Archiv der Kategorie: Entwicklungszusammenarbeit

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Freiwilligenarbeit… und Entwicklung

…Recherche-Hinweise, Links, Projekte, Ideen, Kommentar


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Freiwillige unter Druck: Kommentar von Johannes Ruppacher, Geschäftsführer von VOLONTARIAT bewegt. Mehr


Interessante Aspekte und Recherche-Ideen zu Freiwilligenarbeit und Entwicklung

  • Ich geh mal kurz die Welt retten! Beweggründe für Freiwilligenarbeit im Ausland.
  • Kommerzialisierung der Freiwilligenarbeit! Wer profitiert wirklich vom Einsatz? Die Organisation, der/die Freiwillige oder die Menschen vor Ort?
  • Kommerzielle vs. nicht-kommerzielle Anbieterplattformen! Wo ist der Qualitätsunterschied?
  • Freiwilligenarbeit im Ausland als must have im Lebenslauf!  Eigennutz oder Nächstenliebe?
  • Freiwillige im Einsatz! Eine Reportage.
  • Freiwilligeneinsatz in der Jugend | als Erwachsener | im Alter – als Auszeit! Was sind die Beweggründe?
  • Voluntariats-Tourismus! Wer sind die Gewinner?

Projekte / Organisationen / Ansprechpersonen

Angebote speziell für Erwachsene im Berufsleben und SeniorInnen:


Leitlinien/  Handbücher


Medien (Bücher, Filme etc.)

Freiwillige unter Druck

Junge Erwachsene kommen in den letzten Jahren verstärkt unter Druck. Räume, um sich auszuprobieren und den eigenen Lebensweg über Experimente und Umwege zu finden, schrumpfen und damit auch die Bereitschaft, sich ehramtlich zu engagieren.

Eine Reflexion zur beschleunigten Lebenswelt junger Erwachsener von Johannes Ruppacher, Geschäftsführer von VOLONTARIAT bewegt.

Als 30-Jähriger bin ich Teil der Zielgruppe, die VOLONTARIAT bewegt ansprechen will. Wir organisieren Freiwilligeneinsätze in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, um junge Menschen für entwicklungspolitische Anliegen zu sensibilisieren und sie als zivilgesellschaftliche AkteuerInnen zu gewinnen. Wir wünschen uns „active citizens“, also Personen, die Verantwortung übernehmen, sich einbringen, politisch aktiv und davon überzeugt sind, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse beeinflussbar sind und es Gestaltungsräume gibt. Unser Programm steht damit quer zu den Fragmentierungstendenzen, die die Gesellschaft vor allem als Vermittlungsmoment für Wertschöpfung erscheinen lassen.

Junge Erwachsene fühlen sich oft ohnmächtig und trauen sich nicht zu, positiv zum Wohl der Gesellschaft beitragen zu können. Das Leben von 20- bis 30-Jährigen ist auf den Erfolg in standardisierten Bildungssystemen und auf Output-Maximierung gerichtet. Festmachen lässt sich diese Beobachtung am Beispiel der Zentralmatura, die dazu geführt hat, dass emotionale Sicherheitsnetze für SchülerInnen wegfallen. Viele MaturantInnen berichten mir, dass sie Angst vor der Matura haben, obwohl sie ausgezeichnete SchülerInnen sind, weil sie nicht mehr darauf vertrauen, dass sie „das Richtige“ gelernt haben. Die Gewissheit, dass gute Schulerfolge auf die Schaffbarkeit der Matura hindeuten, fehlt ihnen.

Diese Angst hat direkten Einfluss darauf, was 20- bis 30-Jährige zu träumen wagen und wofür sie sich einsetzen. Sie sind mit sich und ihrem Leistungspensum oft so beschäftigt, dass der Gedanke an ein „Gap-Year“ (Jahr zwischen Matura und Ausbildung) für viele wie pure Zeitverschwendung erscheint. „Wenn ich die Familienbeihilfe nur mehr bis 24 bekommen, warum sollte ich mir dann ein Jahr Auszeit nehmen, um mich selbst besser kennenzulernen und etwas zum Wohl unserer Gesellschaft beizutragen?“, ist ein vielfach ausgedrückter Gedanke junger Menschen. Nach der Zentralmatura lauert nämlich schon die nächste Hürde. Studienplatzbeschränkungen und Aufnahmeprüfungen an Hochschulen folgen nahtlos auf die Abschlussprüfungen und viele  junge Erwachsene wissen schon in der Maturaklasse, dass sie keine Verschnaufpause haben werden. Wer sich ein Jahr Auszeit nimmt, ist oft schon zu spät dran, um Aufnahmeprüfungen zu absolvieren.

Als Entsendeorganisation haben wir auf diese Realität reagiert und bieten jetzt Einsätze an, die 10-12 Monate dauern. Früher waren es verpflichtend 12 Monate. Das ändert nichts daran, dass ich nachdenklich gestimmt bin. Wo steuern wir als Gesellschaft hin, wenn es jungen Menschen nicht mehr erlaubt ist, hoffnungsvoll in die Zukunft zu  blicken und ihr Tatendrang in Arbeit und standardisierten Tests erstickt wird? Welches Konzept vom Erwachsen-Werden verfolgen wir? Warum wird über dieses Thema so wenig differenziert gesprochen und weiß eigentlich kaum jemand von der Möglichkeit, sich ein Jahr Auszeit zu nehmen und dabei auf anderen Pfaden zu lernen?


Johannes Ruppacher ist seit 2014 Geschäftsführer von VOLONTARIAT bewegt, www.volontariat.at, info@volontariat.at

Österreich soll Zugpferd bei der Hilfe vor Ort werden! Aktion am 14.3.2018

Deshalb wird der Dachverband AG Globale Verantwortung und VertreterInnen Mitgliedsorganisationen ein starkes Zeichen setzen und Vorschläge einbringen, wie und mit welchen Maßnahmen die österreichische Bundesregierung Zugpferd für die Hilfe vor Ort werden kann.

Aktion (Foto/Kameratermin) mit Statements von:

  • Annelies Vilim, Geschäftsführerin AG Globale Verantwortung
  • Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer Volkshilfe Österreich
  • Dagmar Lassmann, Bereichsleiterin Diakonie Katastrophenhilfe
  • Anja Appel, Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz (KOO)
  • Christoph Schweifer, Generalsekretär Internationale Programme Caritas Österreich
  • Walter Hajek, Bereichsleiter Internationale Zusammenarbeit Österreichisches Rotes Kreuz

Datum: 14.03.2018, 9 Uhr 30

Ort: vor dem Außenministerium

Minoritenplatz 8, 1010 Wien

Bitte um Anmeldung, auch kurzfristig mittels Handy, bei:

Wolfgang Marks,  AG Globale Verantwortung, +43 1 522 44 22-15, +43 699 17 204 207

Institutionen stellen sich vor: Austrian Development Agency (ADA)

 Die Austrian Development Agency ist die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Sie setzt jährlich rund 650 Projekte und Programme mit einem Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro um, um die Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zu verbessern.

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA), Partnerländern, öffentlichen Einrichtungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Unternehmen arbeitet die ADA daran, dass nachhaltige Entwicklung in Afrika, Asien, Südost- und Osteuropa sowie in der Karibik allen zugutekommt. MitarbeiterInnen in 13 Auslandsbüros achten auf Entwicklungsziele der Länder, die Bedürfnisse der Menschen vor Ort und auf den optimalen Einsatz der Mittel.

Das Budget der ADA stellt das BMEIA bereit. Aber auch andere Bundesministerien, andere Geber oder etwa die EU nützen die Expertise der ADA. Seit 2008 führt die Austrian Development Agency Programme für die Europäische Kommission durch. Über das Finanzierungsinstrument „Wirtschaftspartnerschaften“ werden private Mittel für Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt: Die ADA fördert Projekte von Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern, wenn sie zur Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung der Region beitragen. Der Großteil des Geldes wird in die Schwerpunktregionen und Schwerpunktländer der ADA investiert.

www.entwicklung.at

 

Institutionen stellen sich vor: Globale Verantwortung

Die Globale Verantwortung, Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe, vertritt als Dachorganisation national und international die Interessen von 35 österreichischen Nichtregierungsorganisationen, die in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, entwicklungspolitische Inlandsarbeit, Humanitäre Hilfe sowie nachhaltige globale wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung tätig sind.

In sechs ARbeitsgruppen vernetzt  die AG Globale Verantwortung die Expertise der Mitgliedsorganisationen und regt inhaltliche Diskussionen an. Das Wissen der ExpertInnen in den Mitgliedsorganisationen ist die Basis für die Entwicklung von Positionen und unverzichtbare Grundlage der Dachverbandsarbeit.

Die Arbeit reicht von der Erarbeitung politischer Positionen zum jeweiligen Thema über die Vorbereitung anwaltschaftlicher Aktivitäten bis zum Austausch von Informationen und Wissen.

Zurzeit engagieren sich laufend sechs verschiedene Arbeitsgruppen (AG):

  • AG Behinderung und Entwicklung
    • Die Arbeitsgruppe arbeitet an verschiedenen Maßnahmen zur Förderung und Auseinandersetzung mit Disability Mainstreaming in der Entwicklungszusammenarbeit. Die AG Behinderung und Entwicklung besteht sowohl aus Mitgliedsorganisationen der AG GlobaleVerantwortung als auch aus VertreterInnen von DPOs (Disabled People’s Organisations). ExpertInnen aus universitären Einrichtungen werden immer wieder eingeladen.
  • AG Humanitäre Hilfe (AG HuHi)
    • Neben den Kernthemen der AG HuHi wie Koordination und Informationsaustausch, vor allem bei aktuellen humanitären Krisen, setzt sich die Arbeitsgruppe für eine qualitative und quantitative Verbesserung der staatlichen Humanitären Hilfe Österreichs sowie für eine bessere Koordination zwischen den humanitären staatlichen AkteurInnen ein. Weiters arbeitet sie daran, die Qualität des inhaltlichen Diskurses zu humanitären Themen zu steigern sowie mittelfristig das Interesse und die Aufmerksamkeit der allgemeinen Öffentlichkeit an Themen der Humanitären Hilfe zu erhöhen. Die AG HuHi plant und organisiert in Kooperation mit dem Dachverband und der humanitären Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ den alle zwei Jahre stattfindenden Humanitären Kongress in Wien.
  • AG Kofinanzierung (AG KOFI)
    • Zu den zentralen Aufgaben der AG KOFI zählen die Organisation eines strategischen Wissensaustausches zu verschiedenen Themen der Finanzierung von Projekten der EZA, die Förderung des Informationsflusses zwischen Fördergebern und Mitgliedsorganisationen sowie die Erarbeitung (förder-) politischer Positionen für den Dachverband.
  • AG Landwirtschaft und Entwicklung
    • Im Fokus der AG Landwirtschaft und Entwicklung stehen die inhaltliche Auseinandersetzung und die Ausarbeitung von Empfehlungen. Sie arbeitet insbesonders zu landwirtschaftlich relevanten Themen im Rahmen der Sustainable Development Goals sowie der österreichischen und europäischen Landwirtschafts- und Agrarpolitik aus entwicklungspolitischer Sicht. Kernpunkte sind die Förderung kleinbäuerlicher nachhaltiger Landwirtschaft und nachhaltiger Nahrungssysteme.
  • AG Migration und Entwicklung
    • Die Arbeitsgruppe Migration und Entwicklung setzt sich mit den vielfältigen Zusammenhängen zwischen Flucht, (erzwungener) Migration und Entwicklung auseinander, arbeitet zu den komplexen Gründen/Ursachen von Flucht und (erzwungener) Migration und untersucht welchen Beitrag die Entwicklungspolitik in diesen Zusammenhängen tatsächlich leisten kann.  Dabei steht die Frage, welche Maßnahmen entwicklungspolitisch relevant sind und welche nicht bzw. wie Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit aussehen könnten, die Ursachen von Migration im Blick hat ohne ihre Hauptaufgaben – vor allem die Armutsbekämpfung – aus den Augen zu verlieren, im Zentrum. Die AG Migration und Entwicklung lädt immer wieder ExpertInnen ein, um diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren.
  • Plattform Entwicklungspolitische Inlandsarbeit – Arbeitsgruppe (AG PEPI)
    • In der AG PEPI wird an Strategien für die Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der ÖsterreicherInnen, vor allem von MulitplikatorInnen im bildungspolitischen Bereich, für Themen der globalen und nachhaltigen Entwicklung gearbeitet. Wichtige Elemente dieser Arbeit sind das Anregen von kritischer Auseinandersetzung in der Bevölkerung durch Bildungs- und Kampagnenarbeit, das Aufzeigen von globalen Zusammenhängen und das Anbieten von Mitgestaltungsmöglichkeiten mit dem Ziel einer gerechten globalen Ordnung. Dazu werden laufend inhaltliche und politische Positionen für den Dachverband erarbeitet.

https://www.globaleverantwortung.at/

 

Institutionen stellen sich vor: SDG-Watch Austria

Am 27. September 2017  haben sich über 80 zivilgesellschaftliche Organisationen aus verschiedenen Bereichen zusammengeschlossen, um sich für die Umsetzung der 2030 Agenda und der darin enthaltenen Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) einzusetzen. Zwei Jahre nach der Unterzeichnung der Agenda durch Österreich stellen sich diese Organisationen gemeinsam hinter die 17 UN Ziele und deren ambitionierte Verwirklichung in Österreich. Sie wählten als Anlass den Jahrestag der Rede von Bundespräsident a.D. Heinz Fischer anlässlich der Unterzeichnung auf der 70. UN Generalversammlung in New York. Bereits im Oktober 2017 sind über 100 Organisationen aus ganz Österreich Mitglied der Plattform.

https://www.sdgwatch.at/de/

 

 

 

Agrar- und Entwicklungspolitik im Widerspruch?

Podiumsdiskussion am 13.11. im Haus der EU, 18-20 Uhr

Welche Auswirkungen hat die Agrarpolitik Österreichs und der EU auf die ländliche Entwicklung in Entwicklungsländern wie Burkina Faso und welche Lehren können daraus gezogen werden? Sind beispielsweise die Rahmenbedingungen in Österreich und auf europäischer Ebene ausreichend, um unterschiedliche Interessen und Politikbereiche so aufeinander abzustimmen, dass sie entwicklungspolitischen Zielsetzungen gerecht werden? Diese und andere Fragen sollen im Rahmen der Podiumsdiskussion geklärt werden.

Es diskutieren:

  • Rupert Lindner, Sektion II, BMLFUW
  • Nobert Probst, DG DEVCO, Europäische Kommission
  • Tobias Reichert, Germanwatch
  • Erwin Schöpges, European Milk Board
  • Annelies Vilim, AG Globale Verantwortung (Moderation)

Im Anschluss an die Diskussion laden wir zu einem kleinen Buffet.

Datum: Montag, 13.11.2017, 18.00 bis 20.00 Uhr
Ort: Haus der EU, Wipplingerstraße 35, 1010 Wien

Bitte um telefonische Anmeldung unter 0699/17 204 207- Wolfgang Marks

Weitere Details unter: http://bit.ly/2Aswvy8

Inklusion! Wenn wir etwas ändern wollen…

… müssen wir bei uns selbst anfangen
Ein Kommentar und Gedankenexperiment als möglicher Einstieg ins Thema Inklusion mit zahlreichen weiterführenden Links. Von Johanna Mang und Magdalena Kern, Licht für die Welt.


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Das Wort „Behinderung“ ist in der Öffentlichkeit oft mit Assoziationen wie „nicht können“ oder „auf den Rollstuhl angewiesen“ verknüpft. Die „besonderen Bedürfnisse“ und der Unterstützungsbedarf stehen im Vordergrund. Die Fähigkeiten und Potenziale der einzelnen Menschen werden dabei in den Hintergrund gerückt. Diese öffentliche Wahrnehmung ist eine der größten Barrieren für Inklusion in Österreich und in Folge auch in der Entwicklungszusammenarbeit.

Weltweit leben rund eine Milliarde (= 1.000.000.000) Menschen mit Behinderungen, 80 Prozent davon in Ländern des globalen Südens. Behinderung und Armut sind besonders im Globalen Süden eng miteinander verbunden. Einerseits können Mangelernährung und fehlende gesundheitliche Versorgung zu dauerhaften Behinderungen führen. Andererseits tragen Behinderungen zu Armut bei, da Menschen mit Behinderungen auf vielen Ebenen benachteiligt sind. Sie werden daran gehindert ein selbstbestimmtes Leben zu führen, ihr Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt ist erheblich eingeschränkt. Ihre Teilhabe an, beziehungsweise Inklusion in der Gesellschaft wird dadurch erschwert.

Damit Inklusion wirklich möglich wird – in Österreich, in Ländern des Globalen Südens – brauchen wir ein anderes Bild, ein anderes Verständnis und eine andere Haltung. Nämlich: Vielfalt ist normal und wir haben die menschenrechtliche Verpflichtung, diese Vielfalt in unserer Gesellschaft zu respektieren und zu leben. Dabei kommt den Medien und JournalistInnen eine ganz besondere Rolle zu, weil sie durch ihre Arbeit Bilder in den Köpfen erzeugen, die uns alle prägen.

Oftmals fällt es uns leicht, anderen zu sagen, was sie machen sollen. Viel schwieriger ist es, sich selbst einmal an der Nase zu nehmen. Dazu möchten wir Ihnen einen Selbsttest anbieten.

Eine Handreichung zur Selbsterfahrung und Überwindung der Barrieren im eigenen Kopf:

Nehmen Sie sich eine Woche Zeit und machen Sie an jedem Tag einen kleinen Schritt, um sich dem Thema Inklusion zu nähern. Wählen Sie für jeden Tag zumindest eine Option aus und versuchen Sie es! Selbstverständlich können Sie kreativ und kritisch sein und eigene, bessere Ideen realisieren! Wenn Sie selbst eine Behinderung haben, dann bieten Sie Ihre Erfahrungen anderen direkt an, oder laden andere ein mitzumachen! Werden Sie Sparring-PartnerIn für sieben Tage!

Was es zu gewinnen gibt, wenn Sie diese sieben Tage mitmachen, finden Sie am Ende dieses Artikels.

Tag 1 – Dialog führen

  • Schauen Sie sich in Ihrer Familie, Ihrem Freundeskreis und in Ihrem Wohnumfeld um. Sie werden sicher Menschen mit Behinderungen kennen. Fragen Sie diese nach ihren Erfahrungen, Erwartungen und Zielen.
  • Überlegen Sie, wie viele Menschen mit Behinderungen Sie in Ihrem engeren Berufsumfeld kennen. Welche Erfahrungen in der schulischen und beruflichen Laufbahn haben Ihre KollegInnen/haben Sie selbst gemacht? Fragen Sie im Personalbüro, was es braucht, um mehr Menschen mit Behinderungen anzustellen.
  • Fragen Sie die PolitikerInnen in Ihrer Gemeinde, Ihrem Bezirk, welche Maßnahmen zu Inklusion und Barrierefreiheit geplant sind. Fragen Sie das Außenministerium, was in den kommenden fünf Jahren in Sachen Inklusion in der Entwicklungszusammenarbeit unternommen wird.

Tag 2 – Barrieren erleben

  • Machen Sie mit einer Augenbinde und sehender Begleitung (!) einen längeren Spaziergang. Und wenn Sie wieder zu Hause sind, kochen Sie sich so ihr Lieblingsgericht. Immer noch mit Augenbinde.
  • Borgen Sie sich einen Rollstuhl aus und benutzen Sie damit öffentliche Verkehrsmittel. Gehen Sie einkaufen und probieren Sie, ob Sie im Rollstuhl in Ihr Lieblingslokal hineinkommen – und dort das WC benutzen können. Wenn Sie selbst RollstuhlfahrerIn sind, leiten Sie andere bei ihrem Selbstversuch an.
  • Stoppeln Sie sich Ihre Ohren zu und verbringen Sie einen Abend in Ihrem Freundeskreis. Versuchen Sie so, dem Gespräch zu folgen und zu kommunizieren. Schauen Sie, welche Sendungen an diesem Tag im öffentlichen Fernsehen in Gebärdensprache übersetzt werden. Zählen sie diese und setzen Sie sie ins Verhältnis mit allen Sendungen!

Tag 3 – Nachlesen & Nachfassen

  • Werfen Sie einen Blick in die UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. (1) Wenn Ihnen diese zu komplex ist, dann empfehlen wir sehr die Version in einfacher Sprache. (2) Besuchen Sie die Website des Unabhängigen Monitoringausschussses, der die Umsetzung der Konvention überwacht. (3)
  • Abonnieren Sie die Aussendungen und Newsletter österreichischer und internationaler Vereine, die Sie über Inklusion aktuell informieren. (4a, 4b, 4c, 4d)
  • Machen Sie sich schlau, was barrierefreie Internetseiten heutzutage können. (5a, 5b)
  • Entdecken Sie den Leitfaden zur Darstellung von Menschen mit Behinderungen in den Medien. (6)
  • Vertiefen Sie sich weiter in das Thema Inklusion in der Entwicklungszusammenarbeit – lesen Sie die nachstehenden Artikel, oder lesen Sie die Stellungnahme des Monitoringausschusses. (7 a), Oder melden Sie sich direkt bei Licht für die Welt mit Ihren Fragen. (7 b)

Tag 4 – Gemeinsam erleben

  • Es gibt einige (wenige) wirklich inklusive Schulen – fragen Sie nach, ob Sie dort hineinschnuppern dürfen. Beispiele sind: das evangelische Realgymnasium, 1220 Wien (8) Caritas Schule am Himmel (9a), die Schulen im Bezirk Reutte Tirol. (9b)
  • Laufen/walken/rollen Sie beim Vienna Night Run mit. Dies ist die einzige große Laufveranstaltung, bei der alle gemeinsam unterwegs sind, sei es zu Fuß, mit Stöcken oder Krücken, im Rolli, mit sehenden BegleitläuferInnen usw.
  • Besuchen Sie die barrierefreie Führung des Kunsthistorischen Museums. (10)
  • Finden Sie aktuelle Veranstaltungen, die wirklich barrierefrei sind.

Tag 5 – Überlegen Sie …

  • In Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit haben 80 – 90 % aller Jugendlichen mit Behinderungen keine Arbeit. (11) Platzieren Sie sich vor einer Höheren Schule und warten Sie, bis alle herausströmen. Jetzt stellen Sie sich vor, was wäre, wenn 90 % davon nie eine Arbeit finden würden.
  • Welche Arten von Barrieren fallen Ihnen ein? Kennen Sie Beispiele für bauliche, gesetzliche, gesellschaftliche, finanzielle, … weitere?
  • Wann haben Sie das letzte Mal jemanden mit einer Behinderung in den Nachrichten gesehen? Wann haben Sie zuletzt in der Sportschau von Siegen aus dem Paralympischen Sport gesehen? Welche Filme kennen Sie, in denen SchauspielerInnen mit Behinderungen eine Hauptrolle spielen (und nicht SchauspielerInnen ohne Behinderung diese Rolle übernehmen)?

Tag 6 – Setzen Sie selbst Schritte

  • Verfassen Sie Ihren nächsten Artikel/Sendung auch in einfacher Sprache und stellen diesen dann Ihrem LeserInnen-/HörerInnen-/SeherInnenkreis zur Verfügung. (12)
  • Geben Sie sich und anderen Zeit. In Ihrer Kommunikation schauen Sie, dass andere zu Wort kommen. Wenn sich jemand schwer dabei tut, geben Sie die Zeit, die ihr Gegenüber braucht. Fragen Sie einfach nach, wenn Ihnen etwas nicht verständlich ist und bleiben Sie im Dialog.
  • Wenn Sie einen Menschen treffen und sich fragen, ob sie/er gerade eben Unterstützung braucht, dann fragen Sie direkt und bieten Unterstützung an.

Tag 7 – Revue passieren lassen und weitererzählen

Denken und spüren Sie zurück, was Sie in den vergangenen sieben Tagen erlebt haben. Was war denn das größte „Aha“-Erlebnis? Was das Allerschönste? Und was ist Ihnen so richtig schwergefallen? Teilen Sie Ihre ganz persönlichen Geschichten und Einsichten mit anderen!

Ihr Gewinn und zugleich eine Warnung: Wenn Sie mitmachen, dann wird sich Ihr Blickwinkel verändern. Sie werden künftig anders durch die Welt gehen – Sie gewinnen Vielfalt. Und/oder Sie können anderen zu dieser Blickwinkeländerung verhelfen. Achtung, eine solche Veränderung lässt sich nicht rückgängig machen! Sie werden interessiert bleiben! Gut so!

Und Sie werden auch erkennendass der Weg zu einer wirklich inklusiven Gesellschaft noch sehr, sehr lang ist…Sie haben jedoch die Möglichkeit, diesen Weg positiv mitzugestalten, hier in Österreich und im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit!

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Linkliste

1 https://monitoringausschuss.at/download/grundlagen/un-konvention/BGBl_III_105_2016.pdf
2 https://monitoringausschuss.at/download/grundlagen/un-konvention/un-konvention_ll.pdf
3 https://monitoringausschuss.at/
4a https://www.bizeps.or.at/
4b http://www.behindertenrat.at/
4c https://lebenshilfe.at/
4d https://www.licht-fuer-die-welt.at/
5a http://www.behindertenrat.at/barrierefrei-gestalten/barrierefreie-kommunikation/barrierefreies-internet
5b http://www.einfach-barrierefrei.net/
6https://www.bundeskanzleramt.gv.at/documents/131008/370304/Empfehlung_zur_Darstellung_von_Menschen_mit_Behinderungen_in_den_Medien.pdf/0916d9df-1c41-4303-8c82-1122d52eac64
7a https://monitoringausschuss.at/download/ma_sn_entwicklungszusammenarbeit_2012_04_12-pdf/
7b info@licht-fuer-die-welt.at
8 https://www.erg-donaustadt.at/
9a https://www.schule-am-himmel.at/
9b  http://derstandard.at/2000008060997/Sonderschulfrei-im-Inklusionsbezirk
10 https://www.khm.at/erfahren/kunstvermittlung/barrierefreie-angebote/
11 https://www.light-for-the-world.org/sites/lfdw_org/files/download_files/lftw_employable_web_0.pdf
12 https://www.capito.eu/
13 http://der.orf.at/kundendienst/service/barrierefrei100.html

Inklusion und Entwicklung…

… Recherche-Hinweise, Links, Veranstaltungen

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ÖZIV-Medienpreis: Seit 2006 wird der ÖZIV-Medienpreis für herausragende Beispiele für die Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen vergeben. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. GewinnerInnen 2017 waren Nina Kreuzinger (Falter) und Patricia Aradi (ORF).
http://www.oeziv.org/medien-presse/der-oeziv-medienpreis/


Termine

  • 1. Dezember: Preisverleihung des Wheelday-Jugend-Wettbewerbs 2017 (mehr Infos dazu siehe Projekte)
  • 3. Dezember: Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen
  • 4. Dezember: Entwicklungspolitische Tagung: Leave no one behind! Inklusion in der EZA. Mit nationalen und internationalen Gästen, Wiener Rathaus. MEHR
  • 3. – 10. Dezember 2017: European Disability and Development Week „Together for Inclusion“, #EDDW17. Europaweite Aktionswoche zum Thema Inklusion und Entwicklung.

Interessante Aspekte und Recherche-Ideen zu Inklusion und Entwicklung


Projekte in Österreich mit internationalem Bezug

WeltWegWeiser: Internationale Freiwilligeneinsätze für Freiwillige mit Behinderungen. Ein Projekt von Jugend eine Welt in Kooperation mit BIZEPS (Behindertenberatungszentrum) http://www.weltwegweiser.at/inklusion/

Wheelday. Entwicklung bewegt: In dem Projekt von IUFE wird auf die Situation von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern und in ländlichen Regionen Österreichs aufmerksam machen. Es finden dazu verschiedenste Wheelday-Aktivitäten in allen österreichischen Bundesländern statt – und jede/r kann mitmachen! Am 1. Dezember findet die Preisverleihung des Wheelday-Jugend-Wettbewerbs 2017 statt.  http://www.wheelday.at/

BIZEPS: Behindertenberatungszentrum für Selbstbestimmtes Leben mit eigener News-Seite und Wissensportal https://www.bizeps.or.at/

Licht für die Welt: Internationale Hilfsorganisation mit dem Schwerpunkt Inklusion: https://www.licht-fuer-die-welt.at/


Leitlinien/ Internationale Reglements

Infos zur UN-Behindertenrechtskonvention: https://www.behindertenrechtskonvention.info/

Österreichischer Unabhängiger Monitoringausschuss zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen: https://monitoringausschuss.at/

Nachhaltige UN-Entwicklungsziele (SDGs): https://www.bundeskanzleramt.gv.at/entwicklungsziele-agenda-2030

Analyse der SDGs im Hinblick auf Inklusion (von Licht für die Welt):  https://www.light-for-the-world.org/sites/lfdw_org/files/download_files/briefing_light_for_the_world_sgds_and_disability_2017.pdf

Analyse der SDGs im Hinblick auf Inklusion (UIFE): http://www.wheelday.at/fileadmin/user_upload/SDGs___Menschen_mit_Behinderungen_IUFE_2017.pdf

Handbuch und Leitfaden zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der EZA (von der Austrian Development Agency und dem Ludwig Bolzmanninstitut für Menschenrechte):
http://www.entwicklung.at/fileadmin/user_upload/Dokumente/Publikationen/Handbuecher/Menschen_mB/HB_Menschen_mB.pdf

Internationales Handbuch für Inklusion: https://www.light-for-the-world.org/sites/lfdw_org/files/download_files/towards_inclusion_a4_web.pdf

Internationales Handbuch für Inklusion in der Entwicklungszusammenarbeit: https://www.light-for-the-world.org/sites/lfdw_org/files/download_files/count-me-in-include-people-with-disabilities-in-development-projects.pdf


Medien

Kanthari – Change from Within: Ein Film über eine Reise durch Afrika mit der blinden Nobelpreisträgerin Sabriye Tenberken und Paul Kronenberg bei der sie mutige Visionäre treffen, die trotz Schicksalsschlägen bahnbrechende soziale Projekte auf die Beine gestellt haben. http://kantharichangefromwithin.com/

Body and Soul: Ein Film über eine Liebesgeschichte zwischen einem behinderten älteren Mann und einer Frau mit Aspergersyndrom. https://www.youtube.com/watch?v=7B4hCzq7H70

GIZ: Inklusion zählt – Menschen mit Behinderung in die internationale Zusammenarbeit einbeziehen:  https://www.youtube.com/watch?v=356oiGwrGXk

Erklärfilm Inklusion (Heinrich Böll Stifung): https://www.youtube.com/watch?v=D0GtxClZlwQ

 

Father Leonhard vom Mahalir Vidiyal Trust und Direktor der Chirumalar Schule in Südindien kommt nach Wien

Father Leonard Fernando und Sister Lilly Alphonso teilen eine Vision: Bildung ist für sie die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Seit mehr als 15 Jahren leben die beiden für ihre Überzeugung. Im kleinen Ort Vellakulam der südindischen Provinz Tamil Nadu bemühen sie sich mit ihrer Organisation, dem Mahalir Vidiyal Trust um die Ärmsten der Armen, auch und vor allem um die Kinder der Dalits, der Kaste der Unberührbaren.

Und ihre langjährigen Bemühungen tragen großen Erfolg: wenn in diesen Tagen das neue Schuljahr in Tamil Nadu beginnt, werden an die 500 Kinder in die beiden von Father Leonard gegründeten und mit viel privater Unterstützung finanzierten Schulen gehen und eine Chance auf Bildung bekommen können!

Einen zweiten Schwerpunkt stellt die inzwischen große Anzahl von Selbsthilfegruppen für Frauen dar, die von den beiden in den umliegenden Dörfern initiiert werden. Durch Ausbildung, Teilnahme an sozialen Programmen, Beratung zum äußerst stigmatisierten Thema HIV/AIDS wird den Frauen konkrete Hilfestellung geboten.

Eine kleine Gruppe von Engagierten, hat sich im Verein VANAKKAM (www.vanakkam.at) zusammengefunden, um von Österreich aus die Arbeit des Mahalir Vidiyal Trust nach Kräften zu unterstützen.

Father Leonard, Direktor des Mahalir Vidiyal Trust, wird sich von Montag, 04. 09. 2017 bis Sonntag, 10. 09.2017 in Wien, OÖ und   aufhalten, der Verein VANAKKAM bietet Interviewmöglichkeiten.

Alle Anfragen bitte direkt an Peter Schönhuber
(Tel.: 0680 2120753 bzw peter.schoenhuber@vanakkam.at )