Archiv der Kategorie: Politik

PA: Start der Gewerkschaftskampagne „Wir gegen Kinderarbeit!“

ÖGB, solidar Austria und Netzwerk International fordern strukturelle Maßnahmen gegen Kinderausbeutung.

Wien, 11. Februar 2026 – Während heute in Marrakesch die 6. Globale Konferenz zur Beseitigung der Kinderarbeit beginnt, starten der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), solidar Austria und das Netzwerk International die ganzjährige Kampagne „Wir gegen Kinderarbeit!“. Der Handlungsbedarf ist dramatisch: Weltweit werden nach aktuellen Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) rund 140 Millionen Kinder zur Arbeit gezwungen – über 50 Millionen davon unter gefährlichen Bedingungen. Das UN-Ziel, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, wurde krachend verfehlt. Um das Sustainable Development Goal (SDG) 8.7 wenigstens bis 2030 zu erreichen, müssten die Fortschritte elfmal schneller sein als bisher.

Geht’s den Eltern gut, geht’s den Kindern gut

„Der Kampf gegen Kinderarbeit ist ein urgewerkschaftliches Anliegen“, betont Marcus Strohmeier, Internationaler Sekretär des ÖGB. „Bereits im 19. Jahrhundert kämpften Gewerkschaften gegen Kinderarbeit in europäischen Fabriken – heute setzen wir diesen Kampf auf globaler Ebene fort. Aber wir haben aus der Geschichte gelernt: Kinderarbeit verschwindet nicht durch Verbote allein, sondern durch existenzsichernde Löhne für die Eltern. Wer Kinderarbeit wirklich beenden will, muss Gewerkschaften stärken und für faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern sorgen. Geht’s den Eltern gut, geht’s den Kindern gut – das ist unsere zentrale Botschaft.“

Die Realität ist erschütternd: Über 1,5 Millionen Kinder schuften im Kakaosektor in der Elfenbeinküste und Ghana, hantieren mit Macheten und tragen schwere Lasten.

Rund 40.000 Kinder arbeiten in den Kobalt- und Coltan-Minen der Demokratischen Republik Kongo unter lebensgefährlichen Bedingungen. In den Textilfabriken Südasiens werden Kinderrechte systematisch mit Füßen getreten.

Österreich muss Verantwortung übernehmen

„Wenn wir in Österreich Schokolade essen, Smartphones nutzen oder Kleidung kaufen, profitieren wir von globalen Lieferketten, in denen Kinder ausgebeutet werden“, erklärt Peter Schissler, Vorsitzender von solidar Austria, dem entwicklungspolitischen Verein der österreichischen Gewerkschaftsbewegung. „Freiwillige Selbstverpflichtungen von Unternehmen sind gescheitert. Österreich muss jetzt handeln: Wir brauchen ein produktbezogenes Gesetz, das den Verkauf von Waren aus Kinderarbeit verbietet. Und Österreich muss offiziell der internationalen SDG 8.7 Allianz beitreten. Das sind keine unrealistischen Forderungen, sondern bittere Notwendigkeit, um unserer Verantwortung gerecht zu werden.“

„Wir appellieren an die österreichische Bundesregierung, die Konferenz in Marrakesch als Weckruf zu verstehen“, so Strohmeier und Schissler abschließend. „Es braucht keine weiteren unverbindlichen Absichtserklärungen, sondern einen bindenden Aktionsplan mit strengen Sanktionsmechanismen. Die 137,6 Millionen arbeitenden Kinder weltweit können nicht länger warten.“

Weitere Informationen zur Kampagne: https://www.netzwerkinternational.at/wir-gegen-kinderarbeit (geht am 11.02. online)

Rückfragehinweis:
Michael Wögerer (Projektleiter solidar Austria, Wien)
+43 (0)664 7810 3189

Fotos/Bildmaterial auf Anfrage verfügbar

PA: Weltkonferenz zur Beseitigung von Kinderarbeit startet: Österreich fehlt

Die Beseitigung der weltweiten Kinderarbeit bis 2025 – dieses große Ziel des SDG 8.7 hat die Weltgemeinschaft klar verfehlt. Weltweit arbeiten noch immer rund 138 Millionen Kinder. Umso dringlicher ist nun das Engagement der internationalen Gemeinschaft, auch Österreichs. Dennoch nimmt keine offizielle österreichische Delegation an der am 11.2. beginnenden 6. Weltkonferenz zur Beseitigung von Kinderarbeit teil.  

Vom 11.-13. Februar findet die sechste Weltkonferenz zur Beendigung von Kinderarbeit im nordafrikanischen Marrakesch (Marokko) statt. Sie soll das gemeinsame Vorgehen aller Staaten im Kampf gegen Kinderarbeit wirksam koordinieren und voranbringen. Um den weltweit 138 Millionen arbeitenden Kindern echte Zukunftschancen zu eröffnen, braucht es angesichts globaler Lieferketten und internationaler Zusammenhänge das aktive Mitwirken aller Staaten. Auch Österreich ist hier gefordert. Die österreichische Bundesregierung wird jedoch bedauerlicherweise keine Delegation entsenden, um sich an den Debatten zur Lösung dieser globalen Herausforderung zu beteiligen. 

“Dass Österreich ausgerechnet bei der zentralen internationalen Konferenz zur Beseitigung von Kinderarbeit nicht vertreten ist, sendet ein schlechtes Signal – an die internationale Gemeinschaft ebenso wie an die 138 Millionen betroffenen Kinder weltweit”, erklärt Sigrid Kickingereder, Geschäftsführerin der Katholischen Jungschar und ihrer Dreikönigsaktion. “Österreichische Politiker*innen haben immer wieder betont, wie wichtig gezielte Maßnahmen gegen Kinderarbeit sind. Mit der Verwässerung der EU-Lieferkettenrichtlinie hat Europa in den letzten Monaten jedoch massiv an Glaubwürdigkeit verloren. Umso wichtiger wäre nun ein entschlossener Einsatz Österreichs”, fordert Kickingereder und ergänzt: „Ein konkreter Schritt wäre etwa der Beitritt zur globalen Plattform gegen Kinderarbeit, der sogenannten Alliance 8.7.  Als Mitglied der Alliance 8.7 – wie etwa die Niederlande, Deutschland oder Frankreich – könnte Österreich eine wichtige Rolle im weltweiten Kampf gegen Kinderarbeit einnehmen und Maßnahmen deutlich effizienter und international abgestimmt setzen.” 

Aufbauend auf der letzten Konferenz gegen Kinderarbeit in Südafrika im Jahr 2022 und dem sogenannten “Durban Call to Action”, der die internationale Staatengemeinschaft zu dringenden Maßnahmen auffordert, sollen auf der Konferenz in Marrakesch konkrete Ziele und Maßnahmen gegen Kinderarbeit diskutiert werden. Dazu zählen Schutzkonzepte für besonders gefährdete Kinder – auch in gefährlicher Arbeit – oder die Stärkung von Bildung, sozialer Sicherung und sozialer Dienste.  

Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar arbeitet seit vielen Jahren mit Partner*innenorganisationen und zivilgesellschaftlichen Netzwerken zusammen, um die Perspektiven arbeitender Kinder sichtbar zu machen.  Umso enttäuschender ist es, dass bei der diesjährigen Konferenz – im Gegensatz zur vorherigen – keine Beteiligungsmechanismen für betroffene Kinder vorgesehen sind: „Wir blicken mit Besorgnis darauf, dass arbeitende Kinder in Marrakesch keinen Platz am Verhandlungstisch haben. Nachhaltige Lösungen müssen auch die Erfahrungen und Perspektiven der betroffenen Kinder berücksichtigen. Kinder haben das Recht, in allen sie betreffenden Angelegenheiten gehört zu werden – denn sie kennen ihre eigene Lebensrealität am besten”, so Kickingereder abschließend.  

Die Initiative “Kinderarbeit stoppen” – bestehend aus der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Jugend Eine Welt, Kindernothilfe Österreich, solidar Austria und FAIRTRADE Österreich – setzt sich seit Jahren für wirksame politische Maßnahmen gegen Kinderarbeit ein. www.kinderarbeitstoppen.at 

Die Studie “Ending Child Labour – Implementation of SDG 8.7” empfiehlt zahlreiche Maßnahmen gegen Kinderarbeit, u. a. einen Beitritt zur Allianz 8.7:
https://www.kinderarbeitstoppen.at/fileadmin/kinderarbeit/2025/RR24_Ending-Child-Labour.pdf

Rückfragen:
Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar
Elisabeth Holzner
Telefon: 0676 88011 1000
E-Mail: elisabeth.holzner@dka.at

PA: Südsudan: Eskalierender Konflikt in Jonglei verschärft Hungerkrise

Gewalt in Jonglei: Mehr als 230.000 Menschen wurden vertrieben, Zehntausenden droht eine Hungerkatastrophe / CARE fordert sicheren und raschen Zugang für humanitäre Hilfe

Seit Ende Dezember 2025 hat der eskalierende Konflikt in Jonglei im Südsudan mehr als 230.000 Menschen in die Flucht getrieben. Viele Familien kämpfen nun um ihr Überleben: in überfüllten Camps mit begrenztem Zugang zu Nahrung, sauberem Wasser, Gesundheitsversorgung und Schutz. Die humanitäre Situation in der Region ist kritisch, warnt die internationale Hilfsorganisation CARE. Ein erneuter Ausbruch von Gewalt wird verheerende Folgen für die Menschen im Südsudan haben, die sich gerade erst von einem brutalen Bürgerkrieg zu erholen beginnen.

Gewalt verstärkt Hunger dramatisch

Laut dem aktuellen IPC-Bericht (Integrated Food Security Phase Classification) leiden 1,3 Millionen Menschen im Südsudan – insbesondere in Jonglei und den angrenzenden Regionen – unter extremem Nahrungsmittelmangel und akuter Mangelernährung. 28.000 Menschen, darunter 11.000 Menschen im Bezirk Fangak in Jonglei, sind akut vom Verhungern bedroht.

„Der Konflikt vertreibt nicht nur Familien, er zerstört Existenzgrundlagen und verschärft den Hunger in einer Region, die bereits am Abgrund stand“, sagt Maina King’ori, CARE-Länderdirektor im Südsudan. „Die Analyse von IPC zeigt: Jonglei litt schon vor dieser Eskalation unter alarmierender Ernährungsunsicherheit. Anhaltende Gewalt droht die Gemeinden in eine katastrophale Hungerkrise zu stürzen.“

Zusammenbruch der Grundversorgung

Märkte, Landwirtschaft und grundlegende Einrichtungen sind massiv beeinträchtigt. Gesundheits- und Ernährungszentren in einigen vom Konflikt betroffenen Gebieten wurden geplündert, beschädigt oder mussten den Betrieb einstellen. Die lebensrettende Versorgung für Kinder, Schwangere und stillende Frauen sowie Menschen mit chronischen Krankheiten wurde dadurch unterbrochen.

Frauen und Mädchen sind überproportional von der Krise betroffen. Vertreibung und überfüllte Notunterkünfte erhöhen das Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt massiv. Gleichzeitig fehlt der Zugang zu Gesundheitsservices, Ernährungshilfe und sauberem Wasser. Bereits vor der jetzigen Eskalation kam es zu einer alarmierenden Anzahl sexueller Gewalt und Entführungen, bei vermutlich hoher Dunkelziffer.

Humanitärer Zugang eingeschränkt

In Teilen Jongleis verzeichnet CARE Verbesserungen beim humanitären Zugang. Doch massive Hindernisse bleiben: Unsicherheit, Bewegungsbeschränkungen und Unterbrechungen des Luftverkehrs verhindern, dass Hilfsteams die Menschen zuverlässig erreichen, lebensrettende Hilfe leisten und medizinische Evakuierungen durchführen können. Besonders besorgniserregend sind Angriffe auf die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur.

„Humanitärer Zugang ist eine Frage des Überlebens, nicht der Politik“, betont King’ori. „Alle Konfliktparteien müssen die Zivilbevölkerung schützen und den Hilfsteams einen sicheren, schnellen und ungehinderten Zugang garantieren. Ohne Zugang werden Hunger und vermeidbare Krankheiten zunehmen – und Menschen sterben.“

CARE fordert die Geberländer auf, flexible und rasche Finanzierung bereitzustellen, um die weitere Verschlechterung der humanitären Situation in Jonglei zu verhindern.

So hilft CARE: CARE arbeitet eng mit lokalen Partnern und Behörden im Südsudan zusammen und unterstützt Familien in Jonglei mit Nahrungsmitteln, Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser, Hygiene und Schutzmaßnahmen, wo es die Bedingungen erlauben. Derzeit ist CARE in den Bezirken Akobo und Bor South tätig, wo zahlreiche Vertriebene Zuflucht gefunden haben. CARE bewertet laufend die Bedürfnisse vor Ort und stimmt die Nothilfe mit Partnern ab.

Rückfragen:
Stephanie Weber
Media Officer
CARE Österreich
A-1080 Wien, Lange Gasse 30/4
Tel.: +43 (1) 715 0 715-42
E-mail: stephanie.weber@care.at
Internet: www.care.at

PA: ­Kaum Essen, Medikamente und Schutz: Studie von HelpAge International und Amnesty International deckt Leid älterer Menschen im Gazastreifen auf 

  • Umfrage von HelpAge International zeigt, wie sehr die körperliche und mentale Gesundheit älterer Menschen leidet
  • Schwerer Mangel an nahrhaften Lebensmitteln, Medikamenten und Unterkünften trägt zu unmenschlichen Bedingungen bei
  • „Die Rechte und Bedürfnisse älterer Menschen in Gaza dürfen nicht ignoriert werden“, sagt Amnesty-Expertin Erika Guevara-Rosas

Ältere Menschen im Gazastreifen leiden unter einer nicht beachteten physischen und psychischen Gesundheitskrise angesichts der anhaltenden israelischen Blockade von Hilfsgütern und lebenswichtigen Medikamenten sowie des jüngsten Arbeitsverbots für humanitäre Organisationen im Gazastreifen. Neue Untersuchungen von HelpAge International und Amnesty International kommen zu diesem Ergebnis.

„Ältere Menschen hungern und sind medizinisch unterversorgt. Die meisten von ihnen verbringen ihre letzten Lebensjahre qualvoll und ohne ausreichend Schutz in überfüllten Zelten. Nicht zufällig, sondern weil Israel das bewusst so entscheidet. Das Leiden muss beendet und vollumfängliche Hilfe geleistet werden. Das ist Israels Pflicht – daran zu erinnern, die Pflicht von uns allen“, betont Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich.

In einer von HelpAge International durchgeführten Gesundheitsumfrage gaben ältere Menschen an, dass sie aufgrund der Lebensmittelknappheit Mahlzeiten auslassen müssen, auch um sicherzustellen, dass andere Familienmitglieder etwas zu essen haben, während andere sagten, dass sie Medikamente für schwere Krankheiten rationieren müssen, weil sie nicht zugänglich sind.

Binnenvertriebene ältere Menschen schilderten Amnesty International auch, dass sie aufgrund der anhaltenden Blockade durch die israelischen Behörden keinen Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln, angemessenen Unterkünften und medizinischer Versorgung haben und es ihnen deshalb sehr schlecht geht. Die befragten Personen wurden seit Oktober 2023 mehrfach vertrieben.

Die Ergebnisse der Umfrage von HelpAge International
HelpAge International hat 416 ältere Menschen im Gazastreifen befragt und die Ergebnisse in einem neuen Bericht Pushed Beyond Their Limits: The survival of older people in Gaza today  veröffentlicht. Inmitten von schwerem Nahrungsmittelmangel und dem Zusammenbruch lebenswichtiger Sozialleistungen sind ältere Menschen besonderen und oft nicht beachteten Gefahren ausgesetzt. Ihre Bedürfnisse bleiben weitgehend unsichtbar. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Umfrage von HelpAge International gehören:

  • Ältere Menschen leben unter schutzlosen Bedingungen: 76 % der Befragten leben in Zelten, die oft stark überbelegt sind. 84 % gaben an, dass ihre derzeitigen Lebensbedingungen ihre Gesundheit und Privatsphäre beeinträchtigen.
  • Vertreibung ist eine sich wiederholende und destabilisierende Erfahrung: 79 % der befragten Personen wurden seit Oktober 2023 mehr als dreimal vertrieben, was die familiäre Unterstützung unterbricht und die Isolation verstärkt.
  • Gesundheitliche Probleme sind weit verbreitet und weitgehend unbehandelt: Trotz der hohen Prävalenz von chronischen Schmerzen und Krankheiten ist der Zugang zu Medikamenten extrem eingeschränkt: 42 % der Befragten können sie nur „manchmal“ und 18 % „selten“ erhalten. 68 % der Befragten reduzierten oder beendeten die Behandlung aufgrund mangelnder Verfügbarkeit. Insgesamt ist der Zugang zur Gesundheitsversorgung nach wie vor extrem eingeschränkt: Nur 17 % der Befragten gaben an, dass die Gesundheitsversorgung in vollem Umfang zur Verfügung steht, und die nicht erfolgte Behandlung chronischer Erkrankungen ist mit 31 % die am häufigsten genannte gesundheitliche Problematik.
  • Die Ernährungsunsicherheit ist akut und kann lebensbedrohlich sein: Während die Hälfte der Befragten angab, dass der Zugang zu Hilfeleistungen seit dem Waffenstillstand einfacher geworden sei, hatten 11 % in den letzten 24 Stunden keine Mahlzeit zu sich genommen; und 48 % haben ihre eigene Nahrungsaufnahme reduziert, um sicherzustellen, dass andere etwas zu essen haben.
  • Die psychische Belastung ist groß und wirkt sich direkt auf die Ernährung aus: 77 % der befragten Personen gaben an, dass Traurigkeit, Angst, Einsamkeit oder Schlaflosigkeit ihren Appetit verringern und ihr Wohlbefinden beeinträchtigen.

„In bewaffneten Konflikten werden die Bedürfnisse älterer Menschen oft übersehen. Als direkte Folge der von Israel bewusst herbeigeführten Lebensbedingungen, die auf die physische Zerstörung der Palästinenser*innen im Gazastreifen abzielen, ist die körperliche und geistige Gesundheit älterer Menschen auf einem absoluten Tiefpunkt“, sagt Erika Guevara-Rosas, leitende Direktorin für Recherchen, Advocacy, Politik und Kampagnen bei Amnesty International.

Die Umfrage von HelpAge International zeigt, wie Israels anhaltende rechtswidrige, grausame und unmenschliche Beschränkungen der Lieferung lebensrettender Hilfsgüter sowohl den Zugang älterer Menschen zu lebenswichtiger medizinischer Versorgung und zu Medikamenten als auch zu nahrhaften Lebensmitteln und angemessenen Unterkünften erheblich beeinträchtigt.

„Die Rechte und Bedürfnisse der älteren Menschen in Gaza dürfen nicht ignoriert werden. Viele Menschen leiden nach wie vor unter unwürdigen Lebensbedingungen und einer verzweifelten humanitären Lage nach der Zerstörung ihrer Häuser und wiederholten Vertreibungen. Die israelischen Behörden müssen ihre Blockade sofort und bedingungslos aufheben und den ungehinderten Zugang zu lebenswichtigen Gütern, einschließlich Medikamenten und Materialien für Unterkünfte, ermöglichen“, führt Erika Guevara-Rosas weiter aus.

In den Wintermonaten müssen die Palästinenser*innen in Gaza – die meisten von ihnen leben in baufälligen Zelten oder Behelfsunterkünften – auch überlaufende Abwässer und Überschwemmungen ertragen und sind Stürmen ausgesetzt. Israel hat außerdem die Registrierung von 37 Nichtregierungsorganisationen, die im Gazastreifen und im Westjordanland tätig sind, mit Wirkung vom 1. Januar ausgesetzt und sie wurden aufgefordert, ihre Tätigkeit innerhalb von 60 Tagen einzustellen.

„Das Leben ist noch elender geworden“
Diese Ergebnisse wurden durch die Recherchen von Amnesty International bestätigt, die Interviews mit 12 älteren Menschen aus allen Regionen des besetzten Gazastreifens umfassten, die in Zelten in den Lagern für Binnenvertriebene in der Region Zawayda leben, wo die Lebensbedingungen extrem schwierig sind. In den meisten Fällen erleichterte ein Angehöriger für die Interviews die Kommunikation mit der älteren Person, von denen viele eine Behinderung hatten oder Hilfe bei der Bedienung eines Smartphones benötigten.

Die Befragten gaben an, dass sie gezwungen waren, Medikamente für bestehende chronische Krankheiten abzusetzen oder zu rationieren, da diese entweder nicht mehr verfügbar waren oder sich um das Drei- bis Vierfache verteuert hatten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation waren im Oktober 2025 weniger als 14 der 36 Krankenhäuser des Gazastreifens teilweise funktionsfähig, während weniger als ein Drittel der Rehabilitationseinrichtungen einsatzbereit waren, was den Zugang älterer Menschen zur Pflege stark einschränkte.

Einige ältere Menschen haben erheblich an Gewicht verloren, und die meisten sind auf Gemeinschaftsküchen angewiesen, die nicht immer ausreichend nahrhaftes Essen anbieten. Das Gelände in den Lagern für Binnenvertriebene, das oft uneben und sandig ist, hindert diejenigen, die Rollstühle oder Gehhilfen benutzen, daran, sich frei zu bewegen, so dass sie vollständig von Verwandten abhängig sind.

Der 61-jährige Mohammed Bili ist seit Oktober 2023 sieben Mal vertrieben worden. Er benötigt dreimal pro Woche eine Dialyse. Die Einrichtung, in der er diese Behandlung zuvor erhalten hatte, wurde jedoch zerstört, so dass jetzt nur noch zweimal pro Woche eine kürzere Dialysebehandlung möglich ist. Er kann seinen Rollstuhl auf dem Gelände des Lagers kaum benutzen und hat fast 20 kg abgenommen.
Er sagte den Mitarbeiter*innen von Amnesty International: „Ich leide unter extremer Steifheit in meinen Armen und Muskelschwäche, weil ich nicht so häufig zur Dialyse gehen kann, wie es nötig wäre.“

Die 88-jährige Samira Al-Shawa hatte eine Gehhilfe benutzt, um sich unabhängig bewegen zu können. Jetzt lebt sie in einem Lager für Binnenvertriebene, wo sie wegen des sandigen Bodens überhaupt nicht mehr laufen kann. Die meiste Zeit verbringt sie auf einem behelfsmäßigen Bett in ihrem Zelt. Gemeinschaftsküchen von Hilfsorganisation versorgen ihre Familie mit Nahrungsmitteln, die jedoch nicht ausreichend oder nahrhaft genug sind. Auch sie hat seit Oktober 2023 etwa 20 kg abgenommen.

Sadiqa Al-Barrawi, die etwa 90 Jahre alt ist, wurde seit Oktober 2023 dreimal vertrieben. Sie lebt derzeit mit ihrem Sohn, dessen Frau und ihren vier Kindern in einem Zelt im Binnenflüchtlingslager Salam. Als sie eines Abends im Januar 2025 auf die Toilette ging, stürzte sie und verletzte sich, so dass sie jetzt weder stehen noch gehen kann. Sie sagte Amnesty International: „Seitdem ist das Leben noch elender geworden.“

Sadiqa Al-Barrawi leidet an Diabetes und Bluthochdruck. Sie hat etwa 25 kg abgenommen und ist auf von Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellte Nahrung angewiesen. Sie fügte hinzu: „Wir leben eigentlich von der Landwirtschaft. Zu Hause im Dorf haben wir Land und die besten frischen Lebensmittel – und jetzt haben wir nichts mehr.“

Hintergrund
Die über 60-Jährigen machen etwa 5 % der Bevölkerung des Gazastreifens aus. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden seit Oktober 2023 bis Anfang Dezember 2025 insgesamt 4.813 ältere Menschen im Gazastreifen getötet, wobei in dieser Zahl die indirekten Todesfälle, z. B. durch zerstörte Gesundheitsinfrastruktur, nicht enthalten sind. Laut einem Bericht der UNWRA verlieren viele ältere Menschen aufgrund der Kampfhandlungen oder im Zuge der Vertreibung die Verbindung zu den Personen, die sie betreut hatten. Amnesty International hat dokumentiert, wie ältere Menschen in bewaffneten Konflikten einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind und ihre humanitären Bedürfnisse systematisch ignoriert werden.

Im Dezember 2024 kam Amnesty International zu dem Schluss, dass Israel im Gazastreifen einen Genozid begeht, da es Handlungen, die nach der Völkermordkonvention verboten sind, in der Absicht begangen hat, die Palästinenser*innen im Gazastreifen zu zerstören. Zu den verübten Taten gehören Tötungen, schwere körperliche oder seelische Verletzungen und die vorsätzliche Verursachung von Lebensbedingungen, die auf die physische Zerstörung der Palästinenser*innen im Gazastreifen abzielen.

Trotz eines Rückgangs der Angriffe seit dem Waffenstillstandsabkommen vom Oktober 2025 hat sich  an den Bedingungen, die Israel für die Palästinenser*innen in Gaza schafft, nichts Wesentliches geändert, und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass sich Israels Absicht, einen Genozid zu begehen, geändert hat.

Presseteam Amnesty International Österreich
Antonio Prokscha
+43-664-621 10 31
presse@amnesty.at

PA und Interviewmöglichkeit: CARE: Drei Jahre nach den Jahrhundertbeben in der Türkei und Syrien leiden Millionen Menschen weiterhin unter den Folgen

„Viele Familien leben in Ruinen, da sie nicht die Mittel haben zu fliehen oder ihre Häuser wieder aufzubauen.“ / 16,5 Millionen Menschen in Syrien benötigen humanitäre Hilfe / Jüngste Auseinandersetzungen verschärfen die Lage

Am 6. Februar 2023 erschütterten verheerende Erdbeben den Süden der Türkei und den Nordwesten Syriens. Die Katastrophe forderte rund 60.000 Todesopfer und führte zu etwa 100.000 Verletzten. Weite Teile der Infrastruktur in den betroffenen Gebieten wurden zerstört oder beschädigt. In Nordwestsyrien traf das Beben eine Region, in der bereits rund vier Millionen Menschen, die vor der Gewalt des Bürgerkriegs geflohen waren, auf humanitäre Hilfe angewiesen waren.

Die Kombination aus Katastrophe und Konflikt bedeutet in Syrien auch drei Jahre später, dass rund 16,5 Millionen Menschen – etwa zwei Drittel der Bevölkerung – humanitäre Hilfe benötigen. In den Städten sind die Folgen der Erdbeben sowie des 14-jährigen Kriegs allgegenwärtig. Sarah Easter, CARE-Nothilfereporterin, war Ende des letzten Jahres in Nordwestsyrien und beschreibt die Lage:

„Noch immer liegen ganze Straßenzüge in Trümmern. Viele Familien leben in Ruinen, da sie nicht die Mittel haben zu fliehen oder ihre Häuser wieder aufzubauen. Hinzu kommen die seelischen Folgen: Kinder sprechen bis heute über Tod und Verlust, als gehöre es zu ihrem Alltag. Mein syrischer Kollege Khalil sagte, dass er beim Anblick eingestürzter Häuser immer daran denkt, dass auch er oder seine Kinder darunter hätten liegen können – eine Angst, die viele Menschen bis heute begleitet.“

Die jüngsten Auseinandersetzungen im Norden Syriens verschärfen die ohnehin dramatische Lage zusätzlich: Viele Familien wurden mehrfach vertrieben und sind mittellos. Gleichzeitig treffen Rückkehrende im ganzen Land auf zerstörte Infrastruktur, mangelhafte Gesundheitsversorgung und große wirtschaftliche Not. In ihren Gesprächen mit Menschen in einem Camp für Vertriebene hörte Sarah Easter immer wieder denselben eindringlichen Appell: „Gebt uns nicht auf!“

Jetzt ist es wichtig, dass humanitäre Hilfe für die Menschen verlässlich weitergeführt wird.

CARE arbeitet seit 2013 in Syrien und unterstützt Vertriebene sowie aufnehmende Gemeinden mit Nothilfe, medizinischer Versorgung und Schutzprogrammen, insbesondere für Frauen und Kinder.

Sarah Easter, CARE-Nothilfereporterin, war kurz nach den Erdbeben in der Türkei und Ende letzten Jahres im Norden Syriens. Sie steht für Interviews auf Deutsch und Englisch zur Verfügung. Falls Sie Interesse an einem Gespräch haben, können Sie sich jederzeit gerne bei mir melden.

Rückfragen und Interviewvereinbarung:
Stephanie Weber
Media Officer
CARE Österreich
A-1080 Wien, Lange Gasse 30/4
Tel.: +43 (1) 715 0 715-42
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PA: Sudan: Alarmierende Zahl unbegleiteter Kinder nach neuer Fluchtbewegung in Darfur

World Vision: Mehr als 22.600 Menschen neu vertrieben.

Die jüngste Eskalation der Gewalt in Darfur hat zu einer neuen großen Fluchtbewegung geführt. Nach Angaben von World Vision wurden mehr als 22.600 Menschen neu vertrieben, rund zwei Drittel davon Kinder. Die international tätige Hilfsorganisation registriert dabei eine ungewöhnlich hohe Zahl unbegleiteter und von ihren Familien getrennter Minderjähriger.

    Ausgangspunkt der Flucht ist die umkämpfte Stadt El Fasher in Nord-Darfur. Zehntausende Menschen suchten Schutz in abgelegenen Gebieten von Süd-Darfur, vor allem in der Bergregion Jebel Marra. Lokale Behörden berichten, dass rund 90 Prozent der neu angekommenen Vertriebenen im Lager Fina Dar Omo aus El Fasher sowie aus den Lagern Zamzam und Shangel stammen.

    Erhebungssteams von World Vision identifizierten fast 200 unbegleitete Kinder, die ohne Eltern oder Betreuungspersonen im Lager ankamen. Viele wurden während der Flucht durch aktive Kampfzonen von ihren Familien getrennt. Die Lebensbedingungen im Lager gelten als äußerst angespannt: Die Menschen leben in provisorischen, überfüllten Unterkünften, der Zugang zu Trinkwasser, Nahrung und medizinischer Versorgung ist stark eingeschränkt. Nur eine von acht lokalen Gesundheitseinrichtungen ist aktuell funktionsfähig. Gleichzeitig wurden in der Region über 1.100 Masernfälle gemeldet.

    „Die hohe Zahl unbegleiteter Kinder ist ein klares Warnsignal“, sagt Simon Mane, Landesdirektor von World Vision Sudan. „Diese Kinder sind besonders gefährdet, wenn Schutz- und Versorgungsstrukturen zusammenbrechen.“

Rückfragehinweis:
World Vision Österreich
Angelika Rädler
Telefon: 0664 833 9411
E-Mail: angelika.raedler@worldvision.at
Website: https://www.worldvision.at

PA: Tag der Straßenkinder: Jugend Eine Welt-Projektpartner Rafael Bejarano Rivera zu Gast in Wien

Generalrat der Salesianer und Experte für Jugend- und Sozialarbeit gibt Einblicke in die weltweite Projektarbeit mit Straßenkindern anlässlich des alljährlich, von der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, veranstalteten „Tag der Straßenkinder“ am 31. Jänner 2026 .

Wien (OTS) – Seit vielen Jahren setzt sich Pater Rafael Bejarano Rivera SDB mit großer Leidenschaft für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. Besonders Kinder in Straßensituationen, junge Menschen in extremer Armut sowie ehemalige Kindersoldaten stehen im Mittelpunkt seines Wirkens. Anlässlich des alljährlich, von der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, veranstalteten „Tag der Straßenkinder“ am 31. Jänner 2026 ist der Salesianer Gast in Österreich . „Wir freuen uns sehr, dass mit Pater Rafael Bejarano Rivera heuer nicht nur ein hochrangiger Vertreter der Salesianer Don Boscos, sondern auch ein langjähriger Projektpartner und guter Freund von Jugend Eine Welt unser Gast beim ‚Tag der Straßenkinder‘ ist. Pater Rafael kennt in seiner Funktion als Generalrat der Salesianer Don Boscos, als oberster Vertreter und Experte für Jugend- und Sozialarbeit, alle von Jugend Eine Welt unterstützten Projekte aus der Sicht eines Projektpartners. Er kann somit gute Einblicke in die weltweite Arbeit unserer Entwicklungsorganisation in den Bereichen Straßenkinder, aber auch Schul- und Berufsausbildung geben“ , so Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt .

Im Dienst junger Menschen
Rafael Bejarano Rivera stammt aus Kolumbien, einem Land, das über Jahrzehnte von Gewalt, sozialer Ungleichheit und bewaffneten Konflikten geprägt war. Früh entschied er sich für den Weg der Salesianer Don Boscos und stellte sein Leben in den Dienst junger Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Nach seinem Studium der Philosophie und Theologie sowie einer zusätzlichen Ausbildung im Bereich Soziales Management und Entwicklung übernahm er verantwortungsvolle Aufgaben in der Jugendarbeit der Salesianer. „Seit Beginn meines priesterlichen Wirkens habe ich stets im sozialen Bereich gearbeitet – dort, wo junge Menschen Begleitung brauchen, um ihre Rechte und ihre Würde wiederzuerlangen“ , so Bejarano Rivera .

Arbeit mit Straßenkindern und Kindersoldaten
Ein zentraler Meilenstein seines Werdegangs war seine Tätigkeit in der Ciudad Don Bosco in Medellín, einer der größten salesianischen Sozialeinrichtungen Kolumbiens, die auch von Jugend Eine Welt unterstützt wird. Dort arbeitete Bejarano Rivera über Jahre hinweg direkt mit Kindern und Jugendlichen, die auf der Straße lebten, aus zerrütteten Familien stammten oder Gewalt, Missbrauch und den Einsatz als Kindersoldaten erlebt hatten. „Heute sprechen wir bewusst von ‚Kindern in einer Straßensituation‘ und nicht mehr von reinen ‚Straßenkindern‘, da es sich um eine vorübergehende Lebenssituation handelt und ihre Rechte wiederhergestellt werden müssen“ , so der Jugend Eine Welt-Projektpartner. „In mehreren Städten begleiten wir diese Kinder. Während man früher Kinder dauerhaft auf der Straße lebend antraf, hat sich die Situation verändert: Heute haben viele von ihnen Familien, verbringen jedoch viel Zeit auf der Straße und sind dort großen Risiken ausgesetzt – insbesondere Gewalt, Drogenhandel und Prostitution.“ Ziel ist es, den jungen Menschen Schutz zu bieten und ihnen durch Bildung, psychosoziale Begleitung und Berufsausbildung echte Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

Die Zahl der Straßenkinder weltweit wird auf bis zu 150 Millionen geschätzt – genaue Zahlen gibt es nicht und kann es nicht geben. Viele dieser Kinder besitzen keine Geburtsurkunde, wurden nie offiziell registriert und haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung oder Schulbildung. „Diese Kinder bleiben oft unsichtbar, obwohl sie großen Risiken ausgesetzt sind“, so Bejarano Rivera.

Experte für Jugend- und Sozialarbeit
Heute wirkt der Jugend Eine Welt-Gast auf internationaler Ebene. Als Generalrat für Jugendpastoral und soziale Werke im weltweiten Leitungsteam der Salesianer koordiniert er Bildungs- und Sozialprojekte in 138 Ländern. Mit Jugend Eine Welt verbindet Bejarano Rivera eine langjährige und enge Partnerschaft. Gemeinsam mit der österreichischen Entwicklungsorganisation arbeitet er daran, nachhaltige Bildungs- und Sozialprojekte für Straßenkinder und gefährdete Jugendliche umzusetzen – insbesondere in Lateinamerika. „Über viele Jahre hinweg haben wir gemeinsam Programme entwickelt – zur Bewusstseinsbildung, zur Begleitung junger Menschen und zur Förderung von Bildung und Ausbildung. Dabei gab es Kooperationen mit österreichischen Unternehmen sowie zum Beispiel mit der österreichischen Botschaft in Kolumbien“ , erzählt Bejarano Rivera.

Freiwilligeneinsätze eine „Win-Win-Situation“
Jugend Eine Welt unterstützt unter anderem technische Ausbildungsprogramme, Maßnahmen zur Arbeitsvermittlung und Projekte für Kinder in Straßensituationen. „Besonders wichtig ist auch der Einsatz von Freiwilligen im Rahmen der von Jugend Eine Welt und den Salesianern Don Boscos getragenen Entsendeorganisation ‚VOLONTARIAT bewegt‘ , zum Beispiel in den Städten Medellín und Cali meiner Heimat Kolumbien“ , unterstreicht der Salesianer. „Diese Einsätze gehen weit über finanzielle Unterstützung hinaus: Sie ermöglichen echte Begegnungen. Für viele junge Menschen, die viel Leid erfahren haben, ist es von unschätzbarem Wert, Menschlichkeit, Nähe und Solidarität aus anderen Kulturen zu erleben. Gleichzeitig ist Freiwilligenarbeit eine der schönsten Ausdrucksformen gelebter Solidarität. Ich habe viele junge Freiwillige, entsendet durch ‚VOLONTARIAT bewegt‘, aus Österreich in Kolumbien erlebt und gesehen, wie sie persönlich gewachsen sind. Sie haben – genauso wie Freiwillige aus dem Senior Experts-Entsendeprogramm von Jugend Eine Welt – unsere Projekte nachhaltig unterstützt. Es ist eine echte Win-Win-Situation – fachlich, menschlich und auch spirituell.“ Darüber hinaus hilft Jugend Eine Welt auch mit Stipendien für Bildung, Lernmaterialien, Lebensmittel und berufliche Qualifizierung.

Einblicke aus Sicht eines Projektpartners
Im Zuge des von Jugend Eine Welt ins Leben gerufenen „Tag der Straßenkinder“ am 31. Jänner 2026 berichtet Bejarano Rivera bei zahlreichen Veranstaltungen in Österreich aus erster Hand über die Lebensrealitäten von Kindern in Straßensituationen, spricht über globale Herausforderungen und zeigt, wie konkrete Hilfe wirkt. Neben einem Besuch der Pfarre Maria Namen in Wien, steht auch ein Workshop mit Schülerinnen und Schüler des GRG13 Wenzgasse und ein Vortrag im Lateinamerikanischen Institut Wien auf dem Programm. Darüber hinaus trifft Bejarano Rivera auf Spenderinnen und Unterstützer von Jugend Eine Welt, u.a. auch bei einer Veranstaltung in Bad Ischl. „Die Unterstützung von Jugend Eine Welt ist von zentraler Bedeutung. Internationale Zusammenarbeit wirkt auf vielen Ebenen, doch entscheidend ist die Beziehung zwischen den Menschen.
Spenderinnen und Spender – etwa in Österreich – können durch ihr Engagement Entwicklungsprozesse in ganz unterschiedlichen Realitäten ermöglichen. Jugend Eine Welt trägt dazu bei, jungen Menschen weltweit neue Hoffnung, neue Wege und neue Chancen zu eröffnen, ihre Träume zu verwirklichen und ihre Gemeinschaften zu stärken. Dafür bin ich sehr dankbar.“

    Infos: www.strassenkinder.at bzw. www.jugendeinewelt.at

    Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 | Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind steuerlich absetzbar!

    Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at


Rückfragehinweis:
Jugend Eine Welt | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Thomas Zach, MA
Telefon: +4366488632574
E-Mail: thomas.zach@jugendeinewelt.at
Website: https://www.jugendeinewelt.at


	

Aviso: Mediengespräch „Angriffe auf die kurdischen Gebiete in Syrien: das Ende einer Revolution?“

Anlässlich der aktuellen Lage in der Region Rojava lädt Diskurs. Das Wissenschaftsnetz nächste Woche Dienstag, den 3. Februar 2026, zum Mediengespräch mit den Expert:Innen Isabel Käser und Thomas Schmidinger.

Seit dem 18. Januar 2026 tobt im Nordosten Syriens ein Krieg zwischen Einheiten des syrischen Übergangsregime unter Ahmed al-Sharaa, und den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), die hier seit 2012 eine de-facto-Autonomie aufgebaut hatten.

Auch wenn nach dem Verlust der arabischsprachigen Gebiete der Demokratischen Administration Nord- und Ostsyrien (DAANES) ein Waffenstillstand folgte, so finden weiterhin Angriffe auf die verbliebenen kurdischen Gebiete statt. Da davon nun die kurdischen und christlich-aramäischen Siedlungsgebiete betroffen sind, fürchten viele Kurd:innen und Christ:innen drohende Massaker und Vertreibungen.

Diese Angst hat nicht nur mit der politischen Herkunft von Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa und seiner HTS zu tun, sondern auch mit jüngsten Kriegsverbrechen der Angreifer, dem Entkommen von IS-Angehörigen aus den Gefängnissen, mit dem kurzfristigen Hissen der IS-Fahne am Ortseingang von Al-Karamah östlich von Raqqa und mit der Verkündung von Versen aus der Anfal-Sure auf Anordnung des Religionsminister Mohammad Abu al-Khair Shukri vom 18. Jänner. Nach dieser Sure waren in den 1980er-Jahren eine Reihe von Militärkampagnen des irakischen Baath-Regimes von Saddam Hussein benannt worden, bei denen insgesamt über 180.000 Kurd:innen ermordet worden waren.

Auf dem Spiel stehen damit nicht nur das politische Projekt der DAANES und damit eine Autonomie für die syrischen Kurd:innen, sondern auch die Existenz der kurdischen und christlichen Minderheit im Nordosten Syriens. Die Angriffe und Verstümmelungen von Frauen zeigt auf, wie geschlechterspezifisch diese Angriffe sind; spielen doch im Projekt Rojava und DAANES die Befreiung und Gleichstellung von Frauen eine zentrale Rolle.

Eine gewaltsame Zerschlagung der Autonomie und eine Vertreibung der Bevölkerung hätte allerdings möglicherweise auch eine darüber hinausgehende Auswirkung auf ganz Syrien. Insbesondere die durch die Massaker im Frühjahr und Sommer bereits verunsicherten religiösen Minderheiten der Drusen und Alawiten blicken dieser Tage auch in den Nordosten Syriens und beteiligen sich an Demonstrationen von Kurd:innen gegen die Angriffe in Europa. Des weiteren führen die Angriffe auf DAANES bereits jetzt zu Unruhen in den Grenzgebieten in der Türkei und im Nordirak, beides Kurdische Gebiete, in denen die transregionale Solidarität zwischen Kurd:innen sichtbar wird. Dieser neue Konflikt und seine Folgen könnten sich auch negativ auf den Friedensprozess zwischen der türkischen Regierung und der PKK, und auf die Stabilität des Iraks auswirken.

Isabel Käser und Thomas Schmidinger werden über die Hintergründe und Entwicklungen aus Sicht der Politikwissenschaft, Sozialanthropologie und Genderforschung sprechen.

Wann: 03. Februar 2026, 10.00 Uhr
Wo: online via Zoom
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Inputs:  

Isabel Käser (Universität Bern): „Die Kurdische Frauenbewegung in Rojava: Geschlecht, Krieg und Widerstand“

Thomas Schmidinger (Universität Wien): „Aktuelle politische, militärische und humanitäre Entwicklung in Rojava“

Moderation: Stefanie Wöhl (Diskurs. Das Wissenschaftsnetz)

Für Rückfragen
Cosima Danzl
danzl@diskurs-wissenschaftsnetz.at
+43 660 721 83 75

PA: CARE-Krisenreport: Zehn humanitäre Krisen, die 2025 keine Schlagzeilen machten

CARE veröffentlicht zehnte Ausgabe des Krisenreports: Vergessene Krisen kämpfen um Aufmerksamkeit und Ressourcen / Über die humanitäre Krise in der Zentralafrikanischen Republik wurde 2025 am wenigsten berichtet

Der zehnte CARE-Krisenreport, der jährlich die globale Online-Berichterstattung humanitärer Krisen untersucht, zeigt: Die Zentralafrikanische Republik ist mit nur 1.532 Online-Artikeln die am meisten vergessene humanitäre Krise des Jahres 2025. Ein langanhaltender Konflikt führt dazu, dass mehr als 2,4 Millionen Menschen in Not sind. Etwa jeder fünfte Mensch ist auf der Flucht. Zugleich verzeichnet das Land mit der heurigen Platzierung einen traurigen Rekord: Die Zentralafrikanische Republik ist in jeder der zehn Ausgaben des CARE-Krisenreports seit 2016 vertreten.

„Da Katastrophen und bewaffnete Auseinandersetzungen zunehmen, konkurrieren humanitäre Krisen immer stärker um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit – und damit auch um dringend benötigte finanzielle Mittel“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Seit zehn Jahren machen wir mit dem CARE-Krisenreport sichtbar, welche humanitären Krisen besonders Gefahr laufen, in Vergessenheit zu geraten. Denn Sichtbarkeit ist nicht zuletzt eine Frage der Menschenwürde und des Überlebens: Ohne öffentliche Wahrnehmung werden komplexe Krisen weniger verstanden und geraten zu selten in den politischen Fokus, selbst wenn die Not der betroffenen Menschen unvermindert groß bleibt.“

Afrika trägt Hauptlast vergessener Krisen

Den zweiten Platz auf der Liste belegt Namibia, wo 1,3 Millionen Menschen zu wenig zu essen haben. Sambia nimmt Platz drei ein: Dort sind 5,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Während im diesjährigen CARE-Krisenreport zwar auch Honduras und Nordkorea gelistet sind, liegen weiterhin acht der zehn am stärksten vernachlässigten Krisen in Afrika. Ein zentraler gemeinsamer Nenner: Der Klimawandel wirkt als massiver Krisenverstärker – durch häufigere und intensivere Wetterextreme, Ernteausfälle sowie steigenden Druck auf die Versorgung mit Wasser und Nahrung.

So auch in Simbabwe, wo Dürre die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen, insbesondere in ländlichen Gebieten, gefährdet. „Es war erschütternd zu sehen, wie das Ausmaß der durch El Niño 2023/24 verursachten Dürre in Simbabwe medial weitgehend übersehen wurde. Millionen Menschen waren noch im letzten Jahr von den Folgen betroffen, Gemeinden kämpften um Zugang zu sauberem Wasser und Nahrung. Die geringe internationale Aufmerksamkeit ist nicht gerade hilfreich, wenn notleidende Familien dringend auf Unterstützung hoffen“, sagt Charlene Pellsah Ambali, stellvertretende CARE-Länderdirektorin in Simbabwe. „Die Welt muss solche Katastrophen wahrnehmen – erst dann entsteht der Druck, schnell und ausreichend zu handeln.“

EU: „Keine Krise darf in Vergessenheit geraten“

Auch die Europäische Union betont die Bedeutung, vergessene Krisen sichtbar zu machen und humanitäre Hilfe dort zu stärken, wo Aufmerksamkeit fehlt. „Vergessene Krisen sind oft komplex und langwierig. Sie lassen sich weder mit schnellen Lösungen noch mit einfachen Erklärungen bewältigen. Sie eignen sich nicht für die Abendnachrichten oder einen kurzen Social-Media-Post. Von den Medien – und häufig auch von Geldgebern – werden sie übersehen, bleiben aber dennoch harte Realität. Für die notleidenden Menschen sind diese Krisen keineswegs ‚vergessen‘“, sagt Hans Das, stellvertretender Generaldirektor und Chief Operations Officer für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (DG ECHO).„Die EU bemüht sich als verlässlicher und prinzipientreuer Geldgeber sicherzustellen, dass keine Krise und keine vulnerable Bevölkerungsgruppe vergessen werden. Mindestens 15 Prozent unseres jährlichen Budgets für humanitäre Hilfe reservieren wir gezielt für solche Krisen. Und zwar nach einem strengen Bewertungsverfahren, das gewährleistet, dass die Hilfe genau dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird. Angesichts beispielloser Kürzungen bei humanitärer Hilfe ist das wichtiger denn je. CAREs jährlicher Bericht über vergessene Krisen ist eine eindringliche Erinnerung an diese Realität und ein wertvolles Instrument, damit zumindest etwas Licht ins Dunkel gebracht wird.“

Zehn humanitäre Krisen, die 2025 keine Schlagzeilen machten:

  1. Zentralafrikanische Republik – Jede fünfte Person ist auf der Flucht.
  2. Namibia – 1,3 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen.
  3. Sambia – 5,5 Millionen Menschen müssen mit Hilfsgütern versorgt werden.
  4. Malawi – Vier Millionen Menschen sind von Ernährungsunsicherheit betroffen.
  5. Honduras – Über 50 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.
  6. Nordkorea – 10,7 Millionen Menschen sind von Unterernährung betroffen.
  7. Angola – 2,6 Millionen Menschen – die Hälfte davon Kinder – sind in Not.
  8. Burundi – 1,2 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen.
  9. Simbabwe – Ein Viertel der Kinder unter fünf Jahren ist mangelernährt.
  10. Madagaskar – Rund jede siebte Person ist auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Factsheet und Fotomaterial zu den zehn vergessenen Krisen (Fotocredit: CARE)
Lesen Sie hier den CARE-Krisenreport.

Methodik: Für den zehnten CARE-Krisenreport hat der internationale Medienbeobachtungsdienst Meltwater fünf Millionen Online-Artikel aus etwa 345.000 Online-Medien in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch ausgewertet. Untersucht wurde der Zeitraum vom 1. Jänner bis 30. September 2025. Auf Basis einer Liste von 43 humanitären Krisen, die jeweils mindestens eine Million Menschen betreffen, wurden jene zehn Krisen ermittelt, die die geringste mediale Aufmerksamkeit erhielten.

Über CARE: CARE wurde 1945 gegründet und ist heute eine der weltweit größten Hilfsorganisationen, die in über 120 Ländern tätig ist. Die Hilfe von CARE hat 2025 mehr als 58 Millionen Menschen – über die Hälfte davon Frauen und Mädchen – erreicht. Weitere Informationen unter www.care.at.

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Stephanie Weber

Media Officer
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Internet: www.care.at

PA: Syrien: Eskalierende Gewalt im Nordosten verschärft humanitäre Krise mitten im Winter

Die Lage im Nordosten Syriens verschärft sich weiter. Aktion gegen den Hunger warnt vor der sich zunehmend verschlechternden humanitären Situation, insbesondere in der Provinz Al-Hasakeh. Die Organisation hat Nothilfemaßnahmen vorbereitet und kann die Menschen umgehend mit Nahrung, Wasser und lebenswichtigen Gütern versorgen, sobald die Sicherheitslage es zulässt.

„Familien kommen mitten im Winter oft nur mit dem, was sie am Leib tragen. Sie haben kaum Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Wir sind sehr besorgt um Menschen, die aufgrund der Gewalt eingekesselt sind oder ohne Schutz und Sicherheit fliehen mussten“, sagt Suzanne Takkenberg, Regionaldirektorin von Aktion gegen den Hunger für Syrien und den Libanon.

In den vergangenen Tagen wurden an den Stadträndern bewaffnete Auseinandersetzungen und Bombenanschläge mit zivilen Opfern gemeldet. Aktion gegen den Hunger ist seit 2008 in Al-Hasakeh aktiv und führt dort Hilfsprogramme in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sowie Ernährungssicherung, Gesundheit und Existenzsicherung durch. Angesichts der aktuellen Lage hat die Organisation ihre Notfall- und Vorsorgemaßnahmen verstärkt.

Geschlossene Märkte, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und wachsende Unsicherheit

Durch den Konflikt ist die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, zahlreiche Gebiete unterliegen Zugangsbeschränkungen oder sind vollständig abgeriegelt. Märkte und Geschäfte bleiben geschlossen, wodurch der Zugang zu Lebensmitteln, Trinkwasser und lebensnotwendigen Gütern erheblich erschwert ist. Die anhaltende Unsicherheit und eine mögliche Eskalation verunsichern die Zivilbevölkerung.

Nach Angaben humanitärer Partner sind bereits Tausende Menschen aus Ar-Raqqa, Tabqa und ländlichen Gebieten nach Al-Hasakeh und Qamishli geflohen. Viele von ihnen sind den eisigen Wintertemperaturen ausgesetzt und in Sammelunterkünften, Schulen und öffentlichen Gebäuden untergebracht. Die Aufnahmekapazitäten sind erschöpft, der Bedarf an Wasser, Lebensmitteln, Decken, Hygienesets und anderen Hilfsgütern ist hoch.

Stromausfälle und Sicherheitslage beeinträchtigen Trinkwasserversorgung

Stromausfälle und die angespannte Sicherheitslage beeinträchtigen den Betrieb von Wasserpumpen und Aufbereitungsanlagen. Dadurch ist der Zugang zu sauberem Wasser für mehr als eine Million Menschen in verschiedenen Teilen des Nordostens Syriens eingeschränkt.

Zugleich nimmt der Druck auf die Gesundheitseinrichtungen zu. Krankenhäuser wie das in Al-Hasakeh haben Dutzende Verletzte aufgenommen und kämpfen mit Engpässen bei medizinischer Ausrüstung, Krankentransporten und lebenswichtigen Versorgungsgütern.

Aktion gegen den Hunger bereitet Nothilfe vor

Aktion gegen den Hunger hat mehrere Hilfsszenarien ausgearbeitet und kann sobald die Sicherheitslage es zulässt, sofort Nothilfe leisten:

  • die Notverteilung von Wasser in Sammelunterkünften über lokale Anbieter,
  • verzehrfertige Lebensmittel für Familien ohne Kochmöglichkeiten,
  • lebenswichtige Artikel wie Decken, Winterkleidung und Hygienesets,
  • sowie die Stärkung bestehender Kapazitäten in den Bereichen WASH, Gesundheit, Ernährung und Ernährungssicherung in enger Abstimmung mit anderen humanitären Akteuren.

„Unsere Priorität ist es, schnell und wirksam Hilfe zu leisten, sobald die Umstände dies erlauben, und gleichzeitig die Sicherheit unserer Mitarbeitenden zu gewährleisten“, erklärt Takkenberg.

Zudem betont Aktion gegen den Hunger die Notwendigkeit,

  • die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur zu schützen, insbesondere Märkte, Sammelunterkünfte, Gesundheitseinrichtungen und Wassersysteme,
  • einen sicheren, schnellen und ungehinderten humanitären Zugang zu gewährleisten, um Bedarfe zu erheben und lebenswichtige Hilfe zu leisten,
  • flexible Finanzmittel bereitzustellen, um die Hilfe an einen volatilen Kontext anpassen zu können,
  • sowie die humanitäre Koordinierung und Unterstützung für Vertriebene, insbesondere während der Wintermonate, zu stärken.

Hinweis an die Redaktionen

Sprecher*innen verfügbar: Gerne vermitteln wir Interviews, Gastbeiträge oder Hintergrundgespräche. Möglich sind z.B.

  • eine aktuelle Einschätzung aus dem Einsatzgebiet,
  • Hintergrund zur humanitären Lage in Al‑Hasakeh,
  • sowie Interviewmöglichkeiten mit Suzanne Takkenberg (englischsprachig), Regionaldirektorin von Aktion gegen den Hunger für Syrien und den Libanon.

Über Aktion gegen den Hunger

Aktion gegen den Hunger ist eine humanitäre und entwicklungspolitische Hilfsorganisation, die weltweit in 57 Ländern und Regionen aktiv ist und rund 26,5 Millionen Menschen unterstützt. Seit mehr als 45 Jahren kämpft Aktion gegen den Hunger gegen Mangelernährung, schafft Zugang zu sauberem Wasser und gesundheitlicher Versorgung. 8.769 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Nothilfe und unterstützen Menschen beim Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen.

Pressekontakt

Vassilios Saroglou / Markus Winkler
Tel. 030 – 279 099 776
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