Archiv der Kategorie: Gesundheit

PA: Behindertenanwältin und Licht für die Welt warnen: Menschen mit Behinderungen bei Katastrophen in größerer Gefahr

Welttag der Humanitären Hilfe: Menschen mit Behinderungen oft in Lebensgefahr

Extreme Wetterereignisse, wie Hitze, Dürre und Überschwemmungen häufen sich durch die Klimakrise. Das ist in Österreich wie in anderen Teilen der Welt deutlich merkbar. Zum internationalen Tag der humanitären Hilfe am 19. August machen die Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen, Christine Steger, und Licht für die Welt auf die Vulnerabilität von Menschen mit Behinderungen und älteren Personen aufmerksam.

Die Situation in Österreich
Menschen mit Behinderungen sind bei Katastrophen und humanitären Krisen besonders gefährdet: Frühwarnsysteme sind vielfach nicht barrierefrei zugänglich, Evakuierungsrouten und Notunterkünfte nicht barrierefrei gestaltet und in der Notfallplanung werden ihre Bedarfe häufig nicht mitgedacht. Die Folge ist, dass Menschen mit Behinderungen bei Katastrophen ein deutlich höheres Risiko tragen, zurückgelassen, verletzt oder gar getötet zu werden. Die UN- Behindertenrechtskonvention verpflichtet Österreich jedoch in Art. 11 ausdrücklich dazu, den Schutz und die Sicherheit von Menschen mit Behinderungen in Gefahrensituationen und humanitären Notlagen sicherzustellen.

„Katastrophenschutz, der Menschen mit Behinderungen nicht von Anfang an mitdenkt, funktioniert nicht für alle. Das ist keine Frage des Schicksals, sondern eine Frage der Planung“, sagt Behindertenanwältin, Christine Steger. „Menschen mit Behinderungen dürfen nicht nur Objekt von Hilfsmaßnahmen sein. Sie müssen als Expert:innen in eigener Sache von Anfang an in Prävention, Katastrophenschutz und Wiederaufbau einbezogen werden. Das gilt weltweit genauso wie in Österreich, wo wir angesichts von Hitzewellen, Muren und Hochwasser ebenfalls gefordert sind, unsere Krisenpläne inklusiv zu gestalten.“

Inklusion in der Humanitären Hilfe
„Inklusion stellt sicher, dass niemand zurückgelassen wird. Fehlt Inklusion, läuft die humanitäre Hilfe Gefahr, sehr viele Menschen zu übersehen“, betont Jacqueline Bungart, Expertin für inklusive Humanitäre Hilfe bei Licht für die Welt. Laut Schätzungen der Disability Reference Group benötigen 48 Millionen Menschen mit Behinderungen humanitäre Hilfe. 80% aller Menschen mit Behinderungen leben in Ländern des Globalen Südens.
Ein wichtiger Teil der humanitären Arbeit ist die Katastrophenhilfe vor, während und nach Katastrophen – etwa bei extremen Wetterereignissen infolge der Klimakrise wie Zyklonen und Überschwemmungen.

Recht auf Beteiligung
Licht für die Welt setzt sich für inklusive humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit ein. “Wir stellen sicher, dass Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen bei der Katastrophenhilfe in die Prävention (z.B. Frühwarnsysteme), die Antwort auf Katastrophen ( z.B. Evakuierungspläne) wie auch in die Unterstützung danach (z.B. Wiederaufbau) einbezogen sind. Darauf haben sie auch gemäß der UN- Behindertenrechtskonvention ein Recht.

Datenlücke in der internationalen humanitären Hilfe
“Wir sehen einen Anstieg humanitärer Krisen in den afrikanischen Ländern, in denen wir arbeiten. Menschen mit Behinderungen scheinen wie ältere Menschen in Daten oft nicht auf”, stellt Jacqueline Bungart fest. Das führt bei Katastrophen oft dazu, dass sie übersehen werden, da ihre Bedürfnisse in der Planung von zB. Evakuierungsplänen nicht bedacht wurden. Mit dem „Survey for Inclusive Rapid Assessment“ (SIRA) unterstützt Licht für die Welt humanitäre Akteure Barrieren für Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen für den Krisenfall zu identifizieren und sicherzustellen, dass diese mitgedacht werden. Insbesondere setzt sich Licht für die Welt dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen in Prozesse eingebunden werden und somit beteiligt sind, wirksame Lösungen zu finden.

Datenlücke auch in Österreich
Auch in Österreich fehlt es an einer verlässlichen Datengrundlage: Der Nationale Aktionsplan Behinderung 2022–2030 (NAP II) hält fest, dass es an ausreichenden Vorkehrungen für Not- und Katastrophenfälle mangelt, um zielgerichtet auf die speziellen Anforderungen von Menschen mit Behinderungen reagieren zu können, insbesondere weil eine detaillierte Datenlage zu Anzahl, gewöhnlichem Aufenthalt und individuellen Bedarfen (etwa bei Mobilität, Grundversorgung oder Medikamenten) fehlt.
„Wer im Ernstfall nicht erfasst ist, wird leicht übersehen“, sagt Behindertenanwältin, Christine Steger. „Der NAP II sieht daher zu Recht vor, dass diese Datenlücke geschlossen wird. Jetzt kommt es auf eine rasche und datenschutzkonforme Umsetzung an, gemeinsam mit den Organisationen von Menschen mit Behinderungen.“

Weitere Informationen: https://www.light-for-the-world.org/news/a-new-tool-for- disability-data-in-crises/
Disability inclusion in Disaster Risk Reduction

Rückfragehinweis:
Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen
Mag.a Christine Steger
Telefon: 066478761504
E-Mail: office@behindertenanwaltschaft.gv.at

PA: Afghanistan: 21,9 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe – Mittelkürzungen treffen Mütter und Kinder am härtesten

Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban verschärft sich die humanitäre Krise. CARE warnt: Ohne langfristige internationale Unterstützung drohen Millionen Menschen, insbesondere Frauen und Mädchen, den Zugang zu lebenswichtiger Hilfe zu verlieren.

Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban steckt Afghanistan weiterhin in einer der größten humanitären Krisen weltweit. 21,9 Millionen Menschen – fast die Hälfte der Bevölkerung – benötigen humanitäre Hilfe. Fast 3,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren sowie 1,2 Millionen schwangere und stillende Frauen leiden an akuter Mangelernährung. Gleichzeitig verschärfen Klimaschocks, Naturkatastrophen, wirtschaftliche Not, Binnenvertreibung und die große Zahl afghanischer Rückkehrer:innen aus dem Ausland den Druck auf ohnehin stark belastete Gemeinschaften.

Während der humanitäre Bedarf steigt, geht die internationale Finanzierung zurück, warnt die Hilfsorganisation CARE: Der Hilfsplan der Vereinten Nationen für Afghanistan ist 2026 bislang nur zu rund einem Viertel finanziert. Die Folgen sind bereits spürbar: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mussten seit Jänner rund 150 Gesundheitseinrichtungen ihren Betrieb einstellen. Auch CARE musste in diesem Jahr 30 Kliniken schließen.

„Nothilfe bleibt unverzichtbar, sie allein reicht aber nicht aus“, sagt Mohammad Akmal Shareef, CARE-Länderdirektor in Afghanistan. „Die Menschen brauchen Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung, sichere Lebensgrundlagen und die Chance, sich eine Zukunft aufzubauen. Dafür braucht es langfristige internationale Unterstützung und starke lokale Organisationen – insbesondere für Frauen, Mädchen und junge Menschen.“

Höchste Müttersterblichkeitsrate in Asien

Die Einschränkung afghanischer Frauen und Mädchen bei Bildung, Arbeit, Bewegungsfreiheit, Gesundheitsversorgung und gesellschaftlicher Teilhabe begrenzt ihre Rechte und Zukunftschancen massiv. Mehr als zehn Millionen Frauen und Mädchen benötigen humanitäre Hilfe. Gleichzeitig wird es ohne ausgebildete Ärztinnen, Lehrerinnen, Pflegekräfte und humanitäre Helferinnen zunehmend schwieriger, Frauen und Mädchen zu unterstützen. Gerade für schwangere Frauen kann fehlende medizinische Versorgung lebensbedrohlich sein. Mit 638 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten weist Afghanistan die höchste Müttersterblichkeitsrate in Asien auf.

Langfristige internationale Unterstützung notwendig

CARE fordert die internationale Unterstützung für Afghanistan nicht weiter zurückzufahren, sondern langfristig abzusichern. „Die derzeit vergleichsweise stabile Sicherheitslage bietet die Chance, neben der dringend notwendigen Nothilfe stärker in Gesundheitsversorgung, Bildung, Existenzsicherung und die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften zu investieren“, so Shareef.

So hilft CARE: CARE arbeitet seit 1961 in Afghanistan. Im Jahr 2025 erreichte die Organisation rund 1,2 Millionen Menschen, 67 Prozent davon waren Frauen und Mädchen. Gemeinsam mit lokalen Partnern unterstützt CARE derzeit 32 Gesundheitseinrichtungen in den Provinzen Balkh, Paktya, Khost, Ghazni und Herat. Die Einrichtungen bieten medizinische Grundversorgung, Gesundheitsversorgung für Mütter und Neugeborene, Ernährungsangebote sowie psychische und psychosoziale Unterstützung. Darüber hinaus arbeitet CARE in den Bereichen Ernährungssicherheit, Existenzsicherung und Bildung. Gemeinsam mit afghanischen zivilgesellschaftlichen Organisationen setzt sich CARE dafür ein, dass Frauen und Mädchen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und anderen essenziellen Dienstleistungen erhalten und sich sicher und wirksam an der humanitären Hilfe beteiligen können.

Rückfragen:
Stephanie Weber
Media Officer CARE Österreich

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PA: CARE warnt vor El Niño: 172 Millionen Frauen und Mädchen droht Hunger

El-Niño bedroht die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen weltweit / Die Ausgangslage ist schlechter als beim bislang stärksten Auftreten von El-Niño in den Jahren 2015/16, warnt die Hilfsorganisation CARE.

Im Pazifik bahnt sich möglicherweise das stärkste El-Niño-Ereignis seit Jahrzehnten an – mit gravierenden Folgen für Millionen Menschen in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Die Hilfsorganisation CARE schlägt Alarm: In den am stärksten betroffenen Ländern sind bereits jetzt 172,3 Millionen Frauen und Mädchen von Ernährungsunsicherheit betroffen. El-Niño droht diese ohnehin prekäre Situation massiv zu verschlechtern.

Kritischere Ausgangslage als 2015/16

Das bislang stärkste El-Niño-Ereignis der jüngeren Geschichte traf 2015/16 rund 60 Millionen Menschen. Die aktuelle Ausgangslage ist jedoch viel schlechter: Konflikte, Epidemien und steigende Lebenshaltungskosten haben die Resilienz der betroffenen Menschen seither erheblich geschwächt – mit besonders gravierenden Auswirkungen auf Frauen und Mädchen. Wetterextreme wie Dürren sowie Überschwemmungen und ihre Folgen für die Ernährungssicherheit könnten bis 2027 anhalten.

Erschwerend kommt hinzu: Unterbrechungen der globalen Lieferketten und Mittelkürzungen machen Hilfsleistungen erheblich teurer und schwieriger. Seit der Schließung der Straße von Hormus sind die Behandlungskosten für ein mangelernährtes Kind um durchschnittlich 403 US-Dollar gestiegen. Allein für die bereits fast sieben Millionen betroffenen Kinder wären dadurch zusätzlich rund 2,75 Milliarden US-Dollar erforderlich – noch bevor sich El Niño vollständig bemerkbar macht.

Stimmen aus den Krisenregionen

„Mehrere philippinische Provinzen haben während des letzten El Niño 2024 den Notstand ausgerufen und sich bis heute nicht erholt. Dieser neue El Niño trifft Menschen, die kaum noch Kapazitäten haben, ihn abzufangen. Auf die aktuelle Dürre werden Prognosen zufolge bald starke Taifune folgen. Ländliche Haushalte, die ohnehin durch steigende Reis- und Kraftstoffpreise belastet sind, müssen so zwei Katastrophen in rascher Folge bewältigen“, sagt Reiza Dejito, CARE-Länderdirektorin in den Philippinen.

„In Somalia hat fast jede dritte Person nicht genug zu essen. Der Hunger wird sich weiter ausbreiten. Die verfügbaren Mittel, um vermeidbare Todesfälle zu verhindern, sind völlig unzureichend. El-Niño-bedingte Wetterextreme werden bestehende Ungleichheiten vertiefen, den Zugang zu Nahrung und Bildung erschweren und das Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt erhöhen. Wir müssen jetzt handeln“, sagt Ummy Dubow, CARE-Länderdirektorin in Somalia.

CARE fordert frühzeitiges Handeln

CARE fordert ein rasches und koordiniertes globales Vorgehen, um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden. Dringend notwendig sind Investitionen in Katastrophenvorsorge und Frühwarnsysteme – insbesondere in den Ländern, die am stärksten von El Niño bedroht sind. „Die Chance, künftigen Hunger zu verringern, hängt davon ab, dass wir handeln, bevor sich eine Krise verschärft – nicht erst, wenn sie bereits ausgebrochen ist“, sagt Marlene Achoki, Expertin für Klimagerechtigkeit bei CARE International.

So hilft CARE: Gemeinsam mit lokalen und frauengeführten Partnerorganisationen stärkt CARE die Krisenvorsorge in den am stärksten gefährdeten Gemeinschaften: durch die Erfassung lokalen Wissens sowie die Entwicklung von Frühwarn- und Frühaktionsplänen, die gezielt auf die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen ausgerichtet sind. Zudem hat CARE bereits den eigenen Early Action Fund aktiviert, der Mittel proaktiv vor dem Eintreffen von Extremwetterereignissen freisetzt – etwa für den Schutz von Ernten und Vieh, Bargeldhilfen sowie den Aufbau klimaresilienter Landwirtschaft.

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PA: Welternährungsbericht 2026: 645 Millionen Menschen sind von Hunger betroffen

645 Millionen Menschen weltweit leiden an Hunger – das zeigt der Welternährungsbericht, der morgen veröffentlicht wird. Gegenüber dem Vorjahr ist dies zwar ein leichter Rückgang. Von einem Trendwechsel kann jedoch keine Rede sein: Während einige Regionen Fortschritte verzeichnen, verschärft sich die Hungerkrise insbesondere in Afrika. Konflikte, Klimaschocks und drastische Mittelkürzungen drohen die globale Entwicklung erneut umzukehren. 

„645 Millionen Menschen leiden Hunger, obwohl die Welt genug Nahrung für alle produziert. Diese Ungerechtigkeit ist die Folge von Konflikten, Ungleichheit und politischen Fehlentscheidungen. Wir müssen dringend in nachhaltige Ernährungssysteme investieren“, fordert Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger.   

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung in Afrika: Mit 309 Millionen Betroffenen lebt dort erstmals die größte Zahl hungernder Menschen weltweit. Jede fünfte Person auf dem Kontinent ist von Hunger betroffen. 

Das sind die Schlüsselzahlen des Welternährungsberichts 2026 

  • Im Jahr 2025 sind schätzungsweise 645 Millionen Menschen beziehungsweise 7,8 Prozent der Weltbevölkerung von Hunger betroffen. 
  • 309 Millionen Menschen in Afrika leiden unter Hunger. Damit ist jede fünfte Person auf dem Kontinent betroffen. 
  • Weltweit leben 2,1 Milliarden Menschen beziehungsweise 25,8 Prozent der Weltbevölkerung in moderater oder schwerer Ernährungsunsicherheit. Das bedeutet, dass sie keinen regelmäßigen Zugang zu ausreichender Nahrung haben oder zeitweise sogar einen ganzen Tag ohne Essen auskommen müssen. 
  • Frauen bleiben überproportional von Ernährungsunsicherheit betroffen. Zudem leidet inzwischen mehr als jede dritte Frau im Alter von 15 bis 49 Jahren (30,7 Prozent) an Anämie. 
  • Nur 30,8 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis 23 Monaten und 62,7 Prozent der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren erreichen weltweit das Mindestmaß an Ernährungsvielfalt. 
  • In Afrika erreichen lediglich 43 Prozent der Frauen und 20,5 Prozent der Kinder die Mindestanforderungen an eine vielfältige Ernährung. 

Gesunde Ernährung bleibt für Milliarden Menschen unerschwinglich 

Der Schwerpunkt des diesjährigen Berichts liegt auf den Kosten gesunder Ernährung. Zwar ist der Anteil der Menschen, die sich eine gesunde Ernährung nicht leisten können, von 37,4 Prozent im Jahr 2021 auf 32,7 Prozent gesunken. Dennoch bleibt gesunde Ernährung für rund ein Drittel der Weltbevölkerung unerreichbar. Besonders dramatisch ist die Situation in Afrika: Dort können sich 66,6 Prozent der Menschen keine gesunde Ernährung leisten.  

Die Kosten einer gesunden Ernährung sind ein wichtiger Indikator. Sie dürfen jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Um Hunger zu bekämpfen, müssen die Ungleichheiten und Machtverhältnisse entlang der gesamten Lebensmittelkette sowie die strukturellen Ursachen von Ernährungsunsicherheit angegangen werden. 

Um den Zugang zu vielfältiger Ernährung zu verbessern, fordert Aktion gegen den Hunger einen Umbau der Ernährungssysteme auf Grundlage agrarökologischer Ansätze. Dazu gehört insbesondere die gezielte Umlenkung öffentlicher Subventionen und Forschungsgelder in diese Form der Landwirtschaft. 

Mittelkürzungen senden das falsche Signal 

Während die humanitären Bedarfe weltweit steigen, werden die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe in Deutschland weiter gekürzt. Nach Einschnitten von rund einer Milliarde Euro im Entwicklungsetat und mehr als 50 Prozent bei der humanitären Hilfe im Jahr 2025 stehen 2026 für humanitäre Hilfe nur noch rund eine Milliarde Euro zur Verfügung – gerade einmal 0,2 Prozent des Bundeshaushalts. Auch der Etat des Entwicklungsministeriums sinkt auf zehn Milliarden Euro und erreicht damit den niedrigsten Anteil am Bundeshaushalt seit 15 Jahren.  

Diese Kürzungen stehen in keinem Verhältnis zu den globalen Herausforderungen und den steigenden humanitären Bedarfen. Laut einer aktuellen forsa-Umfrage sind fast drei Viertel der Deutschen (73 Prozent) der Meinung, die internationale Gemeinschaft müsse mehr Mittel gegen globalen Hunger und Armut bereitstellen.   

„Kürzungen bei Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit sind keine abstrakten Haushaltsentscheidungen. Sie führen dazu, dass Gesundheitszentren schließen, Hilfslieferungen ausfallen und immer mehr Kinder hungern. Wer hier spart, trifft Entscheidungen mit direkten Folgen für Menschenleben“, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust. 

Hinweis an die Redaktionen

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Pressekontakt

Vassilios Saroglou / Markus Winkler
Tel. 030 – 279 099 776
E-Mail presse@aktiongegendenhunger.de
Website www.aktiongegendenhunger.de

PA: World Vision: Nächste Phase der Katastrophenhilfe in Venezuela beginnt

Schutz, Bildung und psychosoziale Hilfe rücken in den Mittelpunkt

Drei Wochen nach dem Erdbeben in Venezuela beginnt dort die nächste Phase der Wiederaufbauarbeiten, erklärt die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision. Viele ausländische Rettungskräfte hätten das Land verlassen, da nicht mehr mit Überlebenden unter den Trümmern zu rechnen sei. Jetzt sei es besonders wichtig, Unterkünfte bereitzustellen, Kinder zu betreuen und die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen.

Die aktuell starken Regenfälle haben die Lebensbedingungen der in Zelten und provisorischen Siedlungen lebenden Familien erheblich verschlechtert und setzen sie zusätzlichen Gesundheits- und Sicherheitsrisiken aus. Umso wichtiger ist die Versorgung mit Hilfsgütern.

Seit Beginn der Nothilfe hat World Vision bereits rund 50.000 Menschen in den besonders betroffenen Regionen La Guaira, Caracas und Miranda mit Unterstützung erreicht. Dazu gehören Lebensmittelpakete, Hygienesets sowie in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm 1.000 Lebensmittelpakete und weitere 6.000 Mahlzeiten.

Kinderschutzzentren schaffen Sicherheit und Stabilität World Vision hat zudem drei Kinderschutzzentren aufgebaut. In diesen Zentren können jeweils bis zu 100 Kinder und Jugendliche spielen und lernen. Zudem werden sie von Fachkräften psychosozial betreut.
Janine Lietmeyer, Vorständin bei World Vision: „Kinder brauchen nach einer Katastrophe weit mehr als Nahrung und ein Dach über dem Kopf. Sie brauchen Sicherheit, stabile Bezugspersonen und Orte, an denen sie wieder Kind sein dürfen. Genau dafür schaffen wir geschützte Räume. Je schneller Kinder wieder verlässliche Strukturen erleben, desto besser können sie belastende Erfahrungen verarbeiten.”

World Vision ist zudem Teil der landesweiten Bildungsinitiative in Venezuela. Landesdirektor Peter Gape betont, dass gerade für Kinder, die Angehörige, Freunde und Schulkameraden verloren haben, der Besuch von Schulen wichtig ist. Peter Gape: „World Vision wird sich auch dafür einsetzen, dass die Kinder, die noch nicht wieder bereit sind, eine Schule zu besuchen, besonders gefördert werden. Denn Bildung ist einer der Schlüssel zur seelischen Gesundung.“ 

Hilfe wird weiter ausgebaut

World Vision plant, die Zahl der Kinderschutzzentren in Venezuela von drei auf insgesamt sechs zu erhöhen. Auch die Hilfen für die etwa 16.000 Menschen in Notunterkünften werden noch ausgebaut, unter anderem durch die Verteilung von Werkzeugen und Trinkwasserreinigern.

World Vision ist seit 2019 mit kontinuierlichen Hilfsmaßnahmen in Venezuela aktiv. Die Organisation konzentriert sich auf Ernährungssicherung, Kinderschutz und Gesundheit. Dank der langjährigen Präsenz im Land kann World Vision bei akuten Krisen – wie jetzt nach den schweren Erdbeben – unmittelbar auf bestehende Teams und Strukturen im Land zurückgreifen. So hat das von World Vision geführte Netzwerk „Esperanza Sin Fronteras“, bestehend aus mehr als 2.000 Freiwilligen aus Glaubensgemeinschaften, maßgeblich dazu beigetragen, die Hilfsmaßnahmen rasch auszuweiten und die am stärksten gefährdeten Gemeinden zu erreichen.

Bildmaterial bei der Pressestelle in Friedrichsdorf. Auch Interviewanfragen nehmen wir gern entgegen.

Ihr Kontakt zur Pressestelle:
Tel.: 06172-763-151, -153, -156
Mail-Adresse: presse@wveu.org  
https://www.worldvision.de/presse 

PA: Somalia: 500 Gesundheitszentren mussten wegen Mittelkürzungen schließen – CARE warnt vor Hungersnot

Mittelkürzungen, Dürre und steigende Kosten treiben Somalia in eine humanitäre Katastrophe. 500 Gesundheitszentren mussten schließen, knapp 500.000 Kinder leiden unter lebensbedrohlichem Hunger. CARE fordert sofortiges Handeln.

Fast zwei Millionen Kinder sind in Somalia akut mangelernährt, knapp 500.000 davon in lebensbedrohlichem Zustand. Seit Jänner mussten landesweit 500 Gesundheitseinrichtungen wegen gravierender Finanzierungslücken schließen – darunter 50 von CARE unterstützte Gesundheits- und Ernährungszentren in Puntland, Somaliland, Galmudug und Lower Juba. Dort wurden monatlich tausende schwangere Frauen und Kinder behandelt. Die Schließungen unterbrechen die lebensrettende Versorgung von Millionen Menschen. Eine anhaltende Dürre verschärft die Lage zusätzlich. Die Hilfsorganisation CARE warnt vor einer drohenden Hungersnot.

„Das ist ein Zusammenbruch“

„In Galmudug ist die Lage katastrophal. Mittelkürzungen haben zur Schließung von elf Gesundheitszentren geführt, Bargeldhilfen und Projekte zur Verbesserung der Wasserversorgung wurden eingestellt. Familien haben keinen Zugang mehr zu Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser oder Nahrung. Mütter sehen zu, wie ihre Kinder immer schwächer werden, schwangere Frauen haben keine Anlaufstelle. Krankheiten wie Cholera, Masern und Diphtherie breiten sich aus. Das ist keine langsam wachsende Krise. Das ist ein Zusammenbruch“, warnt Abdikadir Ore, CARE-Nothilfekoordinator in Somalia.

In Kismayo berichten Pflegekräfte von CARE und Partnerorganisationen von einem starken Zustrom erschöpfter und dehydrierter Schwangerer in den verbliebenen Gesundheitseinrichtungen. Viele von ihnen sind tagelang ohne Nahrung und Wasser zu Fuß unterwegs, auf der Suche nach Versorgung, die längst nicht mehr gewährleistet ist. 

Steigende Kosten durch Konflikt im Nahen Osten

Die Krise wird durch Konflikte, Klimaschocks, Vertreibung, wirtschaftliche Instabilität und massive Mittelkürzungen angetrieben. Rund sechs Millionen Menschen in Somalia sind von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Ein erwartetes El-Niño-Ereignis zwischen Juni und Juli sowie damit verbundene Ernteausfälle durch Wetterextreme könnten die Lage weiter verschärfen.

Gleichzeitig treiben globale Lieferkettenstörungen infolge der Schließung der Straße von Hormuz die Kosten für Lebensmittel, Treibstoff und Hilfsgüter weiter in die Höhe. Die Wasserpreise sind in manchen Regionen um bis zu 300 Prozent gestiegen. Auch lebensrettende Hilfsmittel werden teurer: Ein Karton therapeutischer Milch zur Behandlung schwerer Mangelernährung bei Kindern kostete 2024 noch 139 US-Dollar – 2026 sind es bereits 200 US-Dollar, ein Anstieg von rund 44 Prozent in nur zwei Jahren.

CARE fordert mehr Mittel für humanitäre Hilfe

„Die Hungerkrise in Somalia zwingt Familien zu unmöglichen Entscheidungen: Mütter müssen wählen, welches Kind heute etwas zu essen bekommt. Wer jetzt nicht handelt, riskiert Menschenleben“, warnt Ummy Dubow, CARE‑Länderdirektorin in Somalia. „Bis eine Hungersnot offiziell ausgerufen wird, ist es für die Kinder, die jetzt sterben, bereits zu spät.“

CARE stellt gemeinsam mit lokalen Partnern Bargeld zur Deckung der dringendsten Bedürfnisse, Gesundheitsversorgung, Ernährungshilfe und Schutzleistungen für Familien in Somalia bereit. Doch ohne rasche Zusatzfinanzierung drohen auch diese Programme gekürzt zu werden. CARE fordert daher eine sofortige Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe – flexibel, gerecht und mit besonderem Fokus auf der Unterstützung lokaler und von Frauen geführter Organisationen, die in Krisengebieten an vorderster Front arbeiten. Alle Konfliktparteien müssen humanitäre Hilfe ungehindert zulassen und das humanitäre Völkerrecht einhalten, um die Zivilbevölkerung zu schützen.

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PA: Ebola in DR Kongo und Uganda: UNICEF verstärkt Schutz für Kinder und Familien

UNICEF ist zutiefst besorgt über bestätigte Ebola-Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und in Uganda sowie über das wachsende Risiko für Kinder und gefährdete Gemeinschaften in der gesamten Region – eine Situation, die von der Weltgesundheitsorganisation inzwischen als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite eingestuft wurde.

Bislang wurden insgesamt 246 Verdachtsfälle gemeldet, mit 80 vermuteten Todesfällen in der Provinz Ituri im Osten der DRK; auch Uganda hat zwei Fälle gemeldet, darunter ein Todesfall. Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit, die Regierungen bei der Umsetzung schneller Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs zu unterstützen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern – unter Einbeziehung der Gemeinschaften und relevanter Akteure sowie durch Sicherstellung grenzüberschreitender Koordination.

Diese Variante des Ebola-Virus, der Bundibugyo-Stamm, ist weniger verbreitet als der Zaire-Stamm. Derzeit gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung. Es wird angenommen, dass die Verbreitung dieses speziellen Ebola-Virus Ende April begonnen haben könnte.

Das instabile Sicherheitsumfeld, anhaltende Zugangsbeschränkungen und eine hohe Mobilität der Bevölkerung erhöhen das Risiko einer raschen Übertragung in betroffenen und angrenzenden Gebieten. Kinder sind den Auswirkungen von Ebola-Ausbrüchen besonders ausgesetzt, darunter Unterbrechungen grundlegender Dienstleistungen, der Verlust von Eltern und Betreuungspersonen, Stigmatisierung, psychosoziale Belastungen und erhöhte Schutzrisiken.

UNICEF hat bereits nahezu 50 Tonnen an Materialien zur Infektionsprävention und -kontrolle mobilisiert, darunter Desinfektionsmittel und Seife, persönliche Schutzausrüstung sowie Wasseraufbereitungstabletten und Wassertanks, die nach Bunia geliefert wurden. Ein multidisziplinäres Notfall-Schnellreaktionsteam trifft ebenfalls in Kürze ein, um technische Unterstützung in vorrangigen Bereichen zu leisten, einschließlich der Unterstützung von Risikokommunikation und Maßnahmen zur Einbindung der Gemeinschaft. Ziel ist es, die Kommunikation zu verstärken, damit Familien verstehen, wie Ebola übertragen wird und wie sich das Infektionsrisiko verringern lässt. Mehr als 2.000 Gemeindegesundheitshelfer sind bereits im Einsatz, doch werden dringend zusätzliche Kapazitäten und Ressourcen benötigt, um eine wirksame Abdeckung sicherzustellen, insbesondere in schwer zugänglichen Gebieten.

Als Reaktion auf den Ausbruch hat UNICEF seine höchste Notfallklassifizierung aktiviert (eine unternehmensweite Notlage der Stufe 3), um eine organisationsweite Ausweitung der Vorbereitungs- und Reaktionsmaßnahmen in betroffenen und gefährdeten Gebieten zu unterstützen. Die Aktivierung ermöglicht die sofortige Bereitstellung flexibler Mittel, die beschleunigte Entsendung von Notfallpersonal, vereinfachte operative Verfahren für Länderbüros sowie eine verstärkte Koordination auf regionaler Ebene und in den Hauptquartieren, um betroffene Kinder und Familien zu unterstützen. UNICEF arbeitet dabei eng mit Partnern zusammen, darunter die WHO und Africa CDC, zur Unterstützung von durch Regierungen geleiteten Maßnahmen.

Jeder Ebola-Ausbruch bringt Kinder in Gefahr – nicht nur durch das Virus selbst, sondern auch durch die umfassenden Störungen von Gesundheits-, Ernährungs-, Bildungs- und Schutzsystemen. UNICEF fordert einen sofortigen, sicheren und dauerhaften humanitären Zugang zu den betroffenen Gemeinschaften, insbesondere im Osten der DRK, um gefährdete Kinder und Familien erreichen zu können.

Schnelles Handeln, vertrauensvolle Einbindung der Gemeinschaften sowie anhaltende Unterstützung für Einsatzkräfte an vorderster Front und Gemeindegesundheitshelfer – die ebenfalls erheblichen Risiken ausgesetzt sind – werden entscheidend sein, um Kinder zu schützen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.“

Hinweis
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UNICEF Österreich
Michael Blauensteiner
Telefon: +43 660 38 48 821
E-Mail: blauensteiner@unicef.at
Website: https://unicef.at

PA: CARE warnt zum Muttertag: Globale Hilfskürzungen bringen Mütter weltweit in Lebensgefahr

CARE Österreich warnt vor Rückschritten im Kampf gegen Müttersterblichkeit / 70 Prozent der mütterlichen Todesfälle geschehen in Subsahara-Afrika / Im Sudan haben 1,1 Millionen schwangere Frauen keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung

Anlässlich des Muttertags macht CARE Österreich auf die wachsende Gefährdung von Müttern weltweit aufmerksam: Alle zwei Minuten stirbt eine Frau an Komplikationen rund um Schwangerschaft oder Geburt – das sind rund 260.000 Todesfälle pro Jahr. Fast zwei Drittel aller mütterlichen Todesfälle ereignen sich heute in Ländern, die von Krisen oder Konflikten betroffen sind. 70 Prozent entfallen auf Subsahara-Afrika. Gleichzeitig kürzen Geberländer zunehmend Mittel für humanitäre Hilfe, darunter lebensrettende Gesundheitsprogramme, weltweit.

„Schwangerschaft und Geburt zählen zu den verletzlichsten Momenten im Leben einer Frau. In fragilen Kontexten ist die Wahrscheinlichkeit für Frauen, dabei zu sterben, fünfmal höher als in stabilen Gesundheitssystemen“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Vor diesem Hintergrund warnen wir davor, dass Hilfsgelder weiter gekürzt werden. Wenn es keine Mittel für Gesundheitseinrichtungen gibt, Hebammen nicht ausgebildet werden können und Medikamente knapp sind, kann eine Geburt für Frauen ein Todesurteil sein.“

Der Abbau zentraler Hilfsprojekte, insbesondere von USAID geförderter Programme, hat bereits jetzt zur Folge, dass Gesundheitszentren schließen, mobile Kliniken eingestellt werden und es vielerorts keine medizinische Versorgung für Schwangere und Neugeborene gibt. Eine aktuelle Analyse¹ zeigt, dass der Wegfall der USAID-Mittel die Zahl der Todesfälle rund um Schwangerschaft und Geburt in Ländern wie Burkina Faso, der Zentralafrikanischen Republik, dem Tschad, Mali, Niger und Nigeria um durchschnittlich bis zu 45 Prozent steigen lassen könnte. Nigeria wies laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO)2 bereits 2023 – im zuletzt erfassten Zeitraum – mit 993 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten die höchste Muttersterblichkeitsrate weltweit auf, dicht gefolgt vom Tschad mit 748 und der Zentralafrikanischen Republik mit 692 Todesfällen.

Konflikt im Sudan: Geburt auf der Flucht

Im Sudan haben rund 1,1 Millionen schwangere Frauen – von insgesamt 17,1 Millionen auf Hilfe angewiesenen Frauen und Mädchen – keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung. Der seit April 2023 andauernde Krieg im Sudan hat eine der schwersten humanitären Krisen weltweit ausgelöst. Das Gesundheitssystem ist weitgehend kollabiert. Mehr als 4,3 Millionen Frauen und Mädchen sind innerhalb des Landes vertrieben, Millionen weitere in Nachbarländer wie den Südsudan geflohen.

Dort ist die Lage selbst kritisch: Laut eines kürzlich veröffentlichten IPC-Berichtssind rund 7,8 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung – von einer Ernährungskrise betroffen. Akute Mangelernährung, vor allem bei Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern, steigt in alarmierendem Tempo. Schwangere Frauen haben oft keinen sicheren Ort zur Entbindung und keine medizinische Unterstützung bei Komplikationen. Die Müttersterblichkeit im Südsudan ist hoch: 692 Frauen sterben dort pro 100.000 Lebendgeburten.

CARE-Nothilfereporterin Sarah Easter besuchte kürzlich ein CARE-Gesundheitszentrum an der südsudanesisch-sudanesischen Grenze. Sie berichtet: „Galatia, eine 40-jährige Sudanesin, erzählte mir, wie sie hochschwanger durch den Busch floh und ihre Tochter auf dem Boden einer fremden Hütte zur Welt brachte – ohne Hebamme, ohne sauberes Wasser. Was sie erlebte, ist kein Einzelschicksal. Über eine Million schwangere Frauen fliehen im Sudan vor Bomben und Gewalt, viele bringen ihre Kinder unterwegs zur Welt. Ohne medizinische Versorgung sterben Mütter an Blutungen und Infektionen, die längst behandelbar wären. Einrichtungen wie die von CARE retten täglich Leben. Doch die Finanzierung läuft aus. Und damit steigt die Gefahr, dass Frauen sterben, die eigentlich überleben könnten.“

So hilft CARE: CARE ist in über 120 Ländern im Einsatz und setzt einen besonderen Fokus auf die Unterstützung von Frauen und Mädchen. In Krisenregionen stellt CARE mobile Gesundheitsdienste bereit, unterstützt Geburten medizinisch, bildet Gesundheitspersonal, darunter Hebammen, aus und sorgt für Zugang zu sauberem Wasser und Hygieneartikeln. In akuten Notlagen schafft CARE sichere Räume für Frauen und bietet psychosoziale Unterstützung für Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt.

Quellen:
1 Cummins, M. (2026): Aid cut, lives lost: Estimating the impact of USAID’s withdrawal on maternal mortality in six African countries. Health Policy and Planning, czag034. https://doi.org/10.1093/heapol/czag034
2 WHO et al. (2025): Trends in Maternal Mortality: 2000 to 2023. Genf: WHO. https://www.who.int/publications/i/item/9789240108462  
3 IPC (Integrated Food Security Phase Classification) (2026): South Sudan: Acute Food Insecurity Projection Update for April – July 2026https://www.ipcinfo.org/ipc-country-analysis/details-map/en/c/1163302/?iso3=SSD

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PA: Neuer Report: Globaler Hunger bleibt 2026 auf kritischem Niveau – Konflikte, Dürre und gekürzte Hilfen verschärfen Krise

Der weltweite Hunger wird auch im Jahr 2026 auf einem alarmierend hohen Niveau bleiben. Laut dem heute veröffentlichten Global Report on Food Crises 2026 verschärfen bewaffnete Konflikte, Dürren und massiv sinkende Hilfsfinanzierung die Ernährungsunsicherheit – insbesondere in fragilen Staaten. 

„Umso unverständlicher ist der gleichzeitige Rückgang der Finanzierung humanitärer Maßnahmen. Angesichts der Dimension des Hungers braucht es sofort mehr internationale Solidarität, verlässliche finanzielle Zusagen und entschlossenes politisches Handeln, um weitere Hungerkatastrophen zu verhindern und Millionen Menschen den Zugang zu Nahrung und lebenswichtiger Hilfe zu sichern”, ordnet Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger, die Ergebnisse des Reports ein.   

Dem Bericht zufolge waren im Jahr 2025 insgesamt 266 Millionen Menschen in 47 Ländern und Territorien von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. 1,4 Millionen Menschen lebten dabei unter katastrophalen Bedingungen, der schwersten Stufe akuten Hungers: in Teilen von Haiti, Mali, Gaza, Südsudan, Sudan und Jemen. Erstmals in der Geschichte des Berichts wurden im vergangenen Jahr zwei Hungersnöte offiziell festgestellt, in Gaza und im Sudan. 

„Zusätzliche Verschärfung erfährt die Lage durch aktuelle geopolitische Eskalationen, insbesondere im Nahen Osten. Anhaltende Störungen der Energie‑ und Düngemittelmärkte treiben die Lebensmittelpreise weltweit weiter in die Höhe – mit gravierenden Folgen für ohnehin fragile Länder”, ergänzt Friedrich-Rust.  

Der Bericht zeigt zudem eine dramatische Entwicklung über die vergangenen zehn Jahre: Die Zahl der Menschen mit akuter Ernährungsunsicherheit hat sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Besonders gravierend ist die Lage von Kindern: Im Jahr 2025 waren schätzungsweise 35,5 Millionen Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten in 23 Ländern und Territorien, die als Ernährungskrisen eingestuft sind, akut unterernährt. Darunter befanden sich 9,7 Millionen Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung, einer unmittelbar lebensbedrohlichen Form der Unterernährung. 

Akute Ernährungsunsicherheit: Zehn Länder im Fokus 

Die weltweite akute Ernährungsunsicherheit konzentriert sich zunehmend auf wenige Länder: Zehn Staaten vereinten 2025 rund zwei Drittel aller Betroffenen, wobei Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und der Sudan fast ein Drittel der weltweiten Gesamtzahl ausmachten. Der Bericht verzeichnet in einzelnen Ländern – darunter Bangladesch, Niger sowie in begrenzten Regionen Nigerias und des Sudan – punktuelle Verbesserungen, die die insgesamt weiterhin dramatische Lage jedoch nicht grundlegend verändert haben. Deutliche Verschlechterungen gab es in Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo und Myanmar.  

Akute Mangelernährung ist lebensbedrohlich 

Neben dem Hunger bleibt auch die akute Mangelernährung auf extrem hohem Niveau. 2025 wurden in 23 Ländern und Territorien offizielle Ernährungskrisen festgestellt, mit besonders schwerer Lage in Gaza, im Sudan, in Myanmar und im Südsudan. Dort führten Hungersnot oder kritische Bedingungen zu lebensbedrohlicher Unterernährung, vor allem bei Kindern.  

In den meisten betroffenen Ländern ist akute Mangelernährung das Ergebnis mehrerer gleichzeitiger Krisen – fehlender Zugang zu Nahrung, Krankheiten sowie mangelhafte Gesundheits‑, Wasser‑ und Versorgungsstrukturen. Der Bericht unterstreicht damit, wie eng Hunger, Gesundheit und grundlegende Dienstleistungen miteinander verknüpft sind. 

Massiver Rückgang internationaler Hilfsfinanzierung verschärft Hungerkrise 

Gleichzeitig warnt der Bericht eindringlich vor einem massiven Rückgang der internationalen Unterstützung. Die Finanzierung humanitärer Maßnahmen im Ernährungssektor ging 2025 um rund 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, während die entwicklungsbezogene Unterstützung um mindestens 15 Prozent schrumpfte und weiter zurückzugehen droht. 

Der Global Report on Food Crises 2026 kommt zu dem Schluss, dass ohne eine deutliche Kehrtwende bei Konfliktprävention, Klimaanpassung und internationaler Finanzierung weitere Hungersnöte nicht ausgeschlossen werden können. 

Der jährlich veröffentlichte Global Report on Food Crises wird von einem internationalen Netzwerk unter der Koordination des Food Security Information Network (FSIN) erarbeitet. Er gilt als eine der fundiertesten globalen Analysen zur akuten Ernährungsunsicherheit weltweit. 

Als internationale humanitäre Organisation arbeitet Aktion gegen den Hunger in zahlreichen besonders betroffenen Ländern, darunter Sudan, Jemen, Gaza, Südsudan, die Demokratische Republik Kongo, Nigeria und Afghanistan. Dort unterstützt die Organisation unter anderem unterernährte Kinder, schwangere Frauen und Binnenvertriebene mit lebenswichtiger Hilfe wie Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung. 

Hinweis an die Redaktionen

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Pressekontakt

Vassilios Saroglou / Markus Winkler
Tel. 030 – 279 099 776
E-Mail presse@aktiongegendenhunger.de
Website www.aktiongegendenhunger.de

Recherchematerial zu Fußball, Menschenrechte & SDGs – Im Fokus: WM 2026

Gute Sportberichterstattung ist auch Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftsjournalismus. Fußball kann ein Einstiegstor in globale Politik sein. Die Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko bietet einen hochaktuellen Nachrichtenanlass und markiert einen Wendepunkt: Nicht mehr nur autoritäre Staaten stehen im Fokus der Kritik – sondern auch westliche Demokratien. Hier einige kritische Punkte in Kürze:

•          Menschenrechtsorganisationen bezweifeln, dass die USA aktuell ein geeigneter Gastgeber sind

•          Diskussionen über Einreisebeschränkungen für Fans und Teams stehen im Raum

•          Boykottforderungen aus Politik und Zivilgesellschaft nehmen zu

•          Debatten über Sicherheit, digitale Überwachung und politische Einflussnahme prägen die Vorbereitung

Die WM 2026 ist kein nebensächliches Sportevent, sondern ein Testfall für die Glaubwürdigkeit von Menschenrechtsstandards auf globaler Bühne. Minky Worden, die für den Bereich „Global Initiatives“ zuständige Leiterin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, äußerte im Interview mit Deutschlandfunk ihre Bedenken wegen der Austragung der anstehenden Fußball-WM in den USA. Und verwies unter anderem auf das Einreiseverbot in die USA für Menschen aus Haiti. Der Karibik-Staat nimmt erstmals seit 52 Jahren wieder an einer WM-Endrunde teil. Doch laut US-Regierung dürfen nur die Spieler und Funktionäre für den Zeitraum des Turniers einreisen. Weiters kündigte die Trump-Regierung eine Überprüfung von Social-Media-Daten der letzten fünf Jahre von Fans aus allen Ländern bei der Einreise in die USA zur Fußball-WM 2026 an.

Weiterführende Info:

Deutschlandfunk: Menschenrechte und Einreiseverbote – Human Rights Watch: „FIFA muss prüfen, ob es noch möglich ist, die Fußball-WM in den USA auszutragen“

SDGs und Sport

Auf den ersten Blick hat vor allem SDG 3 (Sustainable Development Goals), das Ziel für Gesundheit und Wohlergehen, einen klaren Bezug zu Sport. Worum geht es? Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern. Die Unterpunkte hier im Überblick:

https://sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/3-gesundheit-und-wohlergehen

Sport ist jedoch auch ein großer Wirtschaftsfaktor und hat viele gesellschaftspolitische Aspekte. Die SDGs können eine Linse für komplexe Sportberichterstattung bieten. So lässt sich die WM 2026 beispielsweise entlang der SDGs analysieren:

  • SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit): Unter welchen Bedingungen wird die WM veranstaltet?
  • SDG 10 (Weniger Ungleichheiten): Wer kann teilnehmen – wer wird ausgeschlossen?
  • SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz): Wie nachhaltig ist ein Turnier über drei Länder hinweg?
  • SDG 16 (Starke Institutionen): Wie transparent und rechenschaftspflichtig ist die FIFA?

Ideen für mögliche Geschichten

  • Wer darf zur WM 2026?

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird in drei Ländern ausgetragen – mit unterschiedlichen Einreise- und Sicherheitssystemen. Doch ist die WM tatsächlich ein global zugängliches Event?

Themen: Visa, Grenzen und globale Ungleichheit,

Interviewpartner:innen: Human Rights Watch, Migrationsforscher:innen, betroffene Fans

  • Die unsichtbaren Arbeiter:innen der WM

Nach der FIFA WM 2022 in Katar steht die Frage im Raum: Hat sich bei Arbeitsrechten im Sport etwas verbessert? Die Frage ist nicht wer gewinnt die WM, sondern unter welchen Umständen findet sie statt.

Themen: Arbeitsmigration, Arbeitskräfte ohne soziale Absicherung, Rolle von Subunternehmen und Outsourcing

Interviewpartner:innen: Gewerkschaften (z. B. Bau, Service), Amnesty International, Arbeitsrechtsexpert:innen, lokale NGOs in Austragungsstädten

  • Klima & Nachhaltigkeit

SDG 13 im Reality-Check: Kann eine WM über drei Länder hinweg klimaneutral sein?

Themen: Flugverkehr zwischen Spielorten, Infrastruktur & Energieverbrauch, Greenwashing durch Kompensationsmodelle, CO₂-Bilanz

Interviewpartner:innen: Klimaforscher:innen, NGOs (z. B. Umweltorganisationen)

  • Rassismus, Homophobie & Diskriminierung im Fußball

Diskriminierung ist im Fußball weiterhin präsent – auch in Europa und Nordamerika. Sind es Strukturen oder Einzelfälle?

Themen: Rassistische Vorfälle im Stadion, mangelnde Diversität in Führungspositionen

Interviewpartner:innen: Aktivist:innen, betroffene Spieler:innen, NGOs und Fairplay Initiativen

  • Sportswashing im Westen?

Sportswashing, also die Nutzung von Sportveranstaltungen oder Sponsoring durch Staaten oder Konzerne, um das eigene Image aufzupolieren und von Menschenrechtsverletzungen und Korruption abzulenken, wird meist autoritären Staaten zugeschrieben. 2026 stellt sich die Frage: Nutzen auch Demokratien den Sport zur Imagepflege?

Themen: politische Inszenierung der Gastgeberländer, Umgang mit Kritik (Menschenrechte, Polizei, Migration)

Interviewpartner:innen: Medienethiker:innen, Politikwissenschaftler:innen, NGOs wie Human Rights Watch

Weiterführende Infos

Sportswashing

In Sachen Sportswashing wurden in den vergangenen Jahren auch NGOs aktiv: Etwa Human Rights Watch https://www.hrw.org/video-photos/audio/2025/02/10/sportswashing-explained

Oder auch Amnesty: https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-journal/deutschland-sportswashing-fc-bayern-ruanda-katar-vereinigte-arabische-emirate

Rassismus und Sport

Rassistisch motivierte Zwischenfälle sind sowohl im Leistungs- als auch Breitensport zu beobachten. Niklas Schulteis hat im Rahmen eines Forschungspraktikums zu Rassismus und Fußball an der Erasmus School of History, Culture and Communication einen Beitrag über Fußball und Rassismus in Europa für die deutsche Bundeszentrale für politische Bildung verfasst: https://www.bpb.de/themen/migration-integration/kurzdossiers/549451/hat-der-europaeische-fussball-ein-rassismus-problem/

Ein Infosheet zu Rassismus im Sport gibt es von der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte, hier: https://fra.europa.eu/sites/default/files/fra_uploads/1203-Infosheet-racism-in-sport_DE.pdf

Initiativen und Vereine

Fairplay Initiative

Fairplay am Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC) ist die Initiative für Vielfalt und Antidiskriminierung im Sport. Gegründet wurde die Initiative 1997 im Rahmen des Europäischen Jahres gegen Rassismus. Die thematischen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Antidiskriminierung und Diversität, soziale Inklusion, Menschenrechte und Entwicklung und Prävention von Extremismus. Das Projekt fairplay prevention – Anlaufstelle gegen menschenfeindliche Ideologien wurde aufgrund von Sparmaßnahmen mit Jänner 2026 eingestellt. Link: www.fairplay.or.at

Ombudsstelle Fußball für alle

Die Ombudsstelle dient als direkte Anlaufstelle für LGBTIQ-Personen im Fußball. Hier geht es vor allem um Diskriminierung im Bereich Homophobie. Die Stelle ist aber auch mit anderen Organisationen und NGOs vernetzt um auch eine psychologische Weiterleitung oder Weiterbetreuung zu gewährleisten. Die Anlaufstelle ist unabhängig und eigen­ständig, jedoch mit einer Legitimation von ÖFB und Bundesliga ausgestattet, um bei Problemen bei Vereinen oder Verbänden ­vorstellig zu werden. Link: https://www.fussballfueralle.at/

ballesterer

Der ballesterer ist das kritische Fußballmagazin Österreichs: Die ballesterer-Autor:innen zeichnet eine kritische Sichtweise auf das aktuelle Fußballgeschehen aus. Sowohl die zunehmende Kommerzialisierung wie auch das Zurückdrängen von Fans und Fankultur aus den Stadien werden laufend thematisiert.

Kicken ohne Grenzen

Das mehrfach preisgekrönte Projekt „Kicken ohne Grenzen“ bietet mit Fußballteams sichere Räume für Jugendliche mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung. Die Förderung von Mädchen ist ein Fokus der Initiative. Link: www.kicken-ohne-grenzen.at

Play Together Now

Der Verein wurde 2015, mit der Ankunft von vielen Geflüchteten in Wien, von engagierten Personen gegründet. Seitdem ist der Verein zu 100% von Ehrenamtlichen getragen, die ihre freie Zeit, jungen Menschen in Wien widmen. Link: www.playtogethernow.at

Dachverband Globale Verantwortung

Der Dachverband Globale Verantwortung – Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe vertritt in Österreich und darüber hinaus 39 Nichtregierungsorganisationen, die in der Entwicklungszusammenarbeit, entwicklungspolitischen Inlandsarbeit, humanitären Hilfe sowie für eine nachhaltige globale wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung tätig sind. Auf einer Projektlandkarte hat der Dachverband Projekte mit Sportfokus zusammengetragen, wie die Fußballschule für Kinder und Jugendliche in Mexiko-Stadt oder die Base Brazil Football Schools.

SDG Watch Austria

SDG Watch Austria ist ein Zusammenschluss von mehr als 230 zivilgesellschaftlichen und gemeinnützigen Organisationen. Sie setzen sich gemeinsam für eine ambitionierte Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in Österreich ein: https://sdgwatch.at

Austrian Development Agency

Armut mindern, Frieden fördern und Umwelt schützen stehen im Zentrum der Arbeit der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Die ADA wickelt jedes Jahr mehrere hundert Projekte ab. Das Budget der ADA stellt das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten zur Verfügung. Immer wieder finanzierte die ADA auch Projekte rund um Sportgroßereignisse. Sport und Fußball bieten als Medium zur Bewusstseinsbildung für Menschenrechte und Entwicklung großes Potenzial. Übersicht über die Projekte der ADA: Laufende Projekte – Austrian Development Agency

Kontakte

Nicole Selmer

Die Journalistin ist stellvertretende Chefredakteurin des Magazins ballesterer. Sie recherchierte mehrfach zum Thema Sportswashing. 2004 veröffentlichte sie ein Buch über weibliche Fans („Watching the Boys Play, Frauen als Fußballfans“), begann so das journalistische Schreiben über Fußball und Gesellschaftspolitik und stieß zum ballesterer.

Dietrich Schulze-Marmeling

Dietrich Schulze-Marmeling ist Journalist und Buchautor. Seine Themen sind neben Fußballs auch politische Themen. 2025 erschien von ihm und Bernd-M. Beyer das Buch“ Politik im Spiel: Die andere Geschichte der deutschen Fußball-Nationalmannschaft“. Für den Ballesterer hat er den Politikwissenschaftler Andrei Steven Markovits zur WM 2026 interviewt.

Ronny Blaschke

Journalist und Buchautor. Blaschke beschäftigt sich mit politischen Themen im Sport, u. a. für Deutschlandfunk, SZ und Deutsche Welle. Die Recherchen für seine Bücher lässt er in politische Bildung einfließen, in Vorträge, Moderationen und Konferenzen. 2025 erschien sein Buch „Football and Racism: How Colonialism Shaped the Modern Game“.

Jürgen Mittag

Jürgen Mittag besetzte die damals erste originär sportpolitikbezogene Professur in Deutschland an der Deutschen Sporthochschule Köln. Er gilt als Kenner internationaler Sportorganisationen. Für die deutsche Bundeszentrale für politische Bildung hat er das Heft „Sport und Politik“ für die Reihe: „Informationen zur politischen Bildung“ gestaltet.

Martin Krauss

Auch Krauss ist Sportjournalist und Autor zum Thema. Er hat das Buch geschrieben: „Dabei sein wäre alles. Wie Athletinnen und Athleten bis heute gegen Ausgrenzung kämpfen. Eine neue Geschichte des Sports“, das im C. Bertelsmann Verlag 2024 erschienen ist.

Nikola Staritz

Staritz ist Teil des Fairplay-Teams im VIDC und dort zuständig für den Bereich Antidiskriminierung. Zusätzlich ist sie auch Fußballtrainerin. Sie bietet sich als Gesprächspartnerin zu verschiedenen Themen rund um Sport, Diskriminierung, aber auch Empowerment an.

Spezialtipp

Die Ausstellung „PIRATI CICLISTI ANTIFASCISTI!“ über sportliche Gegenbewegungen in Wien wird am 29. April um 18:00 Uhr eröffnet. Versammelt sind Initiativen, Vereine und Künstler:innen, die sich für Vielfalt, Inklusion sowie eine feministische und antifaschistische Praxis im Sport einsetzen. Die Ausstellung zeigt, dass Sport auch ein politischer Raum sein kann. Begleitet wird die Ausstellung von einem Event- und Vermittlungsprogramm.

Ausstellungsdauer: 30. April – 27. Mai 2026

Ort: Soho Studios, Liebknechtgasse 32, 1160 Wien

Website: https://piratecultures.at/de/exhibition