiche humanitäre Notlagen konkurrieren um Aufmerksamkeit vor dem Hintergrund zunehmend knapper Ressourcen.

Das zeigte sich 2025 auch in der Berichterstattung: Während die Kriege in Gaza, im Sudan und in der Ukraine die globalen Schlagzeilen dominierten, waren andere humanitäre Brennpunkte wenig sichtbar. Die Analyse von fünf Millionen Online-Artikeln im CARE-Krisenreport 2025 zeigt, welche zehn Krisen im Vorjahr weltweit am wenigsten mediale Beachtung fanden.

Im Rahmen eines Online-Pressegesprächs präsentiert CARE die zentralen Ergebnisse des Reports und diskutiert folgende Fragen: Warum geraten bestimmte humanitäre Krisen aus dem Blick? Welchen Preis zahlen die Betroffenen? Was können Medien, Politik und Zivilgesellschaft tun, damit die Not von Millionen Menschen mehr Beachtung findet?

Im Gespräch mit:
•    Karl-Otto Zentel, Generalsekretär CARE Deutschland (zugeschaltet aus Bonn) 
•    Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin CARE Österreich (zugeschaltet aus Wien) 
•    Charlene Pellsah Ambali, stv. Länderdirektorin CARE Simbabwe (zugeschaltet aus Harare) 
•    Hans Das, stv. Generaldirektor und Chief Operations Officer für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (DG ECHO) (zugeschaltet aus Brüssel)

Moderation:
•    Kelly Muthusi, CARE Regional Communications Associate für Ost- und Zentralafrika

Online-Mediengespräch: Zehn humanitäre Krisen, die 2025 keine Schlagzeilen machten 
•    Datum: 27.01.2026, 10:00 – 10:45 Uhr 
•    Ort: Online via Zoom

Hinweis für Redaktionen: Der Bericht und die damit zusammenhängenden Informationen unterliegen einer Sperrfrist bis zum 28. Januar 2026, 06:00 Uhr CET.

Das Mediengespräch findet auf Englisch statt. Um Anmeldung bei Katharina Kohl unter kohl@care.de wird gebeten.

Online-Vortrag: Nach den tödlichen Unruhen – ein Ausblick nach Tansanias historischem Bruch

Während der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Oktober letzten Jahres kam es landesweit zu Protesten. Ökonomische Perspektivlosigkeit, Korruption, zunehmende Repressionen sowie offensichtlicher Wahlbetrug der Regierung ließen den Unmut insbesondere der jüngeren Bevölkerung in allen großen Städten eskalieren. Die blutige Niederschlagung der Proteste markiert einen neuen Tiefpunkt in der immer autoritärer werdenden Politik der Regierung unter Suluhu Hassan. Wohin driftet das bis vor kurzem noch als Friedens- und Stabilitätsanker in Ostafrika geschätzte Land nach dieser historischen Zäsur?

Am 22. Jänner und 19 Uhr informiert darüber Christian Denzin, Leiter des Auslandsbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Tansania für SADDOC.

Er ist Leiter des Auslandsbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Tansania. Er vertritt dort die sozialdemokratische Stiftung in der Zusammenarbeit mit Politik, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften. Von 2020-2024 betreute er von Berlin aus die Arbeit der FES in Washington und leitete von 2015-2019 das FES Regionalprojekt für sozial-ökologische Transformation in Mexiko. Er hat einen Master of Arts in Global Studies der Universitäten Leipzig, Stellenbosch und Breslau.

​Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung an sekretariat@sadocc.at gebeten. Der Link wird zeitnah an die angemeldeten Personen verschickt.

Mehr Info

Aviso Pressegespräch: Präsentation Menschenrechtsbefund 2025

Anlässlich des Human Rights Day am 10. Dezember lädt die Österreichische Liga für Menschenrechte zur alljährlichen Präsentation des Menschenrechtsbefundes ein.

Die beim Pressegespräch präsentierten Themen:

  • Der Rechtsstaat in Gefahr
  • Die Klimakrise kostet Menschenleben und Menschenrechte
  • Situation im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Wann: Mittwoch, 10. Dezember 2025, 10 Uhr

Wo: Café Museum, 1010 Wien, Operngasse 7

Am Podium:

Barbara Helige: Präsidentin Österreichische Liga für Menschenrechte

Franz Essl: Ökologe und Biodiversitätsforscher, Universität Wien

Sebastian Öhner: Vorstandsmitglied mit Schwerpunkt Kinderrechte

Kontakt:

Vera Krischke, Österreichische Liga für Menschenrechte
Tel.: 0676 360 94 63
E-Mail: admin@liga.or.at

Österreichische Liga für Menschenrechte

Die Österreichische Liga für Menschenrechte setzt sich seit 1926 für die Umsetzung und Einhaltung der Menschenrechte ein. Sie greift aktuelle Themen auf und arbeitet in Veranstaltungen, Projekten und durch Öffentlichkeitsarbeit mit den unterschiedlichsten Zielgruppen zu menschenrechtlich relevanten Themen. Die Liga ist das österreichische Mitglied der FIDH und international sowie national mit anderen NGOs sehr gut vernetzt.

www.liga.or.at