Die Beseitigung der weltweiten Kinderarbeit bis 2025 – dieses große Ziel des SDG 8.7 hat die Weltgemeinschaft klar verfehlt. Weltweit arbeiten noch immer rund 138 Millionen Kinder. Umso dringlicher ist nun das Engagement der internationalen Gemeinschaft, auch Österreichs. Dennoch nimmt keine offizielle österreichische Delegation an der am 11.2. beginnenden 6. Weltkonferenz zur Beseitigung von Kinderarbeit teil.
Vom 11.-13. Februar findet die sechste Weltkonferenz zur Beendigung von Kinderarbeit im nordafrikanischen Marrakesch (Marokko) statt. Sie soll das gemeinsame Vorgehen aller Staaten im Kampf gegen Kinderarbeit wirksam koordinieren und voranbringen. Um den weltweit 138 Millionen arbeitenden Kindern echte Zukunftschancen zu eröffnen, braucht es angesichts globaler Lieferketten und internationaler Zusammenhänge das aktive Mitwirken aller Staaten. Auch Österreich ist hier gefordert. Die österreichische Bundesregierung wird jedoch bedauerlicherweise keine Delegation entsenden, um sich an den Debatten zur Lösung dieser globalen Herausforderung zu beteiligen.
“Dass Österreich ausgerechnet bei der zentralen internationalen Konferenz zur Beseitigung von Kinderarbeit nicht vertreten ist, sendet ein schlechtes Signal – an die internationale Gemeinschaft ebenso wie an die 138 Millionen betroffenen Kinder weltweit”, erklärt Sigrid Kickingereder, Geschäftsführerin der Katholischen Jungschar und ihrer Dreikönigsaktion. “Österreichische Politiker*innen haben immer wieder betont, wie wichtig gezielte Maßnahmen gegen Kinderarbeit sind. Mit der Verwässerung der EU-Lieferkettenrichtlinie hat Europa in den letzten Monaten jedoch massiv an Glaubwürdigkeit verloren. Umso wichtiger wäre nun ein entschlossener Einsatz Österreichs”, fordert Kickingereder und ergänzt: „Ein konkreter Schritt wäre etwa der Beitritt zur globalen Plattform gegen Kinderarbeit, der sogenannten Alliance 8.7. Als Mitglied der Alliance 8.7 – wie etwa die Niederlande, Deutschland oder Frankreich – könnte Österreich eine wichtige Rolle im weltweiten Kampf gegen Kinderarbeit einnehmen und Maßnahmen deutlich effizienter und international abgestimmt setzen.”
Aufbauend auf der letzten Konferenz gegen Kinderarbeit in Südafrika im Jahr 2022 und dem sogenannten “Durban Call to Action”, der die internationale Staatengemeinschaft zu dringenden Maßnahmen auffordert, sollen auf der Konferenz in Marrakesch konkrete Ziele und Maßnahmen gegen Kinderarbeit diskutiert werden. Dazu zählen Schutzkonzepte für besonders gefährdete Kinder – auch in gefährlicher Arbeit – oder die Stärkung von Bildung, sozialer Sicherung und sozialer Dienste.
Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar arbeitet seit vielen Jahren mit Partner*innenorganisationen und zivilgesellschaftlichen Netzwerken zusammen, um die Perspektiven arbeitender Kinder sichtbar zu machen. Umso enttäuschender ist es, dass bei der diesjährigen Konferenz – im Gegensatz zur vorherigen – keine Beteiligungsmechanismen für betroffene Kinder vorgesehen sind: „Wir blicken mit Besorgnis darauf, dass arbeitende Kinder in Marrakesch keinen Platz am Verhandlungstisch haben. Nachhaltige Lösungen müssen auch die Erfahrungen und Perspektiven der betroffenen Kinder berücksichtigen. Kinder haben das Recht, in allen sie betreffenden Angelegenheiten gehört zu werden – denn sie kennen ihre eigene Lebensrealität am besten”, so Kickingereder abschließend.
Die Initiative “Kinderarbeit stoppen” – bestehend aus der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Jugend Eine Welt, Kindernothilfe Österreich, solidar Austria und FAIRTRADE Österreich – setzt sich seit Jahren für wirksame politische Maßnahmen gegen Kinderarbeit ein. www.kinderarbeitstoppen.at
Die Studie “Ending Child Labour – Implementation of SDG 8.7” empfiehlt zahlreiche Maßnahmen gegen Kinderarbeit, u. a. einen Beitritt zur Allianz 8.7:
https://www.kinderarbeitstoppen.at/fileadmin/kinderarbeit/2025/RR24_Ending-Child-Labour.pdf
Rückfragen:
Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar
Elisabeth Holzner
Telefon: 0676 88011 1000
E-Mail: elisabeth.holzner@dka.at