Archiv der Kategorie: soziale Verantwortung

PA: Austrian Development Agency veröffentlicht Geschäftsbericht 2025

Millionen Menschen profitierten im vergangenen Jahr von 446 Projekten, die Österreichs Agentur für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe in den Bereichen Wasser, Ernährungssicherheit sowie Geschlechtergleichstellung in Ländern des Globalen Südens förderte. Allein in der Ukraine erreichte sie 120.000 Menschen. Auch Umwelt- und Klimaschutz trieb die Austrian Development Agency gemeinsam mit ihren Partnern voran.

Die Austrian Development Agency (ADA) hat ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Der Bericht bietet einen umfassenden Rückblick auf ein Jahr, in dem internationale Zusammenarbeit angesichts wachsender globaler Herausforderungen weiter an Bedeutung gewonnen hat – und gleichzeitig in Österreich und darüber hinaus mit einer überaus angespannten budgetären Situation konfrontiert war. Der Bericht erscheint erstmals als interaktives Online-Format als integraler Bestandteil der neu gelaunchten ADA-Website.  
 
Aufzeigen, welche Wirkung Österreichs Beitrag schafft 
„Mit unserem digitalen Geschäftsbericht und der überarbeiteten Website schaffen wir einen zeitgemäßen Zugang zu unserer Arbeit und zeigen noch transparenter, wofür wir öffentliche Mittel einsetzen. Gerade in Zeiten wachsender globaler und auch budgetärer Herausforderungen ist für uns wichtiger denn je, nachvollziehbar zu machen, welche Wirkung unser Beitrag für bessere Lebensbedingungen weltweit erzielt – für unsere Partnerländer, aber auch für Österreich“, sagt ADA-Geschäftsführer Bernd Brünner. 
 
So erreichte Österreichs Agentur für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen im vergangenen Jahr etwa 120.000 Menschen in der Ukraine und ihren Nachbarländern mit dringend benötigter humanitärer Hilfe, während über 2,8 Millionen Menschen Zugang zu Trinkwasser erhielten, mehr als 3 Millionen Frauen und Männer von Maßnahmen für Geschlechtergleichstellung profitierten, über 850.000 Menschen mit Nahrungsmittelhilfe versorgt wurden und 13 Naturschutzgebiete unterstützt werden konnten. 
 
Starke Resultate trotz angespannter Budgetlage
Trotz einer angespannten Budgetlage, die auch die ADA vor enorme Herausforderungen stellte und zu Einsparungen zwang, setzte sie gemeinsam mit ihren Partnern im vergangenen Jahr insgesamt 446 Projekte um. Dafür sorgte das vom Außenministerium bereitgestellte Kernbudget von 121,325 Millionen Euro sowie zusätzliche Mittel aus dem Auslandskatastrophenfonds und Drittmittel internationaler Partner.  
 
Erstmals rein digitale Veröffentlichung
Der ADA-Geschäftsbericht ist erstmals als rein digitale Anwendung konzipiert. Nutzerinnen und Nutzer können sich neben Texten und Kennzahlen auch durch Videos oder Audioformate klicken. Der Online-Bericht ist Teil der neu gestalteten ADA-Website, die als digitaler Kommunikations- und Servicehub ebenfalls einen Relaunch durchlief. Eine klarere Struktur sowie neue Funktionen – darunter eine erweiterte Projektsuche und ein Förderportal als zentrale Anlaufstelle für Förderpartner – machen Informationen leichter auffindbar und damit die Darstellung eingesetzter Mittel noch transparenter. 
 
Der ADA-Geschäftsbericht 2025 ist ab sofort online abrufbar unter: www.entwicklung.at/geschaeftsbericht2025.

Austrian Development Agency
Die Austrian Development Agency (ADA) ist Österreichs Agentur für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe. Die ADA arbeitet mit internationalen Organisationen, öffentlichen Stellen, der Zivilgesellschaft, Bildungseinrichtungen und Unternehmen in Afrika, Asien, Südost- und Osteuropa zusammen. Gemeinsam mit den Menschen in Österreichs Partnerländern schafft die ADA bessere Lebensbedingungen in deren Heimat – etwa durch Aus- und Weiterbildung, die Förderung von Kleinunternehmen oder innovative Lösungen für Wasserversorgung und Landwirtschaft. Armut mindern, Frieden fördern und Umwelt schützen stehen im Zentrum ihrer Arbeit. Für ein gutes Leben und eine sichere Zukunft für alle.
 
Rückfragehinweis:
Austrian Development Agency (ADA),
Österreichs Agentur für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Mag.a Katharina Schreiber
Tel.: +43 1 903 99-2410
Mobil: +43 676 839 03 410
katharina.schreiber@ada.gv.at
www.entwicklung.at

Kommentar: EZA-Budget: Das Glas ist halb leer

Die gute Nachricht: Die massiven Kürzungen bei Österreichs Entwicklungszusammenarbeit sind vorerst gestoppt. Die schlechte Nachricht: Österreich bleibt immer weiter hinter seinen internationalen Zusagen zurück.

Von Lukas Schlögl (ÖFSE), Juni 2026
Am 10. Juni präsentierte Finanzminister Markus Marterbauer das aktuelle Doppelbudget der Bundesregierung für die Jahre 2027/28. Viele Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) haben dieses mit Spannung erwartet. Immerhin hatte das letzte Doppelbudget (2025/26) die öffentlichen Ausgaben für bilaterale EZA dramatisch gekürzt. Der bisherige Finanzplan des Bundes sah zudem vor, die Ausgaben des Außenministeriums in den kommenden Jahren weiter zu senken.

Das neue Budget bringt Entwarnung: Der Worst Case ist nicht eingetreten. Die Ausgaben für das Außenministerium für EZA bleiben 2027 auf dem bereits gekürzten Niveau von 2026, d.h. auf 149 Millionen Euro. Für die bilaterale EZA bedeutet das: Zumindest vorläufig gibt es keine weiteren Einschnitte. 2028 ist dann ein leichter Anstieg vorgesehen. Die Beiträge des Finanzministeriums an internationale Organisationen bleiben ebenfalls konstant, auf dem Niveau von 2025, wobei die Mittel 2026 gekürzt wurden. Zudem plant die Bundesregierung hier laut Finanzrahmen ab 2028 weitere Kürzungen.
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Veranstaltungshinweis: FairStyria-Tag des Landes Steiermark am 24. Juni 2026

„Glokale“ Zusammenarbeit – die Steiermark als starker Partner zur SDG-Umsetzung

Was auf internationaler Ebene im Großen mit „Global Gateway“ – einem EU-Instrument für globale Infrastrukturpartnerschaften – geschaffen wurde, besteht auf „glokaler“ Ebene bereits seit langem.

Die Steiermark setzt seit Beginn des Engagements für Entwicklungszusammenarbeit im Jahr 1981 auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Akteurinnen und Akteuren in Ländern des globalen Südens und solchen in der Steiermark, die durch ihre Kompetenz und Expertise auf Ebene der lokalen Zusammenarbeit über Kontinente hinweg wesentliche Beiträge zur Umsetzung der SDGs leisten.

Am diesjährigen FairStyria-Tag am 24. Juni 2026 werden rund 30 steirische Organisationen und Vereine im Grazer Joanneumsviertel über ihre Erfahrungen und Erfolge der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zur Verringerung der Armut und zur Schaffung positiver Lebensperspektiven für Menschen in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas informieren. Die präsentierten Projekte tragen unmittelbar zur Umsetzung von SDG 2 (Hunger beseitigen), SDG 3 (Gesundheit), SDG 4 (Bildung) und SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit) bei.

Für Schulklassen werden interaktive Führungen sowie SDG-Escape Rooms und ein Theaterstück der VS Eisteich angeboten.  Anmeldung erforderlich!

=> Das Programm zum FairStyria-Tag  hier zum Download.

=> Das Programmheft zum FairStyria-Tag  hier zum Download

Kontakt und Information
Land Steiermark, A9 Kultur, Europa, Sport
Referat Europa und Internationales/FairStyria – Entwicklungszusammenarbeit
Maria Elßer | Rebecca Loder-Neuhold 
Tel. 0316/877-5518 oder 3877
E-Mail: fairstyria@stmk.gv.at

PA: 20 Jahre nach dem Massaker von Muttur: Tötung von 17 humanitären Helfern bleibt ungesühnt – Aktion gegen den Hunger fordert neue Untersuchung

Rund 20 Jahre nach der Ermordung von 17 Mitarbeitenden von Aktion gegen den Hunger im sri-lankischen Muttur fordert die internationale Hilfsorganisation eine neue Untersuchung.

Am 4. August 2006 wurden die humanitären Helferinnen und Helfer in ihrem Büro getötet. Sie waren durch T-Shirts und Westen deutlich als humanitäre Helfer gekennzeichnet. Obwohl zahlreiche Hinweise auf eine mutmaßliche Verantwortung der sri-lankischen Sicherheitskräfte hindeuten, bleibt eine juristische Aufarbeitung aus. Bis heute ist das Verbrechen ungesühnt. 

„Auch 20 Jahre nach dem Tod unserer 17 Kolleginnen und Kollegen kämpfen wir weiter für Gerechtigkeit. Sie wurden getötet, während sie Menschen in Not unterstützten – viele von ihnen standen noch am Anfang ihres beruflichen Lebens. Für ihre Familien ist dieser Verlust bis heute nicht überwunden. Auch für uns als Mitarbeitende von Aktion gegen den Hunger bleibt die Erinnerung lebendig und der Schmerz spürbar. Dass die Verantwortlichen bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, ist inakzeptabel. Humanitäre Helferinnen und Helfer dürfen niemals Ziel von Gewalt werden“, fordert Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger.

In einem offiziellen Brief fordert Aktion gegen den Hunger die Regierung von Sri Lanka auf, die jahrzehntelange Straflosigkeit zu beenden und eine neue Untersuchung einzuleiten. Diese müsse internationalen Standards entsprechen, insbesondere in Bezug auf Transparenz und den Schutz von Zeuginnen und Zeugen. Zugleich appelliert die Organisation an die internationale Gemeinschaft, dieses Anliegen zu unterstützen und alles daranzusetzen, die Wahrheit über dieses Verbrechen aufzuklären. Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul haben wir aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Verantwortlichen für die Angriffe zur Rechenschaft gezogen werden.

Familien warten seit 20 Jahren auf Gerechtigkeit

Das Massaker von Muttur gehört zu den tödlichsten Angriffen auf humanitäre Helfer weltweit. Aktion gegen den Hunger sowie mehrere internationale Institutionen – darunter das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, die Sri Lanka Monitoring Mission und weitere Nichtregierungsorganisationen – kommen seit Jahren übereinstimmend zu dem Schluss, dass der Angriff höchstwahrscheinlich von sri-lankischen Sicherheitskräften verübt wurde und dass es zahlreiche Versuche gab, die Tat zu vertuschen.

Seit zwei Jahrzehnten leben die Angehörigen der Opfer mit dem Verlust, dem Schmerz und der fehlenden Gerechtigkeit. „Selbst nach 20 Jahren ist der Schmerz über das Geschehene noch immer in meinem Herzen. Ich vermisse meinen Bruder. Die Verantwortlichen sollten endlich bestraft werden“, berichtet ein Familienmitglied. „Dieser Verlust wird mich mein Leben lang begleiten.“

Zunehmende Angriffe auf humanitäre Helfer

Das humanitäre Völkerrecht schützt Helferinnen und Helfer ausdrücklich vor Angriffen, dennoch nimmt die Gewalt gegen sie weltweit zu. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden mehr als 1.000 humanitäre Helferinnen und Helfer getötet. In Krisenzeiten stehen sie an vorderster Front, leisten lebenswichtige Hilfe und retten Menschenleben. Ihr Schutz ist unverzichtbar, um die Versorgung notleidender Menschen sicherzustellen.

„Die ausbleibende Aufarbeitung dieses Verbrechens in Muttur sendet seit Jahren ein fatales Signal: dass Angriffe auf humanitäre Helferinnen und Helfer ungestraft bleiben. Gleichzeitig erleben wir einen alarmierenden Anstieg solcher Gewalt. Es ist dringend notwendig, dass die sri-lankischen Behörden Verantwortung übernehmen, die Wahrheit ans Licht zu bringen und endlich Gerechtigkeit herzustellen“, so Friedrich-Rust.

Weitere Informationen zum Massaker von Muttur: www.aktiongegendenhunger.de/hunger/ursachen/konflikte/massaker-muttur

Hinweis an die Redaktionen

Sprecher*innen verfügbar: Gerne vermitteln wir Interviews, Gastbeiträge oder Hintergrundgespräche.

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Pressekontakt

Vassilios Saroglou / Markus Winkler
Tel. 030 – 279 099 776
E-Mail presse@aktiongegendenhunger.de
Website www.aktiongegendenhunger.de

PA: Jugend Eine Welt zum „Internationalen Tag gegen Kinderarbeit“: Kinderarbeit stoppen, Zukunft ermöglichen!

138 Mio. Kinder müssen weltweit arbeiten. Heiserer: „Unser Wohlstand in Österreich darf nicht auf der Ausbeutung von Kindern beruhen.“

„Kinderarbeit ist ein weltweites Problem. Während Kinder im Globalen Süden schuften müssen, profitieren wir in Österreich von ihrer Ausbeutung durch den Kauf billiger Produkte. Denn Kinderarbeit findet vor allem dort statt, wo viele unserer alltäglichen Produkte ihren Ursprung haben. Also wo Rohstoffe abgebaut oder weiterverarbeitet werden“ , betont Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt , anlässlich des „Internationalen Tag gegen Kinderarbeit“ am 12. Juni. Als Bündnispartner der Initiative „Kinderarbeit stoppen“ appelliert Jugend Eine Welt daher: Helfen Sie mit, Kinderarbeit zu stoppen und ermöglichen Sie den Kindern eine Zukunft!

    In der Armutsspirale gefangen „Ich habe Buben und Mädchen gesehen, die stundenlang Steine zerschlagen, Staub einatmen und ihre Kräfte verlieren. Oder Kinder, die kilometerlange Märsche zurücklegen müssen, um Wasser zu holen“ , gibt Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Heiserer Einblicke in seine letzten Projektreisen nach Sierra Leone und Äthiopien. „Fast alle haben denselben Traum: In die Schule gehen zu können und zu lernen, damit sie der Armutsspirale, in der sie gefangen sind, entkommen können. Genau dafür setzen wir uns bei Jugend Eine Welt ein. Gemeinsam mit unseren Projektpartnern vor Ort holen wir Kinder aus gefährlicher Arbeit, geben ihnen Schutz und unterstützen sie auf ihrem Bildungsweg. Etwa durch die Finanzierung von Schul- und Berufsausbildungsprojekten.“

    138 Mio. Kinder von Kinderarbeit betroffen Rund 138 Millionen Mädchen und Buben im Alter zwischen 5 und 17 Jahren sind laut Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO von Kinderarbeit betroffen. Davon arbeiten an die 54 Millionen in besonders gefährlichen Bereichen. 57 Prozent der betroffenen Kinder sind unter 12 Jahre alt. „Kinderarbeit ist Symptom und zugleich Ursache eines Teufelskreises: Viele Kinder, die in Armut leben, müssen arbeiten und können daher nicht in die Schule gehen bzw. brechen sie frühzeitig ab. Andere schaffen nur einen Grundschulabschluss. Eine gute und zukunftsträchtige Berufsausbildung bleibt für sie meist nur ein verträumtes Gedankenspiel“ , erzählt Heiserer. Entsprechend schlecht sind die Chancen von Kinderarbeiterinnen und Kinderarbeitern auf eine existenzsichernde Beschäftigung, wenn sie einmal erwachsen sind. „Um ihre Familie ernähren zu können, sind sie später oftmals selbst auf die Mitarbeit der eigenen Kinder angewiesen – so schließt sich der Teufelskreis“ , so der Jugend Eine Welt-Geschäftsführer.

    Kinderarbeit auch in Österreich präsent Die Arten der Kinderarbeit weltweit sind vielfältig. Vor allem Buben schuften in Minen, Steinbrüchen oder Fabriken. Meist geht es um Produkte, die rund um den Globus gehandelt werden, etwa um Kakao, Kaffee, Baumwolle, Naturstein, Gold, Zuckerrohr, Textilien und viele mehr. Mädchen werden hingegen meist versteckt und rund um die Uhr als schlecht bezahlte Hilfen im Haushalt ausgebeutet. Darüber hinaus haben sie keinen Schutz vor tätlichen Übergriffen.

    Alle vier Jahre veröffentlicht „The Bureau of International Labor Affairs (ILAB)“ eine Liste mit Produkten, bei denen die Annahme besteht, dass sie auch mit Kinderhänden hergestellt werden. Zuletzt beinhaltete die „List of goods“ 204 verdächtige Produkte aus 82 Ländern, wie zum Beispiel Schokolade, Gold, Kaffee, Zucker, Tee, Baumwolle, Tabak, aber auch Kleidung sowie elektronische Teile und Materialien, die in Smartphones eingebaut sind. „Länder wie Nigeria, Elfenbeinküste, Indien, Pakistan, Venezuela oder Ecuador sind für uns in Österreich so weit weg und nicht greifbar. Dennoch sind die dort arbeitenden Kinder uns näher als wir denken. Und fast sicher haben viele Österreicherinnen und Österreicher unbewusst schon Produkte in den heimischen Regalen gekauft, bei denen Kinderarbeit im Spiel war.“

    Unser Wohlstand darf nicht auf der Ausbeutung von Kindern beruhen Aus diesem Grund appelliert Heiserer erneut, beim Kauf auf etablierte, unabhängige Labels wie das Fairtrade-Siegel zu achten. „Unser Wohlstand in Österreich darf nicht auf der Ausbeutung von Kindern im Globalen Süden beruhen. Aktionstage wie der ‚Internationale Tag gegen Kinderarbeit‘ sollen darauf hinweisen, dass Kinderarbeit – wie sie Anfang des 20. Jahrhundert auch in Österreich in Form der Schwabenkinder stattgefunden hat – in armen Ländern noch heute präsent ist. Daher bin ich auch der Überzeugung, dass Entwicklungszusammenarbeit bei uns in Österreich beginnt. Wir müssen unser Verhalten ändern: weniger ausbeuten, weniger zerstören, weniger wegnehmen. Der Soziologe Jean Ziegler sagte einmal: Wir müssen den Menschen in Afrika nicht mehr spenden, es reicht, wenn wir ihnen weniger stehlen. Ich denke, diese Aussage fasst das Thema sehr gut zusammen“ , so Heiserer. „Unser Ziel muss das ‚gute Leben für alle‘ sein. Nicht ein auf reinster Ausbeutung basierendes Leben für wenige und dafür im Überfluss.“

    Über die Initiative „Kinderarbeit stoppen“ Gemeinsam mit Partnerorganisationen im Globalen Süden setzt sich die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt seit Jahren – als Mitglied der Initiative „Kinderarbeit stoppen“, der auch die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, solidar Austria und Kindernothilfe Österreich angehören – dafür ein, Kinder aus ausbeuterischer Arbeit zu befreien, den Schulbesuch zu ermöglichen und die Rechte von Kindern zu stärken. Weiterführende Informationen zur Kampagne „Kinderarbeit stoppen“ finden Sie unter www.kinderarbeitstoppen.at .

    Detaillierte Informationen zum Thema Kinderarbeit sowie die aktuelle „List of goods“ finden Sie unter www.jugendeinewelt.at/kinderarbeit .

    Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 | Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind steuerlich absetzbar!

Rückfragehinweis:
Jugend Eine Welt | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Thomas Zach, MA
Telefon: +4366488632574
E-Mail: thomas.zach@jugendeinewelt.at
Website: https://www.jugendeinewelt.at

Aktion: WM-Start: Rote Karte gegen Kinderarbeit

Weltweit müssen noch immer 138 Millionen Kinder arbeiten, obwohl sich die internationale Staatengemeinschaft vorgenommen hatte, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden. Zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni setzt die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar als Teil der Initiative „Kinderarbeit stoppen“ mit der Aktion „Rote Karte gegen Kinderarbeit“ ein wichtiges Zeichen für die Rechte von Kindern und fordert die Bundesregierung auf, der internationalen Allianz 8.7 gegen Kinderarbeit beizutreten.

138 Millionen Kinder schuften unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen – etwa auf Plantagen, in Fabriken, Minen oder privaten Haushalten. Statt die Schule zu besuchen, werden sie ihrer Chancen auf Bildung und ein selbstbestimmtes Leben beraubt. Dabei hatte sich die internationale Staatengemeinschaft mit dem Nachhaltigkeitsziel SDG 8.7 vorgenommen, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden. Dieses Ziel wurde klar verfehlt. Kinderarbeit zählt weiterhin zu den größten Verletzungen von Kinderrechten weltweit.

Die Initiative „Kinderarbeit stoppen“ fordert daher von der österreichischen Bundesregierung, als konkreten Schritt der Allianz 8.7 beizutreten. In diesem internationalen Zusammenschluss arbeiten Staaten gemeinsam an konkreten Maßnahmen gegen Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Menschenhandel. Deutschland, die Niederlande und Frankreich übernehmen bereits als sogenannte „Pathfinder Countries“ eine Vorreiterrolle.

Kinder zeigen der Kinderarbeit die Rote Karte

Kinder, Jugendliche und Erwachsene setzen selbst ein starkes Zeichen. Sie zeigen die Rote Karte gegen Kinderarbeit, machen ein Foto und teilen es in den sozialen Medien. „Kinderarbeit ist ein Foul an den Rechten von Kindern. Deshalb zeigen wir ihr die Rote Karte. Jedes Kind hat das Recht auf Bildung, Freizeit und Schutz vor Ausbeutung. Österreich soll Verantwortung übernehmen und der Allianz 8.7 beitreten“, sagt Sigrid Kickingereder, Geschäftsführerin der Katholischen Jungschar und ihrer Dreikönigsaktion.

Kinderstimmen gegen Kinderarbeit

Besonders eindrucksvoll kommen Kinder selbst zu Wort. Für die Videoserie „Kinderstimmen gegen Kinderarbeit“ wurden rund 50 Kinder und Jugendliche aus Österreich, Kenia, Kolumbien, Nicaragua, Indien, den Philippinen und Südafrika gefragt, was sie von Kinderarbeit halten. Die Antworten sind so unterschiedlich wie die Kinder selbst – und zugleich erstaunlich einig. Sie wollen lernen, spielen, Freund*innen treffen und ihre Zukunft gestalten, statt arbeiten zu müssen.

„Wenn ich eine Superkraft hätte, dann wäre es die Kraft der Verbindung, denn gemeinsam können wir sagen: Kinderarbeit stoppen“, sagt die 16-jährige Leyda Lisseth (Nicaragua). Lalita (Indien) fordert: „Sagt ‚Nein‘ zu Kinderarbeit. Jedes Kind hat das Recht, frei zu sein, zur Schule zu gehen und eine glückliche Kindheit zu genießen.“ Und Joseph (Kenia) bringt die Botschaft vieler Kinder auf den Punkt: „Lasst die Kinder Kinder sein!“

Gemeinsam gegen Kinderarbeit aktiv werden

Zudem können Bürger*innen mit einer österreichweiten E-Mailaktion Bundeskanzler Christian Stocker, Sozialministerin Korinna Schumann und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger direkt zum Handeln auffordern und den Beitritt Österreichs zur Allianz 8.7 unterstützen.

Fotos zur Aktion /Rote Karte gegen Kinderarbeit“: https://www.flickr.com/photos/kjsoe/albums/72177720334002360/

Infos zu „Rote Karte gegen Kinderarbeit“: www.kinderarbeitstoppen.at/rote-karte-gegen-kinderarbeit

Link zur Mailaktion: https://www.kinderarbeitstoppen.at/gerechtigkeit-fordern

Videoserie: Kinderstimmen gegen Kinderarbeit: www.kinderarbeitstoppen.at/kinderstimmen-gegen-kinderarbeit

Die Initiative „Kinderarbeit stoppen“ ist ein Bündnis aus der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Jugend Eine Welt, FAIRTRADE Österreich, Kindernothilfe Österreich und solidar Austria. Gemeinsam mit Partnerorganisationen im Globalen Süden setzt sich das Bündnis dafür ein, Kinder aus ausbeuterischer Arbeit zu befreien, den Schulbesuch zu ermöglichen und die Rechte von Kindern zu stärken.

Kontakt:
Dreikönigsaktion
Telefon: +43 676 88011 1073
E-Mail: georg.bauer@dka.at

PA: Ebola in DR Kongo und Uganda: UNICEF verstärkt Schutz für Kinder und Familien

UNICEF ist zutiefst besorgt über bestätigte Ebola-Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und in Uganda sowie über das wachsende Risiko für Kinder und gefährdete Gemeinschaften in der gesamten Region – eine Situation, die von der Weltgesundheitsorganisation inzwischen als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite eingestuft wurde.

Bislang wurden insgesamt 246 Verdachtsfälle gemeldet, mit 80 vermuteten Todesfällen in der Provinz Ituri im Osten der DRK; auch Uganda hat zwei Fälle gemeldet, darunter ein Todesfall. Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit, die Regierungen bei der Umsetzung schneller Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs zu unterstützen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern – unter Einbeziehung der Gemeinschaften und relevanter Akteure sowie durch Sicherstellung grenzüberschreitender Koordination.

Diese Variante des Ebola-Virus, der Bundibugyo-Stamm, ist weniger verbreitet als der Zaire-Stamm. Derzeit gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung. Es wird angenommen, dass die Verbreitung dieses speziellen Ebola-Virus Ende April begonnen haben könnte.

Das instabile Sicherheitsumfeld, anhaltende Zugangsbeschränkungen und eine hohe Mobilität der Bevölkerung erhöhen das Risiko einer raschen Übertragung in betroffenen und angrenzenden Gebieten. Kinder sind den Auswirkungen von Ebola-Ausbrüchen besonders ausgesetzt, darunter Unterbrechungen grundlegender Dienstleistungen, der Verlust von Eltern und Betreuungspersonen, Stigmatisierung, psychosoziale Belastungen und erhöhte Schutzrisiken.

UNICEF hat bereits nahezu 50 Tonnen an Materialien zur Infektionsprävention und -kontrolle mobilisiert, darunter Desinfektionsmittel und Seife, persönliche Schutzausrüstung sowie Wasseraufbereitungstabletten und Wassertanks, die nach Bunia geliefert wurden. Ein multidisziplinäres Notfall-Schnellreaktionsteam trifft ebenfalls in Kürze ein, um technische Unterstützung in vorrangigen Bereichen zu leisten, einschließlich der Unterstützung von Risikokommunikation und Maßnahmen zur Einbindung der Gemeinschaft. Ziel ist es, die Kommunikation zu verstärken, damit Familien verstehen, wie Ebola übertragen wird und wie sich das Infektionsrisiko verringern lässt. Mehr als 2.000 Gemeindegesundheitshelfer sind bereits im Einsatz, doch werden dringend zusätzliche Kapazitäten und Ressourcen benötigt, um eine wirksame Abdeckung sicherzustellen, insbesondere in schwer zugänglichen Gebieten.

Als Reaktion auf den Ausbruch hat UNICEF seine höchste Notfallklassifizierung aktiviert (eine unternehmensweite Notlage der Stufe 3), um eine organisationsweite Ausweitung der Vorbereitungs- und Reaktionsmaßnahmen in betroffenen und gefährdeten Gebieten zu unterstützen. Die Aktivierung ermöglicht die sofortige Bereitstellung flexibler Mittel, die beschleunigte Entsendung von Notfallpersonal, vereinfachte operative Verfahren für Länderbüros sowie eine verstärkte Koordination auf regionaler Ebene und in den Hauptquartieren, um betroffene Kinder und Familien zu unterstützen. UNICEF arbeitet dabei eng mit Partnern zusammen, darunter die WHO und Africa CDC, zur Unterstützung von durch Regierungen geleiteten Maßnahmen.

Jeder Ebola-Ausbruch bringt Kinder in Gefahr – nicht nur durch das Virus selbst, sondern auch durch die umfassenden Störungen von Gesundheits-, Ernährungs-, Bildungs- und Schutzsystemen. UNICEF fordert einen sofortigen, sicheren und dauerhaften humanitären Zugang zu den betroffenen Gemeinschaften, insbesondere im Osten der DRK, um gefährdete Kinder und Familien erreichen zu können.

Schnelles Handeln, vertrauensvolle Einbindung der Gemeinschaften sowie anhaltende Unterstützung für Einsatzkräfte an vorderster Front und Gemeindegesundheitshelfer – die ebenfalls erheblichen Risiken ausgesetzt sind – werden entscheidend sein, um Kinder zu schützen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.“

Hinweis
Fotomaterial passend zum Thema.

UNICEF Österreich
Michael Blauensteiner
Telefon: +43 660 38 48 821
E-Mail: blauensteiner@unicef.at
Website: https://unicef.at

PA: Straße von Hormus: Folgen der Schließung treffen mangelernährte Kinder in Somalia und Malawi am härtesten

CARE warnt vor den dramatischen Folgen der Schließung der Straße von Hormus, da die Kosten für lebensrettende Hilfe explodieren / „Wenn lebensrettende Behandlung ausbleibt, wird Hunger zum Todesurteil“

 Die Schließung der Straße von Hormus infolge des Konflikts im Nahen Osten hat dramatische Auswirkungen auf die humanitäre Versorgung im östlichen und südlichen Afrika. Besonders betroffen sind Kinder in Somalia und Malawi, warnt die Hilfsorganisation CARE. Innerhalb von nur zwei Monaten haben sich die Transportkosten für lebensrettende therapeutische Spezialnahrung mehr als verdreifacht – von 55 auf 200 US-Dollar pro Karton. Ein Behandlungsprogramm, das ursprünglich 300 schwer mangelernährte Kinder unter fünf Jahren versorgen sollte, erreicht damit nur noch 83 Kinder.

Eine Analyse von IPC (Integrated Food Security Phase Classification) hat ergeben, dass derzeit jede dritte Person in Somalia unter akuter Ernährungsunsicherheit leidet. Fast zwei Millionen Menschen befinden sich bereits in einer schweren Notlage – rund eine halbe Million mehr als ursprünglich prognostiziert. Für 2026 wird erwartet, dass rund 1,9 Millionen Kinder wegen akuter Mangelernährung behandelt werden müssen.

„Jede Verzögerung, jedes leere Lager bedeutet, dass wir ein Kind nicht rechtzeitig erreichen. Wenn lebensrettende Behandlung ausbleibt, wird Hunger zum Todesurteil. Das darf niemals die Realität für ein Kind sein“, sagt Ummy Dubow, CARE-Länderdirektorin in Somalia.

Malawi: Versorgungsengpässe verschärfen Ernährungskrise

In Malawi leiden derzeit mehr als vier Millionen Menschen – fast ein Viertel der Bevölkerung – unter akuter Ernährungsunsicherheit. Mehr als ein Drittel der Harnstoffimporte und knapp ein Viertel aller Düngemittelimporte des Landes sind von Transportwegen durch die Straße von Hormus abhängig. Die Treibstoffpreise sind bereits um rund 35 Prozent gestiegen.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt: Ein Rückgang der Düngemittelverfügbarkeit in Subsahara-Afrika um zehn Prozent könnte die regionalen Lebensmittelpreise um bis zu acht Prozent erhöhen – mit direkten Folgen für die Ernährungssicherheit von Kindern und Familien. Für Mädchen steigt zudem das Risiko von Schulabbrüchen und Frühverheiratung.

Weltweit bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich von Hunger bedroht

Das Welternährungsprogramm (WFP) prognostiziert, dass bis Juni weitere 45 Millionen Menschen weltweit von akuter Hungersnot betroffen sein könnten, wenn der Konflikt im Nahen Osten andauert und der Ölpreis dauerhaft über 100 US-Dollar pro Barrel bleibt.

„Die explodierenden Kosten für Lebensmittel, Treibstoff und Transport werden erhebliche Folgen für internationale Hilfseinsätze haben. Und das nach dem Jahr mit den größten Kürzungen humanitärer Hilfsgelder in der Geschichte. Am härtesten trifft es jene, die bereits jetzt unter Hunger, der Klimakrise und Konflikten leiden – darunter vor allem Frauen und Mädchen. Wenn Nahrung knapp wird, verzichten sie oft als Erste auf Mahlzeiten“, warnt Robyn Savage, CARE-Direktorin für weltweite Nothilfeeinsätze.

CARE fordert sofortiges Handeln

Die Wiederöffnung der Straße von Hormus ist entscheidend, damit humanitäre Hilfe Kinder, Frauen und Familien in Krisengebieten erreichen kann. Selbst bei einer sofortigen Wiedereröffnung werden die Lieferketten noch monatelang gestört bleiben.

CARE fordert die internationale Gemeinschaft auf, humanitären Zugang sicherzustellen und die Finanzierung humanitärer Hilfe deutlich auszuweiten. Dazu gehört insbesondere die Unterstützung lokaler und von Frauen geführter Organisationen, die in Krisengebieten an vorderster Front arbeiten. Robyn Savage ergänzt: „Ein anhaltender, inklusiver und umfassender Waffenstillstand ist der einzige Weg, um die Zivilbevölkerung zu schützen und eine globale Hungerkrise zu verhindern. Humanitäre Hilfe muss sicher, vollständig und ungehindert alle Menschen in akuter Not erreichen können.“

Stephanie Weber
Media Officer
CARE Österreich
A-1080 Wien, Lange Gasse 30/4
Tel.: +43 (1) 715 0 715-42
E-mail: stephanie.weber@care.at
Internet: www.care.at

PA: Verlässlichkeit zahlt sich aus – FAIRTRADE wächst und zeigt globale Wirkung

Der Umsatz mit FAIRTRADE-Produkten in Österreich erreicht 2025 ein neues Rekordniveau. In einem Umfeld aus Klimakrise, steigenden Kosten und Preisschwankungen gewinnt fairer Handel weiter an Bedeutung und erweist sich als stabiler Anker.

  • Umsatz von FAIRTRADE-Produkten wächst 2025 um 12,7 Prozent.
  • Mehr Wirkung für Produzentenorganisationen: 89,3 Millionen US-Dollar an Direkteinnahmen.
  • In Côte d’Ivoire steigt Anteil der FAIRTRADE-Kakaobäuer:innen mit Einkommen nahe der existenzsichernden Schwelle auf 74 Prozent, extreme Armut geht massiv zurück von 58 Prozent auf 17 Prozent.

FAIRTRADE Österreich verzeichnet 2025 ein deutliches Wachstum: Der Gesamtumsatz steigt auf 796 Millionen Euro, ein Plus von 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bauernfamilien und Beschäftigte profitieren von den höheren Direkteinnahmen aus FAIRTRADE-Verkäufen in Österreich – diese erreichen mittlerweile 89,3 Millionen US-Dollar.

Mit einem Pro-Kopf-Konsum von 88 Euro zählt Österreich zu den Top-3 FAIRTRADE-Märkten weltweit. „Dieses Wachstum ist kein Zufall. Es zeigt, dass faire Handelsbedingungen für Konsument:innen und Unternehmen zunehmend relevant sind, gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten“, sagt Hartwig Kirner, Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich. Vertrauen bleibt ein entscheidender Faktor: 98 % der Österreicher:innen kennen das FAIRTRADE-Siegel, 87 % vertrauen ihm. „Wenn Märkte unsicher werden, zählt Orientierung, und die bieten glaubwürdige Siegel“, so Kirner. Das bestätigt auch die unabhängige Stiftung Warentest in Deutschland mit dem aktuellen Siegel-Check (05/2026).

Wachstum trotz steigender Herausforderungen
Die positive Marktentwicklung ist breit getragen: Zuwächse bei Bananen (+6,9 %), Rosen (+11,3 %) und Kakao (+3,7 %) bestätigen die stabile Nachfrage. Kaffee ist hingegen leicht rückläufig (-6,3 %), vor allem wegen Sortimentsveränderungen und hoher Rohstoffpreise. Für Produzentenorganisationen in den Anbauländern verschärft sich die Lage dennoch insgesamt: Klimabedingte Ernteausfälle, unsichere Weltmarktpreise und steigende Kosten setzen viele Betriebe zunehmend unter Druck. Gleichzeitig wirken aktuelle politische Krisen negativ auf die globalen Lieferketten ein. Der Finanzierungsbedarf steigt, während Unsicherheiten bei Erträgen und Preisen zunehmen. 

Unabhängiger Test bestätigt hohe Aussagekraft
Zusätzliche Bestätigung erhält FAIRTRADE durch einen aktuellen Test der Stiftung Warentest (05/2026): Das FAIRTRADE-Siegel zählt zu den drei Systemen mit der höchsten Aussagekraft. Besonders hervorgehoben werden Mindestpreise, Prämien sowie klare Vorgaben für existenzsichernde Einkommen und Arbeitsbedingungen. Damit wird FAIRTRADE als eines der verlässlichsten Nachhaltigkeitssiegel im Lebensmittelbereich eingeordnet – ein wichtiger Orientierungsfaktor für Konsument:innen.

Messbare Wirkung im Ursprung
Das Wachstum in Österreich zeigt direkte Wirkung in den Anbauregionen. Zusätzliche Einnahmen und Prämien ermöglichen Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Klimaanpassung, und stärken damit die Resilienz von Bauernkooperativen und Farmen mit Beschäftigten im FAIRTRADE-System. Besonders deutlich wird das im Kakaosektor: In Côte d’Ivoire erreichen mittlerweile 74 Prozent der FAIRTRADE-Kakaobäuer:innen ein Einkommen nahe der existenzsichernden Schwelle. 2017 lag dieser Anteil noch bei 23 Prozent. Gleichzeitig ist extreme Armut massiv zurückgegangen – von 58 Prozent auf nur noch 17 Prozent der Haushalte. Diese Entwicklung zeigt auch unter schwierigen globalen Bedingungen: „Die großen globalen Herausforderungen treffen jene am stärksten, die den wenigsten finanziellen Spielraum haben. FAIRTRADE setzt genau hier an und schafft konkrete Verbesserungen“, betont Kirner.

Transparenz schafft Orientierung
Mit neuen EU-Vorgaben und wachsender Nachfrage nach nachhaltigen Produkten steigen die Anforderungen an glaubwürdige Systeme weiter. Klare Kriterien, unabhängige Kontrollen und nachvollziehbare Lieferketten werden zum entscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen. FAIRTRADE bietet diese Transparenz seit Jahrzehnten. „Unser Ziel bleibt, wirtschaftlichen Erfolg und soziale Verantwortung langfristig zu verbinden“, so Kirner abschließend.

Rückfragehinweis: presse@fairtrade.at

PA: CARE warnt zum Muttertag: Globale Hilfskürzungen bringen Mütter weltweit in Lebensgefahr

CARE Österreich warnt vor Rückschritten im Kampf gegen Müttersterblichkeit / 70 Prozent der mütterlichen Todesfälle geschehen in Subsahara-Afrika / Im Sudan haben 1,1 Millionen schwangere Frauen keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung

Anlässlich des Muttertags macht CARE Österreich auf die wachsende Gefährdung von Müttern weltweit aufmerksam: Alle zwei Minuten stirbt eine Frau an Komplikationen rund um Schwangerschaft oder Geburt – das sind rund 260.000 Todesfälle pro Jahr. Fast zwei Drittel aller mütterlichen Todesfälle ereignen sich heute in Ländern, die von Krisen oder Konflikten betroffen sind. 70 Prozent entfallen auf Subsahara-Afrika. Gleichzeitig kürzen Geberländer zunehmend Mittel für humanitäre Hilfe, darunter lebensrettende Gesundheitsprogramme, weltweit.

„Schwangerschaft und Geburt zählen zu den verletzlichsten Momenten im Leben einer Frau. In fragilen Kontexten ist die Wahrscheinlichkeit für Frauen, dabei zu sterben, fünfmal höher als in stabilen Gesundheitssystemen“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Vor diesem Hintergrund warnen wir davor, dass Hilfsgelder weiter gekürzt werden. Wenn es keine Mittel für Gesundheitseinrichtungen gibt, Hebammen nicht ausgebildet werden können und Medikamente knapp sind, kann eine Geburt für Frauen ein Todesurteil sein.“

Der Abbau zentraler Hilfsprojekte, insbesondere von USAID geförderter Programme, hat bereits jetzt zur Folge, dass Gesundheitszentren schließen, mobile Kliniken eingestellt werden und es vielerorts keine medizinische Versorgung für Schwangere und Neugeborene gibt. Eine aktuelle Analyse¹ zeigt, dass der Wegfall der USAID-Mittel die Zahl der Todesfälle rund um Schwangerschaft und Geburt in Ländern wie Burkina Faso, der Zentralafrikanischen Republik, dem Tschad, Mali, Niger und Nigeria um durchschnittlich bis zu 45 Prozent steigen lassen könnte. Nigeria wies laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO)2 bereits 2023 – im zuletzt erfassten Zeitraum – mit 993 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten die höchste Muttersterblichkeitsrate weltweit auf, dicht gefolgt vom Tschad mit 748 und der Zentralafrikanischen Republik mit 692 Todesfällen.

Konflikt im Sudan: Geburt auf der Flucht

Im Sudan haben rund 1,1 Millionen schwangere Frauen – von insgesamt 17,1 Millionen auf Hilfe angewiesenen Frauen und Mädchen – keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung. Der seit April 2023 andauernde Krieg im Sudan hat eine der schwersten humanitären Krisen weltweit ausgelöst. Das Gesundheitssystem ist weitgehend kollabiert. Mehr als 4,3 Millionen Frauen und Mädchen sind innerhalb des Landes vertrieben, Millionen weitere in Nachbarländer wie den Südsudan geflohen.

Dort ist die Lage selbst kritisch: Laut eines kürzlich veröffentlichten IPC-Berichtssind rund 7,8 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung – von einer Ernährungskrise betroffen. Akute Mangelernährung, vor allem bei Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern, steigt in alarmierendem Tempo. Schwangere Frauen haben oft keinen sicheren Ort zur Entbindung und keine medizinische Unterstützung bei Komplikationen. Die Müttersterblichkeit im Südsudan ist hoch: 692 Frauen sterben dort pro 100.000 Lebendgeburten.

CARE-Nothilfereporterin Sarah Easter besuchte kürzlich ein CARE-Gesundheitszentrum an der südsudanesisch-sudanesischen Grenze. Sie berichtet: „Galatia, eine 40-jährige Sudanesin, erzählte mir, wie sie hochschwanger durch den Busch floh und ihre Tochter auf dem Boden einer fremden Hütte zur Welt brachte – ohne Hebamme, ohne sauberes Wasser. Was sie erlebte, ist kein Einzelschicksal. Über eine Million schwangere Frauen fliehen im Sudan vor Bomben und Gewalt, viele bringen ihre Kinder unterwegs zur Welt. Ohne medizinische Versorgung sterben Mütter an Blutungen und Infektionen, die längst behandelbar wären. Einrichtungen wie die von CARE retten täglich Leben. Doch die Finanzierung läuft aus. Und damit steigt die Gefahr, dass Frauen sterben, die eigentlich überleben könnten.“

So hilft CARE: CARE ist in über 120 Ländern im Einsatz und setzt einen besonderen Fokus auf die Unterstützung von Frauen und Mädchen. In Krisenregionen stellt CARE mobile Gesundheitsdienste bereit, unterstützt Geburten medizinisch, bildet Gesundheitspersonal, darunter Hebammen, aus und sorgt für Zugang zu sauberem Wasser und Hygieneartikeln. In akuten Notlagen schafft CARE sichere Räume für Frauen und bietet psychosoziale Unterstützung für Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt.

Quellen:
1 Cummins, M. (2026): Aid cut, lives lost: Estimating the impact of USAID’s withdrawal on maternal mortality in six African countries. Health Policy and Planning, czag034. https://doi.org/10.1093/heapol/czag034
2 WHO et al. (2025): Trends in Maternal Mortality: 2000 to 2023. Genf: WHO. https://www.who.int/publications/i/item/9789240108462  
3 IPC (Integrated Food Security Phase Classification) (2026): South Sudan: Acute Food Insecurity Projection Update for April – July 2026https://www.ipcinfo.org/ipc-country-analysis/details-map/en/c/1163302/?iso3=SSD

Rückfragen:
Stephanie Weber
Media Officer
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