Schlagwort-Archive: Globaler Süden

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Rechercheliste zum Nachhaltigen Entwicklungsziel – SDG 1 Keine Armut

SDG 1 im Detail

1.1 Bis 2030 die extreme Armut – gegenwärtig definiert als der Anteil der Menschen, die mit weniger als 1,25 Dollar pro Tag auskommen müssen – für alle Menschen überall auf der Welt beseitigen

1.2 Bis 2030 den Anteil der Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, die in Armut in all ihren Dimensionen nach der jeweiligen nationalen Definition leben, mindestens um die Hälfte senken

1.3 Den nationalen Gegebenheiten entsprechende Sozialschutzsysteme und -maßnahmen für alle umsetzen, einschließlich eines Basisschutzes, und bis 2030 eine breite Versorgung der Armen und Schwachen erreichen

1.4 Bis 2030 sicherstellen, dass alle Männer und Frauen, insbesondere die Armen und Schwachen, die gleichen Rechte auf wirtschaftliche Ressourcen sowie Zugang zu grundlegenden Diensten, Grundeigentum und Verfügungsgewalt über Grund und Boden und sonstigen Vermögensformen, Erbschaften, natürlichen Ressourcen, geeigneten neuen Technologien und Finanzdienstleistungen einschließlich Mikrofinanzierung haben

1.5 Bis 2030 die Widerstandsfähigkeit der Armen und der Menschen in prekären Situationen erhöhen und ihre Exposition und Anfälligkeit gegenüber klimabedingten Extremereignissen und anderen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Schocks und Katastrophen verringern

1.a Eine erhebliche Mobilisierung von Ressourcen aus einer Vielzahl von Quellen gewährleisten, einschließlich durch verbesserte Entwicklungszusammenarbeit, um den Entwicklungsländern und insbesondere den am wenigsten entwickelten Ländern ausreichende und berechenbare Mittel für die Umsetzung von Programmen und Politiken zur Beendigung der Armut in all ihren Dimensionen bereitzustellen

1.b Auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene solide politische Rahmen auf der Grundlage armutsorientierter und geschlechtersensibler Entwicklungsstrategien schaffen, um beschleunigte Investitionen in Maßnahmen zur Beseitigung der Armut zu unterstützen

Zum vollständigen Resolutionstext in deutscher Übertragung


Fakten

  • 2020 wurden 119–124 Millionen Menschen zusätzlich in die extreme Armut gedrängt

  • COVID-19 hat zum ersten Anstieg der extremen Armut in einer Generation geführt

  • Die prognostizierte weltweite Armutsquote liegt 2030 bei 7 %. Das Ziel der Armutsbeseitigung würde verfehlt werden

  • 4 Milliarden Menschen sind weltweit – in Zeiten einer Pandemie – ohne Sozialschutz.

  • Armut & Ernährung: Rund drei Milliarden Menschen im Globalen Süden, so eine Schätzung der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO, können sich weder die planetare Gesundheitskost noch irgendeine gesunde Ernährung leisten

  • 130 Millionen Menschen seien laut dem deutschen Bundesentwicklungsminister Gerd Müller durch die Covid-19-Pandemie und Konflikte in Hunger und Armut zurückgefallen

  • 13,9 % der österreichischen Bevölkerung (über 1.2 Mio. Menschen) sind armutsgefährdet, d.h. haben ein Einkommen unter der Armutsschwelle – das ist ein leichter Anstieg gegenüber 13,3 % im Jahr 2019.

  • Insgesamt ist laut Armutskonferenz im globalen Norden die Nachfrage nach gering qualifizierten Tätigkeiten größer als die Anzahl an Menschen mit geringen Qualifikationen, die zur Verfügung stehen. Daraus folgt, dass in erheblichem Umfang höher Ausgebildete in gering qualifizierten Tätigkeiten beschäftigt sein müssen. Es entsteht die Schwierigkeit, eigene Bildung nicht verwerten zu können. Davon sind überproportional MigrantInnen betroffen.

Quellen: UN Bericht, Ziele für nachhaltige Entwicklung 2021; Welthunger-Index 2021 „Hunger ist wieder auf dem Vormarsch“; https://www.tagesschau.de/ausland/welthungerhilfe-121.html (14.10.2021); armutskonferenz.at

Aspekte & Fragestellungen rund um SDG 1

  • Im Zuge von Covid-10 steigt die Armut wieder – welche Rezepte hat die Politik dagegen?

  • Welche Auswirkungen im globalen Süden hat die Coronapandemie in Bezug auf Armut? Wie kann man darauf reagieren, welche Lösungsansätze gibt es?

  • Stichwort Prekariat – wie können Menschen, vor allem im Globalen Süden, aus prekären Lebens- und Arbeitssituationen geholt werden?

  • Welche Best Practice-Beispiele gibt es?

  • Wie kann man präventiv gegen Armut bei MigrantInnen aktiv werden?

  • Wie kann man Dequalifizierung entgegenwirken?

Weiterführendes & Ansprechpersonen

UNIS ist das United Nationen Info Service, die UN-Infostelle in Wien: http://www.unis.unvienna.org/
Direktor Martin Nesirky
Tel: (+43-1) 26060-4666
http://www.unis.unvienna.org/unis/de/about/contact_us.html

SDG Watch Austria ist ein Zusammenschluss von mehr als 200 zivilgesellschaftlichen und gemeinnützigen Organisationen. Sie setzen sich gemeinsam für eine Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in Österreich ein.
www.sdgwatch.at

Brot für die Welt Österreich/Diakonie:
Roberta Rastl-Kircher
Presse
Tel: +43 1 409 80 01 – 14
presse@diakonie.at

Die Armutskonferenz
Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung
www.armutskonferenz.at
Telefon: 0043-(1)4026944
office@armutskonferenz.at

Tipp: 10. Salzburger Armutskonferenz
Die Kunst der Krise Donnerstag, 25. November 2021, 09.30 bis 16.00h
St. Virgil Salzburg, Ernst-Grein-Straße 14, 5020 Salzburg
www.armutskonferenz.at

Martin Schenk von der Diakonie oder Erich Fenninger von der Volkshilfe sind spannende Ansprechpartner zum Thema Armut.

Martin Schenk
+43 (0)1 409 8001-35451
martin.schenk@diakonie.at

Erich Fenninger
Tel. +43 1 402 62 09 erich.fenninger@volkshilfe.at

Zentrum für Ethik und Armutsforschung
Universität Salzburg
www.povertyresearch.org

Der Zugang zu Wasser, Land und Energie – ein Schwerpunkt der Austrian Development Agency (ADA) – für alle ist wichtig, damit Grundbedürfnisse gestillt und Konflikte vermieden werden.
Presse: Mag. Georg Keri
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0)1 90399-2402
Mobil: +43 (0)676 8390 3402
georg.keri@ada.gv.at 

Der Dachverband AG Globale Verantwortung bündelt die Aktivitäten seiner Mitglieds-NGOs zur Arbeit im Globalen Süden und ist eine zentrale Anlaufstelle zu Entwicklungspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, Hilfe vor Ort uvm.:
Hannah Hauptmann, MA
Fachreferentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: +43 1 522 4422 – 15 | +43 (0) 699 172 042 07
E-Mail: presse@globaleverantwortung.at

Die ÖFSE, die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung, liefert viele Berichte und Forschung zu entwicklungspolitischen Aspekten, u.a. zum für SDG 1 wichtigen Thema Entwicklungsfinanzierung: https://www.oefse.at/forschung/entwicklungsfinanzierung/

Die Weltbank liefert viele Daten und Fakten zum Thema Armut: www.worldbank.org/en/topic/poverty

Die ILO, die Internationale Arbeitsorganisation, fokussiert auf Armutsbekämpfung durch
Menschenwürdige Arbeit:
www.ilo.org/global/topics/poverty

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​Rechercheliste zum Nachhaltigen Entwicklungsziel – SDG 5 Geschlechtergleichstellung

Infos und Input rund um SDG 5 Geschlechtergleichstellung
SDG 5 ausformuliert heißt: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen. Das ist dringlicher denn je. Die Folgen der Coronapandemie haben besonders auf Frauen Auswirkungen – und werden es über lange Zeit hin haben, besonders in den Ländern des Globalen Südens.

Die ISJE stellt Infos, Tipps und Service rund um das Thema zusammen.

SDG 5 im Detail
5.1 Alle Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen überall auf der Welt beenden
5.2 Alle Formen von Gewalt gegen alle Frauen und Mädchen im öffentlichen und im privaten Bereich einschließlich des Menschenhandels und sexueller und anderer Formen der Ausbeutung beseitigen
5.3 Alle schädlichen Praktiken wie Kinderheirat, Frühverheiratung und Zwangsheirat sowie die Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen beseitigen
5.4 Unbezahlte Pflege- und Hausarbeit durch die Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen und Infrastrukturen, Sozialschutzmaßnahmen und die Förderung geteilter Verantwortung innerhalb des Haushalts und der Familie entsprechend den nationalen Gegebenheiten anerkennen und wertschätzen
5.5 Die volle und wirksame Teilhabe von Frauen und ihre Chancengleichheit bei der Übernahme von Führungsrollen auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Leben sicherstellen
5.6 Den allgemeinen Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und reproduktiven Rechten gewährleisten, wie im Einklang mit dem Aktionsprogramm der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung, der Aktionsplattform von Beijing und den Ergebnisdokumenten ihrer Überprüfungskonferenzen vereinbart
5.a Reformen durchführen, um Frauen die gleichen Rechte auf wirtschaftliche Ressourcen sowie Zugang zu Grundeigentum und zur Verfügungsgewalt über Grund und Boden und sonstige Vermögensformen, zu Finanzdienstleistungen, Erbschaften und natürlichen Ressourcen zu verschaffen, im Einklang mit den nationalen Rechtsvorschriften
5.b Die Nutzung von Grundlagentechnologien, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechnologien, verbessern, um die Selbstbestimmung der Frauen zu fördern
5.c Eine solide Politik und durchsetzbare Rechtsvorschriften zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Selbstbestimmung aller Frauen und Mädchen auf allen Ebenen beschließen und verstärken
Zum vollständigen Resolutionstext in deutscher Übertragung

Aspekte & Fragestellungen rund um SDG 10
+ Welche Regionen des Globalen Südens können als positive Vorbilder in Sachen Gleichstellung dienen, wo ist die Situation besonders schlimm?
Ruanda etwa macht diesbezüglich immer wieder positive Schlagzeilen, verfügt über eine hohe Anzahl weiblicher Abgeordnete im Parlament.
Negativ „auffällig“ ist zum Beispiel hingegen immer wieder besonders Saudi-Arabien oder aktuell auch Dubai, rund um den Fall von Prinzessin Latifa, Tochter des Emirs von Dubai. In den Medien wurde in Hilferuf von ihr veröffentlicht, in dem sie sich als Geisel bezeichnet und die Villa, in der sie lebt, als Gefängnis.
+ Covid-19 & Gleichstellung: Frauen sind in vielerlei Hinsicht die Leidtragenden der aktuellen Krisen –>
+ Frauen tragen meist sehr viel „private Last“ neben der Arbeit: Pflegetätigkeiten, Kinderbetreuung etc.
+ Frauen sind einkommensmäßig global gesehen benachteiligt
+ Oftmals sind es Frauen, die in sozialen Berufen tätig sind
+ Im informellen Sektor, also Jobs ohne Absicherung und einen formellen Rahmen, sind auch besonders Frauen im Einsatz. Auch dieser Bereich ist durch Corona besonders betroffen: Eine Marktverkäuferin kann nicht einfach nach Hause gehen und Home-Office machen bzw., wenn sie nicht arbeiten kann, hat sie kein Einkommen.

–> Klar scheint, in Anbetracht der Herausforderungen, dass Antworten gefunden werden müssen (nicht zuletzt wenn man bedenkt, dass es nur möglich ist, die Krise global zu besiegen):
+ Wie kann man Frauen im Globalen Süden stützen?
+ Welche Antworten finden Betroffene vor Ort selbst?
+ Welche Organisationen hier sind zu diesem Thema im Einsatz?

+ Abseits von Covid-19: Müttersterblichkeit: Wieso es ein wichtiges Thema ist: Jährlich sterben hunderttausende Frauen und Mädchen an Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt – vor allem im Globalen Südens. Die meisten Todesfälle wären vermeidbar durch eine verbesserte Gesundheitsversorgung, Bildung von Mädchen und den Zugang zu Verhütungsmitteln.
+ Politische Entwicklungen rund um das Thema Abtreibungen: Gerade in einigen Regionen des Globalen Südens gibt es eine höchst bedenkliche Entwicklung zu strengeren Abtreibungsgesetzen, oftmals korrespondierend mit dem Abbau von Demokratie.
Anderorts werden nach und nach Rechte erkämpft. Sich Länder und Entwicklungen anzusehen, macht auch aus dem Blick europäischer Staaten Sinn. Denn auch hier sind immer wieder konservative „Rückwärtstrends“ zu beobachten, wie man etwa an den Beispielen Polen und Ungarn sieht.

Facts
Für jeden Dollar, den Männer verdienen, verdienen Frauen global gesehen 77 Cent.
Laut Berechnungen der UN wird es bei der derzeitigen Entwicklung 257 Jahre dauern, bis dieser Gender Pay Gap geschlossen wird.
Weltweit sind Frauen deutlich gefährdeter, keinen Job zu finden als Männer. Die Arbeitslosigkeitsraten junger Frauen sind in Nordafrika und arabischen Staaten doppelt so hoch wie die der jungen Männer.
In Ruanda ist seit 2003 in der Verfassung ein Frauenanteil im Parlament von 30 Prozent festgeschrieben. Aktuell sind 61 Prozent der Abgeordneten Frauen.
Mehrfache Herausforderung Coronakrise(n): Global gesehen arbeiten im gesamten Gesundheits- und Care-Bereich zu 70 Prozent Frauen. Unbezahlte Betreuungsarbeit wird zu 75 Prozent von Frauen geleistet.
Jährlich sterben rund 290.000 Frauen und Mädchen an Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt – 99 Prozent von ihnen in Ländern des Globalen Südens.
Thema Illegalisierung der Abtreibungen: Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jedes Jahr 23.000 Frauen infolge von Komplikationen.
Die 22 reichsten Männer der Welt sind reicher als alle Frauen in Afrika, so die internationale Entwicklungsorganisation Oxfam.

Weiterführendes & Ansprechpersonen
UNIS ist das United Nationen Info Service, die UN-Infostelle in Wien: http://www.unis.unvienna.org/
Direktor Martin Nesirky
Tel: (+43-1) 26060-4666
www.unis.unvienna.org/unis/de/about/contact_us.html
– Spannender Ansprechpartner rund um viele Themen bezüglich SDG 5 ist Wide, das entwicklungspolitische Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven:
wide-netzwerk.at
Wide ist auch international gut vernetzt.
Interview mit Claudia Thallmayer vom entwicklungspolitischen Frauennetzwerk Wide über die Folgen von Corona:
https://www.suedwind-magazin.at/eb-wide-tv
https://www.suedwind-magazin.at/eb-wide-tv
– Geschlechtergleichstellung ist zentrales Thema der Arbeit der Austrian Development Agency:
Pressekontakt der ADA:
https://www.entwicklung.at/mediathek/presse
– Für Expertise zu entwicklungspolitischen und feministischen Fragen empfehlen wir die Organisation Frauen*solidarität. Sie leistet Informations-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu Frauen weltweit und steht im Dialog mit Frauenbewegungen aus dem globalen Süden.
– Kontakt: Frauen*solidarität im C3 – Centrum für Internationale Entwicklung
http://www.frauensolidaritaet.org
– Die AG Globale Verantwortung vertritt national und international die Interessen von 34 österreichischen Nichtregierungsorganisationen, die in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, entwicklungspolitische Inlandsarbeit, Humanitäre Hilfe sowie nachhaltige globale wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung tätig sind.
Pressekontakt Hannah Hauptmann, MA; Fachreferentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +43 1 522 4422 – 15 | +43 (0) 699 172 042 07E-Mail: presse@globaleverantwortung.at
Die Equal Payday Initiative
Die österreichische Initiative Mutternacht setzt sich für eine Senkung der Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern ein.
– In Wien gibt es mit dem MUVS ein Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch
www.muvs.org
Mariahilfer Gürtel 37/1. Stock
1150 Wien
Die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung (OEGF) bietet viele Informationen zu Familienplanung und reproduktiver Gesundheit.
– Infomaterial der Zeitschrift iz3w zum Thema reproduktive Rechte:
https://www.iz3w.org/buch-cd-dvd/cds/doppelpack
– Immer gut, nicht nur bei dem Thema: Frauen fragen! Das Frauennetzwerk Medien etwa bietet Listen von Expertinnen: www.frauennetzwerk.at/veranstaltungen/
– Und: Ansprechpersonen zu frauenpolitischen Anliegen: frauenvolksbegehren.at

Terminhinweise
Wirtschaftliches Empowerment von Frauen im Globalen Süden
9. März 2021, 17:00 – 19:00
Webinar von Wide in Kooperation mit Oikocredit und ega: frauen im zentrum
Zeit: Dienstag, 9. März, 17-19 Uhr
Ort: online
Drei entwicklungspolitische Akteurinnen geben Einblick in ihr Verständnis von wirtschaftlichem Empowerment und ihre Projektarbeit.
Referentinnen

  • Petra Bayr, Abgeordnete zum Nationalrat und Bereichssprecherin für globale Entwicklung
  • Andrea Hagmann, Vorstandsmitglied von Oikocredit Austria
  • Andrea Kadensky, Bereichsleiterin für Internationale Projekte & Programme der Katholischen Frauenbewegung Österreich (kfb)

Veranstaltungen zum Thema (mit-)organisiert von der Austrian Development Agency:
Shifting masculine norms to promote women’s economic empowerment
22. März, 14 bis 15 Uhr, online (Anmeldung benötigt!)

Engagement with men and boys to transform gender norms has been widely recognised as a vital part of achieving gender equality and promoting women’s empowerment.

Nevertheless, gender equality discourse has predominantly focused on discrimination against women and girls, while societies’ expectations for men, and the way some masculinities can constitute barriers to women’s empowerment and gender equality has yet to be systematically addressed at the global level.

Building on its experience uncovering the often hidden drivers of gender inequality with the Social Institutions and Gender Index’s (SIGI), the Austrian Development Cooperation and the OECD Development Centre are pleased to invite you to a presentation and discussion of a new report on masculinities, “Man Enough? Measuring Masculine Norms to Promote Women’s Empowerment”. This report provides insights on social constructions of what it means to “be a ‘real’ man’’—which can either hinder or promote women’s empowerment and gender equality.

This CSW side event will highlight the importance of masculinities in the economic, political and private spheres, the role they play in women’s economic empowerment, and their impact on the well-being of men and boys.

Advocating for peace during a pandemic: The impact of COVID-19 on WPS implementation in Eastern Europe, South Caucasus, Central Asia and Africa
16. März, 14 bis 15:30 Uhr, online (Anmeldung benötigt!)


Women peacebuilders have been at the forefront of addressing the COVID-19 pandemic. With support from the Austrian Development Cooperation, the Global Network of Women Peacebuilders (GNWP) and its local and national partners have organized virtual regional experience exchanges to better understand the impacts of the pandemic on implementation efforts related to the Women, Peace and Security Agenda (WPS). The reports and recommendations that emerged from these consultations provide valuable insights into the challenges and opportunities for advancing the WPS agenda, as well as gender-responsive peacebuilding and gender equality more broadly, during the pandemic. The Austrian Development Cooperation and GNWP are holding a panel discussion during the Commission on the Status of Women to share the key findings and recommendations from the consultations, and stimulate a discussion on gender-responsive and conflict-sensitive COVID-19 response and recovery in Eastern Europe, South Caucasus and Central Asia, and in Africa.

Rechercheliste zum Nachhaltigen Entwicklungsziel – SDG 10 Ungleichheit verringern

Infos und Input rund um SDG 10 Weniger Ungleichheiten – Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.

SDG 10 hat es in Zeiten der Corona-Pandemie und der wirtschaftlichen Folgen in sich: Auch unterschiedlichen Ebenen trifft die Krise die Ärmeren stärker als die Wohlhabenden.
Umso wichtiger ist es zu fragen, wie Individuen und Staaten nicht nur die Krise akut überstehen können, sondern wie langfristig die Ungleichheit in und zwischen Ländern verringert werden kann.
Auch das wieder sehr aktuelle Thema Migration spielt eine Rolle, besagt SDG 10 doch u.a. als Ziel „geordnete, sichere, reguläre und verantwortungsvolle Migration und Mobilität von Menschen (zu) erleichtern“.

SDG 10 im Detail
SDG Watch Austria ist sowas wie der SDG-Watchdog in Österreich, ein Zusammenschluss von mehr als 180 zivilgesellschaftlichen und gemeinnützigen Organisationen, die sich gemeinsam für eine ambitionierte Umsetzung der Agenda 2030 einsetzen. Die Plattform beschreibt das Ziel 10 im Detail im Sinne der Vereinten Nationen wie folgt:

10.1 Bis 2030 nach und nach ein über dem nationalen Durchschnitt liegendes Einkommenswachstum der ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung erreichen und aufrechterhalten

10.2 Bis 2030 alle Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, Rasse, Ethnizität, Herkunft, Religion oder wirtschaftlichem oder sonstigem Status zu Selbstbestimmung befähigen und ihre soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion fördern

10.3 Chancengleichheit gewährleisten und Ungleichheit der Ergebnisse reduzieren, namentlich durch die Abschaffung diskriminierender Gesetze, Politiken und Praktiken und die Förderung geeigneter gesetzgeberischer, politischer und sonstiger Maßnahmen in dieser Hinsicht

10.4 Politische Maßnahmen beschließen, insbesondere fiskalische, lohnpolitische und den Sozialschutz betreffende Maßnahmen, und schrittweise größere Gleichheit erzielen

10.5 Die Regulierung und Überwachung der globalen Finanzmärkte und -institutionen verbessern und die Anwendung der einschlägigen Vorschriften verstärken

10.6 Eine bessere Vertretung und verstärkte Mitsprache der Entwicklungsländer bei der Entscheidungsfindung in den globalen internationalen Wirtschafts- und Finanzinstitutionen sicherstellen, um die Wirksamkeit, Glaubwürdigkeit, Rechenschaftslegung und Legitimation dieser Institutionen zu erhöhen

10.7 Eine geordnete, sichere, reguläre und verantwortungsvolle Migration und Mobilität von Menschen erleichtern, unter anderem durch die Anwendung einer planvollen und gut gesteuerten Migrationspolitik

10.a Den Grundsatz der besonderen und differenzierten Behandlung der Entwicklungsländer, insbesondere der am wenigsten entwickelten Länder, im Einklang mit den Übereinkünften der Welthandelsorganisation anwenden

10.b Öffentliche Entwicklungshilfe und Finanzströme einschließlich ausländischer Direktinvestitionen in die Staaten fördern, in denen der Bedarf am größten ist, insbesondere in die am wenigsten entwickelten Länder, die afrikanischen Länder, die kleinen Inselentwicklungsländer und die Binnenentwicklungsländer, im Einklang mit ihren jeweiligen nationalen Plänen und Programmen

10.c Bis 2030 die Transaktionskosten für Heimatüberweisungen von Migranten auf weniger als 3 Prozent senken und Überweisungskorridore mit Kosten von über 5 Prozent beseitigen

Zum vollständigen Resolutionstext in deutscher Übertragung

Aspekte & Fragestellungen rund um SDG 10:

  • Wie kann angesichts von COVID-19 das Entwicklungsziel SDG 10 erreicht werden?
  • Was bedeutet Solidarität, was stärkt bzw. was mindert in der Pandemie die Zusammenarbeit über Länder- und Kontinentalgrenzen hinweg?
  • Wie kann Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung – jetzt so zentral – möglichst rasch aber auch nachhaltig bekämpft werden?
  • Wie kann eine geregelte, verantwortungsvolle Migrations- und Mobilitätspolitik aussehen?
  • Wie können Frauen, in Europa und nicht zuletzt im Globalen Süden, gestärkt werden?
  • Das Problem mit den Daten – wie können verlässliche Daten für die Ungleichheitsforschung geschaffen werden?
  • Stichwort Vermögen: Wie kann gegen die immer größere Schere zwischen Arm und Reich entgegengewirkt werden?

Fakten

Prekär beschäftigt:
Laut Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten 53 Prozent der LateinamerikanerInnen im informellen Sektor. In einigen Ländern Asiens und fast im gesamten Sub-Sahara-Afrika sind mehr als zwei Drittel der Bevölkerung im informellen Sektor tätig.


Die Schere klafft weiter auf:
Einer neuen Studie des deutschen Versicherungskonzern Allianz zu Folge habe sich die Kluft zwischen reichen und armen Ländern wieder vergrößert – auch die Corona-Krise scheint dieser Entwicklung keinen Abbruch zu tun: Demnach besitzen aktuell die reichsten zehn Prozent – 52 Millionen Menschen in den 57 untersuchten Ländern – zusammen rund 84 Prozent des gesamten Vermögens. Und das eine Prozent der Superreichen darunter besitzt fast 44 Prozent der Gesamtsumme.

Ärmere werden ärmer: Nach Angaben der Bank Credit Suisse ist das gemeinsame Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung von rund 154 Milliarden US-Dollar 2017 auf 136,962 Milliarden US-Dollar 2018 zurückgegangen. Das sind über 17 Mrd. US-Dollar innerhalb eines Jahres, knapp 500 Millionen US-Dollar am Tag oder 11%.
Quelle: Oxfam

Gini-Koeffizient: Eine Möglichkeit, Ungleichheit zu dokumentieren, ist der sogenannte Gini-Koeffizient. Eine Herausforderung sind dabei die Daten der Länder, denn sie sind teils aus sehr unterschiedichen Jahren. In jedem Fall deutlich wird die Differenz zwischen Globalen Norden und Süden. Viele afrikanische Staaten verzeichnen einen hohen Gini-Koeffizienten – also eine hohe Ungleichheit bezüglich Einkommen im Land – europäische Staaten schneiden hier gut ab.
Vgl. https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2172rank.html

Übrigens, Reichtum ist ein Klimakiller: Laut einem Oxfam-Bericht sind die reichsten zehn Prozent – im Jahresschnitt 630 Millionen Menschen – für über die Hälfte (52 Prozent) der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, die in dem Vierteljahrhundert ausgestoßen wurden.
Das reichste eine Prozent alleine schädigte das Klima sogar doppelt so stark wie die ärmere Hälfte der Welt: Es verantwortete 15 Prozent der Gesamtemissionen, die ärmere Hälfte hingegen nur rund sieben Prozent.

Weiterführendes & Ansprechpersonen

Warum wir einen Corona-Lastenausgleich der Reichsten brauchen.
Ein Kommentar von David Walch, Attac Österreich

Generell muss man zwischen Ungleichheit zwischen Staaten und innerhalb von Ländern unterscheiden. Einen generellen Überblick gibt die deutsche Bundeszentrale für politische Bildung.
https://www.bpb.de/veranstaltungen/netzwerke/teamglobal/67430/globale-ungleichheiten

INEQ-Institut der WU Wien: Die Suche nach den Ursachen und Auswirkungen der steigenden Ungleichverteilung von Arbeits-, Einkommens-, Vermögens- und Lebenschancen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der bedeutendsten Forschungsgebiete der Sozialwissenschaften entwickelt. Das Forschungsinstitut des INEQ-Instituts hat das Ziel, gesellschaftliche Ungleichheit in ihren vielschichtigen Facetten zu analysieren – auf nationaler wie internationaler Ebene.
www.wu.ac.at/ineq
www.wu.ac.at/ineq/ineq/team

Thema Ungleichheit – das Problem mit den Daten:
https://www.derstandard.at/story/2000119936834/die-ungleichheit-beim-einkommen-und-das-problem-mit-den-daten

Als Fallbeispiel in Bezug auf afrikanische Länder:
https://www.suedwind-magazin.at/das-dilemma-mit-dem-zahlenwerk


Yannick Lefang
ist Gründer der Datenfirma Kasi Insight, die zu dem Thema arbeitet:
https://www.kasiinsight.com/about-us

World Inequality Database
https://wid.world
Thomas Piketty, französischer Starökonom zum Thema Ungleichheit und Autor des Bestsellers „Das Kapital im 21. Jahrhundert“, hat zusammen mit dem Wissenschaftler Lucas Chancel eine Datenbank zu globalen Ungleichheiten aufgesetzt.

2019 erschien im Mandelbaumverlag das Buch „Globale Ungleichheit“ von Karin Fischer und Margarete Grandner (Hrsg.).

Das Institut für Nachhaltiges Wirtschaften, das u.a. auf die SDGs fokussiert, setzt sich für wirtschaftliche Kooperation in Zeiten der Corona-Krise ein.
https://nachhaltiges-wirtschaften.at/institut

Geht es überhaupt nur durch alternative Wirtschaftsansätze? Dieser Frage stellt sich die Degrowth-Bewegung, die derzeit besonders in Wissenschaft & Forschung verortet ist:
https://www.degrowth.info